Benny Hill Show mit Axtmörder

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Und weils so schön war gleich noch ein Kurztest hinterher (keine Angst, das wird kein Dauerfeature). Haunting Ground ist ein Horrorspiel, in dem man als einzige Waffe einen Hund hat. Wenn man sich nicht gerade vor dem Jahrmarkts-Flüchtling Debilitas unterm Bett versteckt oder seinen Fasso auf einen unsichtbaren Karatealchemisten loslässt, löst man ziemlich dämliche Resident Evil Rätsel. Die schicken Zwischensequenzen können auf Dauer leider nicht über das dürftige Spielprinzip hinweg täuschen, das eh zu 30% aus Fanservice besteht.

~ The End ~

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Ist das noch ein Spiel?

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Genau die Frage kam mir vor ein paar Tagen in den Sinn, als ich gelesen habe, dass Baito Hell 2000 demnächst in Europa veröffentlicht wird. Genauer gesagt als ich mich daran erinnerte, dass ich schon vor einiger Zeit etwas darüber gelesen habe, und zwar hier.

Um es mal kurz zusammenzufassen: In der Nebenjob-Hölle 2000 erledigt man kleine Spielchen, für die man meistens nur ein oder zwei Knöpfe braucht, und kriegt Geld dafür. Von der Belohnung kann man dann weitere Minispiele kaufen. So weit, so bekannt/geklaut. Aber! Im Gegensatz zum offensichtlichen Vorbild Wario Ware gibt es kein Zeitlimit und keine Leben. Man spielt eben so lange wie man Lust hat, und hört dann irgendwann auf. Wie die im Link beschriebene Kugelschreiber-Fabrik etwa; die Stifte kommen vor einem statischen Hintergrund reingescrollt, und wenn sie in der Mitte des Bildschirms sind setzt man per Knopfdruck eine Kappe drauf. Ab und zu ist ein Kugelschreiber verkehrt herum, dann muss man erst einen anderen Knopf drücken. Das wars. Für jeden zusammengesetzten Stift kriegt man einen Yen. Die Geldleiste am unteren Bildschirmrand hat 24 Stellen.

Ist es das, das fehlende Bindeglied zwischen Videospielen und (in Ermangelung eines besseren Begriffes) elektronischer Unterhaltung? Nach oben hin sind Videospiele ja inzwischen ziemlich gut ausgelotet. Titel wie Virtua Fighter, Baldur’s Gate oder F355 Challenge sind sowohl von ihrer Bildsprache als auch ihrer Spielmechanik her so komplex, dass man ohne einen soliden Spielhintergrund keinen grossen Gefallen an ihnen haben dürfte. Besonders in den letzten paar Jahren scheint es aber zunehmend abstraktere Spiele zu geben, die selbst die simpelsten Anforderungen an ein “Spiel” zu ignorieren scheinen. Und damit meine ich nicht nur “einfach zugängliche” Spiele wie etwa Wario Ware.

Nehmen wir mal Electroplankton für das DS. In diesem, nun ja, Softwarepaket erzeugt und variiert man durch einfache Eingaben Klangmuster. Man agiert und bekommt ein audiovisuelles Feedback, wie bei jedem Spiel. Allerdings werden andere grundlegende Konzepte einfach über den Haufen geworfen, nämlich Können und Belohnung. Klar, könnte man jetzt sagen, das ist ja auch kein Videospiel im eigentlichen Sinne. Aber schauen wir uns mal ein anderes Beispiel an: Katamari Damacy. Das einzige, was Katamari Damacy von Elektroplankton unterscheidet ist das Zeitlimit. Glaubt ihr nicht? Na dann schaltet mal den Eternal Modus frei und rollt ein wenig ohne Zeitdruck durch die Gegend. Der Unterschied ist verblüffend. Wo man vorher krampfhaft nach dem nächstgrösseren Stück für seinen Klebeball gesucht hat, kann man jetzt völlig unbekümmert die Gegend erkunden und sich eigene Ziele setzen, wie etwa auf diesen grossen Hügel rauf zu kommen.

Natürlich gab es solche Grenzgänger auch schon früher. Man denke nur mal an Little Computer People auf dem guten alten C64. Dann gab es die berühmt-berüchtigten Tamagotchis und heute eben Nintendogs. Aber das ist eben nur ein Aspekt abstrakter Unterhaltung. In der Zwischenzeit haben wir ausserdem noch so Sachen wie The Endless Forest, Second Life, Façade oder aber den Klassiker Alter Ego dazu bekommen, die sich geschickt jeder Klassifizierung entziehen. Und scheinbar werden es von Jahr zu Jahr mehr. Keine Herausforderung, keine Belohnung, kein Ziel. Einfach nur – ja was eigentlich… Spiel? Spass? Faszination? *seufz* Es ist einfach zu warm für so schwierige Fragen.

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Traditionelles japanisches Rollenspiel, fünfter Teil

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Hier mal ein Kurztest von Suikoden V, für Leute die die vorherigen Teile (mit Ausnahme von IV) mochten: Suikoden V ist wie der erste Teil, nur grösser und epischer. Die einzigen Schwachpunkte sind längere Ladezeiten an allen Ecken und Enden, die Klamotten des Hauptcharakters und doofe Echtzeitkämpfe zwischen den Armeen. Ansonsten ist aber alles cremig. Das Spiel kommt im Herbst in Europa raus.

~ The End ~

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Meinen die mich?

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Sucht doch mal bei Google nach Wii Screenshots. Fällt euch was auf? Genau, ebenso häufig wie Bildschirmfotos findet man Bilder von hippen jungen Leuten, die sich mit einer Wiimote in der Hand zum Hampelmann machen und dabei offenbar grossen Spass haben. Ich bin mir nicht ganz sicher, ist das jetzt doof oder genial? Wenn man zynisch ist (und ich habe bei jedem Level Up immer fleissig Punkte in Zynismus gesteckt), dann will Nintendo mit solchen Fotos anscheinend von der Grafik ablenken. Denn mal ehrlich, das hier zum Beispiel sieht bei aller Grosszügigkeit doch einfach nur zum Gruseln aus. Aber dann packe ich einfach einen energisch dreinschauenden Typen dazu und -hoppla- auf einmal sieht das Spiel wesentlich interessanter aus.

Zudem sollte einem nach kurzem Nachgrübeln klar sein, dass es sich bei den Bildern um Bullshots handelt. Oder denkt ihr etwa, die Entwickler hätten sich ein paar modebewusste, politisch korrekte Models ins Studio geladen und die dann im Pausenraum an einem Wii-Prototypen spielen lassen? Eben. Im Gegensatz zu den so euphemistisch betitelten “target renders” für die Konsolen der Konkurrenz (“wir hoffen, das unser Spiel irgendwann mal so gut aussieht”) soll hier eben das tolle Spielgefühl mit Nintendos Ex-Revolution eingefangen werden. Was uns zu der ursprünglichen Frage bringt. Wer zum Henker soll mit diesen Bildern eigentlich erreicht werden? Abgebrühte Spieler wie ich jedenfalls nicht, denn ein Bild wie dieses hier entlockt mir nur ein müdes Grinsen. Wer Call of Duty so zu spielen versucht, kann sich die verwaschene Grastextur sehr bald von Nahem ansehen. Die Mütze ist allerdings ziemlich schräg. Ausserdem habe ich genug Fantasie und Spieleerfahrung um mir ziemlich gut vorstellen zu können, wozu so ein Fernbedienungs-Controller so alles gut sein kann.

Wen will Nintendo also sonst mit sowas zum Kauf animieren? Gelegenheitsspieler etwa? Also solche Leute, die sich selbst nie als Spieler bezeichnen würden, aber trotzdem eine PS2 für Singstar und Buzz neben dem Fernseher stehen haben. Mmm, eigentlich ganz clever… aber ich sehe da das Problem, dass dieser Typ von Konsument nicht im Internet nach Screenshots stöbert. Solange diese Art von Wii-Werbung nicht in Lifestyle-Magazinen abgedruckt wird, posen die schicken jungen Leute also für eine völlig falsche und noch dazu undankbare Zielgruppe. Na ja, schauen wir mal. Vielleicht legt Grafik des Wii ja vor dem Launch noch ein gutes Stück zu. Dann braucht man sie auch nicht mehr hinter hübschen bunten Bildern zu verstecken.

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Vorwärts in die Vergangenheit

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Die Konsolenmacher scheinen eine neue Goldgrube gefunden zu haben: olle Kamellen. Klar, schon zur Regierungszeit der Pharaonen packten Publisher ein paar “Klassiker” mit fragwürdiger Spielbarkeit in einen schicken neuen Karton und verlangten königliche Unsummen für den Spass. Während das Geschäft mit den Antiquitäten der Softwaregeschichte bisher allerdings nur ein nettes Zubrot war, scheint es sich in der kommenden Konsolengeneration zum essentiellen Standbein zu mausern. Sowohl Microsoft als auch Sony und Nintendo versprechen exquisites Retro-Vergnügen für ihre Konsolen. Dabei gibt es die Spiele der jeweils letzten Generation dank Abwärts-Kompatibilität bei allen dreien umsonst. Microsoft versucht sich bereits mehr oder weniger erfolgreich an einer Softwarelösung (August 05: “Xbox 360 will be backward compatible with the top-selling games on Xbox“; Juni 06: “nobody is concerned anymore about backward compatibility“; ein paar Tage später “We’re going to get darn close to that stated goal of every title done“), Sony verspricht wie üblich das Blaue vom Himmel (“Sony is very concerned about quality and backward compatibility. They want to get this right“) und Nintendo hat ohne grosses Mediengetöse Anschlüsse für Cube-Zubehör in sein Wii eingebaut.

Diese positive Seite der Retromanie ist durchaus Applaus wert, schliesslich zwingt niemand die Konsolenmacher, kostenlos für ein grösseres Portfolio zu sorgen. Ausserdem sieht man ja am Beispiel der 360, dass man bei halbherziger Arbeit eher Undank als Lob erntet. Kritisch finde ich es allerdings, wenn gerade für die ganz alten Klamotten plötzlich Geld auf den Tisch gelegt werden soll. Man sehe sich zum Beispiel einmal das Xbox Live Arcade Aufgebot von Midway an: Gauntlet, Joust, Robotron und Smash TV bringen die 80er auch in dein Wohnzimmer, für geschmeidige 4,65€ pro Stück. Beziehungsweise 400 “Points”, diese gestaltlose neue Währung, die man nur in furchtbar ungeraden Blöcken kaufen kann. Was man mit den überzähligen Punkten anstellen soll? Blöde Frage, mehr kaufen natürlich bis es wieder passt. Nicht verwechseln sollte man die Punkte übrigens mit den Punkten, will sagen dem noch viel nutzloseren Gamer Score. Ernsthaft, ich dachte anfangs wirklich, man könnte mit Erfolgen in den Spielen anschliessend Sachen vom Xbox-Marktplatz kaufen. So ein bisschen wie die Nintendo STARS eben. Pustekuchen.

Aber genug des Microsoft-Gebashes; was macht derweil die Konkurrenz? Wenn man den Versprechungen von Sony glauben schenkt, dann kann ihr eigenes Live-Derivat Kaffee kochen, Krebs heilen und die nächste Bundestagswahl gewinnen. Sprich, was Genaues ist noch nicht bekannt. Da die Playstation-Macher allerdings Meister des Strg-C/Strg-V sind, rechne ich fest mit einem Multiplattform-Release von Frogger et al. Konkreteres weiss man dagegen zum Thema PSP trifft PSone. Nach Angaben eines britischen Magazins sollen bis Ende nächsten Jahres etwa 7.000 PS1-Spiele zum Download bereitstehen, was Sony bisher allerdings mit einem “na ja, schauen wir mal” kommentiert. Angeblich sollen die Oberkracher Final Fantasy VII und VIII, Silent Hill und Castlevania zu den ersten neuerdings portablen Spielen gehören. Das klingt doch fast schon zu schön, um wahr zu sein.

Ähnliches hört man von Nintendo. Dank Virtual Console sollen auf dem Wii tonnenweise alte Spiele laufen, von Miyamotos gesammelten Mariospielen seit den seligen 8-bit Zeiten über Mega Drive-Spiele bis hin zu PC-Engine Klassikern. Im Einzelnen wird es natürlich von den jeweiligen Rechteinhabern abhängen, was wir uns legal runterladen dürfen und was als lieblos aufgemotzte Neuauflage zum Vollpreis ins Regal gehängt wird. Auf den ersten Blick prima klingt das Angebot aber allemal.

Trotzdem bin ich neulich ins Grübeln geraten. Machen wir als Kunden bei der Sache wirklich so ein gutes Geschäft? Zwar kennt noch niemand die Preise für den PSP-Download-Service und die Virtual Console, aber wenn man Live Aracde als Massstab anlegt, dann wird die Vergangenheit so richtig teuer. Wenn ein Spiel aus der Zeit unserer Ahnen schon 4 1/2 Eypos kostet, was sollen wir dann für “neuere” Sache anlegen? 10€? 15€? Wer weiss, aber demnächst kommt ja Street Fighter 2 für Live raus, dann sehen wir weiter. Apropos SF2, fällt da jemandem was auf? Richtig, das Spiel gibt es schon für die alte Xbox. Als Hyper Version (quasi ein “Best of” Street Fighter 2), mit SFIII: 3rd Strike, Live-Unterstützung für beide Spiele und dem passenden Animé. Und das im Ausverkauf für ungefähr 600 Points. Problem nur, die Anniversary Collection gehörte bei weitem nicht zu den “top-selling games on the Xbox”, daher gibt es auch keinen Patch, damit es auch auf der 360 läuft. Lieber nehmen Microsoft und Capcom einen noch nicht genauer definierten Geldberg für den nicht mehr ganz frischen Urahn aller Prügelspiele, und hauen wie nichts Gutes auf die Hypepauke. Nicht dass ich den Leuten Absicht unterstellen würde, ich impliziere sie nur. Oh, ich vergass übrigens zu erwähnen, dass man mit seinen überzähligen Points auch klitzekleine Bilderchen kaufen kann, zum Preis von etwa 30 Cent pro 64×64-Jpeg. Okay!

Für die Publisher ist so ein Retro-Downloadservice jedenfalls eine Lizenz zum Geld drucken. Wenn die Emulation erstmal steht, braucht man nur noch einen Server mit fetter Bandbreite, der Rest passiert von alleine. Entwicklung und Vertrieb fallen raus, Überkapazitäten und Händlermargen sind Schnee von gestern. Kein Vergleich zu den von allen Seiten beklagten irrsinnigen Entwicklungskosten für die neuen Konsolen. Und das Beste daran, der Kunde zahlt freiwillig für Onlinegebühren und Speichermedien. Ein Schlaraffenland. Und was springt für uns dabei raus? Was unterscheidet so ein Stück runtergeladener Software von der bisher üblichen Emulation, wenn man die offensichtlichen rechtlichen Unterschiede mal für einen Moment beiseite lässt? Wohin mit den so erworbenen Spielen, wenn man die Konsolen irgendwann einmal auf dem Dachboden einlagert? Wieviel darf man für so alte Sachen denn heute noch verlangen? Fragen über Fragen. Gewöhnt euch aber schon mal dran, dass die Vergangenheit in Zukunft eine wichtigere Rolle spielen wird als bisher.

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Videospieler sind klar im Vorteil

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Sollte die Zukunft der Menschheit irgendwann einmal von einer souveränen Powerpoint-Präsentation abhängen, täte der dann regierende Weltenrat gut daran, einen Videospieler an die Front zu schicken. Ich bin vorhin von einem Ärztekongress wiedergekommen, bei dem die Damen und Herren Doctores medicinae sowie sonstiges Geschmeiss (also ich) aktuelle Forschungsergebnisse vorstellen konnten. Zu meiner Verblüffung musste ich feststellen, dass die meisten Redner mit der durchaus simplen Präsentationstechnik überfordert waren.

Dabei ist die Sache eigentlich ganz einfach: der im Saal aufgebaute Laptop kommt mit einer Fernbedienung mit ganzen drei Tasten. Die Taste oben links blättert ein Bild vor, die oben rechts eins zurück und der Trigger auf der Unterseite aktiviert den Laserpointer. Vorwärts, rückwärts, zeigen. Klingt einfach, oder? Die traurige Wahrheit ist, dass selbst abgebrühte Chirurgen und Endoskopie-Spezialisten (Endoskope sind übrigens schwieriger zu handhaben als der Steel Batallion Controller) hilflos durch ihre Folien stolperten, und die unfreiwillige LASIK-Behandlung durch unbedachtes Pointergewinke hat in der Summe garantiert 50 Dioptrien an Hornhautabschleifung bewirkt. An der Aufregung kann es eigentlich nicht gelegen haben, mir haben schliesslich auch die Hände geschwitzt, und trotzdem konnte ich noch vorwärts und rückwärts auseinander halten.

Sobald es Trauma Center auch für das Wii gibt, muss ich mit der Konsole unbedingt mal bei uns in der Uniklinik auftauchen. Irgendwer muss der Ärzteschar schliesslich beibringen, wie man ein Skalpell richtig führt.

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I AM TOMMY!

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Ein First-person-shooter mit einem amerikanischen Ureinwohner (sprich: Indianer) als Spielercharakter! Das hat es seit dem altehrwürdigen Turok nicht mehr gegeben. Nachdem ich dieses Interview bei Eurogamer gelesen hatte, musste ich mir jedenfalls erstmal die Demo besorgen. Der ganze Quatsch mit dem Spirit Totem und dem Death Walk hat nämlich eine Menge Potential für Peinlichkeit, was ich mir natürlich nicht entgehen lassen kann. Viel Spass mit Tommys kleinem Reiseführer, den ich im Laufe der nächsten Tage noch etwas erweitern werde.

27.6. – Neue Bilder!

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59 Kommentare Autor: Stefan
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Günstige PSP-Spiele – Missing in Action

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So, jetzt wo ich eine PSP habe und ja ich mag sie wirklich danke der Nachfrage brauche ich natürlich ein paar mehr Spiele. Daxter und Wipeout Pure sind zwar schon sehr gut, aber ein wenig Abwechslung wäre auf die Dauer schon nett und LocoRoco sowie Valkyrie Profile Lenneth lassen bekanntlich noch ein paar Tage auf sich warten. Kein Problem, dachte ich mir, schliesslich hast du während der E3 doch mal was über eine PSP Platinumserie gelesen, bei der analog zur gleichnamigen Reihe für die stationären Playstations ab Juni ältere Spiele für wenig Geld vertickt werden sollen. Nun haben wir Mitte Juni, und von günstigen Platinumspielen ist immer noch nichts zu sehen. Da sich Sony bisher noch nicht dazu geäussert hat, ist die Verwirrung bei den diversen Onlinehändlern natürlich ebenso gross wie bei mir. Ich habe dann mal ein wenig rumgeschmökert und bin dabei auf diesen Thread gestossen. Offenbar gibt’s die Billigspiele erst Ende Juli, so dass ich mit dem Hosentaschengolf noch ein wenig warten muss. Sehr ärgerlich.

Aber zum Glück gibt es ja noch Ubisoft! Die feiern dieses Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum und bringen aus gegebenem Anlass ab sofort einen Haufen Handheld-Spiele für sparsame 20€ unters Volk, darunter auch die Habenwollen!-Kandidaten Exit und Lumines. Gross Werbung machen sie für die Aktion allerdings nicht, wenn es Gamefront nicht gäbe, wäre ich wohl niemals über diese Seite gestolpert. Der Teil mit “Weitere Informationen gibt es bei dem Fachhändler deiner Wahl” scheint allerdings noch nicht bis zum Saturn vorgedrungen zu sein, zumindest wollten sie gestern noch erstaunlich unverschämte 50 Scheine für Exit. Aber na gut, dankenswerterweise gibt es ja noch andere Fachhändler meiner Wahl, die ihren Katalog etwas fixer auf den neusten Stand bringen. Lange Rede kurzer Sinn, Handheld-Besitzer sollten in nächster Zeit mal die Augen offen halten, es gibt da im Moment ein paar recht nette Schnäppchen. So man sie denn findet im Spieleparadies Deutschland.

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Weshalb Steambot Chronicles nicht Spiel des Jahres ist

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Steambot wer? Na Steambot Chronicles eben, auch bekannt als Junk Romance Great Action Bumpy Trot oder Relaxing Non-linear Adventure: Be A Bad Guy If you Want. Mit Bumpy Trot hat Irem ein wirklich ungewöhnliches Spiel geschaffen. Es vereint Elemente aus Animal Crossing, Harvest Moon, Guitar Hero, Dark Chronicle und Grand Theft Auto III zu einer schwer zu beschreibenden Mischung aus Action-Adventure, japanischem Rollenspiel und virtuellem Sandkasten. Zugegeben, der GTA-Vergleich ist ziemlich weit hergeholt. Wo Rockstars ebenso umstrittenes wie erfolgreiches Epos mit schneller Action und unnötiger Gewalt auftrumpft, ist Steambot Chronicles entspannt, romantisch und einfach nur nett zum Spieler. Gemein ist den beiden Spielen eigentlich nur das Gefühl eines grossen Spielplatzes, auf dem man sich nach Herzenslust austoben kann.

Wie kann ein Videospiel nett sein? Nun, Bumpy Trot vermeidet einfach alles, was den Spieler irgendwie nerven könnte. Das meiste von dem, was man so tun kann, ist optional. Wer also keine Lust hat, stundenlang im Steinbruch zu stehen und Fossilien zu suchen, der lässt es eben bleiben. Gleiches gilt für die Trotmobile Arena (Trotmobiles sind übrigens die “Steambots” des Spiels, eine Art dampfbetriebener Oldtimer auf Beinen); bis auf einen obligaten Kampf muss man dort keine Minute länger als nötig verbringen, obwohl es vier verschiedene Ligen in mehreren Städten und ein jährliches Turnier der Meister gibt. Für Freunde des gepflegten Roboter-Verprügelns ist also ebenso gesorgt wie für überzeugte Pazifisten. Dankenswerterweise nimmt das Spiel auch bei den meisten storyrelevanten Pflichtkämpfen darauf Rücksicht. Es ist egal ob man gewinnt oder verliert, solange man damit leben kann, von jedem und seinem Hund daran erinnert zu werden. Einmal habe ich es sogar mit der unrühmlichen Schlagzeile “Utter UTC failure solves railway tunnel mystery” auf die Titelseite der spieleigenen Zeitung geschafft. War aber kein Problem, ich habe mich vom Verlag einfach als Reporter einstellen lassen und für schmeichelhaftere Meldungen gesorgt.

btharmonica.JPGEin weiterer wichtiger Aspekt in Steambot Chronicles ist die Musik. So wichtig übrigens, dass Atlus den Vorbestellern der US-Version eine Mini-Mundharmonika mit Bumpy Trot und Irem-Logo hat zukommen lassen (siehe links). Schon recht früh im Spiel kriegt man nämlich das erste Instrument in die Hand gedrückt, eine Mundharmonika übrigens, und kann von da an jederzeit an fast allen Strassenecken Impromptu-Konzerte abhalten. Oder aber man rennt in die Kirche und orgelt auf einer der Orgeln rum. Man könnte sich ebenfalls in einer verruchten Kneipe ans Klavier setzen und in die Tasten hauen, aber da wurde ich immer vom Pool-Billard abgelenkt.

Ihr merkt schon, das Spiel steckt voller launiger Details. Dazu gehört auch die Idee mit den Spitznamen. Je nachdem was man so macht und wie man sich kleidet, wird man vom Rest der Welt mit verschiedenen Rufnamen bedacht. So war ich zum Beispiel die meiste Zeit als Snobbish Arachnid bekannt, weil ich den überwiegenden Teil des Spiels in einem weissen Pimp-Anzug mit meinem spinnenbeinigen Trotmobile durch die Gegend gereist bin. Wer hingegen häufig mit Baströckchen und Cowboystiefeln durch die Stadt rennt, braucht sich über den Spitznamen Exhibitionist CitySlicker nicht zu wundern. Angeblich sollen sich dadurch die Dialoge mit einigen NPCs verändern, aber das müsste ich mir beim zweiten Durchspielen erstmal genauer betrachten.

Apropos Dialoge; in einer für ein typischen japanisches Spiels geradezu revolutionären Weise hat man in Steambot Chronicles häufig ausgefeilte Dialogoptionen zur Auswahl. Obwohl die meisten nur zu überaus amüsanten Unterhaltungen führen, wirken sich einige tatsächlich aufs Spielgeschehen aus. Es geschehen noch Zeichen und Wunder.

Klingt alles total super, oder? Warum ist Steambot Chronicles also nicht Spiel des Jahres? Nun ja, wie ihr in den Reviews lesen könnt, leidet Bumpy Trot doch arg unter seiner mittelmässigen Präsentation. Gerade die Soundschnippsel auf Mega Drive Niveau nerven bei einem Spiel, dass so einen Fokus auf Musik hat, doch sehr. Wer ausserdem Spass an den Roboterschlachten hat, dürfte mit der Virtual On Steuerung ebenso zu kämpfen haben wie mit seinen Gegnern. Viel wichtiger aber ist, dass zum Jahresende sowohl Rogue Galaxy als auch Final Fantasy XII in den Staaten erscheinen, und da wird wohl kein noch so entspannendes und nicht-lineares Adventure gegen anstinken können. Ach ja, das Beste zum Schluss: unser aller Lieblings-Nischenpublisher 505 Game Street hat sich bereits die Rechte am Spiel gesichert und wird es im Herbst in Europa veröffentlichen.

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Sehr Loco und Roco!

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Entschuldigt bitte den grässlichen Titel, aber ich habe gerade zum dritten Mal die LocoRoco Demo gespielt und kriege nun die absolut schräge Musik nicht mehr aus dem Kopf. Um es kurz zu machen, das Spiel rockt. Es sieht gut aus, klingt gut, ist einfach zu bedienen und führt unweigerlich zu guter Laune. Worum geht es? Nun, man spielt einen Planeten und muss den namensgebenden gelben Blob zum Levelende lotsen. Dazu tiltet man die Spielwelt mit den Schultertasten nach links oder rechts und lässt ihn durch Drücken beider Tasten hüpfen. Ausserdem kann man den Grinseball auf Knopfdruck in mehrere kleinere Blobs aufteilen und wieder zusammenfügen. Das wär’s eigentlich.

Klingt unglaublich primitiv, und ist es auch in gewisser Weise. Mehr als durch die Gegend rollen, Monstern aufs Haupt hüpfen und Blumen für mehr kleine Blobs aufsammeln gibt es in der Demo eigentlich nicht zu tun. Wenn da nicht die Präsentation wäre. Die in Pastellfarben gehaltene Welt wimmelt nur so vor knuffigen Kreaturen, die allesamt zuckersüsse Geräusche von sich geben. Zudem singt der gelbe Lachsack die ganze Zeit über in einer Kauderwelsch-Sprache, was sehr zum psychodelischen Gesamteindruck des Spiels beiträgt. Und weil ich gerade feststelle, dass sich das Ganze nur furchtbar schwer beschreiben lässt, gibt es hier gleich mal ein Video und einen Testbericht von LocoRoco. So, jetzt muss ich erstmal die restlichen Muimuis finden.

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