Wie ich aufhörte SWTOR zu spielen und lernte ein Weichei zu sein

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Lieber sage ich es gleich zu Beginn: Star Wars: The Old Republic macht eine Menge Spaß. Mir jedenfalls machte es eine Menge Spaß; die ersten 20 Level könnten vielleicht sogar an den ersten 20 Levels von Age of Conan vorbeiziehen und die Goldmedaille in der bestimmt bald olympischen Disziplin „Schönster Einstieg in ein MMO, der sich nicht wie ein MMO anfühlt“ erringen. Ich wollte das Spiel nicht mögen, aber plötzlich hatte mein Schmuggler mein Herz gewonnen – in Rekordzeit.

Ich glaube, das geschah ungefähr in dem Moment als er seinen ersten wirklich beeindruckenden Spezialangriff in Form eines verdammt gemeinen Trittes in die Kronjuwelen eines kleiderschrankigen Fieslings ausübte. Ich wusste, das mit uns beiden – das könnte funktionieren.

Wenn man im Dialog immer wieder die besten Oneliner abfeuert, lenkt das ganz gut vom eigentlichen Gameplay ab. Das ist auch bitter notwendig, denn man bekommt nach kurzer Zeit den Eindruck, dass BioWare alle Erfahrungen der letzten Jahre schlicht verpennt hat. SWTOR spielt sich wie World of Warcraft: Gut balanciert, ordentlicher “Flow” – aber eben so wie WoW auf dem Stand von 2005. SWTOR ist ziemlich gut, solange es einen erfolgreich davon ablenkt, dass man eigentlich ein in jeder Hinsicht verdammt altbackendes MMO ohne irgend eine frische Idee spielt.

Man will wissen, wie es weitergeht. Rausfinden, was die eigenen Begleiter so für Geschichten haben. Die eigene Story zuende bringen und sich endlich an diesem Mistkerl rächen, der… nun, ich will nicht vorgreifen.

Sogar in Gruppenmissionen hat man es geschafft, diese klassisch-guten BioWare Dialoge funktionieren zu lassen – indem man die Mitspieler ziemlich erfolgreich dazu bringt, genauso so viel Handlungsfreiheit und Spontanität zu akzeptieren wie ein computergesteuerter NPC. Wären einige Mitspieler zwischenzeitlich durch Bots ersetzt worden – ich hätte es nicht bemerkt und mich lediglich gewundert, warum es so still im TeamsSpeak ist.

Nicht dass mich das gestört hätte.

Mein Schmuggler und ich, wir waren auf einer Mission. Wir waren Bros, Flügelmänner. Auch wenn er immer diese irgendwie liebenswerte Nervensäge war, irgendwie war das immer auf meiner Linie. Kein Wunder, ich drückte ja die Tasten. Verdammt, wir haben zusammen Frauen aufgerissen und Wookies gelaust. Auch wenn ich über diesen letzten Teil nicht so gern spreche.

Bis zu diesem sehr späten Abend, an dem ich etwas getrunken hatte – oder ich übermüdet war, ich trinke ja niemals Alkohol oder überhaupt irgendeine Flüssigkeit, liebe Kinder – und ich auf eine Taste drückte.

Die Taste war die mit der „2“ darauf. Sie leuchtete unheilvoll, aber das tun alle Tasten auf meiner G15.

Hey, er sollte nur eine kleine Spitzfindigkeit abfeuern. Genauso wie wir das immer gemacht haben. Da stand ja nicht wie üblich eine Warnung, dass mich diese Antwort in die Nähe der dunklen Seite der Macht bringen würde. Wir waren in Sicherheit.

Klick. Und dann… hatten wir auf einmal ein Beziehungsproblem. Was der Mann da von sich gegeben hat, das hatte rein gar nichts mit unserer Absprache zu tun. Der kleine Kapitalist hat sich zu einem großen Arschloch entwickelt und diese irgendwie heiße Begleiterin schaute mich schockiert an – dabei dachte ich doch, dass ihr beim Gedanken an Credits ein klein wenig heiß würde. Nein, sie wirkte eher eisig. Plötzlich war alles anders. Der Typ sagte Sachen, die so nicht abgesprochen waren.

Unerklärlicherweise empfand ich das in meinem nicht ganz zurechnungsfähigen Zustand als Verrat und loggte mich entrüstet aus. Ich mochte ihn irgendwie nicht mehr. Das kleine Arschloch. Ich ging Panzer abschießen und dann… schlafen und irgendwann übermüdet arbeiten.

Ich dachte in den nächsten Tagen manchmal an den Schmuggler und wie er mich hintergangen hatte. Vielleicht würden wir ja einfach später weitermachen und an unserer Beziehung arbeiten. Er war ja in Wirklichkeit gar nicht soooo cool wie er immer getan hatte!

Eine gute Story und gutes Character Building funktioniert nur so lange wie man das Gefühl hat, die Kontrolle zu haben und die Figur das tut, was man ihr aufgetragen hat. Je detailierter dieser Punkt ausgearbeitet ist und die emotionale Bindung wirklich gut funktioniert, desto schneller ist man auch aus der Geschichte „raus“, wenn sich eine Figur – insbesondere eben die eigene Figur – ohne guten Grund gegen ihre bisher eingeführte Persönlichkeit handelt. Ein kleiner Fehler in der Storyline und in den Dialogoptionen und… es ist passiert. In diesem Fall hat das Spiel ein Problem – die Illusion, die Entwicklung des Charakters selbst zu bestimmen ist dahin. Klar: In einem Singleplayer-BioWare Spiel hätten wir einfach ein Savegame geladen, seien wir doch mal ehrlich. Aber in einem MMO? Pustekuchen.

Dennoch, ich wollte immer mal wieder wieder weiterspielen… vielleicht einen neuen Charakter beginnen. Dann war der Moment vorbei und ich habe es doch nicht getan. SWTOR ist ohne seine Story einfach auch nur ein MMO von der Sorte, die ich in meinem Leben zuviel gespielt habe- nur eben noch eine Spur langweiliger. Außerdem war mein Herz gebrochen und… ach, es tut zu weh darüber zu schreiben. Ich hatte leider zuviel Zeit, nicht mehr an die Geschichte zu denken und mir das Gameplay genauer anzuschauen.

Einen Monat später habe ich dann den Account gekündigt.

Nicht so schlimm.

SWTOR hatte eh keine nennenswerten Saurier.

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Funcom und die Hölle der Lokalisierung

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Ich lasse mich ja eigentlich gern zu Betatests einladen, besonders gern sogar zu irgendwie ganz interessanten MMO mit frischen Ideen wie Funcoms The Secret World. Es hat viel mit Horror zu tun. Horror in unserer modernen Welt; Grauen das uns unvorbereitet schnappt und nicht mehr loslässt. Ich hatte allerdings nicht erwartet, dass namenloser Schrecken mich bereits beim Öffnen einer Email packen könnte.
Gut gemacht, Funcom: Ihr habt mich ordentlich eingeschüchtert – aber vielleicht werde ich mich trotzdem zähneklappernd einzuloggen. Aber nur dann, wenn ihr mir glaubwürdig versichern könnt, dass das Spiel selbst nicht in diesem Stil übersetzt wird. Das wäre doch etwas zu hart für mich.

5 Kommentare Autor: Denis
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Äh….3?

Es ist E3! Zeit für neue Konsolen! Neue Spiele! Neue Ideen! Dinosaurier! Außer es ist gleichzeitig das Jahr 2012, dann gibt es nichts davon. Trotzdem folgen in zufälliger Reihenfolge ein paar Gedanken zu den paar Brosamen die uns die Spielebranche gestern vor die Füße geworfen hat.

Watch Dogs ist mit Abstand der interessanteste Titel den es zu sehen gab. Klar, gegen Ende des Trailers degeniert das ganze dann doch wieder in eine Schießerei mit Cover-Mechanik, aber das Spiel ist wenigstens konzeptionell ambitioniert. In der Hinsicht wirkt es auch mich fast wie ein Nachfolger zum ersten Assassin’s Creed. Außerdem hat es erstklassigen Regen.  Regen ist immer gut.

Apropos Regen, Beyond hat mich auf den ersten Blick nicht vom Hocker gehauen. Immerhin hat der Trailer die Frage geklärt warum das Mädchen aus The Last of Us ein neues Design bekommen hat und jetzt nicht mehr aussieht wie Ellen Page. Sony hat nämlich die echte Ellen Page angeheuert um in Beyond die Hauptrolle zu spielen. Da wäre es wohl etwas peinlich gewesen, wenn die gemerkt hätte dass sie ohne gefragt zu werden auch noch in einem anderen Spiel des gleichen Verlegers aufgetaucht wäre. Ansonsten sieht der Trailer jetzt nicht schlecht aus, zeigt aber noch keinerlei Spielmechanik und bietet auch auf den ersten Blick keine so spannende Geschichte. Ich bleibe mal vorsichtig optimistisch. Vorsichtig.

Wo wir gerade von The Last of Us gesprochen haben: das ist eins von diversen Spielen dieses Jahr die  eigentlich interessant sein könnten, sich aber durch ein ungebührliches Maß an Gewalt  auszeichnen. Muss hier wirklich jeder Schädel mit sattem Knackgeräusch und Blutfontäne eingeschlagen werden? Immerhin zeigt sich das Mädchen das mal aussah wie Ellen Page davon nicht vollständig unbeeindruckt. Möglicherweise ist es im Kontext der Geschichte weniger plakativ-krass wie im Trailer?

Zum Thema krass: Tomb Raider. Oh Gott, nein Danke. Selten habe ich bei einem Trailer eine so starke und sofortige Abneigung gegen ein Spiel entwickelt. Für Fans der Saw-Filme mag es ja eine gewissen Anziehungskraft haben Lara dabei zuzuschauen wie sie gequält wird, aber ich brauche das nicht. Allein die Soundkulisse aus permanentem Schreien und Stönen war ziemlich abstoßend. Was das mit Tomb Raider zu tun haben soll, ist mir sowieso nicht klar. Kein Interesse.

Eine ähnliche Reaktion habe ich auch auf Far Cry 3. Wenn man großmütig sein will, kann man den Entwicklern unterstellen dass FC3 eine Homage an Conrads Heart of Darkness wird, eine düstere Reise in die Untiefen der menschlichen Seele, welche es dem Spieler erlaubt die Dualität seiner eigenen Natur zu erforschen. Entweder das oder sie haben einfach nur jede Menge Titten, Drogen und Gewalt in einen First Person Shooter gepackt. Nennt mich zynisch, aber ich tippe auf letzteres.

Dagegen ist ist der Hitman: Absolution Trailer in dem der Hitman eine Kompanie leicht bekleideter Kampfnonnen ermordet, geradezu harmlos-amüsant. Nicht dass er dafür sorgt, dass ich das Spiel haben will, aber warum gerade der Trailer die Gemüter erhitzt hat, kann ich mir jetzt nicht wirklich erklären.

Der Pitch von Star Wars 1313 dürfte recht kurz gewesen sein: “Lasst uns eine exakte Kopie von Uncharted machen. Aber mit Star Wars Lizenz!” So sieht das Ergebnis dann auch aus. Wie Uncharted, nur in ödem Grau. Oder wie ein PR-Mensch es nennen würde: “mature and gritty”. Sieht nicht unbedingt schlecht aus, aber zu Uncharted gehört mehr als gut inszenierte Cliffhanger und eine gesunde Dosis Cover-Shooting. Zum Beispiel Farben und interessante Charaktere. Trotzdem, “Uncharted: Star Wars” ist jetzt nicht das schlechteste Konzept der Welt und die Grafik ist schon gut, trotz Graufilter. Schaunmermal.

Wo wir gerade von überstrapazierten Franchises reden: es gibt ein neues Halo! Und das sieht genau so aus wie…die alten Halos! Da mich Halo nie sonderlich gefesselt hat, ist das eigentlich die einzige Info die ich brauche um es zu ignorieren.

Ignorieren werden werde ich wohl auch das neue Splinter Cell. Das einzig neue Idee die sie hier hatten war es wohl Michael Ironside zu feuern und Sam jetzt durch einen langweiligen Nobody spielen zu lassen. Obwohl “feuern” vielleicht nicht ganz der richtige Ausdruck ist, denn sie haben Michael Ironside explizit angeheuert um ihn in einem Video davon erzählen zu lassen, dass er gefeuert ist und Sam jetzt durch einen langweiligen Nobody gesprochen wird. Hä?? Die Begründung für den Schauspielerwechsel ist dann in etwa so: sie machen jetzt Motion Capture und Michael Ironside hat nicht den gleichen Körperbau wie Sam Fisher. Genau deswegen hat ja schon Avatar nicht funktioniert. Sam Worthington hat einfach nicht den gleichen Körperbau wie ein 3 Meter großer Na’vi. Hätte sich James Cameron auch denken können, der Anfänger!

Ganz nebenbei hat Ubisoft auch noch ein neues Assassin’s Creed für die Vita angekündigt: Assassin’s Creed III: Liberation. Na gut, ich habe keine Vita, und da ich all die müdenPlaystation-Franchise-Abkömmlinge für die PSP ignoriert habe, werde ich das auch für die Vita schaffen. Aber es spielt in New Orleans, was fast schon ein interessanter Ort ist. Und es spielt im Jahre 1768, was fast schon ein spannender Zeitpunkt für New Orleans ist, da der Ort in diesem  Jahr von französischer in spanische Hand wechselte. Was wiederum zu einer (erfolglosen) Revolte führte, in der unter anderem deutsche Siedler eine wichtige Rolle gespielt haben. Man darf sich auf viele schlechte Akzente bei den Sprechern gefasst machen.

Apropos müde Franchise-Abkömmlinge. es gibt ein neues Gears of War Prequel-Dings! Ich muss gestehen, das interessiert mich nicht die Bohne. Obwohl, ich muss ja gestehen, Bulletstorm war super. Und das neue Gears of War ist von People Can Fly. Und die haben Bulletstorm gemacht. Vielleicht sieht es wie Bulletstorm nur doof aus und ist heimlich super? Vielleicht, aber ich bezweifle dass ich 60€ ausgeben werde um das zu testen. Nicht mal für euch. Außer ihr sagt ganz lieb bitte. Mal schauen.

Ich habe übrigens nicht die geringste Ahnung was dieses Wonderbook Ding von Sony ist. Hat das was mit Harry Potter zu tun? Das Trailer impliziert das ganz stark, sagt es aber nicht explizit. Normalerweise bedeutet: nein, hat es nicht, sie möchten nur dass wir es denken. Außerdem taucht mitten im Trailer eine scheinbar von der Rechtsabteilung angeforderte Stimme auf, die einem sorgfältig erklärt, dass dieser Trailer nichts mit dem eigentlichen Spiel(?) zu tun hat. Äh, was?

Wenn ich da so über diese Liste und dann in mich gehe, freut sich wohl primär meine Playstation auf die Zukunft. Zumindest wenn man bei einer so mageren Ausbeute überhaupt von Freude reden kann. Microsoft hat eigentlich gar nichts angekündigt, oder? Machen die keine Spiele mehr? Also außer Halo? Ich habe gehört die Xbox kann jetzt Musik spielen? Auf schlauen Gläsern? Weckt mich wenn es Spiele gibt.

Ubisofts hat zwar ein ganz ordentliches Programm an Spielen vorgestellt (unter anderem mehr Rayman: Origins!) aber den Peniswitz-besessenen Diddlididi-Mann vom letzten Jahr durch zwei Leute zu ersetzen die offensichtlich lieber drei Jahre in einem kongolesischen Gefängnis verbracht hätten als noch einen weiteren total spotanen Witz vom Teleprompter abzulesen, hat nicht wirklich funktioniert. Die arme Frau wurde nach jeder Videoeinspielung gezwungen pseudo-enthusiastisch “Awesome!” zu rufen, und man konnte ihr deutlich ansehen wie sie dabei im Laufe der Veranstaltung immer größere Stücke ihrer Seele aushauchen musste.

Leute, lasst die zugeblingten Rapper und die peinlichen Tanznummern und die B-Level Sportstars die ihr Taschengeld aufbessern müssen. Ihr wirkt nur verzweifelt. Es funktioniert nicht. Was übrigens auch nicht funktioniert ist, während der E3 alle Leute zu feuern in der Hoffnung dass alle zu begeistert von Playstation All-Smash Battle  Brothers sind, um es zu merken. You stay classy, THQ!

Zum Abschluss kommen wir mal zum wichtigsten Thema: Dinosaurier. Ich habe noch keine gesehen? Das alleine macht diese E3 zu einem massiven Flop. Aber wer weiß, noch ist die Messe ja nicht vorbei. Wer Dinosaurier sieht, sagt bitte sofort Bescheid!

16 Kommentare Autor: Richard
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Wat?!

Seit wir hier nichts mehr schreiben, steigen unsere Feed-Abonnenten-Zahlen stetig. Ich prangere das an. Mal ehrlich, wer seid ihr denn alle? Wieso kann antigames.de nicht in Frieden ruhen? Als ob ihr hoffen würdet, dass wir hier noch etwas schreiben. Am Ende auch noch über Spiele. Soweit kommt’s noch. Also wirklich.

12 Kommentare Autor: Hendrik
Raider heißt jetzt Twix

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Neulich wies man mich darauf hin, dass ich schon wieder beinahe ein Jahr nichts mehr auf antigames geschrieben habe. Na gut. Schreibe ich halt. Und zwar über Dungeon Raid, mein aktuelles Lieblingsspiel auf dem iPhone.

Dungeon Raid sieht erst einmal aus wie Puzzle Quest: Steinchen, die man wegdrücken muss; Rollenspielelemente… okay. Aber es ist anders. Reduzierter. Schneller. Es verzichtet, von einer zufällig ausgewählten (und in den meisten Fällen ziemlich schrägen) Origin-Story zu deinem Charakter, komplett auf Story. Steinchen wegdrücken, Monster killen, hochleveln. Das war’s. Und es ist super.

Jeden Zug entscheidet man sich, ob man Monster angreift, seine Rüstung verbessert, Goldstücke für neue Items aufsammelt oder Heiltränke zu sich nimmt. Besonders lange Ketten geben Boni, taktisches Vorgehen lohnt sich also. Erreicht man einen neuen Level, kann man bis zu vier Spezialfähigkeiten erlernen.

Ab und zu tauchen spezielle Bossmonster auf, die nur mit Tricks (oder Geduld) zu besiegen sind. Hat man ordentlich Glück, lassen sie nach erfolgreicher Beseitigung eine Trophäe fallen, die eine neue Charakterklasse freischaltet oder die gerade gespielte hochlevelt.

Und irgendwann sind die Monster stärker. Man stirbt, das Spiel ist vorbei, die eigene Performance wird ausge- und bewertet. Ein Spiel dauert selten länger als eine halbe Stunde. Neben dem Knacken von Highscores verliert man sich irgendwann im tollen Metagame, wo höhere Charakterklassen-Levels verschiedene Anpassungsmöglichkeiten wie Perks und neue Rassen freischalten. Dungeon Raid bietet für ein so harmlos aussehendes Puzzlespiel eine erstaunliche Spieltiefe und nimmt das Sujet Rollenspiel sehr viel ernster, als man zuerst denken mag.

Find’ ich gut. So gut, dass ich darüber schreibe! Das habt ihr jetzt davon.

19 Kommentare Autor: Hendrik
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… aber bitte nicht nachmachen!


Ok, dieser Trailer zu Metal Gear Solid Rising deckt die ganze Bandbreite zwischen “fruchtig” und “durchaus ein klein wenig blutig” und “igitt!” ab. Ich denke, darauf kann man sich einigen.

Das neue Metal Gear Solid ist sicher nichts für Kinder. Das ist die andere Sache, die einigermaßen klar vermittelt wird. Darüber hinaus bringt mich so einiges ins Grübeln.

Wirklich putzig und ein ganz klein wenig verwirrend, dass Entwickler Shigenobu Matsuyama von Kojima Productions Monate nach jenem E3 Trailer scheinbar kalte Füße bekommt und einen Skandal à la GTA befürchtet. Man wolle die Spieler keineswegs zu solcherlei fröhlichen Schnetzelorgien ermutigen, heißt es da und “der Trailer ist fast schon übertrieben”. Da wäre ich ja nie drauf gekommen – der Trailer, am Ende ist der leicht überzogen? Keine Chance.

Komischerweise steht da drin dick und weiß “Cut.” und “Cut what you will.” und enthält über seine 2:32 Minuten Laufzeit vielleicht 20 Sekunden ohne Schnipselei. Dieser Trailer ist voller cut.

We do not recommend you play like the trailer.

Entweder ist das geschickte PR, um den Trailer vom April vor dem Release noch mal so richtig ins Gespräch zu bringen oder eine der dämlichsten Entwickleräußerungen einer an dämlichen Äußerungen nicht gerade armen Branche. Oder beides gleichzeitig.

Ein anderes Highlight im Eurogamer Interview: Matsuyama beschreibt wie das Schleich-Element im Spiel “Action-Stealth” und nicht “Wait-Stealth” ist – denn: ”

You will hide because you don’t want to be spotted by the enemy.

Also ganz anders und neu als in anderen Versteckspielen: Man will nicht vom Feind gesehen werden. Hm, irgendwie will mir der innovative Aspekt nicht recht klar werden. Das hier muss erstmalig in der Geschichte der Spieleszene sein: Der Hersteller macht mit einem bewusst reißerischen Trailer Werbung – das darin gezeigte Gameplay sollte der Kunde aber noch lieber nicht wirklich ausprobieren. Warum? – Das wäre …ein Fehler, heißt es nebulös.

Whoa. I’m learning my English now.

Glaub’ ich sofort, Matsuyama-san.

18 Kommentare Autor: Denis
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Conan! Was ist gut im Leben?

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Ich habe Age of Conan nie gehasst. Eigentlich habe ich es sogar ziemlich gern gespielt, obwohl ich damals beim Launch dabei war: Ich hatte sogar die Collector‘s Edition gekauft – inklusive einer komplett unleserlichen Kunstlederkarte von Hyborea, Home of Conan.
Beinahe jeder andere Vorbesteller hat das Spiel gehasst, wie es aussah – nach zwei Wochen war meine Freundesliste so leer wie der Kopf eines durchschnittlichen Regierungssprechers.

Dann hörte ich natürlich auch auf: Ich war ganz allein und so ab dem 50. Level gab es eigentlich gar nichts mehr zu tun außer fortgesetztem Massenmord an Fauna und gelegentlich auch rebellischer Flora. So ganz ohne moralische Rechtfertigung – auch „Story“, „Sinn“ oder „Quests“ – konnte selbst ich nicht weitermachen, schon gar nicht allein – ach, das hatte ich schon gesagt.

Nun bin ich wieder zurück, passend zur Erweiterung und nach einigen Wochen munteren Spielens bin ich ins Grübeln gekommen.
Zuerst die Fakten:

  1. Das Spiel ist gut geworden, es gibt nun eher zu viele Quests und Sachen zu tun, alles bei gleichbleibend wundervoller Atmosphäre und einer Menge Blutwurst. Die Dinosaurier hingegen suche ich noch. Trotzdem: Es lohnt sich wirklich oft genug, zu älteren MMOs zurückzukehren die einen beim Launch noch das Herz gebrochen haben. Ja, so war das.
  2. Musik und Grafik sind nach wie vor toll, noch toller auf einem großen TV und beschallt von einer feinen 5:1 Anlage. Leider ist das Spiel so kaum zu genießen, weil die Bedienelemente einfach viel zu fummelig sind und vom Sofa nicht zu erkennen. Ein weiteres Argument für die Konsolengemeinde, übrigens: Ich persönlich fordere ein optionales/optimales Sofa-UI für alle Spiele die ich mag!
  3. Über das PvP-Gameplay senke ich lieber mal den Mantel des Schweigens, ebenso über die Gildenstädte, die immer genau gleich aussehen. Wenn man seiner Heimat wenigstens einen Namen geben könnte…ach, das war sicher viel zu kompliziert für Funcom. Dafür gibt es verschiedene Architekturstile.

Nun komme ich aber wie bereits erwähnt ins Grübeln. Die geschätzten anderen Leute leveln mir weg, weil ich manchmal lieber – man glaubt es kaum – aus dem Haus gehe. Sei es nur für ein Bier nebenan – solche kleinen Freuden machen es unmöglich, einen Raid mitzumachen.

Ich habe ja auch sowas wie soziale Kontakte und ja, ich habe regelmäßig mit einer – ich wage es kaum zu sagen – Frau zu tun. Die meldet sich ja auch schonmal und ist leider (?) nicht in meiner Gilde. Ich bin also nicht jeden Abend ingame und das sorgt dafür, das ich deutlich weniger Spass im Spiel habe. Viele der Sachen, die ein MMO so spaßig machen – die fallen einfach aus.

Vielleicht bin ich zu alt für MMO, das glaub ich aber nicht, auf keinen Fall, niemals! Ich bin aber auch kein Casual-Spieler – ich will das Beste auf dem Markt und ich will Raids und Instanzen und all den Jazz. Was ich nicht brauche, ist Leistungsdruck. Ich habe ja schon einen Job, das reicht – außerdem will ich durchaus etwas erreichen im Spiel, nur eben nicht an vier komplett verspielten Abenden in der Woche. Ich habe keine Lust mehr darauf, dass ein Onlinespiel mir die Woche durchstrukturiert. Das finde ich unverschämt von dem.

Manchmal habe ich das Gefühl, die einzigen funktionierenden Gilden setzen sich aus Schülern und Arbeitslosen zusammen. Ich kann doch nicht der Einzige sein, der sowas wie ein Leben hat. Hat die Industrie da überhaupt etwas für mich… ich meine natürlich uns… auf Lager?

21 Kommentare Autor: Denis
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Ziemlich heiß und ziemlich faul.

Supernova

Vielleicht habt ihr es noch gar nicht bemerkt, aber hier in der dezentralen Antizentrale haben wir gerade Supernova – es ist also ein klein wenig wärmer als normal und ich kann euch versichern: Da läuft so ein Computer gerade mal ganz vorsichtig an und schafft es eine alleinstehende Webseite anzuzeigen, aber sobald man etwas unglaublich Unsägliches tut – wie zum Beispiel ein Spiel mit echter Grafik anwerfen – dann schmelzen uns die Kisten einfach weg und versickern unter Zurücklassung stinkender Schlacke in den Ritzen des antiken sowie feuerfesten Fußbodens.

Das wäre schlecht.

Ähnlich verhält es sich mit Antigehirnen. Wenn ich nicht gut aufpasse, sickert mir meines aus der Nase, wenn ich nur weise nicke – vorsichtshalber schreibe ich einhändig und halte mit der anderen die Nase zu, um auch morgen noch kraftvoll nachdenken zu können. Es wäre sehr gefährlich, einen Antibeitrag zu tippen. Wir machen also aus Sicherheitsgründen etwas Hitzefrei. Das ist auch in eurem berechtigten Interesse – wir sind schließlich voller Liebe.

(Natürlich nicht wegen Fussball. Wo denkt ihr hin?)

Auf einer tiefgekühlten Pfanne tief in den Antigewölben köcheln bahnbrechende Artikel… sie warten. Sie warten… auf den richtigen Moment um sich zu erheben und in die Welt der Lebenden einzufallen.

Genau wie die Dinosaurier übrigens.

22 Kommentare Autor: Denis
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Retro-spektive

uridium


Ich habe ein Problem mit Retrogaming.

“Wie kommt das denn?” und “Brauchst du einen guten Therapeuten?”, werden sicher einige der ersten Reaktionen sein, schließlich habe nicht ich – ein älterer Herr in der unbeliebteren Hälfte der 30s – selbst Jahre und Monate vor dem ollen Atari und dem knuffigen 64er verbracht und habe ich nicht auch tausend Tode gestorben, ohne je über das dritte Level von Ghosts ‘n Goblins hinauszukommen?

Stimmt alles.

Mein Problem liegt darin, dass öfters behauptet wird, dass die damaligen Spiele besser waren. Das man damals weniger Wert auf Technik und Blendkram wie bombastische Grafik und symphonischen Sound legte, sondern auf das ausgefeilte Gameplay und lange Spielzeiten.

Damals war die Technik absolut genauso wie heute ein echtes Verkaufsargument – und Schulhoflegenden wie das nicht ganz leichte Uridium waren sogar eher für ihre saubere Technik als für ihr ausgefeiltes Gameplay bekannt. Damals jedenfalls. Auch Klassiker Elite war zuerst als eines der ersten Vektorgrafikspiele und für die fast vollständige Handlungsfreiheit bekannt und deutlich weniger für die gute Spielbarkeit. Das Teil wurde nach einer Weile reichlich dröge.

Apropos nicht ganz leicht: Viele “Retro-Games” sind sauschwer. Kaum jemand hat damals regelmäßig Spiele durchgespielt – gerade Actionspiele haben sich an Arcadeautomaten orientiert, die am liebsten das gesamte Kleingeld aller anwesenden Kids haben wollten, im Idealfall ohne jemals durchgezockt zu werden. Folgerichtig war das Gameplay der höheren Levels selten anders als zu Beginn – kaum jemand würde so weit kommen, dafür machte man es richtig schwer, oft grenzwertig zu “unspielbar”. Besser gesagt: Sowas wie richtig ausgefeiltes Gameplay von Anfang bis Ende gab es selten, damals wurden Games in erster Linie über die Screenshots auf der Packung und in Spielzeitschriften verkauft. Genau so spielen sich dann auch viele Sachen aus der 8bit/16bit Ära.

Grafikpomp sorgt heute natürlich immer noch für Aufsehen, aber Neuigkeiten verbreiten sich viel schneller. Es gab keine spielbaren Demos. Es gab keine Onlinecommunity, über die sich die Szene gegenseitig vor Gurken warnte. Das ist heute alles besser.

Es gab auch damals einen Technikwettlauf – auch wenn die sich langsam entwickelnde Hardware besser ausgenutzt werden musste und nicht alle zwei Jahre ein neuer Computer ins Haus kam: Geblendet wurde auch damals und dabei wurde eben jedes irgend mögliche Fitzelchen Bling aus der Hardware gekitzelt. Das war beeindruckend, machte die Spiele aber nicht automatisch besser. Nur wenige waren so originell wie etwa Paradroid. Originell hat sich auch nur selten gut verkauft.

Die ganze Retrosache klingt für mich wie die wehmütigen Sprüche der Leute, die von der jeweils ach so tollen Musik aus ihrer Jugend schwärmen – es gibt ja schließlich heute gar keine richtige Musik mehr, oder? Nichts… handgemachtes mehr, richtig?

Ne, finde ich nicht. Ganz und gar nicht.

Darum können mich auch Remakes alte Spiele nur selten begeistern, egal wie nah sie dem Original auch kommen mögen. Die sind nicht selten mit viel, viel Liebe gemacht und oft sogar kostenlos. Aber ich bin eben nicht mehr der unglaublich frustresistente 11jährige Junge, der nächtelang vor Ultima V saß und versuchte, irgendwie sowohl dem elizabethanischen Englisch als auch den schier unfassbaren Ladezeiten der acht (!) Diskettenseiten gerecht zu werden, die während des Spiels gewechselt werden wollten. Niemals würde ich das noch mal auf mich nehmen. Es war eine der großartigsten Erinnerungen, die ich an ein Spiel hatte und all das gehörte untrennbar zusammen.

Aber es ist auch für immer vorbei.

Bild von Hecklerspray

35 Kommentare Autor: Denis
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Fight the Pollen!

pollen

Manchmal teilen wir nicht nur unsere endliche Weisheit mit den Antilesern, nein – manchmal brauchen wir auch euren geschätzten Rat. Heute ist so ein Tag. Du wirst gebraucht! So etwas gibt es eben nur bei Antigames: Wir sind so wertschätzend!

Aber ich will kurz erklären, worum es geht: Wie euch unschwer bei den notwendigen 20 täglichen Besuchen aufgefallen sein muss, ist in den letzten Tagen kein neuer Antibeitrag erschienen, was natürlich ein unhaltbarer Zustand ist. Woran liegt das? Unwichtig. Wir versuchen ja schon, unsere Truppenstärke aufzustocken oder – was mir persönlich besser gefällt – den altgedienten Antischreibern neue Superkräfte oder wenigstens neue hautenge Kostüme zu verliehen. Ich jedenfalls habe eine tropfende Nase, ich niese und leide schrecklich – das muss wohl Heuschnupfen sein.

Dagegen muss etwas getan werden. Ich kann mir nicht selbst helfen und daher brauche ich wie gesagt eure gesammelte Power und ganz viel Mitleid. Denis helfen bedeutet Antigames helfen. Hier ist eure Mission:

Welche Spiele oder welche gamer-tauglichen Tätigkeiten helfen gegen Heu – oder Langweilerschnupfen und warum?

24 Kommentare Autor: Denis
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