Bleibt alles anders

Wie ihr vielleicht wisst, bin ich vor ein paar Monaten nach England gezogen. Ich hatte nicht damit gerechnet, wie sich mein Leben auf einmal verändern würde; auf einmal vermisste ich “typisch deutsche” Dinge, denen ich in meiner Heimat kaum Beachtung geschenkt hatte, regte mich furchtbar über englische Angewohnheiten auf, die ich vorher so nicht kannte, und war generell ziemlich verzweifelt. Was sollte das alles? Und wo würde es mit mir hin gehen?

Das ist ein wenig so wie in Burnout Paradise. Man kennt das, was man da spielt, aber irgendwie ist es doch neu. und anders. Und irgendwie komisch. Auf einige liebgewonnene Dinge muss man komplett verzichten, dafür gibt es hier und da Neues, das es wieder rettet.

Da wäre zum Beispiel der lokale Multiplayer-Modus, der für diesen neusten Teil der Serie komplett rausrationalisiert wurde. Meiner Freundin wird das nicht gefallen, war Burnout doch immer eines der wenigen Spiele, die ihr nicht nur Spaß gemacht haben, sondern in denen sie eine reelle Chance hatte, mir eins auszuwischen.

Auf die Crash-Events der Vorgänger hingegen kann ich gerne verzichten. Ich fand die nie besonders unterhaltsam — den doofen Party-Modus haben wir nie auch nur ausprobiert. Ersetzt wurde dieser leider mit dem noch viel schlimmeren Showtime-Modus, der so dermaßen doof ist, dass man ihn nur als Last-Minute-Entwicklung, Marke “hilfe! Wir brauchen noch was mit ordentlich Kawumms! Du da, programmier mal was!” zu werten ist. Wer die durch den Spieler ausgelösten Explosionen der Vorgänger schon albern fand, wird sich bei Showtime nur noch verwirrt am Kopf kratzen. Das ist weder unterhaltsam, noch lustig, noch spannend, noch irgendwie herausfordernd. Liebes EA! Weg mit der Scheiße! Danke!

Das Wenige an Struktur, das die Vorgängertitel boten, ist in Paradise der offenen Welt zum Opfer gefallen. Statt einer vorgegebenen Liste auswählbarer Rennen und Events kann der Spieler nun an jeder Kreuzung (es gibt 120) ein Event starten, von denen sich viele nur in Details (wie z.B. der Startposition eines Rennens) unterscheiden. Finde ich aber nicht so wild, da die Event-Auswahl bei den Vorgängern auch nur eine Entschuldigung dafür war, den Spieler ein paar Mal hintereinander den A-Button drücken zu lassen.

Jetzt sagt ihr sicher: der Hendrik, der schimpft ja nur! Ist Burnout Paradise totaler Dreck, oder Hendrik lediglich besoffen?

Keine Sorge! Es gibt auch Positives zu berichten. Und zwar besagte offene Spielwelt. Ja, die rockt. Sie ist zufriedenstellend groß, bietet eine schöne Zahl an unterschiedlichen Lokalitäten (alle typischen Rennspiel-Szenarien scheinen vertreten zu sein), und ist voller großartiger Spielereien, die es zu entdecken gilt — von Sprungrampen bis hin zu kompletten versteckten Renntracks, die nicht auf der Karte verzeichnet sind. Nur Kühe habe ich keine gesehen. Schade.

Dass man nun auch “einfach mal so” ein wenig durch die Gegend rasen kann, ist ein riesiger Pluspunkt, denn mal ehrlich, es ist Burnout, und was will man in Burnout am liebsten tun? Richtig, automobilgestützte Schmerzen und Leid auf die Umgebung niederprasseln lassen. Dafür braucht man weder Crash-Events noch Rennen! Als Belohnung wartet Bling in Form von durchrasten Absperrungen und zerstörten Burnout-Postern. Keine Ahnung, ob es dafür am Ende eine echte Belohnung jenseits eines Achievements gibt, aber hey! Man darf Kram zerstören, das reicht mir.

Und am allerbesten rast es sich “einfach mal so” online mit den Freunden. Das ist überhaupt das Super-Feature von Burnout Paradise: nicht nur ist der Online-Modus hier so genial nahtlos in das Spiel integriert wie nie zuvor, nein, er macht auch noch irren Spaß! Ob die Spieler einfach nur wild in der Gegend herum fahren, sich Rennen liefern oder durch den Spiel-Leiter initiierte Challenges zu gewinnen versuchen, es gibt immer was zu tun, und es macht immer Spaß. Da vergibt man auch die völlig fehlgeleitete Takedown-Mugshot-Idee, die heute schon für Penisbilder missbraucht wird und daher sicherlich sehr schnell wieder aus dem Spiel herausgepatcht wird.

Es ist kein Paradies, dieses Paradise City, aber wenn man seinen Frieden mit dem Abhandensein gewisser Lieblingsmodi geschlossen und sich an den dauerquasselnden, superdupernervtötenden DJ Atomica gewöhnt hat, dann hat es einiges zu bieten, oh ja.

Genau wie England. (Und hier ist sogar das Bier scheiße.)

30 Kommentare Autor: Hendrik
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Notizen für 2008

Huch! 2007, ein wirklich spannendes Jahr für Leute, die gerne mal was spielen, ist auf einmal vorbei. Einfach so. Höchste Zeit, sich Gedanken über seine guten Vorsätze für 2008 zu machen! Keine Angst, ich werde euch nicht mit Krams wie “mal wieder 5 Kilo abnehmen”, “weniger gemein zur Freundin sein” und “öfters Mama anrufen” langweilen, sondern nur mit all den kleinen, schönen, Spiele-bezogenen Dingen!

Hendriks gute Spiele-Vorsätze für 2008:

» mehr von den gekauften Spielen auch wirklich ausgiebig spielen (bzw. durchspielen). Viele teuer eingekaufte Spiele landen nach wenigen Tagen, manchmal sogar schon wenigen Stunden im Regal und werden dort erst wieder in tausendundfünf Jahren von den außerirdischen Invasoren ausgegraben, die in den Ruinen der menschlichen Zivilisation nach Spuren unserer Unterhaltungsgewohnheiten suchen und sich über Sims 2 mit allen Addons (sogar das mit den Tierchen!) wundern.

» weniger Spiele kaufen, mehr Spiele ausleihen! Als frischer Brightonian werde ich mich bald bei lovefilm.com anmelden, wo man nicht nur Film-DVDs, sondern auch Videospiele ausleihen kann. Ideal für solche “meh, aber vielleicht macht’s ja doch Spaß”-Machwerke wie Sk8te oder die nächsten fünf Needs for Speeds. Falls doch eine Perle dabei sein sollte, kann ich sie immer noch kaufen. Dafür kostet mich der ganze Rest sehr viel weniger als bisher.

» die PS3 wirklich nur dann kaufen, wenn es ein echt wahnsinniges, exklusives Super-Spiel dafür gibt. Bei der PS2 war es damals für mich GTA3. Bei der PS3 sehe ich da aktuell nichts am Horizont, nicht mal Little Big Planet macht mich seit der GC-Enttäuschung noch groß an. Ich muss der Versuchung widerstehen, mir das doofe Teil einfach trotzdem zu kaufen. Gna!

» mehr World of Warcraft spielen. Nicht zu viel, immerhin habe ich ein echtes Leben, mit tollen Freunden, die mich ständig besuchen kommen, und einem Facebook-Foto, auf dem ich viel besser aussehe als in echt. Hmm; okay. Streicht das alles. Ich sollte World of Warcraft spielen, und zwar viel davon. Meine Gilde braucht mich.

» öfters mal Leute zum Spielen einladen! Spiele machen, wie so ziemlich jede andere Aktivität, in der Gruppe einfach mehr Spaß. Und wozu hab ich sonst Wii Sports und ein Wohnzimmer mit verhältnismäßig viel Platz? Auf Xbox Live von dummen Amerikanern als Nazi beschimpft zu werden ist doof. Hier machen das intelligente Engländer!

» mal wieder in die Spieleentwicklung reinschnuppern. XNA soll ja geile Scheiße sein und wär mir fast genug wert, um meinen armen Mac durch eine Bootcamp-Windows-Partition zu verschändeln. Die Tools gibt es inzwischen alle kostenlos — eigentlich gute Zeiten für Hobby-Entwickler. Viele werden sicherlich frustriert sein, dass nach ein paar durchhackten Nächten mit Chips und Cola kein Sims 2 mit allen Addons (sogar das mit den Tierchen!) entsteht, mit dem man die außerirdischen Invasoren beeindrucken kann, aber irgendwie müssen die Kids es ja lernen, und Platz für ein paar coole Indie-Casual-Titel gibt es immer. Oder Spiele im Web? Flash ist inzwischen eine ernstzunehmende Plattform für Spiele und Spielchen aller Art, und Microsofts Konkurrent Silverlight wird da auch noch ein Wörtchen mitreden wollen.

Wünsche euch allen auf diesem Weg ein gemütliches Weihnachtsfest und einen großartigen Rutsch ins neue Jahr. Ich freu mich drauf.

52 Kommentare Autor: Hendrik
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Rollensteinchenwegklickspiel

Ich bin schwach. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, mir nach meinem Umzug und dem erfolreichen Neu-Einrichten meiner Wohnung nicht sofort all die coolen Spiele zu kaufen, die in der Zwischenzeit erschienen sind. Aber jetzt stapeln sie sich doch neben meinem Fernseher: Halo 3, Mass Effect, Assassin’s Creed, Super Mario Galaxy, Orange Box, Call of Duty 4, Guitar Hero 3… seufz! Und das schlimmste daran ist: das beste Spiel, das ich seit meiner Rückkehr in die Welt der Videospiele gespielt habe, ist Bejeweled.

Natürlich nicht das normale Bejeweled, sondern Puzzle Quest. Das ist Bejeweled mit Rollenspielelementen. Nein, das stimmt nicht ganz; es ist ein Rollenspiel. Ein richtiges. Mit Quests, Charakterklassen, Levels, Skills und Spells, Gesundheit und Mana, ausbaubaren Städten, Mounts, …und wenn man kämpft, kämpft man per Bejeweled. Richtig: man rammt dem fiesen Zombiegegner keine Axt der Ewigen Verdammnis +2 in den Schädel, sondern lässt Reihen von 3 oder mehr gleichfarbigen Steinchen verschwinden. For great justice!

Im Gegensatz zum normalen Bejeweled haben die Farben der Steinchen in Puzzle Quest eine Bedeutung; mit blauen, roten, gelben und grünen Steinchen lädt man den Manavorrat für die entsprechende Zauberschule auf, für Goldsäcke gibt es, nunja, Gold, für lila Sternchen Erfahrungspunkte. Totenköpfe sind die wichtigsten, denn mit ihnen fügt man dem Gegner Schaden zu.

Klingt furchtbar albern. Ist aber genial — denn im Gegensatz zum anderen Genre-Fuck Puzzle Fighter, wo die Puzzlelei lediglich auf dem ungewöhnlichen Canvas eines Prügelspiels stattfindet, ändert der Rollenspielfaktor hier das gesamte Spiel. Auf einmal muss man genau aufpassen, welche Steinchenreihen man auflöst. Krallt man sich Mana, um einen besonders fiesen Zauberspruch zu casten? Oder die Totenköpfe, um dem Gegner Schaden zuzufügen?

Neue Spells bekommt man entweder automatisch durch das Erreichen neuer Levels, oder man lernt sie von besiegten Gegnern. Vor jedem Kampf stellt man sich ein Deck aus 6 Spells zusammen, die einem während des Kampfes zur Verfügung stehen. Kämpfe dauern übrigens in der Regel nie länger als ein paar Minuten — der “nur noch eine Runde!”-Faktor ist bei Puzzle Quest erschreckend hoch, wie ich neulich um 4 Uhr nachts feststellen musste.

Jetzt muss ich nur noch einen Weg finden, davon los zu kommen, um endlich die vielen anderen coolen Spiele spielen zu können.

31 Kommentare Autor: Hendrik
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In Deckung

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Es gibt einen Level in Call of Duty 4, der mich sehr an meinen Sommerurlaub erinnert. Man fährt mit dem Auto über einen Pass im Altai-Gebirge und wird ständig von nervigen Russen mit Kalaschnikows aufgehalten. Zugegeben, in Call of Duty 4 schießen die Russen mit den Kalaschnikows auf einen, während es die Jungs diesen Sommer bei Drohgebärden belassen haben. Außerdem kann ich mich spontan nicht an Raketen spuckende Hind-Hubschrauber erinnern.

Trotzdem, die Gegend haben sie bei Infinity Ward sehr authentisch nachgebildet.

Womit wir auch schon bei dem herausragenden Merkmal von Call of Duty 4 sind. Es zeichnet in nahezu jedem Level eine unglaublich dichte und intensive Atmosphäre. Von den Gassen einer fiktiven nahöstlichen Stadt, bis zu zentralrussischen Gebirgsdörfern fühlt sich das Spiel immer so an, als wäre man wirklich dort. Selbst wenn man wirklich schon mal dort war.

Überraschenderweise ist das Spiel damit umso besser, je weniger geschossen wird. Die SAS-Einsätze bei denen man sich im hohen Gras versteckt und an Gegnern vorbei schleicht, um dann mit dem Schalldämpfer gezielt das eine oder andere Ziel auszuschalten, sind wesentlich spannender und intensiver, als die Einsätze mit den Marines, bei denen sich zu jedem beliebigen Zeitpunkt eine grob geschätzte Summe von 500.000€ an 7,62mm Munition in der Luft befindet.

Highlight ist dabei eine Nachbildung der nuklearen Geisterstadt Prypiat, Heimat von Tschernobyl. Wer sich dabei geschickt anstellt, kommt in der ersten Hälfte der Mission vollständig ohne Feindkontakt aus, nur um dann auf einer verzweifelten Flucht durch verlassene Appartment-Gebäude einen verletzten Kollegen hinter sich herzuschleifen. Das Ganze gipfelt in einer verzweifelten Abwehrschlacht am berühmten Riesenrad der Stadt.

Großes Kino. Nur halt viel besser als Kino, weil es eben ein Videospiel ist.

Technisch weiß Call of Duty 4 dabei auch auf ganzer Linie zu überzeugen. Das Spiel läuft immer butterweich und ist sowohl völlig frei von den üblichen Texture-Pop-Problemen als auch vom übertriebenen Einsatz von Effekten wie HDR oder Normal Mapping.

Inhaltlich stellt sich das Spiel allerdings etwas fragwürdig auf. Da werden Leute im Schlaf erschossen sowie fröhlich gefoltert aggressiv verhört, nur um nach Ablauf ihres Nützlichkeitsdatums eine Kugel in den Kopf zu bekommen. Wenn das jetzt im Kontext einer düsteren Meditation über die Natur des modernen Krieges geschehen würde, wäre das durchaus in Ordnung, denn natürlich schießt ein Spezialkommando schlafenden Gegnern in den Kopf.

Leider ist Call of Duty 4 aber eher in einer Jerry Bruckheimer-Realität angesiedelt, in der männliche Männer und ihre besten Freunde höchstpersönlich nukleare Sprengköpfe zu Boden ringen, während sie mit dem linken großen Zeh 5000 kommunistisch-terroristische Soviet/Araber-Schergen („Yalla, yalla, Towarischtsch!“) umkegeln.

Klar, wer ein Call of Duty Spiel ernst nimmt, ist entweder Amerikaner oder hat es selbst entwickelt. Möglicherweise beides. Dennoch, ein leicht bitterer Beigeschmack bleibt hängen.

Was vielleicht am meisten erstaunt, ist der Mangel an spielerischem Fortschritt. Was Call of Duty 4 macht, das macht es richtig. Aber wer bitte designed im Jahre 2007 noch einen militärischen Shooter, bei dem man nicht richtig in Deckung gehen kann oder vernünftig um die Ecken schießen darf?

Trotzdem, das Spiel ist technisch einwandfrei, zum Teil überraschend atmosphärisch und häufig sogar verdammt spannend. Der finale Countdown ist bei mir zum Beispiel exakt drei Sekunden vor dem Weltuntergang stehen geblieben.

Ich gebe offen zu, ich habe meine Faust in Siegerpose geballt. Wie es ein richtig männlicher Mann halt macht, wenn er gerade die Welt vor dem Fox News Feindbild gerettet hat. Ist ja auch eine ordentliche Leistung.

Insbesondere wenn er zu blöd ist richtig in Deckung zu gehen.

54 Kommentare Autor: Richard
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Das große Achievement-Experiment

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Punktestand am Anfang: 8605
Finaler Punktestand: 8745

Ich habe ein Geständnis zu machen. Ich mag Achievements. Ja, ich weiß, sie sind ziemlich schwachsinnig, weil sie zumindest kumulativ so ziemlich gar nichts ausdrücken, außer vielleicht der Fähigkeit viel Geld für 360-Spiele auszugeben. Ein Gamerscore-Punkt ist im Endeffekt völlig nichtssagend. So manches 5-Punkte-Achievement muss man sich in wochenlanger harter Arbeit erkämpfen, während King Kong Punkte verteilt hat, als wären es Kamelle an Karneval.

Trotzdem, ich mag sie. Hin und wieder erwische ich mich sogar dabei, wie ich absichtlich etwas mache, um ein Achievement freizuschalten. Aber nur manchmal. Heute wird das anders. Heute mache ich ein Experiment.

Ich werde mich jetzt an meine 360 setzen und versuchen meinen Gamerscore nach oben zu treiben. Damit es ein vernünftiges Experiment ist, gibt es natürlich auch ein paar Regeln.

  • Ich darf nur Spiele aus dem Regal greifen, die ich schon durchgespielt habe. Spiele die ich noch nicht durch habe, dürften noch zu viele einfach zu erledigende Achievements haben und so die Ergebnisse des Experiments verfälschen. Dies schließt unter anderem Achievements aus, die man für das einfache Beenden eines Levels erhält.
  • Ich muss zunächst die Achievement-Liste der Spiele analysieren, mir ein oder mehrer erreichbar scheinende Achievements rausgreifen und dann schauen, ob ich sie freischalten kann.
  • Es zählen online und offline Achievements.
  • Achievements die man für erneutes Durchspielen von Leveln oder dem Spiel auf höherem Schwierigkeitsgrad bekommt, zählen ebenfalls. (Dürften aber aus Zeitgründen meist keine guten Kandidaten sein.)
  • Ich Liveblogge den Verlauf des Experimentes.
  • Am Schluss schauen wir, wie viele der angepeilten Achievements ich wirklich freigeschaltet habe und wie viele Punkte mir das gebracht hat.
  • Die Antination darf Spiele und spezifische Achievements vorschlagen. Sowohl für Spiele dich ich im Laufe des Tages schon aus dem Regal gegriffen habe, als auch für solche die ich noch angeschaut habe.
  • Sorry, aber meinen Gamertag behalte ich für mich, also geht bei Vorschlägen einfach mal davon aus, dass ich das Spiel habe bzw. das Achievement noch nicht freigeschaltet ist. Das dürfte im Zweifelsfall stimmen.

Für die Livegebloggte List von Spielen und Achievements einfach auf “Lesen” klicken.
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25 Kommentare Autor: Richard
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Liegt es an mir?

Es ist vollbracht — ich bin nach England umgezogen. Was für ein Akt! Wahrscheinlich ist das bei solchen Aktionen ganz normal, aber die Sachen, vor denen ich regelrecht Angst hatte, verliefen ganz einfach; und die, die eigentlich ganz locker hätten sein sollen, wurden teilweise unnötig kompliziert. Ich könnte ganze Artikel über meine Versuche schreiben, einen spielegerechten Fernseher zu ergattern. Ein echter Albtraum war das! Oder darüber, dass ich meinen Xbox Live-Account nicht auf England umschreiben lassen konnte, deswegen einen neuen erstellen musste, und jetzt mit meinen Achievements, Gamerpoints und so wieder bei Null anfangen darf. Oder darüber, wie toll es ist, mich nicht mehr über (möglicherweise auch noch schlecht) eingedeutschte Spiele oder die ganze Freigabe- und Indizierungsthematik aufregen zu müssen. Hurra!

Aber heute schreibe ich über Mass Effect.

Das hat auf metacritic.com immerhin 91% erreicht und wird von der Spielepresse beinahe einstimmig als Triumph gefeiert. Und wie so oft, seufz, scheine ich einer der wenigen zu sein, die damit nicht warm werden. Wie kann es bei all dem Aufwand so viel falsch machen?

Das fängt mit dem anscheinend völlig überflüssigen Mini-Rollenspiel-Charaktersystem an. Ohne die genauen Mechanismen zu kennen, die während der Kämpfe im Hintergrund ihre Arbeit verrichten, ist mir als Spieler völlig egal, ob Charakter X sich nun auf Shotguns spezialisiert und Charakter Y auf Assault Rifles. Oder umgekehrt. Auf die Kämpfe scheint das keinen echten Einfluss zu nehmen — zumindest keinen so großen wie die Wahl der Deckung und das Micromanagement der Squadmitglieder. Die laufen nämlich gerne mal besoffen in den sicheren Tod, die Deppen.

Das verwirrende Interface hilft da nicht weiter. Meine Squadmitglieder mit Waffen auszurüsten und diese auch noch zu upgraden ist ein wahrer Albtraum. Am liebsten würde ich alle Items in OmniGel konvertieren (nur ein Knopfdruck). OmniGel ist cool. Und dann das Gefrickel mit Waffenwahl, Spezialfähigkeiten und Zielauswahl während der Kämpfe. Argh!

Aber am allerschlimmsten finde ich, wie sie es geschafft haben, die Spielwelt komplett verlassen und steril erscheinen zu lassen. Als positives Gegenbeispiel sei hier mal Neocron genannt — das konnte dem Spieler alleine mithilfe von Soundeffekten das Gefühl vermitteln, inmitten einer rauschenden Sci-Fi-Metropole zu stehen. Egal, ob man sich in Mass Effect in einem Raumschiff, einer monströsen Raumstation oder einem lebensfeindlichen Planeten befindet — irgendwie fehlt die meiste Zeit über das aurale Ambiente. Da kann das Gezeigte noch so toll aussehen; so richtig reinversetzen kann man sich in die Welt kaum.

Mass Effect macht auch viele Dinge richtig. Aber gerade vor dem Hintergrund machen mich diese Punkte ziemlich traurig. Ganz ehrlich, bin ich denn der einzige, den die oben genannten Punkte etwas anfressen? Wie kann ein Spiel, das irgendwo zwischen Action- und Rollenspiel sitzt und keines davon richtig hinbekommt, von allen so sehr geliebt werden? Und wieso hat Richard schon einen Charakter nahe der 50? Ist er womöglich masochistisch veranlagt, oder es wird mit der Zeit noch besser? Wäh. Ich will es ja mögen! Liegt es an mir?

31 Kommentare Autor: Hendrik
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Zahlenspiele

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Vor ein paar Tagen habe ich mich ja ausführlich darüber beschwert, dass wir zum Weihnachtsgeschäft mit Spielen nur so zugeworfen werden, während für einen Großteil des restlichen Jahres Flaute herrscht. Für uns Spieler bringt dieser Weihnachtswahnsinn eigentlich nur Nachteile. Ich habe mich zum Beispiel monatelang auf Mass Effect gefreut, aber jetzt wo es raus ist, habe ich es nicht gekauft. Zu wenig Geld, zu wenig Zeit und viel zu viele andere Spiele.

Klar, irgendwann habe ich wieder Geld, die anderen Spiele durchgespielt und dann werde ich mir Mass Effect trotzdem holen. Aber das gilt nicht für alle Spiele die ich im Moment links liegen lasse. Kane & Lynch zum Beispiel. Wäre das im März herausgekommen, hätten die Chancen auf einen Kauf nicht schlecht gestanden. Andererseits klingt es jetzt auch nicht so gut, dass ich nächsten März noch mal drüber nachdenken werde. Falls ich doch drüber nachdenken sollte, werde ich wahrscheinlich auf den Preis schauen und dann lieber warten bis es billiger geworden ist. Bis es dann nach einer halben Ewigkeit wirklich billig geworden ist, werde ich es komplett vergessen haben.

Wann ich mich also selbst als anekdotischen Beweis betrachte, macht es wenig Sinn so viele Spiele auf einmal auf den Markt zu werfen. Klar, der Gesamtabsatz ist zu Weihnachten natürlich größer als im Juli und von so einem großen Kuchen will natürlich jeder etwas abhaben. Trotzdem wundert es einen schon, wenn solide aber unspektakuläre Shooter wie Blacksite: Area 51 oder Timeshift in ein Becken voller Haifische wie Halo 3, Call of Duty 4 und der Orange Box geworfen werden. Wie viele Shooter kann ein Mensch gleichzeitig spielen?

Sind die Publisher einfach dumm? Oder lohnt es vielleicht doch? Ich war neugierig und habe mir mal ein paar Zahlen angeschaut. Wie hätten sich Blacksite: Area 51 und Timeshift wohl verkauft, wenn sie im Sommer auf den Markt gekommen wären?

Zuerst ein paar Annahmen. Ich betrachte im Folgenden nur die Verkaufszahlen aus den USA, falls nicht anders erwähnt. Das liegt primär daran, dass ich zu den USA präzise Verkaufszahlen habe und zu Europa nicht. In Japan sind viele der betrachteten Spiele zudem gar nicht erschienen. Außerdem betrachten wir nur die Zahlen für die Xbox 360 Versionen der Spiele. Zum einen ist die PS3 gerade mal ein Jahr auf dem Markt, was nicht unbedingt zu stabilen Zahlen führt und zum anderen erleichtert mir dieser Kniff die Rechnerei.

Betrachten wir als erstes die Zahlen von Blacksite und Timeshift. Blacksite ist erst seit einer Woche auf dem Markt und ist mit 65,544 verkauften Kopien auf Platz 19 der Charts eingestiegen. Nicht gerade ein riesiger Erfolg, wenn man bedenkt dass Call of Duty 4 in seiner zweiten Woche in etwa die vierfache Menge abgesetzt hat und dass im Vergleich zur ersten Woche schon ein deutlicher Rückgang ist.

Timeshift hat sich nicht wesentlich besser gemacht. Nach drei Wochen auf dem Markt sind 130.000 Stück abgesetzt worden, davon 78.195 in der ersten Woche. Das war immerhin noch für Platz 9 der Charts gut.

Im Vergleich zu über 750.000 verkauften Call of Dutys, knapp 500.000 Orange Boxen und lässigen 6 Millionen Halo 3s macht sich das jetzt nicht so richtig super, gerade wenn man bedenkt dass Timeshift ca. seit der Kreidezeit in Entwicklung war und somit nicht unbedingt das kleinste Budget gehabt haben dürfte.

Jetzt wissen wir, dass man bei Midway und Sierra den Champagner sicher im Kühlschrank gelassen hat. Kniffliger wird jetzt die Frage, ob man ihn im Sommer vielleicht hätte heraus holen können. Leider kann man die Spiele nicht mit sich selbst vergleichen. Wir brauchen also ähnliche Spiele, die außerhalb der Weihnachtszeit veröffentlicht wurden.

Um Vergleichbarkeit zu erreichen, bleiben wir im Shooter-Genre. Relevant könnte außerdem noch die Qualität der Spiele sein. Blacksite hat bei Metacritic 65 Punkte bekommen, während Timeshift immerhin 69 Punkt mit nach Hause nehmen durfte. Beide Spiele sind also für Shooter-Fans durchaus interessant, aber sicher keine hochgelobten Titel. Interessant wäre es zudem noch, die Marketingbudgets der Spiele zu vergleichen, aber leider habe ich dazu keine Zahlen. In dem Bereich könnte die Jahreszeit auch einen großen Einfluss haben. Ist es im Sommer vielleicht einfacher und billiger das Zielpublikum zu erreichen als im werbegesättigten Weihnachtsgeschäft? Gut möglich, aber auch hier fehlen mir die Zahlen. Wir müssen also leider erstmal von einem ähnlichen Budget ausgehen. Abschließend sollte man noch beachten, dass beide Titel nicht Teil eines existierenden Franchises sind und somit ohne eine eingebaute Zielgruppe kommen.

Bei einer kurzen Analyse der in diesem Jahr veröffentlichen Spiele, habe ich folgende Titel gefunden, die für einen Vergleich geeignet scheinen: The Darkness, Call of Juarez und Hour of Victory. Ein passender Titel aus dem letzten Jahr wäre Prey. Nimmt man noch ein Spiel aus einen etablierten Franchise dazu, so wäre auch Medal of Honor: Airborne ein denkbarer Kandidat.

Mit Ausnahme von Medal of Honor sind alle diese Titel im Juni oder Juli erschienen, was zeitlich eindeutig außerhalb des Weihnachtsgeschäftes liegt. Von den Metacritic-Wertungen liegen sie zwischen 82 (Darkness) und 38 (Hour of Victory). Am nächsten an unseren zwei Vergleichtstiteln liegt Call of Juarez mit 71 Punkten.

Ich will es nicht länger spannend machen und nehme gleich vorweg, dass keiner der Titel im Sommer eine nennenswert größere Anzahl von Kopien absetzen konnte. Am erfolgreichsten war noch The Darkness mit 118.000 Stück in der ersten Woche, eine Zahl die man in der folgenden Zeit knapp verdoppeln konnte. Weniger gut lief es für Call of Juarez, das in seiner ersten Woche gerade mal 45.000 Exemplare verkaufen konnte. Noch schlechter schnitt Hour of Victory ab. Das Spiel, welches wie Blacksite von Midway stammt, wurde von den Kritikern in der Luft zerrissen und hat bis heute gerade mal 60.000 Stück verkauft, davon jämmerliche 13.000 in der ersten Woche.

Letztes Jahr brachte es Prey in etwa auf die gleichen Zahlen wie unsere beiden Vergleichsspiele mit 72.000 verkauften Exemplaren in der ersten Woche. Dies gilt, obwohl es von den Kritikern deutlich wohlwollender empfangen wurde (79 Punkte auf Metacritic).

Ähnliches gilt für Medal of Honor: Airborne, dass nicht nur einen Metascore von 83 Punkten hatte, sondern auch Teil eines lange etablierten Franchises ist. Eine erste Woche mit 82.000 abgesetzten Spielen führte zu einer Gesamtverkaufszahl von knapp 270.000 Stück.

Der einzige Erfolg den man im Sommer verbuchen kann, sind höhere Chartpositionen. Der Kuchen ist einfach kleiner. The Darkness und Medal of Honor haben sich jeweils Platz 2 bzw. 3 der Charts erobern können und selbst Call of Juarez hat es noch knapp in die Top 10 geschafft. (Nur Superflop Hour of Victory musste sich mit Platz 36 begnügen.) Dummerweise kann man sich von einer tollen Chartspositionierung nichts kaufen, insofern sind solche Zahlen wenig aussagekräftig.

Zusammengefasst: Für uns Spieler mag es nervig sein, vor Weihnachten mit Spielen zugeworfen zu werden und im restlichen Jahr dann Dürrperioden ertragen zu müssen, aber für die Verkaufszahlen von „kleineren“ Spielen scheint es keinen großen Unterschied zu machen, wann sie veröffentlicht werden Der Weihnachtskuchen ist anscheinend groß genug, dass auch diese Spiele einen fairen Anteil abbekommen. Ob man sich bei Sierra oder Midway nicht vielleicht etwas mehr erhofft hat, sei mal dahingestellt.

Eine Veröffentlichung im Sommer hätte jedenfalls auch nicht mehr Erfolg versprochen.

53 Kommentare Autor: Richard
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Peng, du bist tot

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Ich habe inzwischen etwas Erfahrung mit Computer- und Videospielen und bin mir ziemlich sicher, das sie für bestimmte Leute nicht nur positive Auswirkungen haben können. Ich bin mir aber auch sicher, das sie nicht für Amokläufe, gewalttätige und drogensüchtige Jugendlicher oder das fürchterliche deutsche Abschneiden in den PISA-Studien verantwortlich zu machen sind.

Computer- und Videospiele werden hierzulande (und damit meine ich Deutschland) so streng kontrolliert wie kein einziges anderes Medienprodukt oder Spielzeug und ja, meine geneigten Leser: Das schließt die beliebten Erzeugnisse der Hardcorepornographie ausdrücklich ein.

Worüber ich mir übrigens außerdem sicher bin: Noch nie hat jemand mit Doom 3 in der Hand eine Tankstelle überfallen. Noch nie ist jemand versehentlich von Polizisten erlegt worden, weil sie die Call of Duty 2 Packung in der Hand eines irgendwie zwiespältig wirkenden Jugendlichen für eine scharfe Faustfeuerwaffe oder vielleicht eine Pershing II Mittelstreckenrakete gehalten haben.

“Für mich war das eine tödliche Bedrohung mit einem Killerspiel. Ich musste abdrücken.”

Etwas bizarr, nicht wahr? Wäre ja auch schlimm, wenn unsere Polizei so blöd wäre – ist sie aber nicht, glücklicherweise. Wenn diese völlig an den Haaren herbeigezogene Bedrohungslage wirklich so real wäre, dann würde man solche Produkte ja auch wirklich für extrem gefährlich halten und vermutlich sofort verbieten.

Sollte man glauben. Ist aber nicht so.

Es ist dagegen völlig legal und absolut problemlos möglich, täuschend echt wirkende Nachbildungen von tödlichen Waffen zu kaufen – ich rede hier nicht einmal von Soft Air Waffen, sondern von Kinderspielzeug. Die Glock für den Nachwuchs, die Beretta für den Kindergarten, der Peacemaker zur Einschulung. Aus schlagfestem Plastik, klar. Aber genauso schwarz wie das Original und auch genauso groß. Man erkennt an der Naht der Plastikgußform, das man von dem Ding da vor sich keine Angst haben muss. Nur ganz genau hinschauen und Bescheid wissen, nun, das sollte man. Wie, ihr hättet trotzdem Angst davor? Ihr würdet als Polizist wohl auch zur Sicherheit mit der eigenen garantiert echten Knarre Klarheit schaffen, wenn ihr sowas im Einsatz seht? Oder eventuell vielleicht auch ein etwas mulmiges Gefühl bekommen, wenn die lieben kleinen mit so etwas auf der Straße herumflitzen und den jugendlichen Guerillakrieg proben? Sowas sollte verboten werden. Oder?

Nö, wird nicht verboten.

Weil das die Wirtschaft gar nicht gern sehen würde. Das (relativ) billige Plastikzeug aus Fernost verkauft sich nämlich echt gut, müsst ihr wissen. Kriegswaffen darf man übrigens nicht nachbilden, ist ja alles schon streng eingeschränkt, die meisten Überfälle werden ja bekanntlich nicht mit Pistolen, sondern mit Sturmgewehren, MGs und Panzerfäusten gemacht, da kann es keine Verwechslungen mehr geben. Herr Beckstein und seine Freunde können sich damit eh nicht recht profilieren. Haben wir doch alle mal gemacht, Räuber und Gendarm spielen. Kennt ihr doch, liebe Wähler. Ein Verbot? Noch mehr Einschränkungen, damit die Dinger vielleicht nicht genauso aussehen wie diese ungesunden, schweren Teile aus Metall? Sollten die vielleicht nur in, nun ja – vielleicht in bunt auf dem Markt kommen dürfen? Och ne, damit kann man bestimmt auf keinen Fall genauso gut spielen.

Verbieten wir doch lieber andere Sachen. Solche die in bestimmten Kreisen beliebt sind, mit denen wir keine Wahlen gewinnen und mit denen wir eh kaum etwas anzufangen wissen. Was machen die den ganzen Tag? Killerspiele spielen, Gangstermusik hören, nutzlos sein, weite Hosen tragen, gewalttätig werden, dem Staat auf der Tasche liegen. Wenn von denen mal einer Amok läuft, wissen wir ja, woran es liegt, klar? Klar. Verbote müssen her. Wie, durch den Plastikkram werden zigtausend Verbrechen verübt, vom bloßen Überfall über üble Misshandlungen unter vorgehaltener “Waffe” bis zu tragischen Irrtümern mit Todesfolge, wenn das Imitat wieder mal zu echt war? Traurige Einzelfälle, die nicht zu verhindern waren.

Die Gesellschaft muss eben geschützt werden, hab ich gehört. Wenn ich mal groß bin, verbiet’ ich Dummheit.

(Dieser Beitrag ist bereits auf meinem eigenen Weblog erschienen)

32 Kommentare Autor: Denis
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Weihnachtswahnsinn

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Hallo, liebe Spieleveröffentlicher. Ich hätte mal eine Frage an euch:

Spinnt ihr eigentlich?

Obwohl, bevor ich mit den Beleidigungen fortfahre, sollte ich vielleicht erstmal ein kleines Lob loswerden. Ihr habt es dieses Jahr wirklich geschafft, eine ganze Menge verdammt guter Spiele auf den Markt zu bringen. Keine Ahnung wie ihr das gemacht habt (ich vermute, ihr habt einfach nicht richtig aufgepasst und sie sind irgendwie durchgerutscht), aber ich weiß das wirklich zu schätzen.

Was ich allerdings nicht zu schätzen weiß, ist eure Fähigkeit, jedes dieser guten Spiele mehr oder weniger gleichzeitig auf den Markt zu bringen. Schauen wir uns mal nächste Woche an. Am 22.11. kommt nicht nur Guitar Hero III heraus, sondern auch Ace Combat 6. Guitar Hero III alleine könnte mich videospielmäßig für mehrer Wochen beschäftigen, ohne dass ich auch nur an andere Spiele denken müsste.

Dabei habe ich Call of Duty 4 noch nicht durch! Das Bonusfeature von Portal (Episode 2) habe ich noch nicht mal angefangen zu spielen! PGR4 habe ich noch nicht fertig und ich gehe mal davon aus, dass ich am 22.11. gerade im zweiten Level von Assassin’s Creed stecken werde.

Aber das ist noch nicht alles. Am 23.11. kommt dann Mass Effect raus. Auch Mass Effect würde mich wahrscheinlich ganz alleine für diverse Wochen beschäftigt halten. Dabei bin ich doch erst im zweiten Kapitel von The Witcher! Mask of the Betrayer habe ich noch nicht mal richtig angefangen! Hilfe!

Das alles sind übrigens nur die Spiele die ich definitiv kaufen werde. Am 23.11. kommt noch mehr raus. Kane & Lynch zum Beispiel. Wäre es Frühjahr, würde mir das mit großem Interesse anschauen. Ist es aber nicht. Es ist Herbst. Also werde ich es liegen lassen. Genauso Blacksite. Wäre es Sommer, könnte es gut sein, dass ich Lust auf einen Shooter hätte. Es ist aber nicht. Also werde ich es liegen lassen. Mario Galaxy muss ja auch noch irgendwann gespielt werden.

Meine Güte, mir fällt gerade auf, dass ich Phantom Hourglass noch nicht mal gekauft habe, geschweige denn gespielt. Da werde ich selbst Raving Rabbids 2 ignorieren müssen, und das wo ich die Hasen das letzte Mal doch so mochte. Was ein Glück, dass ich die Crysis Demo doof fand.

Zum dumm, dass ich die Eternal Sonata Demo gut fand.

Man könnte sagen, ich bin im Moment etwas überlastet, was Spiele betrifft. Das gilt selbst, wenn man meine wöchentliche Dosis WoW nicht mit einrechnet.

Es gibt allerdings auch eine gute Nachrichten. Erstens, am 22.11. kommt World Series of Poker 2008 raus, ein Spiel das ich nicht mal geschenkt nehmen würde. Wenigstens ein Titel den ich mir komplett sparen kann.

Zweitens, sie haben Rock Band für uns Europäer auf nächstes Jahr verschoben. Zuerst war ich deswegen stinksauer. Inzwischen ist mir klar, dass sie mir (und meinem Kontostand) damit einen riesigen Gefallen getan haben.

Sobald der 1. Dezember da ist, hört die Spieleflut natürlich auch wieder auf. So als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Nicht nur kurzfristig, sondern mindestens für drei bis vier Monate.

Was mich wieder zu meiner ursprünglichen Frage führt: Spinnt ihr eigentlich?

Müssen wir wirklich jedes Jahr die ewig gleiche Verkaufzahlenminimierungsmasche durchziehen, wo solide Spiele wie Blacksite auf den Markt geworfen werden, nur um dann von Titeln wie Halo 3 und Call of Duty 4 zerfleischt zu werden? Wie viele Shooter kann sich ein Blag zu Weihnachten wünschen?

Okay, so ein Blag wünscht sich wahrscheinlich jeden Shooter zu Weihnachten.

Lieber Christkind,

isch will Halo 3 und Call of Duty 4 und Blacksite: Area 51 und Timeshift und Jericho. Und FEAR Files!

Ach ja, und Viva Pinata Party Animals.

Haha, verarscht. Viva Pinata ist doch voll schwul und voll für Kindah, ey.

Ich will lieba Soldier of Fortune: Pay Back.

Dein Kevin

Aber realistisch betrachtet dürften da ja nicht mehr als zwei Stück abfallen, außer Mama ist reich und unfähig die USK-Kennzeichnung zu lesen. („Ab 18? Kevin ist schon 140cm groß, das passt ja!“)

Also gibt es halt Halo und CoD. Der Rest? Wird nicht verkauft. Der wird übrigens auch während der spielefreien Todeszone am Anfang des Jahres nicht verkauft, denn Kevin hat einfach nicht genug Taschengeld um bei Saturn 69€ für Timeshift auf den Tisch zu legen. Der läd sich dann vielleicht noch die PC Version aus dem Internet, aber davon hat Vivendi jetzt nicht so viel.

Kurz gesagt, der Weihnachtsirrsinn verwirrt mich auch dieses Jahr wieder. Warum die Publisher jedes Jahr aufs neue ihre kleineren Titel den großen Weihnachtshammern zum Fraß vorwerfen, ist mir einfach nicht klar.

Kann mich da jemand aufklären?

120 Kommentare Autor: Richard
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Pii Dschih ARR!

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Wusstet ihr, dass Project Gotham Racing ein Rennspiel ist? Wusstet ihr, dass man in Project Gotham Racing auf Stadtkursen durch große Metropolen fährt? Wusstet ihr, dass man in Project Gotham Racing durch gewisse Fahrmanöver „Kudos“-Punkte sammeln kann? Wusstet ihr, dass Project Gotham Racings Fahrmodell irgendwo zwischen Arcade und Simulation angesiedelt ist? Wusstet ihr, dass Project Gotham Racing ziemlich gut ist?

Natürlich wusstet ihr das.

Das stellt für mich jetzt ein kleines Problem dar. Schließlich will ich einen Beitrag über Project Gotham Racing 4 schreiben, aber ihr wisst eigentlich schon alles, was ihr über das Spiel wissen müsst. Ich schreibe hier ja nicht für eine Fernsehzeitschrift, sondern für ein Videospieleblog. Meine Leser wissen Bescheid.

Bleiben die Details.

Ich bin zum Beispiel dezent verärgert, dass sie das Kudos-System leicht vermurkst haben. Anstatt Kombos gibt es jetzt nämlich Sterne. Wo man früher theoretisch ein ganzes Rennen in einer einzigen Kudos-Kombo fahren und somit massenweise Bonuspunkte einsacken konnte, gibt es jetzt nur noch bis zu fünf Sterne für das längere Halten eines Kudos-Manövers. Je nach Anzahl der Sterne gibt es dann einen Sterne-Bonus. Bei fünf Sternen sind das magere 100 Punkte.

Diese Punkte kassiert man natürlich nur, wenn man die entsprechenden Kudos auch einsammelt. Wer mit fünf Sternen auf dem Konto gegen die Wand fährt, verliert die Sterne und somit auch den Bonus. Da man nicht mehr als fünf Sterne auf einmal bekommen kann, zwingt einen dieses System geradezu, alle paar hundert Kudos-Punkte aufzuhören irgendwelche coolen Manöver zu fahren, wenn man die maximale Zahl an Bonuspunkten einfahren will.

So war das doch ursprünglich nicht geplant, oder?

Schlimmer noch, sie haben meine Lieblingsdisziplin getötet. Die Cone Challenges waren mein Favorit, weil sie nicht nur die technisch anspruchsvollste Disziplin waren, sondern epische Kudos-Kombos belohnten. Es gab nichts Großartigeres in PGR2, als eine Cone Challenge in einer einzigen Kudos-Kombo zu fahren, dabei jedes Tor als Bonusmultiplikator einzusetzen und am Schluss massiv Kudos-Punkte einzusacken.

Als Ersatz gibt es jetzt die Cone Sprints, in denen Kudos gar keine Rolle mehr spielt. Tore nicht zu erwischen gibt schlichtweg eine Zeitstrafe. Gähn.

Als nicht sonderlich geglückt dürfen auch die Motorräder gelten. Die Begeisterung der Community äußert sich schon darin, ich online noch keinen einzigen Spieler gesehen habe, der sich freiwillig in ein Power-Rangers-Kostüm gezwängt und sich so einen Suizidbeschleuniger zwischen die Schenkel geklemmt hat. Wenn ich die Wahl zwischen einem Ferrari und einer hässlichen Crotchrocket habe, dürfte die Wahl immer auf den Ferrari fallen.

Aber keine Panik. PGR4 ist trotzdem super.

Zwei Dinge gefallen mir besonders. Punkt 1: Die Wettereffekte. Jedes Spiel sollte Wettereffekte haben. Ja, selbst Tetris. Wettereffekte FTW!

PGR4 macht das mit dem Wetter besonders schön. Regen der sich auf der Karosserie wiederspiegelt, Nebel der sich während eines Rennens langsam auflöst, sowie Blitz, Donner und ordentlich Schnee machen aus PGR4 nicht nur das schönste PGR aller Zeiten, sondern wirken sich auch spielerisch aus. Es gibt nicht Schöneres als einen Gegner dezent in stehendes Wasser zu schubsen und dann das Aquaplaning bei der Arbeit zu beobachten.

Punkt 2: Die perfekt modellierten Cockpits der Autos. Das gab es natürlich schon in Teil 3, in Kombination mit einem ordentlichen Gewitter ist der Effekt aber gleich doppelt so umwerfend. Selbst wenn man zu weich sein sollte, seine Rennen aus der Innenansicht zu fahren, hat man sich bei Bizarre die Mühe gemacht jedes Auto ein der original Cockpitanzeige entsprechendes HUD zu bauen.

Aber wie gesagt, das sind alles Details. Ihr kennt PGR. Deshalb brauche ich euch auch nicht zu erzählen, ob ihr es wollt oder nicht. Das wisst ihr sowieso schon.

109 Kommentare Autor: Richard
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