Wiimonster

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Als ich die Wiimote das erste Mal in der Hand hatte, war ich absolut beeindruckt. Irgendwie hatte Nintendo es geschafft einen Controller zu entwickeln, der nicht nur toll aussah, sondern auch super in der Hand lag. Das schlicht-elegante Design in Kombination mit den überraschend kleinen Dimensionen hatte mich einfach überzeugt.

Inzwischen ist aus der hübschen kleinen Wiimote, leider ein hässliches großes Wiimonster geworden.

Zuerst kam das Band fürs Handgelenk dazu. Gut, das kann ich noch verstehen. Mir persönlich ist die Wiimote noch nie aus der Hand geflogen, aber wenn ich anstatt eines Projektors einen 5.000€ teuren Plasmafernseher zum Spielen nutzen würde, dann wäre ich dafür auch dankbar.

Dann kam der Nunchuk. Zugeben, den braucht man für die meisten Spiele. So ein bisschen Analogstick muss eben doch sein, Wackeldetection hin oder her. Aber so richtig hübsch ist der nicht. Und jedes Mal wenn ich bei Red Steel eine bestimmte Combo ausgeführt habe, hat mir die Schnur auf die Nase gehauen. Aua. Insgesamt steht das Kabel einer entspannten Wedelei definitiv im Weg.

Dann kam das Gummikondom. Ich muss sagen, dass sich mir der Sinn und Zweck dieses Dings völlig entzieht. Nintendo findet die Dinger allerdings so wichtig, dass sie sogar umsonst verteilt werden. Ich persönlich habe mir trotzdem keine geholt. Warum auch? Wozu sind die gut? Wie gesagt, mir ist die Wiimote noch nie aus der Hand gerutscht. Sie ist also offensichtlich nicht flutschig, und selbst wenn sie flutschig wäre…ist dafür nicht das Band fürs Handgelenk da?

So, und jetzt gibt es noch das Megawiimoteactionmotionplus…ding. Das könnte eigentlich nicht schlecht sein, denn es sorgt wohl dafür, dass die Wiimote endlich so präzise wird, wie wir uns das ursprünglich vorgestellt hatten. Aber das ändert nichts daran, dass unserer einst schnuckelig-kleinen Wiimote bald noch ein Tumor am Hintern wachsen wird.

Außerdem kann man anscheinend nie genug Eingabegeräte haben, und so dürfen wir uns für Family Ski unsere kondomisierte Nunchuk-XXL-Wiimote ans Handgelenk schnallen und damit auf das Wackelbrett von Wii Fit steigen.

Sorry, aber irgendwie scheint mir da ein altmodischer Controller fast die einfachere Lösung zu sein. Einsteigerfreundlich ist das jedenfalls sicher nicht, zumal Nintendo die ganzen Add-on sehr konsequent in der Werbung zeigt.

Seit sie das Handgelenksband vorgestellt haben, sieht man kein offizielles Foto mehr ohne vorschriftsmäßig festgezurrte Wiimote. Seit sie das Kondom eingeführt haben, gibt es kein offizielles Video mehr in dem unsafe Wiimoting betrieben wird. Und seit heute wird es garantiert kein Bild mehr ohne Arschtumor geben.

Irgendwie scheint mir das alles etwas kontraproduktiv. Wenn man da so steht, nacktfüßig auf dem Balance Board (mit Socken oder Schuhen ist das ja laut Nintendo nicht zulässig!), rechts eine einen Controller mit Gummi, Sicherheitsband und „WiiMotion Plus, links einen Controller, in der Mitte die Schnur um den Hals geknotet, dann sagt es sich nicht mehr so leicht: „Guck mal Oma, das ist ganz einfach…“

46 Kommentare Autor: Richard
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Kampfansage

Gerade eben lag bei mir ein Spiel im Briefkasten, dessen Packung mir irgendwie seltsam vorkam. Von dem Spiel selber hatte ich noch nie gehört, das Coverbild war nicht sonderlich hübsch, aber trotzdem strahlte diese Packung ein gewisses Maß an Wohlwollen direkt in mein sonst so kaltes, schwarzes Herz.

So stand ich da im Hausflur, starrte auf die Packung, vergaß meine Nachbarin zu grüßen und grübelte. Woran lag es? Die Antwort: am Rand! Der Rand der Packung, sowie ihre Farbgebung sind geschickt so gestaltet worden, dass die Box den unverkennbaren Duft eines LucasArts Adventures ausströmte.

Viele LucasArts Boxen hatten nämlich so einen Rand, ihr erinnert euch? Ganz oben auf dem Rand stand dann „LucasArts Entertainment Company presents“. Tja, und genau so einen Rand hat auch dieses Spiel. Nur dass halt „LucasArts“ mit „Daedalic“ vertauscht worden ist, was zugeben nicht so gut klingt. Wobei Daedalic ja noch geht. Es gibt Leute die nennen ihre Firma ZUXXEZ. Oder 10tacle.

Apropos Tentakel. Erinnert ihr euch noch an das lila Tentakel? Klar doch. Das hatte zwei ganz spezifische Farben. Ein bestimmtes lila und ein bestimmtes grün. Tja, und genau in diesen Farben ist sowohl der Rand der Packung als auch der Titel des Spiels gehalten. Zufall? Ich denke nicht.

Das ist alles gar nicht so total offensichtlich, aber trotzdem ziemlich eindeutig. Kurz: Gut gemacht. Für alle, die aber durch die Farbgebung noch nicht in ausreichend in Nostalgiestimmung geraten sind, hat die Packung auch noch einen weiteren, eindeutigeren Hinweis zu bieten: „Von den Leuten die Monkey Island gut finden!“.

Das ist natürlich ganz schön dreist, zumal ich mir ziemlich sicher bin, dass ich mit diesem Spiel nichts zu tun habe. Ich muss aber gestehen, dass ich grinsen musste.

Trotzdem, diese Packung ist eine Kampfansage.

Das Adventure-Genre ist zwar alles andere als tot, aber die durchschnittliche Qualität ist so niedrig, und vor allem so weit von den alten LucasArts-Klassikern entfernt, dass man sich mit so einer Packung und so einem Spruch gaaaaaanz weit aus dem Fenster lehnt.

Also, ich installiere gerade. Ein Ersteindruck folgt später.

118 Kommentare Autor: Richard
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Hochauflösende Ebenenschaft Qual

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In letzter Zeit habe ich mir immer wieder mal ein gutes Einzelspieler-Rollenspiel gewünscht. Tatsächlich liegt bei mir immer noch der Witcher rum, und der hat mir – soweit ich ihn gespielt habe – sehr gut gefallen. Allerdings warte ich da lieber noch ein bisschen auf die angekündigte Special Edition.

Ich hatte Hoffnung auf Drakensang, da es quasi als “Baldur’s Gate mit 3D-Grafik” angekündigt worden ist, aber das mussten sie natürlich frisch verschieben. Ansonsten sehe ich spontan nichts, was in der Hinsicht interessant wäre und in näherer Zukunft raus käme. Also habe ich mal einen Blick in die Vergangenheit geworfen.

Da gibt es nämlich diesen einen Rollenspielklassiker, den ich bis heute nicht gespielt habe: Planescape Torment.

Ja, da raunt die Menge. Kann das sein? Ist das möglich? Wie konnte das passieren?

Die Antwort lautet: die Auflösung.

Die Infinity Engine konnte ursprünglich nämlich nur 640×480 Pixel anzeigen. Das ist an sich nicht so schlimm, ich spiele schließlich auch heute immer noch die alten LucasArts-Spiele in 320×200. Aber in der Auflösung ist der von der Welt gezeigte Ausschnitt schon verdammt klein. Schlimmer noch, kurz nach Planescape kamen die ersten Infinity Engine Spieler aus, welche die Möglichkeit boten eine höhere Auflösung einzustellen.

Als Planescape ursprünglich veröffentlicht wurde, hatte ich schlicht keine Zeit für ein fettes Rollenspiel. Und als ich es dann später spielen wollte, war ich durch Spiele wie Icewind Dale schon auflösungsverwöhnt.

Ich hatte natürlich immer vor, Planescape trotzdem zu spielen. Der Plan war allerdings auf einen Patch zu warten, mit dem man das Spiel in mehr als 640×480 spielen konnte. Irgendwann wurde zwar klar, dass dieser Patch nicht von Black Isle kommen würde, aber ich war mir ziemlich sicher, dass ein Fan-Patch dieses Problem recht zügig beheben würde.

Aus “zügig” wurden in diesem Fall acht Jahre.

Kaum vorstellbar, aber meine inzwischen längst aufgegebene Hoffnung auf einen Hi-Res-Fan-Patch hat sich gerade erfüllt. Mit dem Widescreen Mod lassen sich alle alten Infinity Engine Spiele in so ziemlich jeder denkbaren Auflösung fahren.

Ich weiß jetzt, was ich dieses Wochenende mache.

21 Kommentare Autor: Richard
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Vier kleine Spiele, die ihr (immer) noch nicht kennt

FastCrawl (Windows, $19.95): kleines, aber feines Roguelike-like (es sieht aus wie ein Roguelike, ist aber keins), über das ich hier vor einer Weile schonmal berichtet habe. Man bekommt zufällig eine Party ausgewürfelt, mit der man ein Dungeon leerfegen muss. Dauert selten länger als eine halbe Stunde und macht einen irren Spaß. Leider nur für Windows; auf Kongregate.com gibt es jedoch einen brauchbaren (und kostenlosen) Flash-Klon namens Monsters’ Den.

ADOM (Windows/Linux/OS X, kostenlos): ein echtes Roguelike aus Deutschland. Unter den vielen Roguelikes mein persönlicher Favorit, da es genau die richtige Balance zwischen Komplexität und Spielbarkeit trifft. Thomas Biskup, der Entwickler, gibt seit dem Einrichten eines Weblogs endlich öfters Lebenszeichen von sich; hier gibt’s übrigens eine interessante Diskussion über das kommerzielle Potenzial von Roguelikes.

Dwarf Fortress (Windows/OS X, kostenlos) ist noch so ein Spiel, das aussieht wie ein Roguelike, aber eigentlich keines ist. Es ähnelt eher dem guten, alten Dungeon Keeper; ihr lasst eure fleißigen Zwerge den Berg aushöhlen und eine Festung darin bauen, die ihr dann unterhalten und gegen Eindringlinge und Hungersnöte schützen müsst. Dwarf Fortress ist ein wahnsinnig komplexes Spiel, mit einer Weltsimulation, die es so in keinem anderen Spiel gibt; das daraus resultierende emergent gameplay ist eine Quelle für die absurdesten Geschichten.

Weird Worlds (Windows/OS X, $24.95): auch über dieses Sci-Fi-Mini-Strategie-Spiel habe ich hier bereits berichtet. Damals war ich etwas sauer, weil es keine Demo gab. Die ist natürlich inzwischen erhältlich; sogar für OS X, juhu! Man erhält die Aufgabe, innerhalb ein paar Spiel-Jahren die Galaxie zu erforschen. Die ist zum Glück nicht all zu groß, aber voller Leben — von freundlichen Alien-Rassen, die gerne handeln und dem Spieler zur Not in Kämpfen zur Seite stehen, bis hin zu alles vernichtenden Maschinenwesen ist alles dabei. Jedes Spiel verläuft anders, und auch hier dauert selten eines länger als eine halbe Stunde.

Sicherlich gibt es noch viel mehr solcher Spiele. Spiele, die ich (immer) noch nicht kenne. Welche kennt ihr?

44 Kommentare Autor: Hendrik
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Ein paar Gedanken zu Geometry Wars

Es ist nach wie vor das beste Spiel auf der Xbox 360. Nicht nur auf Xbox Live, nein, sondern auf der ganzen Konsole. Es nervt nicht mit blöden Zwischensequenzen, einer hanebüchenen Story oder miesem Emo-Gesülze, sondern kommt gleich zur Sache — und dauert selten länger als ein paar Minuten. Toll. Ich glaube nicht einmal, dass GTA IV auf Dauer dagegen anstinken können wird.

Wer mich auf seiner Xbox-Live-Freundesliste hat, sieht mich fast immer Geometry Wars spielen. Ich liebe das Spiel. Sehr. Ich will von ihm ein Kind, jawohl.

Es gibt keinen richtigen Weg, Geometry Wars zu spielen. Absolute Konzentration? Hilft vielleicht. Die Gedanken baumeln zu lassen und sich auf seine Reflexe zu verlassen, funktioniert allerdings auch. Ich brauche vor allem die Musik. Und zwar laut.

Glück spielt wahrscheinlich eine größere Rolle, als man wahrhaben mag. In den wenigen Sessions, in denen ich es über 300.000 Punkte geschafft habe, musste ich mich ziemlich darüber wundern, wie gut es flutschte.

Wenn man irgendwann endlich seinen eigenen Highscore schlägt: nicht den Fehler machen und es gleich nochmal probieren. Damit fordert man oben genanntes Glück nur heraus — und das geht immer in die Hose.

Bleibt zuletzt nur die Frage, wie es sein kann, dass Bizarre Creations’ anderes Xbox Live-Spiel, Boom Boom Rocket, so scheiße ist.

31 Kommentare Autor: Hendrik
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motorbikes

Richard S. an mich

Sorry, Paperschreibstress. Das Ding ist in der Queue. Vielleicht schaffe ich es heute abend.

R!

- Zitierten Text ausblenden -

Stefan Koch wrote:

Richard!

Deine Reaktionszeit laesst zu wuenschen uebrig.

S

Soso, Richard kann anscheinend gerade nicht. Muss ich wohl mal wieder selber zum Keyboard greifen. Was ich ihm in der vorangegangenen Email versucht habe klar zu machen ist, dass Trials 2 Spiel des Jahres 2001-2012 ist. Und um diesem Statement mal die nötige Gravitas zu verleihen, hier mal kurz der Kontext. Ich halte PC-Spiele für Unterhaltung, die zu lange in der Sonne gelegen hat, nach Portal habe ich verzweifelt den “Geld zurück”-Knopf auf meiner Tastatur gesucht, und ich würde eher eine Naturkatastrophe auf meine Festplatte lassen als eine Spieledemo. Wenn ich also ein PC-Spiel empfehle, sollte das übrige Spielervolk schon mal die Kreditkarte in Stellung bringen.

Was macht man in Trials 2? Motorrad fahren. Mit ganzen vier Tasten, Gas, Bremse, vorwärts lehnen, rückwarts lehnen. Wobei um ehrlich zu sein, die Bremse braucht man meistens nicht, schliesslich wird auf den meisten Kursen auf Zeit gefahren. Klingt furchtbar simpel, und ist es im Prinzip auch, nur sind die Wege zum Ziel natürlich entsprechend anspruchsvoll. Dank prächtig funktionierender Physik wird jeder noch so kleiner Huppel zur tödlichen Bedrohung, und bis man selbst die einfachen Kurse fehlerfrei absolviert, dürfte eine Weile vergehen.

Das Geniale ist, alle Replays und Ghosts sämtlicher (mit dem Internet verbundenen) Spieler sind nur einen Knopfdruck entfernt, so dass man sich jederzeit den perfekten Sparringpartner herunterladen kann. Mich zum Beispiel (auch wenn ich im internationalen Vergleich gerade mal auf Platz 160 herumdümpele). Die Replays der Top-Spieler sind übrigens zum fürchten, intelligente Maschinen weilen bereits unter uns! Ausserdem kann man Teams gründen und sich dann untereinander messen *hint hint*

Was solltet ihr sonst noch wissen? Ach ja, $20 für die Vollversion! Das sind derzeit etwa €3! Die späteren Kurse sind das bisschen Kohle echt wert. 360 Controller funktioniert einwandfrei und bietet Bonus-Rumble. Und mit 80er Jahre Musik fährt es sich gleich doppelt so gut. Van Halen’s Jump auf 12 drehen und ab die Post! Brumm brumm!

Edit 1: Kieron Gillen mag es auch.

Edit 2: Ich habe einfach mal ein neues Team gegründet. Name und Passwort ist *surprise* Antigames. Leider kann man mit einem Profil nicht mehreren Teams beitreten. Ich habe daher einfach mal ein Zweitprofil erstellt und ein paar Zeiten vorgelegt.

26 Kommentare Autor: Stefan
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10 Gründe warum Rock Band in Europa 240€ kostet

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Erster Grund: Jeder Packung der europäischen Version liegt eine echte Rock Band bei. Dies ermöglichst es auch Käufern ohne Freunde die vollen Möglichkeiten des Spiels auszuschöpfen.

Zweiter Grund: Die Gitarre der europäischen Version von Rock Band ist aus Tropenholz geschnitzt, welches illegal in einem geschützten Gebiet geschlagen wurde. Das Fell der Drums besteht aus der Haut von austerbenden Tierarten. Für jedes grüne Drum musste ein Berggorilla getötet werden und für jedes rote Drum wurden die Felle von 21 Kurzhaarchinchillas verarbeitet. Das Mikrofon ist zudem aus purem Platin gegossen.

Dritter Grund: Der Preisunterschied ergibt sich aus den Lizenzgebühren für den Song von Tokio Hotel. Electronic Arts bedauert den hohen Preis, wollte aber keinen Kompromiss eingehen. “Durch den Monsun” ist einfach 133€ wert. Besonders im englischen Original.

Vierter Grund: Die europäischen Versionen von Rock Band wurden 10 Jahre im Eichenfass gereift. Nur so war die wunderbare Ledernote im Geschmack der Drumsticks zu erreichen. Um die Lagerzeit zu erreichen und Rock Band trotzdem nur mit einem halben Jahr Verspätung nach Europa zu bringen, wurde Vicarious Visions neben der Umsetzung des Spiels auf die Wii auch noch die Entwicklung einer Zeitmaschine aufgetragen. Die dadurch entstandenen Kosten müssen leider auf den Kunden umgelegt werden.

Fünfter Grund: Der europäischen Version von Rock Band liegt nicht nur ein Mikrofon, ein Plastikdrumset und eine Plastikgitarre bei, sondern auch noch ein echtes Klavier.

Sechster Grund: Die Tasten des Klaviers sind aus Elfenbein.

Siebter Grund: Jede DVD Hülle des Spiels ist von südpolynesischen Kriegswaisenkindern individuell mit dem Mund bemalt. Die Kinder arbeiten zwar umsonst, aber da es in Südpolynesien schon länger keinen Krieg mehr gab, musste Electronic Arts erst einen anzetteln. Anders als die Kinder arbeitet Blackwater nicht umsonst.

Achter Grund: Um sicherzustellen, dass die Pedale bei den Drums in der europäischen Version nicht so leicht kaputt gehen wie bei der amerikanischen, wurde jedes Drumset von Keith Moon einem 100 Stunden langen Dauertest unterzogen. Die Kosten von Keith Moon waren dabei relativ moderat, da er einfach für die Drogen gearbeitet hat. Dummerweise hat er bei den Tests aber alle 30 Minuten das Hotelzimmer zertrümmert. Diese unerwarteten Kosten müssen leider an den Kunder weitergegeben werden.

Neunter Grund: Electronic Arts hat den Preis aus Versehen noch in D-Mark angegeben. Eine Korrektur dieses Fehlers in den Datenbanken würde die Veröffentlichung von Rock Band um weitere drei Tage verzögern. Nach der langen Wartezeit möchte man dies den Kunden nicht zumuten.

Zehnter Grund: Rock Band ist lässig so viel wert wie 240 Paar magnetischer Einlegesohlen aus dem 1-Euro-Laden.

Bonusgrund: Dinosaurier!

62 Kommentare Autor: Richard
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Einmal bücken bitte

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Gute Nachrichten! Rock Band kommt am 23. Mai nach Europa. Zunächst zwar nur als 360 Exklusivtitel, aber als Besitzer von zwei Plastikgitarren für die Xbox ist mir das persönlich egal. Das ist aber nicht die einzige gute Nachricht! Wir kriegen hier in Europa sofort das vollständige Programm des amerikanischen Onlineshop. Das sind satte 70 Songs zum Download. Ich hatte ehrlich gesagt damit gerechnet, dass sie uns die Hälfte der Songs verwehren und den Rest scheibchenweise verteilen. Prima.

Selbst der Preis ist gar nicht so schlecht. Da hatte ich ja auch das schlimmste befürchtet. Stattdessen gibt es nur die übliche Abzocke mit einer 1-zu-1 Umsetzung des Dollarpreises in Euro. Damit kriegen wir das Spiel für 169€.

Moment.

Kriegen wir nicht.

169€ ist zwar der Preis, aber das sind die Kosten für die Instrumente ohne Spiel. Jawohl, ohne Spiel. Für das Spiel gibt es noch mal spontan die unverbindliche Preisempfehlung von 69€. Für alle die so geschockt sind, dass sie nicht mehr richtig Kopfrechnen können: Das sind mal lässig 240 Eier für ein Videospiel.

Um das noch mal zusammen zu fassen: Der komplette Satz Instrumente inklusive Spiel kostet in den USA 169 Dollar. Das sind beim aktuellen Dollarkurs umgerechnet 107€. In Europa zahlen wir für den gleichen Spaß 240€. Ich würde sagen: Das ist das Doppelte! Ist es aber nicht. Es ist mehr als das Doppelte!

240€!

Für den Preis habe ich mir mal ein Auto gekauft. Ein AUTO! Das war ziemlich gut, und habe noch vier Räder inklusive Reifen dazu bekommen. Und einen lila Plastikdelfin, der am Rückspiegel hing!

Ich habe mit viel Spannung auf die europäische Version von Rock Band gewartet, aber für den Preis könnt die mir mal den Buckel runter rutschen. Selbst wenn ich aus Geld gemacht wäre, würde ich mir das Spiel nicht kaufen. Die Leute würden einen ja auf der Straße auslachen, wenn sie erfahren wie sehr man abgezockt wurde.

Ganz ehrlich, Electronic Arts, ich hatte mich so auf Rock Band gefreut, dass ich selbst bereit gewesen wäre, meine schlimmsten Preisbefürchtungen zu zahlen. Dummerweise habt ihr es aber geschafft meine schlimmsten Preisbefürchtungen noch mal ordentlich zu überbieten.

Ich glaube ich zahle weniger Geld, wenn ich das komplette Rock Band Set in den USA bestelle, ordentlich Porto zahle, dann noch die fetten Zollgebühren schlucke (die es übrigens ab Dezember nicht mehr gibt, hurra!), dann das Region 1 Spiel IN DEN MÜLL schmeiße, nur die Instrumente behalte und mir das europäische Spiel hier im Laden kaufe.

Kurz gesagt: FAIL.

BONUSABZOCKE: Die Songs sind hier wohl auch teurer als da drüben!

30 Kommentare Autor: Richard
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Die runden Ecken sind ganz nett.

Seit Anfang der Woche könnt Ihr das neue gamestar.de bestaunen. Was es alles neues gibt, führt Christian in diesem “Special Report” auf.

Dass wir hier alle keine Dauerbesucher auf gamestar.de sind, dürfte niemanden überraschen; aber zumindest auf technischer Ebene war sie in meinen Augen immer noch ein Positiv-Beispiel unter den deutschen Spielesites. Während die Entwickler-Teams fast aller anderen deutschsprachigen Spielemagazine immer noch auf die Amazon-Lieferung ihrer ersten CSS-Bücher zu warten schienen, bewegte sich gamestar.de in zumindest halbwegs modernen Gefilden. Dazu ein verhältnismäßig sauberes, beinahe erwachsenes Design, das sogar mit nervigen Flash-Popups nicht ansatzweise so nervig rüber kam wie die grauenvollen Tabellenorgien der Konkurrenz.

Aber das ist jetzt alles anders. Bei IDG muss man zielgerichtet überlegt haben, wie man die Site bewusst schlechter machen kann — anders kann ich mir das nicht erklären. Hier die meiner Meinung nach schlimmsten Verbrechen an Augen und Hirn des Besuchers:

Die neue Version der Site ist geradezu irrwitzig überladen. Dass man auf der Startseite von Bergen an Kästchen und Tabellen erschlagen wird, sollte man ja von (deutschen) Spielesites beinahe schon gewöhnt sein, und irgendwie passt es ja auch zu den Spielekomponentenanalyserechtecken im Heft. Richtig schlimm wird es aber auf Unterseiten, wo die aufgerufene Information nicht selten von so viel Kästchen und Tabellen bedrängt wird, dass man ihr am liebsten eine Tränengas-Dose zur Selbstverteidigung in die Hand drücken möchte.

Zu allem Überfluss präsentieren besagte Kästchen und Tabellen oft auch noch völlig irrelevante Informationen, wie z.B. die letzten Begriffe, nach denen von anderen Usern gesucht wurden (wow!), oder vollkommen zusammenhangslos präsentierte Tag Clouds (“Spiele Termin Ubisoft USK Verkauf Video”, yeah).

Und wenn ich etwas hasse, dann gut sichtbare Faulheit. Auf (deutschen) Spielesites macht sich das oft in Form vorzeitig abgehackter Teaser-Texte bemerkbar. Da stehen dann so Sachen wie “Jetzt neu: tolle Sc…”. Und vom User wird erwartet, dass er drauf klickt, um mehr zu erfahren. Ne, sowas geht auch intelligenter, Leute.

Ich könnte jetzt noch total viel über eine wirklich mies wirkende technische Umsetzung, bergeweise fehlerhafte Seiten, kaputte RSS-Feeds, Sicherheitslöcher, die sagenhaft schreckliche neue Navigation und noch so einiges andere lamentieren, aber das erspare ich euch. Lasst mich stattdessen ein wenig über die unfreiwillig komische “2.0ifizierung” der Site meckern. Denn… neben besagten Tag Clouds gibt es jetzt auch eine Blog-Funktion für die User. Oh mein Gott! Blogs!

Blogs!

Bei IDG muss jemand eines Tages also gesagt haben: “Scheiße! Da draußen ist gerade was ganz groß im Kommen!” — “Oh, was denn?” — “Diese ‘Weblogs’!” — “Stimmt, stand auch in der letzten Tomorrow!” — “Und beim DLD sagten sie ja auch, User Generated Content sei jetzt total angesagt!” — “Richtig!” — “Wir brauchen Blogs, Blogs, Blogs! Was gibt’s noch aus der Ecke?” — “…Tag Clouds?” — “Und Tag Clouds!”

Da ist also dieser Verlag, der eigentlich über die nötigen Ressourcen verfügen sollte, um etwas richtig wunderbar Cooles und Neues zu bauen. Seit Monaten (Jahren?) siechen ihm die Print-Leser davon, also überlegt er sehr, sehr ausgiebig, wie er sein Online-Angebot ausbauen und für die düstere Zukunft rüsten kann — möglicherweise hängt davon ja die Rettung des eigenen Hinterns ab — und das ist das beste, was den Jungs einfällt?

srsly.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass mir durchaus bewusst ist (nicht zuletzt aus eigener Erfahrung), dass gerade Projekte dieser Größenordnung am Ende nicht immer so rauskommen, wie sie ursprünglich geplant waren. Wenn nur noch auf Basis vermutlich busgroßer Pflichtenhefte entwickelt wird, gehen hier und da schnell die feineren Punkte verloren. Ich bin mir (trotz des angenehmen Kribbelns in meinem Bauch, wenn ich es mir vorstelle) sicher, dass weder bei IDG noch bei den beteiligten Agenturen nbsp und Studio Balboa Leute sitzen, die das Medium Web einfach grundlegend missverstehen.

Was ist also passiert?

Update: bevor ihr mich beschimpft, lest bitte noch das hier. Danke!

40 Kommentare Autor: Hendrik
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Randalieren im Zeichen der Unsterblichkeit

Manchmal bin ich wirklich froh, kein Spieletester zu sein. Die müssen (oder sollten) Spiele zumindest zu einem signifikanten Teil durchspielen, bevor sie eine Wertung vergeben. Es gibt Spiele, da macht das sicher keinen Spaß. Wie zum Beispiel Lost Odyssey, dessen Gameplay der ersten zwei Stunden primär darin besteht, Mülltonnen zu treten und Plakate von den Wänden zu reißen.

Man spielt einen typischen Final Fantasy-like Mädchen-Jungen-Mischmasch namens Kaim, der zwar wie fünfzehneinhalb aussieht, aber schon über 1000 Jahre alt und unsterblich ist, mit einer Trailerstimme spricht, die in Anbetracht seines Körperbaus so gar nicht möglich sein sollte, und nach Jahrhunderten voller blutiger Schlachten und zu vielen Winterschlussverkäufen einfach schon alle mögliche kranke Scheiße gesehen hat und daher deprimierter ist als ein komplett schwarz gekleideter Manga-Fan mit Aeris-Poster über dem Bett und einer Dragonball-Whatever-DVD-Sammlung im Regal.

Ganz ehrlich: wenn Kaim tatsächlich mal den Mund aufmacht und etwas sagt, will man sich aus dem nächsten Fenster stürzen. “Hey Kaim, alter Junge, lange nicht mehr gesehen! Wie geht es dir?” — “Das LICHT im DUNKEL erschwert MEIN HERZ, ist DAS DUNKEL doch die WIEGE meines SEINS.” — “Äh, ja… ach ja, haste mal die Zeit?” — “ZEIT ist TREIBSTOFF, WARTEN ist ERLÖSUNG, sogar die STERNE im HIMMEL bewegen den ZWIESPALT meiner ERLEUCHTUNG!”. Und wenn man ganz besonders viel Pech hat, träumt der Kerl auch noch. Und was für Zeugs! Gleich der erste Traum quält einen mit gefühlt 5 Stunden Textwüste über todkranke Kinder. Yeah! Videogames are fun!

Lost Odyssey ist ein solches Teen-Angst-Schwergewicht, dass es eigentlich mit einer entsprechenden Warnung versehen werden sollte. Abgesehen davon scheint es ein echtes Final Fantasy-”Worst Of” zu sein: lächerliches Szenario — check! Depri-Protagonisten — check! Zufallskämpfe — check! Ewiges Suchen nach der nächsten schmerzhaften Cutscene — check! Sogar der Soundtrack von Nobuo Uematsu ist überraschend furchtbar.

Schlimmes Teil. Aber zum Glück muss ich es nicht durchspielen. Bin ja kein Spieletester.

64 Kommentare Autor: Hendrik
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