Ein paar Gedanken zu Geometry Wars

Es ist nach wie vor das beste Spiel auf der Xbox 360. Nicht nur auf Xbox Live, nein, sondern auf der ganzen Konsole. Es nervt nicht mit blöden Zwischensequenzen, einer hanebüchenen Story oder miesem Emo-Gesülze, sondern kommt gleich zur Sache — und dauert selten länger als ein paar Minuten. Toll. Ich glaube nicht einmal, dass GTA IV auf Dauer dagegen anstinken können wird.

Wer mich auf seiner Xbox-Live-Freundesliste hat, sieht mich fast immer Geometry Wars spielen. Ich liebe das Spiel. Sehr. Ich will von ihm ein Kind, jawohl.

Es gibt keinen richtigen Weg, Geometry Wars zu spielen. Absolute Konzentration? Hilft vielleicht. Die Gedanken baumeln zu lassen und sich auf seine Reflexe zu verlassen, funktioniert allerdings auch. Ich brauche vor allem die Musik. Und zwar laut.

Glück spielt wahrscheinlich eine größere Rolle, als man wahrhaben mag. In den wenigen Sessions, in denen ich es über 300.000 Punkte geschafft habe, musste ich mich ziemlich darüber wundern, wie gut es flutschte.

Wenn man irgendwann endlich seinen eigenen Highscore schlägt: nicht den Fehler machen und es gleich nochmal probieren. Damit fordert man oben genanntes Glück nur heraus — und das geht immer in die Hose.

Bleibt zuletzt nur die Frage, wie es sein kann, dass Bizarre Creations’ anderes Xbox Live-Spiel, Boom Boom Rocket, so scheiße ist.

Einmal bücken bitte

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Gute Nachrichten! Rock Band kommt am 23. Mai nach Europa. Zunächst zwar nur als 360 Exklusivtitel, aber als Besitzer von zwei Plastikgitarren für die Xbox ist mir das persönlich egal. Das ist aber nicht die einzige gute Nachricht! Wir kriegen hier in Europa sofort das vollständige Programm des amerikanischen Onlineshop. Das sind satte 70 Songs zum Download. Ich hatte ehrlich gesagt damit gerechnet, dass sie uns die Hälfte der Songs verwehren und den Rest scheibchenweise verteilen. Prima.

Selbst der Preis ist gar nicht so schlecht. Da hatte ich ja auch das schlimmste befürchtet. Stattdessen gibt es nur die übliche Abzocke mit einer 1-zu-1 Umsetzung des Dollarpreises in Euro. Damit kriegen wir das Spiel für 169€.

Moment.

Kriegen wir nicht.

169€ ist zwar der Preis, aber das sind die Kosten für die Instrumente ohne Spiel. Jawohl, ohne Spiel. Für das Spiel gibt es noch mal spontan die unverbindliche Preisempfehlung von 69€. Für alle die so geschockt sind, dass sie nicht mehr richtig Kopfrechnen können: Das sind mal lässig 240 Eier für ein Videospiel.

Um das noch mal zusammen zu fassen: Der komplette Satz Instrumente inklusive Spiel kostet in den USA 169 Dollar. Das sind beim aktuellen Dollarkurs umgerechnet 107€. In Europa zahlen wir für den gleichen Spaß 240€. Ich würde sagen: Das ist das Doppelte! Ist es aber nicht. Es ist mehr als das Doppelte!

240€!

Für den Preis habe ich mir mal ein Auto gekauft. Ein AUTO! Das war ziemlich gut, und habe noch vier Räder inklusive Reifen dazu bekommen. Und einen lila Plastikdelfin, der am Rückspiegel hing!

Ich habe mit viel Spannung auf die europäische Version von Rock Band gewartet, aber für den Preis könnt die mir mal den Buckel runter rutschen. Selbst wenn ich aus Geld gemacht wäre, würde ich mir das Spiel nicht kaufen. Die Leute würden einen ja auf der Straße auslachen, wenn sie erfahren wie sehr man abgezockt wurde.

Ganz ehrlich, Electronic Arts, ich hatte mich so auf Rock Band gefreut, dass ich selbst bereit gewesen wäre, meine schlimmsten Preisbefürchtungen zu zahlen. Dummerweise habt ihr es aber geschafft meine schlimmsten Preisbefürchtungen noch mal ordentlich zu überbieten.

Ich glaube ich zahle weniger Geld, wenn ich das komplette Rock Band Set in den USA bestelle, ordentlich Porto zahle, dann noch die fetten Zollgebühren schlucke (die es übrigens ab Dezember nicht mehr gibt, hurra!), dann das Region 1 Spiel IN DEN MÜLL schmeiße, nur die Instrumente behalte und mir das europäische Spiel hier im Laden kaufe.

Kurz gesagt: FAIL.

BONUSABZOCKE: Die Songs sind hier wohl auch teurer als da drüben!

Randalieren im Zeichen der Unsterblichkeit

Manchmal bin ich wirklich froh, kein Spieletester zu sein. Die müssen (oder sollten) Spiele zumindest zu einem signifikanten Teil durchspielen, bevor sie eine Wertung vergeben. Es gibt Spiele, da macht das sicher keinen Spaß. Wie zum Beispiel Lost Odyssey, dessen Gameplay der ersten zwei Stunden primär darin besteht, Mülltonnen zu treten und Plakate von den Wänden zu reißen.

Man spielt einen typischen Final Fantasy-like Mädchen-Jungen-Mischmasch namens Kaim, der zwar wie fünfzehneinhalb aussieht, aber schon über 1000 Jahre alt und unsterblich ist, mit einer Trailerstimme spricht, die in Anbetracht seines Körperbaus so gar nicht möglich sein sollte, und nach Jahrhunderten voller blutiger Schlachten und zu vielen Winterschlussverkäufen einfach schon alle mögliche kranke Scheiße gesehen hat und daher deprimierter ist als ein komplett schwarz gekleideter Manga-Fan mit Aeris-Poster über dem Bett und einer Dragonball-Whatever-DVD-Sammlung im Regal.

Ganz ehrlich: wenn Kaim tatsächlich mal den Mund aufmacht und etwas sagt, will man sich aus dem nächsten Fenster stürzen. “Hey Kaim, alter Junge, lange nicht mehr gesehen! Wie geht es dir?” — “Das LICHT im DUNKEL erschwert MEIN HERZ, ist DAS DUNKEL doch die WIEGE meines SEINS.” — “Äh, ja… ach ja, haste mal die Zeit?” — “ZEIT ist TREIBSTOFF, WARTEN ist ERLÖSUNG, sogar die STERNE im HIMMEL bewegen den ZWIESPALT meiner ERLEUCHTUNG!”. Und wenn man ganz besonders viel Pech hat, träumt der Kerl auch noch. Und was für Zeugs! Gleich der erste Traum quält einen mit gefühlt 5 Stunden Textwüste über todkranke Kinder. Yeah! Videogames are fun!

Lost Odyssey ist ein solches Teen-Angst-Schwergewicht, dass es eigentlich mit einer entsprechenden Warnung versehen werden sollte. Abgesehen davon scheint es ein echtes Final Fantasy-”Worst Of” zu sein: lächerliches Szenario — check! Depri-Protagonisten — check! Zufallskämpfe — check! Ewiges Suchen nach der nächsten schmerzhaften Cutscene — check! Sogar der Soundtrack von Nobuo Uematsu ist überraschend furchtbar.

Schlimmes Teil. Aber zum Glück muss ich es nicht durchspielen. Bin ja kein Spieletester.

Bleibt alles anders

Wie ihr vielleicht wisst, bin ich vor ein paar Monaten nach England gezogen. Ich hatte nicht damit gerechnet, wie sich mein Leben auf einmal verändern würde; auf einmal vermisste ich “typisch deutsche” Dinge, denen ich in meiner Heimat kaum Beachtung geschenkt hatte, regte mich furchtbar über englische Angewohnheiten auf, die ich vorher so nicht kannte, und war generell ziemlich verzweifelt. Was sollte das alles? Und wo würde es mit mir hin gehen?

Das ist ein wenig so wie in Burnout Paradise. Man kennt das, was man da spielt, aber irgendwie ist es doch neu. und anders. Und irgendwie komisch. Auf einige liebgewonnene Dinge muss man komplett verzichten, dafür gibt es hier und da Neues, das es wieder rettet.

Da wäre zum Beispiel der lokale Multiplayer-Modus, der für diesen neusten Teil der Serie komplett rausrationalisiert wurde. Meiner Freundin wird das nicht gefallen, war Burnout doch immer eines der wenigen Spiele, die ihr nicht nur Spaß gemacht haben, sondern in denen sie eine reelle Chance hatte, mir eins auszuwischen.

Auf die Crash-Events der Vorgänger hingegen kann ich gerne verzichten. Ich fand die nie besonders unterhaltsam — den doofen Party-Modus haben wir nie auch nur ausprobiert. Ersetzt wurde dieser leider mit dem noch viel schlimmeren Showtime-Modus, der so dermaßen doof ist, dass man ihn nur als Last-Minute-Entwicklung, Marke “hilfe! Wir brauchen noch was mit ordentlich Kawumms! Du da, programmier mal was!” zu werten ist. Wer die durch den Spieler ausgelösten Explosionen der Vorgänger schon albern fand, wird sich bei Showtime nur noch verwirrt am Kopf kratzen. Das ist weder unterhaltsam, noch lustig, noch spannend, noch irgendwie herausfordernd. Liebes EA! Weg mit der Scheiße! Danke!

Das Wenige an Struktur, das die Vorgängertitel boten, ist in Paradise der offenen Welt zum Opfer gefallen. Statt einer vorgegebenen Liste auswählbarer Rennen und Events kann der Spieler nun an jeder Kreuzung (es gibt 120) ein Event starten, von denen sich viele nur in Details (wie z.B. der Startposition eines Rennens) unterscheiden. Finde ich aber nicht so wild, da die Event-Auswahl bei den Vorgängern auch nur eine Entschuldigung dafür war, den Spieler ein paar Mal hintereinander den A-Button drücken zu lassen.

Jetzt sagt ihr sicher: der Hendrik, der schimpft ja nur! Ist Burnout Paradise totaler Dreck, oder Hendrik lediglich besoffen?

Keine Sorge! Es gibt auch Positives zu berichten. Und zwar besagte offene Spielwelt. Ja, die rockt. Sie ist zufriedenstellend groß, bietet eine schöne Zahl an unterschiedlichen Lokalitäten (alle typischen Rennspiel-Szenarien scheinen vertreten zu sein), und ist voller großartiger Spielereien, die es zu entdecken gilt — von Sprungrampen bis hin zu kompletten versteckten Renntracks, die nicht auf der Karte verzeichnet sind. Nur Kühe habe ich keine gesehen. Schade.

Dass man nun auch “einfach mal so” ein wenig durch die Gegend rasen kann, ist ein riesiger Pluspunkt, denn mal ehrlich, es ist Burnout, und was will man in Burnout am liebsten tun? Richtig, automobilgestützte Schmerzen und Leid auf die Umgebung niederprasseln lassen. Dafür braucht man weder Crash-Events noch Rennen! Als Belohnung wartet Bling in Form von durchrasten Absperrungen und zerstörten Burnout-Postern. Keine Ahnung, ob es dafür am Ende eine echte Belohnung jenseits eines Achievements gibt, aber hey! Man darf Kram zerstören, das reicht mir.

Und am allerbesten rast es sich “einfach mal so” online mit den Freunden. Das ist überhaupt das Super-Feature von Burnout Paradise: nicht nur ist der Online-Modus hier so genial nahtlos in das Spiel integriert wie nie zuvor, nein, er macht auch noch irren Spaß! Ob die Spieler einfach nur wild in der Gegend herum fahren, sich Rennen liefern oder durch den Spiel-Leiter initiierte Challenges zu gewinnen versuchen, es gibt immer was zu tun, und es macht immer Spaß. Da vergibt man auch die völlig fehlgeleitete Takedown-Mugshot-Idee, die heute schon für Penisbilder missbraucht wird und daher sicherlich sehr schnell wieder aus dem Spiel herausgepatcht wird.

Es ist kein Paradies, dieses Paradise City, aber wenn man seinen Frieden mit dem Abhandensein gewisser Lieblingsmodi geschlossen und sich an den dauerquasselnden, superdupernervtötenden DJ Atomica gewöhnt hat, dann hat es einiges zu bieten, oh ja.

Genau wie England. (Und hier ist sogar das Bier scheiße.)

Rollensteinchenwegklickspiel

Ich bin schwach. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, mir nach meinem Umzug und dem erfolreichen Neu-Einrichten meiner Wohnung nicht sofort all die coolen Spiele zu kaufen, die in der Zwischenzeit erschienen sind. Aber jetzt stapeln sie sich doch neben meinem Fernseher: Halo 3, Mass Effect, Assassin’s Creed, Super Mario Galaxy, Orange Box, Call of Duty 4, Guitar Hero 3… seufz! Und das schlimmste daran ist: das beste Spiel, das ich seit meiner Rückkehr in die Welt der Videospiele gespielt habe, ist Bejeweled.

Natürlich nicht das normale Bejeweled, sondern Puzzle Quest. Das ist Bejeweled mit Rollenspielelementen. Nein, das stimmt nicht ganz; es ist ein Rollenspiel. Ein richtiges. Mit Quests, Charakterklassen, Levels, Skills und Spells, Gesundheit und Mana, ausbaubaren Städten, Mounts, …und wenn man kämpft, kämpft man per Bejeweled. Richtig: man rammt dem fiesen Zombiegegner keine Axt der Ewigen Verdammnis +2 in den Schädel, sondern lässt Reihen von 3 oder mehr gleichfarbigen Steinchen verschwinden. For great justice!

Im Gegensatz zum normalen Bejeweled haben die Farben der Steinchen in Puzzle Quest eine Bedeutung; mit blauen, roten, gelben und grünen Steinchen lädt man den Manavorrat für die entsprechende Zauberschule auf, für Goldsäcke gibt es, nunja, Gold, für lila Sternchen Erfahrungspunkte. Totenköpfe sind die wichtigsten, denn mit ihnen fügt man dem Gegner Schaden zu.

Klingt furchtbar albern. Ist aber genial — denn im Gegensatz zum anderen Genre-Fuck Puzzle Fighter, wo die Puzzlelei lediglich auf dem ungewöhnlichen Canvas eines Prügelspiels stattfindet, ändert der Rollenspielfaktor hier das gesamte Spiel. Auf einmal muss man genau aufpassen, welche Steinchenreihen man auflöst. Krallt man sich Mana, um einen besonders fiesen Zauberspruch zu casten? Oder die Totenköpfe, um dem Gegner Schaden zuzufügen?

Neue Spells bekommt man entweder automatisch durch das Erreichen neuer Levels, oder man lernt sie von besiegten Gegnern. Vor jedem Kampf stellt man sich ein Deck aus 6 Spells zusammen, die einem während des Kampfes zur Verfügung stehen. Kämpfe dauern übrigens in der Regel nie länger als ein paar Minuten — der “nur noch eine Runde!”-Faktor ist bei Puzzle Quest erschreckend hoch, wie ich neulich um 4 Uhr nachts feststellen musste.

Jetzt muss ich nur noch einen Weg finden, davon los zu kommen, um endlich die vielen anderen coolen Spiele spielen zu können.

Das große Achievement-Experiment

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Punktestand am Anfang: 8605
Finaler Punktestand: 8745

Ich habe ein Geständnis zu machen. Ich mag Achievements. Ja, ich weiß, sie sind ziemlich schwachsinnig, weil sie zumindest kumulativ so ziemlich gar nichts ausdrücken, außer vielleicht der Fähigkeit viel Geld für 360-Spiele auszugeben. Ein Gamerscore-Punkt ist im Endeffekt völlig nichtssagend. So manches 5-Punkte-Achievement muss man sich in wochenlanger harter Arbeit erkämpfen, während King Kong Punkte verteilt hat, als wären es Kamelle an Karneval.

Trotzdem, ich mag sie. Hin und wieder erwische ich mich sogar dabei, wie ich absichtlich etwas mache, um ein Achievement freizuschalten. Aber nur manchmal. Heute wird das anders. Heute mache ich ein Experiment.

Ich werde mich jetzt an meine 360 setzen und versuchen meinen Gamerscore nach oben zu treiben. Damit es ein vernünftiges Experiment ist, gibt es natürlich auch ein paar Regeln.

  • Ich darf nur Spiele aus dem Regal greifen, die ich schon durchgespielt habe. Spiele die ich noch nicht durch habe, dürften noch zu viele einfach zu erledigende Achievements haben und so die Ergebnisse des Experiments verfälschen. Dies schließt unter anderem Achievements aus, die man für das einfache Beenden eines Levels erhält.
  • Ich muss zunächst die Achievement-Liste der Spiele analysieren, mir ein oder mehrer erreichbar scheinende Achievements rausgreifen und dann schauen, ob ich sie freischalten kann.
  • Es zählen online und offline Achievements.
  • Achievements die man für erneutes Durchspielen von Leveln oder dem Spiel auf höherem Schwierigkeitsgrad bekommt, zählen ebenfalls. (Dürften aber aus Zeitgründen meist keine guten Kandidaten sein.)
  • Ich Liveblogge den Verlauf des Experimentes.
  • Am Schluss schauen wir, wie viele der angepeilten Achievements ich wirklich freigeschaltet habe und wie viele Punkte mir das gebracht hat.
  • Die Antination darf Spiele und spezifische Achievements vorschlagen. Sowohl für Spiele dich ich im Laufe des Tages schon aus dem Regal gegriffen habe, als auch für solche die ich noch angeschaut habe.
  • Sorry, aber meinen Gamertag behalte ich für mich, also geht bei Vorschlägen einfach mal davon aus, dass ich das Spiel habe bzw. das Achievement noch nicht freigeschaltet ist. Das dürfte im Zweifelsfall stimmen.

Für die Livegebloggte List von Spielen und Achievements einfach auf “Lesen” klicken.

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Liegt es an mir?

Es ist vollbracht — ich bin nach England umgezogen. Was für ein Akt! Wahrscheinlich ist das bei solchen Aktionen ganz normal, aber die Sachen, vor denen ich regelrecht Angst hatte, verliefen ganz einfach; und die, die eigentlich ganz locker hätten sein sollen, wurden teilweise unnötig kompliziert. Ich könnte ganze Artikel über meine Versuche schreiben, einen spielegerechten Fernseher zu ergattern. Ein echter Albtraum war das! Oder darüber, dass ich meinen Xbox Live-Account nicht auf England umschreiben lassen konnte, deswegen einen neuen erstellen musste, und jetzt mit meinen Achievements, Gamerpoints und so wieder bei Null anfangen darf. Oder darüber, wie toll es ist, mich nicht mehr über (möglicherweise auch noch schlecht) eingedeutschte Spiele oder die ganze Freigabe- und Indizierungsthematik aufregen zu müssen. Hurra!

Aber heute schreibe ich über Mass Effect.

Das hat auf metacritic.com immerhin 91% erreicht und wird von der Spielepresse beinahe einstimmig als Triumph gefeiert. Und wie so oft, seufz, scheine ich einer der wenigen zu sein, die damit nicht warm werden. Wie kann es bei all dem Aufwand so viel falsch machen?

Das fängt mit dem anscheinend völlig überflüssigen Mini-Rollenspiel-Charaktersystem an. Ohne die genauen Mechanismen zu kennen, die während der Kämpfe im Hintergrund ihre Arbeit verrichten, ist mir als Spieler völlig egal, ob Charakter X sich nun auf Shotguns spezialisiert und Charakter Y auf Assault Rifles. Oder umgekehrt. Auf die Kämpfe scheint das keinen echten Einfluss zu nehmen — zumindest keinen so großen wie die Wahl der Deckung und das Micromanagement der Squadmitglieder. Die laufen nämlich gerne mal besoffen in den sicheren Tod, die Deppen.

Das verwirrende Interface hilft da nicht weiter. Meine Squadmitglieder mit Waffen auszurüsten und diese auch noch zu upgraden ist ein wahrer Albtraum. Am liebsten würde ich alle Items in OmniGel konvertieren (nur ein Knopfdruck). OmniGel ist cool. Und dann das Gefrickel mit Waffenwahl, Spezialfähigkeiten und Zielauswahl während der Kämpfe. Argh!

Aber am allerschlimmsten finde ich, wie sie es geschafft haben, die Spielwelt komplett verlassen und steril erscheinen zu lassen. Als positives Gegenbeispiel sei hier mal Neocron genannt — das konnte dem Spieler alleine mithilfe von Soundeffekten das Gefühl vermitteln, inmitten einer rauschenden Sci-Fi-Metropole zu stehen. Egal, ob man sich in Mass Effect in einem Raumschiff, einer monströsen Raumstation oder einem lebensfeindlichen Planeten befindet — irgendwie fehlt die meiste Zeit über das aurale Ambiente. Da kann das Gezeigte noch so toll aussehen; so richtig reinversetzen kann man sich in die Welt kaum.

Mass Effect macht auch viele Dinge richtig. Aber gerade vor dem Hintergrund machen mich diese Punkte ziemlich traurig. Ganz ehrlich, bin ich denn der einzige, den die oben genannten Punkte etwas anfressen? Wie kann ein Spiel, das irgendwo zwischen Action- und Rollenspiel sitzt und keines davon richtig hinbekommt, von allen so sehr geliebt werden? Und wieso hat Richard schon einen Charakter nahe der 50? Ist er womöglich masochistisch veranlagt, oder es wird mit der Zeit noch besser? Wäh. Ich will es ja mögen! Liegt es an mir?

Zahlenspiele

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Vor ein paar Tagen habe ich mich ja ausführlich darüber beschwert, dass wir zum Weihnachtsgeschäft mit Spielen nur so zugeworfen werden, während für einen Großteil des restlichen Jahres Flaute herrscht. Für uns Spieler bringt dieser Weihnachtswahnsinn eigentlich nur Nachteile. Ich habe mich zum Beispiel monatelang auf Mass Effect gefreut, aber jetzt wo es raus ist, habe ich es nicht gekauft. Zu wenig Geld, zu wenig Zeit und viel zu viele andere Spiele.

Klar, irgendwann habe ich wieder Geld, die anderen Spiele durchgespielt und dann werde ich mir Mass Effect trotzdem holen. Aber das gilt nicht für alle Spiele die ich im Moment links liegen lasse. Kane & Lynch zum Beispiel. Wäre das im März herausgekommen, hätten die Chancen auf einen Kauf nicht schlecht gestanden. Andererseits klingt es jetzt auch nicht so gut, dass ich nächsten März noch mal drüber nachdenken werde. Falls ich doch drüber nachdenken sollte, werde ich wahrscheinlich auf den Preis schauen und dann lieber warten bis es billiger geworden ist. Bis es dann nach einer halben Ewigkeit wirklich billig geworden ist, werde ich es komplett vergessen haben.

Wann ich mich also selbst als anekdotischen Beweis betrachte, macht es wenig Sinn so viele Spiele auf einmal auf den Markt zu werfen. Klar, der Gesamtabsatz ist zu Weihnachten natürlich größer als im Juli und von so einem großen Kuchen will natürlich jeder etwas abhaben. Trotzdem wundert es einen schon, wenn solide aber unspektakuläre Shooter wie Blacksite: Area 51 oder Timeshift in ein Becken voller Haifische wie Halo 3, Call of Duty 4 und der Orange Box geworfen werden. Wie viele Shooter kann ein Mensch gleichzeitig spielen?

Sind die Publisher einfach dumm? Oder lohnt es vielleicht doch? Ich war neugierig und habe mir mal ein paar Zahlen angeschaut. Wie hätten sich Blacksite: Area 51 und Timeshift wohl verkauft, wenn sie im Sommer auf den Markt gekommen wären?

Zuerst ein paar Annahmen. Ich betrachte im Folgenden nur die Verkaufszahlen aus den USA, falls nicht anders erwähnt. Das liegt primär daran, dass ich zu den USA präzise Verkaufszahlen habe und zu Europa nicht. In Japan sind viele der betrachteten Spiele zudem gar nicht erschienen. Außerdem betrachten wir nur die Zahlen für die Xbox 360 Versionen der Spiele. Zum einen ist die PS3 gerade mal ein Jahr auf dem Markt, was nicht unbedingt zu stabilen Zahlen führt und zum anderen erleichtert mir dieser Kniff die Rechnerei.

Betrachten wir als erstes die Zahlen von Blacksite und Timeshift. Blacksite ist erst seit einer Woche auf dem Markt und ist mit 65,544 verkauften Kopien auf Platz 19 der Charts eingestiegen. Nicht gerade ein riesiger Erfolg, wenn man bedenkt dass Call of Duty 4 in seiner zweiten Woche in etwa die vierfache Menge abgesetzt hat und dass im Vergleich zur ersten Woche schon ein deutlicher Rückgang ist.

Timeshift hat sich nicht wesentlich besser gemacht. Nach drei Wochen auf dem Markt sind 130.000 Stück abgesetzt worden, davon 78.195 in der ersten Woche. Das war immerhin noch für Platz 9 der Charts gut.

Im Vergleich zu über 750.000 verkauften Call of Dutys, knapp 500.000 Orange Boxen und lässigen 6 Millionen Halo 3s macht sich das jetzt nicht so richtig super, gerade wenn man bedenkt dass Timeshift ca. seit der Kreidezeit in Entwicklung war und somit nicht unbedingt das kleinste Budget gehabt haben dürfte.

Jetzt wissen wir, dass man bei Midway und Sierra den Champagner sicher im Kühlschrank gelassen hat. Kniffliger wird jetzt die Frage, ob man ihn im Sommer vielleicht hätte heraus holen können. Leider kann man die Spiele nicht mit sich selbst vergleichen. Wir brauchen also ähnliche Spiele, die außerhalb der Weihnachtszeit veröffentlicht wurden.

Um Vergleichbarkeit zu erreichen, bleiben wir im Shooter-Genre. Relevant könnte außerdem noch die Qualität der Spiele sein. Blacksite hat bei Metacritic 65 Punkte bekommen, während Timeshift immerhin 69 Punkt mit nach Hause nehmen durfte. Beide Spiele sind also für Shooter-Fans durchaus interessant, aber sicher keine hochgelobten Titel. Interessant wäre es zudem noch, die Marketingbudgets der Spiele zu vergleichen, aber leider habe ich dazu keine Zahlen. In dem Bereich könnte die Jahreszeit auch einen großen Einfluss haben. Ist es im Sommer vielleicht einfacher und billiger das Zielpublikum zu erreichen als im werbegesättigten Weihnachtsgeschäft? Gut möglich, aber auch hier fehlen mir die Zahlen. Wir müssen also leider erstmal von einem ähnlichen Budget ausgehen. Abschließend sollte man noch beachten, dass beide Titel nicht Teil eines existierenden Franchises sind und somit ohne eine eingebaute Zielgruppe kommen.

Bei einer kurzen Analyse der in diesem Jahr veröffentlichen Spiele, habe ich folgende Titel gefunden, die für einen Vergleich geeignet scheinen: The Darkness, Call of Juarez und Hour of Victory. Ein passender Titel aus dem letzten Jahr wäre Prey. Nimmt man noch ein Spiel aus einen etablierten Franchise dazu, so wäre auch Medal of Honor: Airborne ein denkbarer Kandidat.

Mit Ausnahme von Medal of Honor sind alle diese Titel im Juni oder Juli erschienen, was zeitlich eindeutig außerhalb des Weihnachtsgeschäftes liegt. Von den Metacritic-Wertungen liegen sie zwischen 82 (Darkness) und 38 (Hour of Victory). Am nächsten an unseren zwei Vergleichtstiteln liegt Call of Juarez mit 71 Punkten.

Ich will es nicht länger spannend machen und nehme gleich vorweg, dass keiner der Titel im Sommer eine nennenswert größere Anzahl von Kopien absetzen konnte. Am erfolgreichsten war noch The Darkness mit 118.000 Stück in der ersten Woche, eine Zahl die man in der folgenden Zeit knapp verdoppeln konnte. Weniger gut lief es für Call of Juarez, das in seiner ersten Woche gerade mal 45.000 Exemplare verkaufen konnte. Noch schlechter schnitt Hour of Victory ab. Das Spiel, welches wie Blacksite von Midway stammt, wurde von den Kritikern in der Luft zerrissen und hat bis heute gerade mal 60.000 Stück verkauft, davon jämmerliche 13.000 in der ersten Woche.

Letztes Jahr brachte es Prey in etwa auf die gleichen Zahlen wie unsere beiden Vergleichsspiele mit 72.000 verkauften Exemplaren in der ersten Woche. Dies gilt, obwohl es von den Kritikern deutlich wohlwollender empfangen wurde (79 Punkte auf Metacritic).

Ähnliches gilt für Medal of Honor: Airborne, dass nicht nur einen Metascore von 83 Punkten hatte, sondern auch Teil eines lange etablierten Franchises ist. Eine erste Woche mit 82.000 abgesetzten Spielen führte zu einer Gesamtverkaufszahl von knapp 270.000 Stück.

Der einzige Erfolg den man im Sommer verbuchen kann, sind höhere Chartpositionen. Der Kuchen ist einfach kleiner. The Darkness und Medal of Honor haben sich jeweils Platz 2 bzw. 3 der Charts erobern können und selbst Call of Juarez hat es noch knapp in die Top 10 geschafft. (Nur Superflop Hour of Victory musste sich mit Platz 36 begnügen.) Dummerweise kann man sich von einer tollen Chartspositionierung nichts kaufen, insofern sind solche Zahlen wenig aussagekräftig.

Zusammengefasst: Für uns Spieler mag es nervig sein, vor Weihnachten mit Spielen zugeworfen zu werden und im restlichen Jahr dann Dürrperioden ertragen zu müssen, aber für die Verkaufszahlen von „kleineren“ Spielen scheint es keinen großen Unterschied zu machen, wann sie veröffentlicht werden Der Weihnachtskuchen ist anscheinend groß genug, dass auch diese Spiele einen fairen Anteil abbekommen. Ob man sich bei Sierra oder Midway nicht vielleicht etwas mehr erhofft hat, sei mal dahingestellt.

Eine Veröffentlichung im Sommer hätte jedenfalls auch nicht mehr Erfolg versprochen.

Pii Dschih ARR!

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Wusstet ihr, dass Project Gotham Racing ein Rennspiel ist? Wusstet ihr, dass man in Project Gotham Racing auf Stadtkursen durch große Metropolen fährt? Wusstet ihr, dass man in Project Gotham Racing durch gewisse Fahrmanöver „Kudos“-Punkte sammeln kann? Wusstet ihr, dass Project Gotham Racings Fahrmodell irgendwo zwischen Arcade und Simulation angesiedelt ist? Wusstet ihr, dass Project Gotham Racing ziemlich gut ist?

Natürlich wusstet ihr das.

Das stellt für mich jetzt ein kleines Problem dar. Schließlich will ich einen Beitrag über Project Gotham Racing 4 schreiben, aber ihr wisst eigentlich schon alles, was ihr über das Spiel wissen müsst. Ich schreibe hier ja nicht für eine Fernsehzeitschrift, sondern für ein Videospieleblog. Meine Leser wissen Bescheid.

Bleiben die Details.

Ich bin zum Beispiel dezent verärgert, dass sie das Kudos-System leicht vermurkst haben. Anstatt Kombos gibt es jetzt nämlich Sterne. Wo man früher theoretisch ein ganzes Rennen in einer einzigen Kudos-Kombo fahren und somit massenweise Bonuspunkte einsacken konnte, gibt es jetzt nur noch bis zu fünf Sterne für das längere Halten eines Kudos-Manövers. Je nach Anzahl der Sterne gibt es dann einen Sterne-Bonus. Bei fünf Sternen sind das magere 100 Punkte.

Diese Punkte kassiert man natürlich nur, wenn man die entsprechenden Kudos auch einsammelt. Wer mit fünf Sternen auf dem Konto gegen die Wand fährt, verliert die Sterne und somit auch den Bonus. Da man nicht mehr als fünf Sterne auf einmal bekommen kann, zwingt einen dieses System geradezu, alle paar hundert Kudos-Punkte aufzuhören irgendwelche coolen Manöver zu fahren, wenn man die maximale Zahl an Bonuspunkten einfahren will.

So war das doch ursprünglich nicht geplant, oder?

Schlimmer noch, sie haben meine Lieblingsdisziplin getötet. Die Cone Challenges waren mein Favorit, weil sie nicht nur die technisch anspruchsvollste Disziplin waren, sondern epische Kudos-Kombos belohnten. Es gab nichts Großartigeres in PGR2, als eine Cone Challenge in einer einzigen Kudos-Kombo zu fahren, dabei jedes Tor als Bonusmultiplikator einzusetzen und am Schluss massiv Kudos-Punkte einzusacken.

Als Ersatz gibt es jetzt die Cone Sprints, in denen Kudos gar keine Rolle mehr spielt. Tore nicht zu erwischen gibt schlichtweg eine Zeitstrafe. Gähn.

Als nicht sonderlich geglückt dürfen auch die Motorräder gelten. Die Begeisterung der Community äußert sich schon darin, ich online noch keinen einzigen Spieler gesehen habe, der sich freiwillig in ein Power-Rangers-Kostüm gezwängt und sich so einen Suizidbeschleuniger zwischen die Schenkel geklemmt hat. Wenn ich die Wahl zwischen einem Ferrari und einer hässlichen Crotchrocket habe, dürfte die Wahl immer auf den Ferrari fallen.

Aber keine Panik. PGR4 ist trotzdem super.

Zwei Dinge gefallen mir besonders. Punkt 1: Die Wettereffekte. Jedes Spiel sollte Wettereffekte haben. Ja, selbst Tetris. Wettereffekte FTW!

PGR4 macht das mit dem Wetter besonders schön. Regen der sich auf der Karosserie wiederspiegelt, Nebel der sich während eines Rennens langsam auflöst, sowie Blitz, Donner und ordentlich Schnee machen aus PGR4 nicht nur das schönste PGR aller Zeiten, sondern wirken sich auch spielerisch aus. Es gibt nicht Schöneres als einen Gegner dezent in stehendes Wasser zu schubsen und dann das Aquaplaning bei der Arbeit zu beobachten.

Punkt 2: Die perfekt modellierten Cockpits der Autos. Das gab es natürlich schon in Teil 3, in Kombination mit einem ordentlichen Gewitter ist der Effekt aber gleich doppelt so umwerfend. Selbst wenn man zu weich sein sollte, seine Rennen aus der Innenansicht zu fahren, hat man sich bei Bizarre die Mühe gemacht jedes Auto ein der original Cockpitanzeige entsprechendes HUD zu bauen.

Aber wie gesagt, das sind alles Details. Ihr kennt PGR. Deshalb brauche ich euch auch nicht zu erzählen, ob ihr es wollt oder nicht. Das wisst ihr sowieso schon.

Botched Landing

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Ich schaue nach unten. Etwa 150 Meter unter mir ist das Schlachtfeld, eine halb zerstörte Stadt in Holland. Ich überlege mir wo ich am besten landen sollte. Ich suche den grünen Rauch. Grüner Rauch ist gut, denn er deutet eine sichere Landezone an.

Ich werde rüde aus dem Flugzeug gestoßen und überschlage mich in der Luft. Mein Fallschirm öffnet sich automatisch und ich brauche eine Sekunde um mich neu zu orientieren. Unter mir ist ein Panzer auf der Straße zu erkennen. Vielleicht nicht der ideale Landeplatz.

Plötzlich sehe ich grünen Rauch. Allerdings zwei Mal. Welche der beiden Landeplätze nehme ich? Der Boden kommt mit atemberaubender Geschwindigkeit näher. Ein kurzer Blick nach oben. Hat sich der Fallschirm wirklich geöffnet? Scheint so. Eine Entscheidung muss her, und zwar schnell.

Der Boden ist schon wieder näher gekommen. Ich stelle fest, dass mir plötzlich keine der beiden Möglichkeiten mehr offen steht. Der Fallschirm ist so gebaut, dass er mich auf dem direkten Weg nach unten bringt und meine Möglichkeiten seinen Fall zu steuern sind begrenzt. Mir bleiben nur noch wenige Sekunden bis ich auf dem Boden bin. Es bleibt einfach nicht mehr genug Zeit, um noch den Weg zu den sicheren Landezonen zurück zu legen.

Also muss ich improvisieren. Direkt unter mir ist bereits ein heftiges Feuergefecht im Gange, dort zu landen wäre wohl keine gute Idee. Direkt vor mir ist eine Kirche. Wenn ich auf dem Kirchturm landen könnte…

Ich ziehe die Bremse. Das wird knapp. Bremsen ist im Allgemeinen keine so gute Idee, denn es gibt schon einen Grund warum man nur 150 Meter über dem Boden aus dem Flugzeug geworfen wird und nicht 1500 Meter. In der Luft ist man ein leichtes Ziel und je länger man in der Luft hängt, desto größer ist die Chance, dass man das Interesse eines Gegners weckt. Dennoch, ich habe keine andere Wahl.

Es reicht. Ich kann den Kirchturm noch erwischen, zumindest wenn ich es schaffe das verdammt kleine Fenster zu treffen. Ein kleine Korrektur links, noch einmal den Fallschirm bremsen und alles wird gut.

In diesem Moment sehe ich den gegnerischen Scharfschützen, der den Kirchturm ebenfalls für eine taktisch günstige Position gehalten hat. Er sieht mich auch und hebt seine Waffe.

Ein ungewisser Moment, dann treffen meine Kampfstiefel sein Gesicht.

Ich fliege durch das eine Fenster in den Kirchturm rein, er fliegt durch das andere Fenster aus dem Kirchturm raus. Sein Scharfschützengewehr hat er freundlicherweise vorher fallen lassen.

Ich atme tief durch, lade das Gewehr und mache mich an die Arbeit.

Bis zu diesem Zeitpunkt ist Medal of Honor: Airborne fantastisch. Die gute Nachricht lautet, dass man solche Momente mehrfach pro Level erlebt, denn wenn man stirbt wird man nicht einfach an einen Rücksetzpunkt versetzt, sondern wird erneut aus dem Flugzeug geworfen. Das wirft interessante taktische Fragen auf. Lande ich beim zweiten Mal in der Nähe des grünen Rauchs? Oder versuche ich möglichst nahe bei meinem nächsten Missionsziel zu landen und so eine gegnerische Stellung zu umgehen? Oder versuche ich mich an einem der sogenannten Skilljumps, speziellen und häufig schwierig zu erreichenden Landestellen, die mir Achievements freischalten?

Da man immer mehrere Missionsziele hat, die man in beliebiger Reihenfolge angehen kann, ändern sich die Antworten auf diese Fragen durchaus im Laufe eines Levels. Man kann das Missionsziel wechseln, das aktuell ausgewählte Ziel auf eine andere Art und Weise angehen, oder schlichtweg mal ausprobieren, ob man es schafft das Fenster des Kirchenturms zu treffen.

Jetzt kommt die schlechte Nachricht. Ist man erstmal auf dem Boden wird Medal of Honor: Airborne zu einem eher mäßigen und durch und durch traditionellen WW2-Shooter. Das Schlachtfeld ist eine Stufe offener und weniger durch Korridore geprägt als in der Vergangenheit, aber alles andere ist genauso wie wir es gewohnt sind, bis hin zum dem seltsamen metallischen Geräusch beim automatischen Auswerfen des Magazins aus der M1 Garand.

Airborne setzt sein Konzept einfach nicht konsequent um. Ja, ich kann überall landen wo ich möchte, aber zu den Missionszielen gibt es meist doch nur ein bis zwei Wege die ich nehmen kann. Schlimmer noch, sobald man die üblichen drei Anfangsziele erledigt hat, wird ein bis zu dem Zeitpunkt unzugänglicher Teil des Levels frei geschaltet und der zweite Teil der Mission ist wieder ein konventioneller Korridorshooter. Das geht so weit, dass man nach dem unausweichlichen Ableben nicht einmal mehr aus dem Flugzeug geworfen wird, sondern – ihr vermutet es bereits – an einen Rücksetzpunkt auf dem Boden gestellt wird.

Schlimmer noch, diese Teile des Levels sind häufig verdammt schwer. Der Nijmegen Level, dessen Anfang ich oben beschrieben habe, endet mit einer Sequenz auf der bekannten Brücke, bei der man sich an ca. 500 Nazi-Übermensch-Schergen vorbei kämpfen muss, die nicht nur alle Raketenwerfen haben, welche sie perfekt als Anti-Infanteriewaffe einsetzen können, sondern für die sie auch unendlich viel Munition am Leib tragen.

Taktische Möglichkeiten, um gegen diese bisher unbekannte Geheimwaffe des dritten Reiches anzukommen, sucht man vergeblich. Es ist eine Brücke. Eine Brücke ist ein Korridor, ein Korridor ist ein langer Gang. Hier hilft nur ein schneller Finger am Abzug und eine hohe Frustrationsschwelle, damit man nicht anfängt das Pad in Richtung Leinwand zu werfen.

Von der Fabrik, die ihre Panzer anscheinend komplett von perfekt ausgebildeten Scharfschützen zusammenschrauben lässt, will ich hier gar nicht erst reden.

Insgesamt ist Medal of Honor: Airborne kein schlechtes Spiel. Die Fallschirmabsprünge sind fast als inspiriert zu bezeichnen. In einem sehr kurzen Zeitraum muss der Spieler eine Unmenge von Informationen aufnehmen, diese Verarbeiten, daraus einen Plan entwickeln und dann korrekt umsetzen. Sowohl visuell als auch spielerisch werden hier einige tolle Momente geboten.

Anders als viele seiner Vorfahren (Allied Assault, ich schaue dich an) kann Airborne sogar ein halbwegs zufriedenstellendes Ende aufweisen. Der beste Level kommt am Schluss und bietet selbst ein gelungenes Finale.

Selbst der zum Teil hohe Schwierigkeitsgrad dürfte für Medal of Honor-Veteranen keine große Hemmschwelle darstellen. Wer Sniper’s Alley in Allied Assault überstanden hat, der wird auch mit dem Fabriklevel in Airborne klar kommen.

Für eine Neuerfindung des Franchises hat es aber erneut nicht gereicht. Dafür ist man einfach nicht konsequent genug gewesen. Behalten wir mal ein Auge auf Call of Duty 4. Vielleicht schafft Infinity Ward ja den Absprung.

Haha! Absprung! Ich schmeiß mich weg. Oder raus. Aus dem Flugzeug!!!1

Woo!

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Stranglehold ist schlicht gestrickt. Du bist Inspector Tequila aus Hard Boiled und musst sie alle erschießen. Warum? Wen kümmert’s. Das Spiel jedenfalls nicht. Mehr als ein „Careful, this is a rough neighbourhood.“ gibt es nicht und schon stürzen sich die ersten Schergen auf einen.

Wie gesagt, du bist Inspector Tequila und musst sie alle erschießen. Wenn du sie nicht alle erschießt, geht die Tür zum nächsten Raum nicht auf. Oder die Brücke zur Insel geht nicht runter. Und so weiter. Ihr kennt das Spielchen.

Jedes Gebiet ist eine kleine Arena. In der Arena sind Schergen. Die Schergen müssen alle erschossen werden. Von dir. Denn du bist Inspector Tequlia.

Das funktioniert erstaunlich gut, vor allem da die Arenen herrlich zerstörbar sind. Wenn auf einem Marktplatz oder in einer Bar erstmal alle Schergen erschossen sind, dann bietet sich ein Bild der Zerstörung wie man es so noch nicht gesehen hat. Next-Gen in Aktion.

Spielerisch ist Stranglehold allerdings eher Last-Gen. Magisch verschlossene Türen, aus dem Nichts reinspawnende Gegner und nichts anderes zu tun als Schergen zu erschießen. Tja, das hatten wir alles schon mal. Man könnte sogar sagen, es ist eigentlich nicht mehr ganz zeitgemäß.

Auch die „Tequila-Time“-Slow-Motion-Nummer gab es schon. In Max Payne. Vor sechs Jahren. Nichts Neues im Osten also.

Trotzdem, das Ganze funktioniert. Die Level sind nicht nur wunderbar kaputtbar, sondern sehen auch toll aus. In Slow-Motion am Kronleuchter zu baumeln und durch das Erschießen von Schergen Stylepunkte zu sammeln, das hat einfach was.

Außerdem, und das ist ganz wichtig: Stranglehold hat Dinosaurier. In der Mitte des Spiels muss man als Inspector Tequila nämlich im Fields Museum von Chicago Schergen erschießen. Inmitten von riesigen Dinosaurierskeletten. Dass man für deren Zerstörung ein Achievement bekommt, ignoriere ich jetzt mal. Denn so was würdet ihr ja nie tun, oder?

Kurz: Wer John-Woo-Style als Inspector Tequila Schergen erschießen möchte, der ist mit Stranglehold nicht schlecht bedient. Es ist nicht schrecklich lang, hat aber gleichzeitig genau die richtige Länge. Es ist nicht schrecklich großartig, macht aber viel Laune. Es ist nicht schrecklich abwechslungsreich, aber hui! Alles geht kaputt!

Und es gibt Tauben.

Es ist soweit

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Wir dürfen wieder. Wohlgemerkt, wir müssen nicht. Aber wir dürfen. Wir haben European Assault nicht gekauft. Wir haben Big Red One ignoriert. Wir haben Heroes nicht gespielt.

Wir haben unsere Witze gemacht.

Es sind vier Jahre seit dem furchtbaren Rising Sun vergangen. Das enttäuschende Pacific Assault ist drei Jahre her. Wir haben unsere Lektion gelernt. Nicht mal Earned in Blood haben wir uns geholt, und das war angeblich gar nicht schlecht.

Aber jetzt ist es so weit. Wir dürfen wieder.

Deswegen hole ich mir nachher Medal of Honor: Airborne. Weil die Demo eigentlich ganz nett war. Weil Eurogamer dem Spiel 8/10 Punkten gegeben hat. Weil ich Bioshock durch habe und meine Erwartungshaltung wieder auf irdische Sphären senken muss. Weil Michael Giacchino wieder die Musik gemacht hat. Und weil es ein Achievement gibt, wenn ich jemanden auf dem Kopf lande.

Hauptsächlich aber um zu schauen, ob wir auch wieder wollen.

Entzugserscheinungen

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So. Da bin ich wieder. Und was macht ein Antigamer nach vier Wochen Videospiel-Abstinenz? Er geht natürlich zu Saturn und wandelt ein Stück seiner frisch eingetroffenen Steuerrückzahlung in Videospiele um. Im Folgenden kurz meine Ersteindrücke dieser Spiele.

Jack Keane: Irgendwas ist da im Marketing schief gelaufen, denn bis gestern Abend hatte ich von dem Spiel noch nichts gehört. Zugegeben, ich war in der Mongolei und somit ziemlich von der Außenwelt abgeschnitten, aber trotzdem. Schließlich ist es ein Adventure, und als braver Adventure-Masochist, der sich solche Spiel immer wieder kauft, obwohl sie inzwischen fast alle Mist sind, bin ich doch eigentlich genau ein Teil der anzusprechenden Zielgruppe.

Immerhin ist Jack Keane von Deck 13, den Machern von Ankh, und das war eigentlich ganz putzig, wenn auch nicht putzig genug um mich zum Durchspielen zu motivieren. Dass ich Jack dann trotzdem eingesteckt habe, lag wohl an meinem akuten Videospieleentzug und, nun ja, an meinem chronischen Adventure-Masochismus. Ich weiß es besser, lerne aber aus meinen Fehlern trotzdem nicht.

Ob jetzt Jack Keane ein Fehler war, muss ich noch abwarten. Mein Ersteindruck ist allerdings nicht so cremig. Ist hübsch bunt und so, aber die Dialoge sind - wie bei deutschen Spielen üblich – furchtbar steif und ich stecke jetzt schon fest. Ich muss eine Krähe verscheuchen, habe dafür aber nur einen Sandsack zur Hand. Wenn ich ein paar Minuten Zeit investiere, finde ich dafür schon eine Lösung, aber bis zu dem Zeitpunkt war ich nicht so hingerissen von dem Spiel, dass ich bereit gewesen wäre, diese Zeit aufzuwenden.

The Darkness: Riddick war prima, insofern war ich gerne bereit Starbreezes neuestes Spiel auszuprobieren, insbesondere da es recht ordentliche Kritiken gesammelt hat. Auch hier war mein Ersteindruck allerdings nicht soooo erdbeerig. Zunächst mal hat sich grafisch seit Riddick nicht sonderlich viel getan. Da hätte ich mir etwas mehr erwartet.

Außerdem haut mich auch das Storytelling bisher nicht wirklich vom Hocker, obwohl alle das Spiel genau dafür loben. Ich weiß im Moment nicht mal mehr, wie mein Charakter überhaupt heißt und der Moment in denen er seine Darkness-Kräfte bekommt, ist nicht schlecht inszeniert, sondern gar nicht inszeniert. Im wachsen plötzlich einfach ein paar Tentakel und gut. Er scheint sich darüber nicht mal sonderlich zu wundern, was ich schon erstaunlich finde. Wenn mir plötzlich Fresstentakel wachsen würden, würde ich einen Arztbesuch erwägen, oder zumindest eine Paracetamol einwerfen. Billy (oder wie er auch immer er heißt) scheint so was entweder häufiger zu passieren, oder er ist tatsächlich so cool wie sein schwarzer Mantel andeutet, denn er zuckt nicht mal mit der Wimper.

Kurz nach diesem hochdramatischen Nicht-Ereignis ist mir dann erstmal die Lust am Weiterspielen ausgegangen. Das Kerngameplay ist nicht knackig genug, die Level zu korridorig und die deutsche Version mir dann doch einen Hauch zu zensiert, um richtiges Flair oder ordentlichen Spielfluss aufkommen zu lassen.

Trauma Center: Second Opinion: Trauma Center ist vielleicht immer noch mein Lieblingsspiel fürs DS. Es nutzt nicht nur den Touchscreen nahezu perfekt aus, es hat auch ein wenig abgenutztes Szenario. Seit Life & Death 2 vor immerhin 17(!) Jahren hat es so ein Spiel eigentlich nicht mehr gegeben. Trauma Center war natürlich nicht ohne seine Schwachstellen, wie zum Beispiel einem absolut brutalen Schwierigkeitsgrad und einer arg japanofizierte Geschichte mit den üblichen superdummen Dialogen, hat aber trotzdem einen Riesenspaß gemacht. Insofern habe ich mir nur zu gerne die Wii-Version gekauft.

Warum wir in Europa darauf jetzt weit über ein halbes Jahr warten mussten, ist mir zwar nicht wirklich klar, aber was soll’s. Ebenfalls nicht ganz klar ist mir, warum Second Opinion nur ein Remake von Under the Knife ist und nicht ein ordentliches Sequel, aber auch damit kann ich leben. Immerhin kriegt man einiges an Bonusmaterial. Ich habe noch nicht so ganz heraus wie viel genau, aber bisher bin ich auf eine OP gestoßen, die ich noch nicht kannte, habe Leute mit Elektroschocks wiederbelebt (was in der DS-Version nicht ging) und habe dazu eine komplette Seitenstory mit einer weiblichen Ärztin entdeckt, auf die sich wohl auch der Titel des Spiel bezieht.

Bonusmaterial hin und her, entscheidend ist Folgendes: Das Spiel ist immer noch super. Die Steuerung mit der Wiimote funktioniert fast noch besser als auf dem DS, hauptsächlich da die Reaktionszeit kürzer ist. Insbesondere das sehr unzuverlässige Hereinzoomen wurde verbessert. Obwohl ich das Spiel ja quasi schon einmal durch habe und ich gestern Abend dringend ins Bett musste, habe ich spontan noch ein halbes Dutzend OPs durchgeführt. Shiny!

Zusammengefasst kann man sagen: Morgen kommt Bioshock und dann werde ich wohl alle drei Spiele erstmal liegen lassen. Bei Trauma Center liegt das aber nur daran, dass ich es schon durch habe. Alle anderen sollten schleunigst zugreifen. Vielleicht findet ihr dann ja auch noch eine Heilung für meinen Adventure-Masochimus. So langsam geht der nämlich ins Geld.

Keine Zeit für nix

Puh! Wie an anderer Stelle bereits angekündigt, fällt mir das Schreiben für ein Spieleblog derzeit noch viel schwerer als sonst — denn über was soll ich schreiben, wenn ich jetzt schon seit Monaten kaum bis gar keine Zeit zum Spielen habe, Spielediskussionspartner #1 in einem kirgisischen Gefängnis feststeckt und nun auch noch ein Umzug ansteht, der organisiert werden will? Trotzdem komme ich natürlich immer wieder mal dazu, für ein paar Minuten die olle 360 oder meinen DS anzuwerfen. Hier ein paar Spiele, die ich in letzter Zeit zumindest angespielt habe:

Elite Beat Agents DS: lustig! Wenn auch nicht ganz so super wie erwartet/erhofft. Man tippt halt im Rhythmus, oder vermeintlichen Rhythmus, zur Musik. Das ist wahrlich kein Guitar Hero. Aber die bekloppten Stories, die parallel zu den Songs erzählt werden, reißen es wieder raus. Seit Project Rub bzw. Rub Rabbits nicht mehr so einen Spaß-Spaß gehabt.

Bomberman Live: womöglich das bisher großartigste Spiel auf Xbox Live Arcade, wenn es auch seltsam leise ist. Das ist tatsächlich das einzig negative, was man über dieses Spiel sagen kann. Hat man tatsächliche, echte Freunde, die auch mal zu Besuch vorbei kommen, kann man mit ihnen als Gastspieler online gehen und gegen grunzende Franzosen und so weiter antreten. Ansonsten bietet das Spiel die bekannte Bomberman-Formel mit lustigen Spielmodi und vielen Einstellungsmöglichkeiten ob der vorhandenen Powerups. Geil.

The Darkness: man läuft mit einem Dämonen in Kopf und Herzen herum und frisst selbige. Atmosphäre geil, Spiel mau. Falls es nicht eh schon indiziert und/oder verboten ist, handelt es sich dabei wohl lediglich um eine Frage der Zeit. In einem kürzlich beschlagnahmten Spiel darf man den titelgebenden auferstandenen Toten nicht mal die Herzen rausreißen. Buh.

Die BioShock-Demo: das Spiel ging mir eine ganze Weile ordentlich auf den Keks. In diversen Interviews verpasste Ken Levine keine Gelegenheit zu erwähnen, dass er vor kurzem Atlas Shrugged gefressen und ihn das ganz doll inspiriert habe. Versteht mich nicht falsch, ich habe den Schinken nicht mal selbst gelesen, aber meine Freundin hatte ihn eine ganze Weile neben dem Bett liegen, und manchmal hatte ich Angst, dass er nachts auf mich drauf fallen und mein Gesicht zerquetschen könnte. Jedenfalls war mir klar, dass ein Buch, das meine Freundin liest, und ein Spiel, in dem man in erster Linie rumläuft und auf Viecher schießt, einfach nicht zusammen passen. So entstand bei jedem weiteren Interview der Wunsch, dass der Kerl endlich die Klappe halten und zu seinem Ballermeuchelkillerspiel stehen würde. Dann kam irgendwann die Demo. Und ich fand sie furchtbar. Weil man darin tatsächlich nur rumläuft und auf Viecher schießt. Aber inzwischen (und nach mehrmaligem Durchspielen) habe ich meine Meinung sowieo meine Kaufabsicht geändert; das Teil wirkt schon ziemlich beeindruckend, vor allem der Sound. Und da sowas selten ist, bekommen die Jungs zum Dank mein Geld. Ich spiele das durch, ballere dabei auf lauter Gesocks, genieße das Drumherum und habe Spaß. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass hinter BioShock sehr viel weniger Kreativität steckt, als man vermutet. Trotz des beeindruckenden Designs passen einfach viele Dinge nicht. Aber ihr kennt ja die Spieledesigner. Ich stelle mir die Geburtsstunde des Spiels ungefähr so vor: “Jungs! Lasst uns ‘nen Shooter machen!” — “Okay! Irgendwelche Ideen?” — “Hey, wie wär’s mit einer Unterwasserstadt?” — “Cool! Das ist mal was neues. Du da hinten, setz dich mal an den Rechner und entwerfe ein paar Mutentenzombiemonster.” — “Hab ich vorhin schon! Schau mal hier! Sieht aus wie ein kleines Mädchen, ist aber voll unheimlich, glühende Augen und so!” — “Passt schon! Mach noch ein paar!” — “Ich hab übrigens gerade ein geiles Buch gefressen! Hic!” Was soll’s, wird trotzdem Spaß machen. Sicherlich mehr als Half-Life 2. Hihi.

Das reicht erstmal. Donnerstag ist Richard wieder da. Der gar nicht in einem kirgisischen Gefängnis feststeckt. Ich habe euch angelogen, einfach so.

Harry Potter und die Butterbrotdose der Verdammnis

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Erinnert ihr euch noch an die Grundschule? Oder genauer gesagt an He-Man? Wahrscheinlich nur, wenn ihr zur gleichen Zeit zur Grundschule gegangen seid, wie ich. Selbst wenn das nicht der Fall sein sollte, hat He-Man ausreichend Spuren in der Popkultur hinterlassen, um euch vielleicht vage bekannt zu sein.

Wenn nicht: He-Man war eine dieser Kombinationen aus Zeichentrickserie und Spielzeug, mit denen Eltern bis heute ordentlich das Geld aus der Tasche gezogen wird. Das Pokemon seiner Zeit eben. Nicht dass Pokemon noch der He-Man unserer Zeit wäre. Was ist jetzt eigentlich das Pokemon unserer Zeit? Ist Yu-Gi-Oh noch aktuell?

Egal. Worauf ich hinaus will ist folgendes: Butterbrotdosen.

Ihr hattet bestimmt auch eine. Sie war ein kleiner Plastikasten, in den Mama immer euere Butterbrote gepackt hat, die ihr dann auf dem Pausenhof weggeworfen habt. Wenn ihr zu den coolen Kids gehört habt, dann war der Kasten mit einem Logo oder Bild bedruckt. Solltet ihr zu meiner Grundschulzeit zu den coolen Kids gehört haben, war mit großer Wahrscheinlichkeit He-Man drauf.

Meine Eltern mussten glücklicherweise nie Geld für eine He-Man Brotdose ausgeben, weil ich He-Man schon damals als nicht ausreichend intellektuell anspruchsvoll für mich empfunden habe. Jawohl, ich war schon in der Grundschule ein unerträglich arroganter Besserwisser. Damals war ich wenigstens noch niedlich, was man heute nicht mehr behaupten kann.

Natürlich hatte ich auch damals schon meistens Recht. He-Man ist und bleibt außergewöhnlich stumpf. Ein Superheld, dessen größte Fähigkeit darin besteht, dass er…viele Muskeln hat. Wow, ich bin so beeindruckt. In der Realverfilmung wurde er von Dolph Lundgren gespielt. Das war perfektes Casting. Mehr muss man dazu nicht sagen.

Nur weil ich He-Man nicht mochte, ändert das aber natürlich nichts am Prinzip. Die coolen Kids hatten He-Man Actionfiguren und Brotdosen. Und ich nicht. Damit bin ich bis heute eigentlich ganz zufrieden. Dennoch habe ich mir letzte Woche eine Brotdose gekauft. Mit Harry Potter drauf.

Hergestellt von einer Firma namens Electronic Arts. Für meine Xbox 360.

Jawohl, die Harry Potter Spiele sind nämlich gar keine Videospiele. Sie sind Butterbrotdosen. Reine Merchandising Artikel. Dinge die sich nicht verkaufen, weil sie intrinsischen Wert haben, sondern weil außen ein Harry Potter draufgedruckt ist.

Als solches ist es nahezu komplett sinnlos sie zu rezensieren. Wer sie kauft, der weiß was er bekommt und ist damit glücklich. Man kann natürlich mal kurz nachschauen, ob die Butterbrotdose nicht kaputt geht, wenn sie hinfällt, aber das war es dann auch schon.

Eine echte Rezension würde sich nur lohnen, wenn die Designer hingegangen wären und versucht hätten die Bücher als Videospiel zu adaptieren. Das haben sie aber nicht. Sie haben nicht mal versucht den Film als Videospiel zu adaptieren, obwohl ihr Spiel ja offiziell darauf basiert. (Was natürlich den enormen Vorteil hat, dass man keinerlei eigene Vorstellungskraft ins Spiel investieren muss, sondern einfach abschreiben kann.)

Wo wir gerade beim Abschreiben sind, muss ich kurz mal den AntiTipp der Woche losweren. Liebe Studenten, wenn ihr schon bei einer Klausur von euerem Nachbarn abschreibt, dann achtet doch bitte darauf, dass der auch die gleiche Version des Lösungszettels hat. Es ist schon etwas irritierend, wenn ihr es schafft jedes Kreuzchen exakt gleich zu machen wie eurer Nachbar, dabei aber nicht merkt, dass auf seinem Zettel ein ca. zwei Meter großes „A“ steht und auf eurem ein ca. zwei Meter großes „B“. Aber das nur am Rande.

Wie gesagt, so ein Harry Potter Videospiel ist nicht mal eine Adaption des Films, denn dann hätte man ja zumindest die Geschichte ins Spiel packen müssen. So viel Mühe macht man sich da aber nicht. Es gibt zwar die eine oder andere kurze Montage die einen daran erinnert, was im Film passiert ist, hat man diesen aber nicht gesehen, so ergeben die nicht mal einen Hauch von Sinn.

Insgesamt wirft das kein gutes Licht auf Electronic Arts und die ganze Videospielbranche. Man könnte auch sagen, dass die ganze Sache recht deutlich macht, wie die Hierarchie in der Unterhaltungsbranche aussieht. Kurz zusammengefasst:

Die Videospielbranche ist Hollywoods kleine Bitch.

Wenn Warner Brothers einen Harry Potter Film macht, dann gehören dazu auch wie selbstverständlich die Rechte zu Harry Potter Videospielen. Und wenn Electronic Arts für Warner Brothers ein Harry Potter Videospiel macht, dann bückt man sich brav und produziert pünktlich zum Filmstart eine hübsche keine Butterbrotdose und bedankt sich danach artig.

Geld kann man damit natürlich eine ganze Menge machen. Aber wieso gibt es keine kreativen Leute in der Branche die sich mal hinsetzen und überlegen wie man aus den Harry Potter Büchern ein vernünftiges Videospiel macht? Ein Spiel, das sowohl für sich selbst genommen gut ist und gleichzeitig die Essenz der Bücher einfängt? Ein Spiel das eine eigene Vision von Harry Potter und seiner Welt hat und nicht nur bei Chris Columbus und Kollegen abguckt?

Und wieso gehören zu den Filmrechten immer automatisch die Videospielrechte? Somit ist fast jeder Versuch die Bücher separat als Spiel umzusetzen, zum Scheitern verurteilt. Vivendi hat es trotzdem mal versucht und rein auf Basis der Bücher ein paar Herr der Ringe Spiele gemacht. Die meisten waren Mist, aber Inevitable Entertainments Version vom Hobbit war echt ein schnuckeligs kleines Zelda, das mit den offiziellen Filmspielen den Boden gewischt hat.

Gekauft hat es trotzdem keiner. Links davon im Regal waren halt Spiele von EA, die genauso aussahen wie der Film.

Nicht dass Electronic Arts schlechte Butterbrotdosen machen würde. Das neue Harry Potter Spiel lässt einen zum Beispiel Hogwarts frei erforschen. Klar, das hätte ich mir schon vor drei Spielen gewünscht, aber besser spät als nie. Wie gesagt, wer das Spiel kauft, der weiß was er bekommt und wird seinen Spaß damit haben.

Ich habe meinen Spaß damit. Wer es unbedingt wissen will: die Butterbrotdose bleibt heile, wenn man sie auf den Boden fallen lässt. Handwerklich durchaus Qualitätsarbeit.

Trotzdem. Es wird Zeit, dass die Videospielfirmen aufhören sich zu bücken, wenn Hollywood die Seife fallen lässt. Noch wichtiger: Es wird Zeit, dass sich die Autoren und Verlage Gedanken über Videospiele machen. J.K. Rowling hat angeblich Steven Spielberg als Regisseur für den ersten Harry Potter Film abgelehnt, die Videospielrechte aber einfach so mitverkauft. Das ist kurzsichtig. Eine gute gemachte Adaption hätte ein separates Event sein können, genauso wie der Film. Stattdessen musste es sich im Warner Brothers Shop irgendwo zwischen einem Zauberbuch aus Plüsch und Professor Dumbledores Quastenhut einreihen.

Nichts gegen Butterbrotdosen. Aber Herrschaften, ein bisschen mehr Selbstbewusstsein darf es schon sein. Dann tut es auch nicht mehr so weh, wenn man sich hinsetzt.

Ernten oder nicht ernten?

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Bei Eurogamer gibt es derzeit mal wieder ein Interview, das auf meiner nach oben offenen Bullshit-Skala eine glatte 8 erreicht. Nicht dass der Artikel an sich schlecht wäre, im Gegenteil. Dass, was Ken Levine von Irrational Games da über sein neues Spiel Bioshock erzählt, lässt den vom Mainstream gelangweilten Leser vor Vorfreude Purzelbäume schlagen. Da ist von Philosophie die Rede, von unvereinbaren Weltanschauungen, von Religion, Wissenschaft und Moral. Dem Spieler soll möglichst viel Handlungsfreiheit an die Hand gegeben werden, er soll ganz nach seinem eigenen Gewissen Entscheidungen treffen und damit die Geschichte selber formen. Klingt nach GOTY 10/10 othergameslol, nicht wahr?

Habe ich auch gedacht, bis ich dann voller Vorfreude das zur gleichen Zeit veröffentlichte Preview gelesen habe. Da hört sich das dann auf einmal ganz anders an. Irgendwie hatte ich ja nach dieser Einführung eine Art Rollenspiel erwartet, aber allem Anschein nach ist Bioshock nur ein weiterer “wenn es sich bewegt ist es ein Feind” Shooter. Die ach so vollmundig beworbene Entscheidungsfreiheit beschränkt sich in realiter auf a) bearbeite ich das Monster mit einem Schraubenschlüssel, b) zünde ich das Monster an, um es dann, wenn es sich verzweifelt zu retten versucht, mit Elektroschocks zu töten oder c) spiele ich Pipemania an einem Computerterminal, damit mir eine Selbstschussanlage die Drecksarbeit abnimmt? Nach Lektüre des Artikels komme ich zu dem Schluss, dass meine Wahl lediglich den modus operandi der genreüblichen Metzelorgie beeinflusst, und ansonsten keinen weiteren Einfluss auf die Geschichte hat. Die im Interview angesprochene zwiespältige Rolle der Wissenschaft verkommt in Bioshock zum fadenscheinigen Hintergrund für ebenso alberne wie statusverbessernde Implantate.

Ach ja, wie war das noch gleich mit der Moral?

The game then spells it out to us. If we harvest, we get maximum Adam, but she dies. If we rescue, we get substantially less Adam but, Tenenbaum desperately appeals to our conscience, it will be worth our while. Our call.

We grab the girl and draw her right up to us. She’s screaming, fear etched into her face, hopelessly, pathetically writhing and trying to push us away. “No! No! NOOO!” She still seems pretty human to us…

Nun, wie sagt der Brite so treffend, der Beweis des Puddings ist im Geesse, und was bislang vom Spiel zu sehen ist sieht ja für einen Egoshooter durchaus ganz lecker aus (um mal im metaphorischen Bild zu bleiben). Aber das war es dann auch. Bioshock ist offenbar kein moralisches Diorama und auf nicht die Neuerfindung des interaktiven Rades, sondern nur ein etwas weniger tumbes Mach-alles-tot Spiel. Sieht so aus, als müssten wir noch ein wenig länger auf einen wirklich anspruchsvollen Softwaretitel warten.

Trockenzeit

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Forza 2 verzeiht nichts. Gar nichts. Es ist gnadenlos. Wer nicht aufpasst, der hat das Rennen bereits in der ersten Kurve verloren. Das gilt natürlich nur, wenn man in einem der höheren Schwierigkeitsgrade spielt, ohne Traktionskontrolle und Stabilitätsprogramm. Etwas anderes macht allerdings auch wenig Sinn, denn Forza 2 ist genau eine Sache. Eine Rennsimulation. Sonst nichts.

Hier wird nicht der Pimp-Bunke angesprochen, der seiner japanischen Reisrakete fette Rims verpassen möchte. Obwohl ein sehr mächtiges Autobemalprogramm und eine beeindruckende Auswahl an Felgen mitgeliefert werden, sollten solche Leute lieber bei Need for Speed bleiben.

Hier wird auch nicht der Möchtegern-Playboy angesprochen, der mit seinem Lambo eine palmengesäumte Straße runtercruisen und dabei den Ladies schmierige Blicke zuwerfen möchte. Obwohl Forza 2 diverse Lamborghinis, Ferraris und Porsches bietet, sollten solche Leute lieber bei Test Drive bleiben.

Nein, Forza 2 ist eine staubtrockene Rennsimulation. Wo Forza 1 noch japanische Bergstraßen hatte und wo das letzte Gran Tourismo noch schmucke toskanische Städtchen bot, gibt es in Forza 2 nur noch eine Rennstrecke nach der anderen.

Es gibt keine schicken Menüs, keine Musik während des Rennens und auch keine Möglichkeit diese einzuschalten. Man hat keine Crews, keine fetten Garagen und keine Rivalen aber wer möchte, kann stundenlang an der Ausrichtung der Vorderreifen rumschrauben. Allein dafür gibt es nämlich drei verschiedene Optionen.

Sonderlich toll aussehen tut es übrigens auch nicht. Der Look des Spiel ist schlicht und nüchtern. Zwar wurde die Optik mit ordentliche viel Farbe ausgestattet, aber leider ist sie auch etwas pixelig und hat ziemlich schlechte Beleuchtung auf den Wagen. Für die Grafik wird das Ding jedenfalls keiner kaufen.

Wie gesagt, Forza 2 ist staubtrocken. Um euch einen Vergleich zu geben: wenn ihr einen Haufen Saharasand zwei Wochen lang bei 240 Grad Ober/Unter-Hitze im Backofen hattet, dann ist das Zeugs immer noch nicht so trocken wie Forza 2.

Forza 2 ist allerdings nicht nur sautrocken, sondern auch saugut. Denn Forza 2 simuliert nicht nur, es simuliert hervorragend. Es simuliert die Reibung jedes einzelnen Reifens. Es simuliert seinen Druck, seine Wärme und seine Abnutzung. Es simuliert die Temperatur gleich an drei verschiedenen Stellen des Reifens und hat trotzdem noch Zeit sich ausführlich mit den Stoßdämpfer, der Fliehkraft und einem Schadensmodell mit über 20 verschiedenen Elementen zu beschäftigen.

Kurz gesagt: Forza 2 fühlt sich unglaublich echt an.

Wer am liebsten mit Vollgas um die Ecke schlittert und “bremsen” für ein schmutziges Wort hält, der wird an Forza 2 keine Freude haben. Wer allerdings eine perfekt gefahrene Ideallinie schätzt und Freude an einem gerade richtig gehaltenen Powerslide hat, der der dürfte gerade sein neues Rennspiel gefunden haben.

Beschwert euch aber nicht, wenn euer erstes Rennen bereit in der ersten Kurve vorbei ist. Ihr seid gewarnt.

Forza 2 verzeiht nichts.

Ich frage euch nur einmal…

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Mir ist gerade aufgefallen, dass einige von euch möglicherweise noch nicht im Besitz eines Guitar Hero Spiels sind. Diesen Leute möchte mal kurz eine Frage stellen.

Habt ihr eigentlich einen an der Waffel?

Ernst gemeinte Frage. Ich will euch nicht beleidigen, oder so. Ich möchte wirklich wissen was eure major malfunction ist, Numbnuts! Woran liegt es? Metacritic Score in den 90ern für euch nicht hoch genug für euch? Zu cool für eine Plastikgitarre? Keine PS2? Keine 360? Nicht genug Headshots und Exlosionen? Mangel an Kettenbikinibabes? Keine Arme? Gehirn zu klein? Seele verkauft? PC Action-Abonnent?

Oder könnt ihr einfach Videospiele nicht ausstehen?

Vielleicht gehört ihr zu den Leuten, die ihre Kinder immer anschreien sie sollen den “verdammtem Krach” ausmachen? Vielleicht hasst ihr Musik. Und Spaß. Und Freude, Sonnenlicht und alles was schön ist auf dieser Welt?

WAS IN ALLER WELT IST LOS MIT EUCH?!?

Du.

Ja genau. Du. Ich schaue dich an. Warum hast du noch kein Guitar Hero? Rechtfertige dich in den Kommentaren.

Sofort.

Acht Dinge die ich über die Xbox 360 nicht wusste

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Ding 1: Die 360 kommt ohne eingebauten Wireless Network Adapter.

Ja, ich Noob dachte irgendwie, dass so ein Ding schon eingebaut wäre. Was habe ich komisch geguckt, als ich da abends saß und mit meiner Box nicht ins Internet gekommen bin. Kein Xbox Live, kein System Update und vor allem keine Demos zum Ausprobieren! Suboptimal.

Ding 2: Der Wireless Netzwerk Adapter kostet 80€.

Heilige Kuh! Jetzt könnte man ja argumentieren, dass so eine Wireless Bridge hat nicht billig ist. Andererseits kommen sowohl die Wii als auch die PS3 mit einem eingebaut Wireless Adapter. Wenn der jetzt wirklich 80€ kosten würde, dann fräße der ja schon ca. ein Drittel der Kosten eines Wiis auf. Das scheint mir doch sehr unwahrscheinlich, wenn man bedenkt wie genau Nintendo bei der Entwicklung des Geräts auf die Kosten geschaut hat. In die andere Richtung würde der Preisnachteil der PS3 in Richtung 360 ein gutes Stück schmelzen, wenn der Preis fair ist. Tatsächlich schrumpft er praktisch ein ganzes Stück, denn das Ding kostet ja nun mal 80€, egal ob wir da jetzt abgezockt werden, oder nicht. Unschön.

Ding 3: Der Xbox 360 Controller ist der beste Controller EVAR.

Ehrlich. Oder zumindest der beste traditionelle Controller, mit vielen Knöpfen und Sticks und so. Er liegt perfekt in der Hand, hat genau das richtige Gewicht, genau den richtigen Widerstand bei den Sticks, genau den richtigen Druckpunkt bei den Knöpfen und ist zudem wireless, ein Feature auf das ich nie wieder verzichten möchte. Ich kann echt nicht glauben, dass Sony für die PS3 schon wieder das olle PS1-Pad recycled hat. Ich weiß, es hat seine Fans, aber…bäh.

Ding 4: Mein Gamertag von Xbox Live 1 war für Xbox Live 360 nicht gesichert.

Mit anderen Worten: Jemand anders heißt jetzt so wie ich mal hieß. Drecksmist, verdammter. Warum? Keine Ahnung. Doofe Idee, Microsoft. Ganz doofe Idee.

Ding 5: Der Xbox Support ist sehr freundlich, kann sich ohne Hilfe aber nicht mal die Schnürsenkel zubinden.

Insgesamt habe ich 45 Minuten mit denen telefoniert, bis man mir mitteilte, dass mein alter Name gar nicht gesichert wäre und das Übertragen meines Accounts wohl deshalb nicht funktioniert, weil inzwischen schon jemand anders so heißt wie ich mal hieß und ich dessen Kreditkartennummer und Adresse aus offensichtlichen Gründen nicht weiß, weswegen Xbox Live sich aus ebenfalls offensichtlichen Gründen darüber beschwert hat, dass die eingegebenen Daten nicht stimmen würden. Die Dame am Telefon war sehr nett, musste aber für jeden Satz den sie gesagt hat erstmal ca. fünf Minuten irgendwas nachlesen. Das Beste war dann, dass sie 10 Minuten lang einen schriftlichen Antrag ausfüllen musste, bis sie mein Problem eskalieren konnte. Meine Güte. Da ist noch Potential für Workflow-Optimierung, Microsoft. Witziges Detail: Sie waren total dankbar dafür, dass ich meine 360 auf Englisch gestellt hatte und ihnen die Fehlermeldungen auf Englisch vorlesen konnte.

Ding 6: Xbox Live Marketplace ist ein unfruchtbares Ödland

Da ist nichts. Aber auch wirklich gar nicht. Okay, es gibt einen Haufen von Demos, was zugegebenermaßen eine besonders coole Sache ist, wenn man die Konsole neu hat und mal ausprobieren will, was es so gibt. Aber an interessanten Spielen zum Kaufen gibt es fast nichts. Nintendo hat jetzt schon mehr Spiele auf der Virtual Console raus gebracht als Microsoft in dem Tempo jemals raus bringen wird. Klar, Microsoft ist eher auf neue Spiele aus und weniger auf Klassiker, was nicht nur besser zur der Konsole passt, sondern auch generell ganz lobenswert ist. Und solche neuen Spiele machen sich nicht von selbst, anders als Klassiker die quasi schon fertig rumliegen. Aber irgendwie kriegen sie es halt gar nicht gebacken. Schon komisch, dass sie als erster auf diesen Marketplace Zug aufgesprungen sind (ja den Zug quasi selber auf die Schienen gestellt haben) und das Ding dann so behandeln als würde man jedes Mal fiesen Fußpilz bekommen, wenn man was interessantes reinstellt. Das gilt übrigens nicht nur für Spiele, im Bereich der Videos sieht es noch düsterer aus. Das ist allerdings wohl ein deutsches (europäisches?) Problem. In den USA kann man sich da inzwischen einen Haufen von Filmen und Serien runterladen, während der komplette Inhalt hierzulande aus drei seit ca. einem Jahr abgelaufenen Trailern besteht. Super.

Ding 7: Die Xbox 360 ist eine Killerspielkonsole.

Echt. Gibt es irgendein interessantes Spiel für das System, indem man nicht auf Menschen schiesst? Ich finde das im richtigen Kontext ja nicht mal sonderlich schlimm, aber ein bisschen Abwechslung wäre schon nicht schlecht. Die Konsole bietet diverse Tom Clancys (so zwischen “ab 16″ und “keine Jugendfreigabe” angesiedelt), Gears of War (indiziert), Crackdown (bei Saturn nur aus dem Giftschrank zu haben), Dead Rising (indiziert), Lost Planet (ab 16), etc. Und das geht ja auch so weiter. Wer ernsthaft glaubt, dass Bioshock in Deutschland eine Jugendfreigabe bekommt, hat noch kein Video davon gesehen, in Assassin’s Creed spielt man einen Berufskiller und in Mass Effect werden die bösen Aliens sicher auch nicht so lange geknuddelt, bis sie das Universum wieder in Ruhe lassen. Ich bin froh, dass ich die 360 habe, aber mindestens ebenso froh, dass daneben eine Wii steht. Ihr wisst schon, wegen Manhunt 2 den ganzen bunten Spielen voll glücklicher Männchen mit großen runden Augen über dessen Köpfen Herzchen schweben. Außerdem gibt es ja noch Viva Pinata.

Ding 8: Perfect Dark Zero ist entsetzlich.

Wo wir gerade von Rare reden: um Himmels Willen! Wie in aller Welt kommt so ein grauseliges Spiel an eine Metacritic-Wertung von 81%? Akute Konsolenlaunchblindness? Intro bewertet, statt Spiel? Klar, Marc hatte mich gewarnt, aber ich hatte ja keine Ahnung. Was ein Glück, dass es eine Demo gibt. Nachher hätte ich noch jemand 5€ dafür gegeben, oder so.

Hochauflösende Probleme

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Wisst ihr was mich irritiert? Also außer der Gamestar natürlich. Nein? Na gut, dann sage ich es euch. Mich irritiert, dass die 360 so teuer ist.

Das verwirrende dabei ist allerdings, dass sie ja eigentlich gar nicht so teuer ist. Ich könnte ohne mit der Wimper zu zucken nach der Arbeit bei Saturn vorbei schauen und mit einer 360 unter dem Arm nach Hause gehen. Kostet nur knapp 400€ und man bekommt sogar noch zwei Spiele oben drauf. Man braucht nicht mal mehr eine blöde Memory Card.

Das Ganze hat aber ein Problem: ich habe keinen HDTV. Und so ein Ding kostet immer noch ordentlich Kohle. Ich habe nicht ausführlich recherchiert, aber für ein vernünftiges Gerät zahlt man bestimmt noch einen Tausender. Tja, und dann ist der Preis der Konsole plötzlich von 400€ auf 1400€ gestiegen und dabei hat man noch gar nicht die sonstigen Folgekosten betrachten. Es gibt ja inzwischen einen ganzen Haufen von Spielen, die ich für die Kiste haben will. Xbox Live braucht man auch noch und so ein Zweitcontroller ist auch immer ganz praktisch.

Das wäre aber alles zu verschmerzen, wenn da nicht dieser Tausender für den Fernseher wäre. Eigentlich hätte ich ja sogar viel lieber einen Projektor. Der kostet dann so ca. 1200€, von einer vernünftigen Leinwand ganz zu schweigen, die auch noch mal einen dreistelligen Betrag verschlingt.

Da landet man bei einem Gesamtpreis von 2000€ oder so. Meine Güte! Wo soll ich das hernehmen? Soviel zahle ich nicht mal für einen PC. Für mich persönlich wird die Problematik zusätzlich dadurch verschlimmert, dass mir noch ein cooles Sofa fehlt, auf dem ich lässig abhängen kann, während ich 360 spiele. Aber das rechne ich jetzt mal nicht mit ein.

Ich vermute hinter dieser Problematik auch den Hauptgrund für die etwas zähe Adoption der Next-Gen-Konsolen. Dass die PS3 kein Mensch so richtig haben will, mag an verschiedenen Gründen liegen, nicht zuletzt dem hohen Eigenpreis und der peinlich-arroganten Attitüde der Playstation-Führungsriege. Aber auch die 360 hinkt im direkten Vergleich mit den damaligen Verkaufszahlen der ersten Xbox ein Stück hinterher und die ist damals immer noch der PS2 hinterher gelaufen.

Ich wette es gibt einen Haufen von Leuten, die gerne eine Next-Gen-Konsole hätten und auch über die Kohle für das Gerät selber verfügen, denen es aber einfach noch an einem entsprechenden Wiedergabegerät mangelt.

Wie regelt ihr das? Seid ihr schon Mitglieder im HDTV-Club? TV oder Projektor? Schließt ihr die 360 einfach an euren SDTV an oder macht ihr es wie ich und wartet mit dem Kauf eurer HDTV-Konsole bis ihr auch einen hochauflösenden Bildschirm im Wohnzimmer stehen habt?