
Also, 2008 war das also, als hier das letzte Mal etwas von mir zu lesen war. Seitdem habe ich mir eine Mütze gekauft und war – mit von original irischer Wolle gewärmtem Kopf – gelangweilt von der Spieleszene. Oh, ich war auch gelangweilt von den Spielen selbst und tat genau das, was man da eben so macht: Sich einen Mac zulegen, wieder mit World of Warcraft anfangen und dann damit aufhören und dann gar nichts mehr spielen.
Alte Rapper kaufen sich auch öfter mal Mützen, habe ich gehört, spielen dann nur noch mit Band und werden vom Jungvolk nicht mehr gewürdigt. Bei alten Spielern hat das mit einer gewissen Säuerlichkeit und backsteinhaften Reflexen zu tun. Wir wissen natürlich, was passiert ist: Das GamerBiotop verträgt Bitterkeit nicht, es ist chemisch umgekippt und man kann die stinkende Brühe eigentlich nur noch wegschütten. Eine Schande!
Ebenso wie bei den Musikern hat bei mir die Bemützung natürlich auf gar keinen Fall mit knapper werdendem Frisurenrohstoff zu tun, sondern eher mit Kopfexpansion. Das Gehirn wird immer größer, weil sich grandiose Gedanken darin zusammenballen, die nur noch mit Mütze einigermaßen unter Kontrolle zu halten sind; in schlimmen Fällen ist es ein Fall für Hut. Wenn Hut kommt, dann ist der Moment für Großtaten gekommen.
Wie zum Beispiel für Antigames. Da passen Gedanken rein, die sonst nur die Kopfbedeckung unnötig ausbeulen. Zum Beispiel Gedanken über Spiele. Spiele sind rein therapeutisch gesehen total gut, um das Hirn schrumpfen zu lassen. Und was für Gedanken das sind!
Wie MMO mich traurig machen. Wie ich es geschafft habe, eine Konsole zu haben und wie man sich dazu selbst überreden muss.
Was das entscheidende Argument für Konsolen ist.
Warum sie mich in den Wahnsinn treiben.
Warum ich MMO immer noch mag. Obwohl die doof werden, wenn man sie spielen will.
Warum jedes gute Rollenspiel einen Hund braucht.
(Die Mütze behalte ich trotzdem.)






