Archiv für Schlagwort: AntiTipps

Harry Potter und die Butterbrotdose der Verdammnis

butterbrotdose.jpg

Erinnert ihr euch noch an die Grundschule? Oder genauer gesagt an He-Man? Wahrscheinlich nur, wenn ihr zur gleichen Zeit zur Grundschule gegangen seid, wie ich. Selbst wenn das nicht der Fall sein sollte, hat He-Man ausreichend Spuren in der Popkultur hinterlassen, um euch vielleicht vage bekannt zu sein.

Wenn nicht: He-Man war eine dieser Kombinationen aus Zeichentrickserie und Spielzeug, mit denen Eltern bis heute ordentlich das Geld aus der Tasche gezogen wird. Das Pokemon seiner Zeit eben. Nicht dass Pokemon noch der He-Man unserer Zeit wäre. Was ist jetzt eigentlich das Pokemon unserer Zeit? Ist Yu-Gi-Oh noch aktuell?

Egal. Worauf ich hinaus will ist folgendes: Butterbrotdosen.

Ihr hattet bestimmt auch eine. Sie war ein kleiner Plastikasten, in den Mama immer euere Butterbrote gepackt hat, die ihr dann auf dem Pausenhof weggeworfen habt. Wenn ihr zu den coolen Kids gehört habt, dann war der Kasten mit einem Logo oder Bild bedruckt. Solltet ihr zu meiner Grundschulzeit zu den coolen Kids gehört haben, war mit großer Wahrscheinlichkeit He-Man drauf.

Meine Eltern mussten glücklicherweise nie Geld für eine He-Man Brotdose ausgeben, weil ich He-Man schon damals als nicht ausreichend intellektuell anspruchsvoll für mich empfunden habe. Jawohl, ich war schon in der Grundschule ein unerträglich arroganter Besserwisser. Damals war ich wenigstens noch niedlich, was man heute nicht mehr behaupten kann.

Natürlich hatte ich auch damals schon meistens Recht. He-Man ist und bleibt außergewöhnlich stumpf. Ein Superheld, dessen größte Fähigkeit darin besteht, dass er…viele Muskeln hat. Wow, ich bin so beeindruckt. In der Realverfilmung wurde er von Dolph Lundgren gespielt. Das war perfektes Casting. Mehr muss man dazu nicht sagen.

Nur weil ich He-Man nicht mochte, ändert das aber natürlich nichts am Prinzip. Die coolen Kids hatten He-Man Actionfiguren und Brotdosen. Und ich nicht. Damit bin ich bis heute eigentlich ganz zufrieden. Dennoch habe ich mir letzte Woche eine Brotdose gekauft. Mit Harry Potter drauf.

Hergestellt von einer Firma namens Electronic Arts. Für meine Xbox 360.

Jawohl, die Harry Potter Spiele sind nämlich gar keine Videospiele. Sie sind Butterbrotdosen. Reine Merchandising Artikel. Dinge die sich nicht verkaufen, weil sie intrinsischen Wert haben, sondern weil außen ein Harry Potter draufgedruckt ist.

Als solches ist es nahezu komplett sinnlos sie zu rezensieren. Wer sie kauft, der weiß was er bekommt und ist damit glücklich. Man kann natürlich mal kurz nachschauen, ob die Butterbrotdose nicht kaputt geht, wenn sie hinfällt, aber das war es dann auch schon.

Eine echte Rezension würde sich nur lohnen, wenn die Designer hingegangen wären und versucht hätten die Bücher als Videospiel zu adaptieren. Das haben sie aber nicht. Sie haben nicht mal versucht den Film als Videospiel zu adaptieren, obwohl ihr Spiel ja offiziell darauf basiert. (Was natürlich den enormen Vorteil hat, dass man keinerlei eigene Vorstellungskraft ins Spiel investieren muss, sondern einfach abschreiben kann.)

Wo wir gerade beim Abschreiben sind, muss ich kurz mal den AntiTipp der Woche losweren. Liebe Studenten, wenn ihr schon bei einer Klausur von euerem Nachbarn abschreibt, dann achtet doch bitte darauf, dass der auch die gleiche Version des Lösungszettels hat. Es ist schon etwas irritierend, wenn ihr es schafft jedes Kreuzchen exakt gleich zu machen wie eurer Nachbar, dabei aber nicht merkt, dass auf seinem Zettel ein ca. zwei Meter großes „A“ steht und auf eurem ein ca. zwei Meter großes „B“. Aber das nur am Rande.

Wie gesagt, so ein Harry Potter Videospiel ist nicht mal eine Adaption des Films, denn dann hätte man ja zumindest die Geschichte ins Spiel packen müssen. So viel Mühe macht man sich da aber nicht. Es gibt zwar die eine oder andere kurze Montage die einen daran erinnert, was im Film passiert ist, hat man diesen aber nicht gesehen, so ergeben die nicht mal einen Hauch von Sinn.

Insgesamt wirft das kein gutes Licht auf Electronic Arts und die ganze Videospielbranche. Man könnte auch sagen, dass die ganze Sache recht deutlich macht, wie die Hierarchie in der Unterhaltungsbranche aussieht. Kurz zusammengefasst:

Die Videospielbranche ist Hollywoods kleine Bitch.

Wenn Warner Brothers einen Harry Potter Film macht, dann gehören dazu auch wie selbstverständlich die Rechte zu Harry Potter Videospielen. Und wenn Electronic Arts für Warner Brothers ein Harry Potter Videospiel macht, dann bückt man sich brav und produziert pünktlich zum Filmstart eine hübsche keine Butterbrotdose und bedankt sich danach artig.

Geld kann man damit natürlich eine ganze Menge machen. Aber wieso gibt es keine kreativen Leute in der Branche die sich mal hinsetzen und überlegen wie man aus den Harry Potter Büchern ein vernünftiges Videospiel macht? Ein Spiel, das sowohl für sich selbst genommen gut ist und gleichzeitig die Essenz der Bücher einfängt? Ein Spiel das eine eigene Vision von Harry Potter und seiner Welt hat und nicht nur bei Chris Columbus und Kollegen abguckt?

Und wieso gehören zu den Filmrechten immer automatisch die Videospielrechte? Somit ist fast jeder Versuch die Bücher separat als Spiel umzusetzen, zum Scheitern verurteilt. Vivendi hat es trotzdem mal versucht und rein auf Basis der Bücher ein paar Herr der Ringe Spiele gemacht. Die meisten waren Mist, aber Inevitable Entertainments Version vom Hobbit war echt ein schnuckeligs kleines Zelda, das mit den offiziellen Filmspielen den Boden gewischt hat.

Gekauft hat es trotzdem keiner. Links davon im Regal waren halt Spiele von EA, die genauso aussahen wie der Film.

Nicht dass Electronic Arts schlechte Butterbrotdosen machen würde. Das neue Harry Potter Spiel lässt einen zum Beispiel Hogwarts frei erforschen. Klar, das hätte ich mir schon vor drei Spielen gewünscht, aber besser spät als nie. Wie gesagt, wer das Spiel kauft, der weiß was er bekommt und wird seinen Spaß damit haben.

Ich habe meinen Spaß damit. Wer es unbedingt wissen will: die Butterbrotdose bleibt heile, wenn man sie auf den Boden fallen lässt. Handwerklich durchaus Qualitätsarbeit.

Trotzdem. Es wird Zeit, dass die Videospielfirmen aufhören sich zu bücken, wenn Hollywood die Seife fallen lässt. Noch wichtiger: Es wird Zeit, dass sich die Autoren und Verlage Gedanken über Videospiele machen. J.K. Rowling hat angeblich Steven Spielberg als Regisseur für den ersten Harry Potter Film abgelehnt, die Videospielrechte aber einfach so mitverkauft. Das ist kurzsichtig. Eine gute gemachte Adaption hätte ein separates Event sein können, genauso wie der Film. Stattdessen musste es sich im Warner Brothers Shop irgendwo zwischen einem Zauberbuch aus Plüsch und Professor Dumbledores Quastenhut einreihen.

Nichts gegen Butterbrotdosen. Aber Herrschaften, ein bisschen mehr Selbstbewusstsein darf es schon sein. Dann tut es auch nicht mehr so weh, wenn man sich hinsetzt.

27 Kommentare Autor: Richard
Tags: , , , ,
Spielspass im Tetrapack – für den schmalen Geldbeutel

So, jetzt aber. Nach diversen beruflichen (was soll das heissen ‘der Versuch dauert 24 Stunden’?), privaten (it hurts and stings!) und technischen (*sniff sniff* was riecht hier so verbrannt… argh mein Rechner!) Hindernissen finde ich endlich mal wieder die Zeit, was zu schreiben.

mulana.JPG

Wenn mein Computer nicht gerade in Flammen steht, verbringe ich meine Freizeit seit kurzem in den zugigen Höhlen La Mulana. Denn während mich Final Fantasy XII trotz seiner Hochglanzfassade dann doch eher anödet, hat mich der urige Retrocharme dieses Freeware-Adventures komplett in seinen Bann geschlagen. Als Peitsche schwingender, Filzhut tragender Rick Dangerous-Verschnitt (den anderen Archäologen brauche ich wohl nicht zu erwähnen) kämpft man sich durch eine irrsinnig grosse Ruine voller tödlicher Todesfallen und ebenso tödlicher Gegner. Tödlich ist dann auch das inoffizielle Leitmotiv des Spiels, denn anders als etwa in dem zwar exzellenten aber ziemlich leichten Tomb Raider Legend ist der Tod hier ständiger Begleiter. Zu Beginn des Spiels reibt man sich daher des öfteren verwundert die Augen ob der vermeintlichen Frechheiten, mit denen man in La Mulana konfrontiert wird.

Ein Beispiel: läuft man am Anfang nach links statt nach rechts (das Spiel ist übrigens komplett nicht-linear), stösst man nach ein paar Bildschirmen mit Simpelgegnern auf einen bildschirmfüllenden Koloss, der unserem Helden in Sekundenschnelle die Hosen runterzieht. Oder nochwas: die Tempelbauer von einst waren ziemlich jähzornige Gesellen; peitscht man wie in anderen Spielen einfach mal wild in der Gegend rum, kann einem durchaus schonmal die Decke auf den Kopf fallen. Daher sollte man den in der -übrigens hervorragend gestalteten- Anleitung gegebenen Rat beherzigen, gründlich alles abzusuchen, die Umgebung zu beobachten (ein Haufen Skelette rund um einen Altar sollte zu denken geben) und erst dann die Statue zu klauen. Wobei La Mulana übrigens zu keinem Zeitpunkt unfair ist, nur eben verdammt erbarmungslos. Dennoch, die kniffligen Rätsel, die Rollenspiel-ähnliche Belohnungsstruktur und nicht zuletzt die Liebe zum Detail lassen mich auch nach dem x-ten Ableben immer wieder zu dem Spiel zurückkehren.

rrootage.JPG

Ganz andere Hirnregionen stimuliert rRootage, ein weiteres Glanzstück des äusserst umtriebigen Kenta Cho (sehr empfehlenswert sind auch Mu-cade und Torus Trooper). Trotz mangelnder Feinmotorik haben mich Bullet Hell-Shooter Marke Gigawing oder Under Defeat schon immer fasziniert, nur dass die blöden Level zwischen den coolen Bossen immer genervt haben. Daher die gute Nachricht für schräge Vögel wie mich, rRootage wirft den ganzen Nonsens über Bord und konzentriert sich aufs Wesentliche: hunderte Bosse, die den gestressten Spieler mit immer wahnsinnigeren Kugelformationen beharken. Dazu vier verschiedene Spielmodi, eine Hand voll Leben und die bekannt abstrakte Präsentation, und fertig ist das perfekte Spielvergnügen für zwischendurch (falls ein Microsoft-Bot mitliest – sowas wäre perfekt für Live Arcade). Inzwischen habe ich es auf normal bis Stage 6D geschafft, wobei die Level allerdings frei anwählbar sind. Ein gutes Pad hilft da ganz schön weiter.

life is end.jpg

Kein Interesse daran, umständlich Spiele zu installieren und trotzdem Lust auf ein wenig Frust? Kein Problem, für ä生オワタ\(^o^)/の大冒険 (auch bekannt als “Your Life is End”) braucht es lediglich einen Flash (ah-ah!)-fähigen Browser, und schon kann das Haare raufen losgehen [z=springen, x=schiessen, r=restart]. Keine Sorge falls ihr schon den ersten Bildschirm nicht überleben solltet, das ist normal. Ohne perfektes Timing und pixelgenaue Sprünge stirbt man unter Garantie. Your Life is End hat da echt kein Mitleid mit dem Spieler. Spass macht es trotzdem, selbst wenn man von einem riesigen ASCII-Guile mit Somersault in den Hintern getreten kriegt (echt wahr).

ttotdead.jpg

Nicht wirklich umsonst, aber seit einer Weile auf den üblichen Abandonware-Seiten zu finden ist Segas genial-bizarres The Typing of the Dead. Für die Nicht-Eingeweihten: es ist im Prinzip der Lightgun-Klassiker House of the Dead, nur dass man die Untoten über den Haufen schreibt. Vor jedem Monster erscheint eine mehr oder weniger lange Phrase, die man in Rekordzeit nachtippen muss. Zum Glück gibt es ein sehr gutes Tutorial (sollte ich mal eine Sekretärin brauchen, werde ich sie damit testen) und die Möglichkeit, auf ein englisches Tastatur-Layout zu wechseln. Trotzdem gibt es mit einigen Satzzeichen auf einer deutschen Tastatur Probleme, da hilft dann nur wüstes Tastenhämmern.

Das klingt jetzt total unlustig, oder? Ist es aber nicht. Das Spielprinzip sollte eigentlich nicht funktionieren, und ich wäre gerne dabeigewesen, als die Entwickler ihren Geldgebern die Idee präsentierten, aber The Typing of the Dead macht erstaunlich viel Spass. Und man lernt nebenbei Zehn-Finger-Schreiben! Na wer sagt denn dass einem Computerspiele nichts beibringen können. Dieser Beitrag jedenfalls floss mir erheblich schneller als üblich aus den Händen.

24 Kommentare Autor: Stefan
Tags: , , , ,
Wohin mit dem Zaster?

ps3geld.jpg

Sony ist immer wieder für Überraschungen gut. Nach dem peinlichen E3-Auftritt und dem Glänzen durch Abwesenheit vor ein paar Tagen in Leipzig gab der Unterhaltungsriese heute bekannt, dass die Playstation 3 in Europa erst im März nächsten Jahres erscheint. Auch in den USA und Japan sieht es wohl düster aus, vor Weihnachten sollen wohl nur ein paar Hunderttausend Konsolen zum Verkauf bereit stehen. Schuld sind wohl eine äusserst magere Ausbeute an blauen Lasern und Probleme mit dem europäischen Onlinenetzwerk. Wie dem auch sei, Fakt ist dass jetzt ein Haufen unverbesserlicher Konsumjunkies im November auf einem Sack voll Geld sitzt und wahrscheinlich vor lauter Entzugserscheinungen schon in kalten Schweiss ausbricht.

Leute, euch kann geholfen werden! Exklusiv für euch hat Antigames eine schöne Liste von Sachen aufgestellt, die man für 599€ kaufen kann. Wer noch weitere gute Ideen hat, möge die bitte in den Kommentaren mit uns teilen.

reise.jpgZwei Wochen Erholungsurlaub in Ägypten, davon eine Woche Luxuskreuzfahrt auf dem Nil, die andere in einem Vier Sterne All Inclusive Hotel in Hurghada. Besucht einzigartige Sehenswürdigkeiten, bratet bei garantierter Turbostrahlung unter der afrikanischen Sonne und lasst euch von exotischen Schönheiten in die Geheimnisse des Bauchtanzes einweihen. Die paar ebenso exotischen Reisekrankheiten und die mehr oder weniger berechtigte Sorge vor Terroranschlägen sollten einen echten Videospieler nicht von der Reise abhalten. Ab 598€.

ps3gorilla.jpgTut was Gutes und werdet Tierpate. Mal ehrlich, wolltet ihr nicht schon immer einen Gorilla zum Freund haben? Kein Thema, für 30€ im Monat kriegt ihr eine schicke Urkunde und das wohlige Gefühl, die Welt ein Stück weit gerettet zu haben. Statt allerdings fast zwei Jahre lang nur immer Zwischenberichte von ein und dem selben Affen zu bekommen, könnt ihr euer Geld auch aufteilen und für einen Monat einen kompletten Zoo inklusive passendem Regenwald anmieten mit eurer Patenschaft beglücken. Oder einen Panda gegen einen Sibirischen Tiger antreten lassen. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt.

ps3wein.jpgIhr wolltet vor euren Freunden schon immer mal die dekadente Sau raushängen lassen? Kein Problem! Wie wäre es zum Beispiel mit einem Armagnac, Baron de Lustrac, Hk aus dem Jahre 1906 für geschmeidige 605€? Bonuspunkte gibt es, wenn ihr nach dem ersten Schluck das Gesicht verzieht und verkündet, dass der Fusel höchstens zum Kochen taugt. Oder zum Weinbrand einfach Currywurst und Pommes rot-weiss serviert. Tja, wenn man reich ist gehört ein gewisser Spleen einfach dazu.

ps3ringe.jpgBastelt die grösste Kettenrüstung der Welt und werdet gleichzeitig persona non grata der Deutschen Post AG mit 60.000 Kettenringen. Da ich selbst schon mal so ein Tausender-Säckchen in der Hand hatte weiss ich, dass die Dinger verteufelt schwer sind. Aber was soll’s, sie werden ja schliesslich bis an die Haustür geliefert. Mit so vielen Ringen könnt ihr Kettenhemden für die ganze Familie häkeln, und habt noch welche über für den ultimativen DS-Protektor. Weihnachten ist gerettet!

152 Kommentare Autor: Stefan
Tags: , , ,
Aufgetrocknet

haartrockner1.jpg

Ich habe mir Deep Labyrinth aus Kanada schicken lassen. Ich hätte auch Starfox Command kaufen können, aber nein, ich muss ja immer die komischen Spiele haben. Jedenfalls habe ich noch nicht genug gespielt, um irgendwie eine Kritik formulieren zu können, freut euch also nicht zu früh. Zumindest eine kleine Anekdote muss ich aber dringend loswerden. Hauptsächlich weil ich selber nicht so recht glaube, dass mir das gerade tatsächlich passiert ist. Achtung, festhalten:

Ich habe eben eine Tür aufgefönt.

Ihr habt mich schon richtig verstanden. Aber zur Klärung des Sachverhaltes: Die Tür war virtuell (in Deep Labyrinth), der Fön aber echt (in meinem Badezimmer). Seht ihr, wie irgendwie in jedem Nintendo DS Spiel muss man in Deep Labyrinth nämlich hin und wieder ins Mikrofon pusten. (Ich freue mich schon auf das erste Rennspiel, das damit eine Alkoholkontrolle simuliert. Autobahnraser DS vielleicht?) Jedenfalls kann man damit alte Steintafeln von Staub befreien, usw. Der übliche Kram. Als ich eine Tür partout nicht aufgekriegt habe, dachte ich mir also “Du könntest ja mal pusten.Vielleicht bringt das was”. Und siehe da: Es brachte. Die Tür ging auf. Allerdings nur einen winzig kleinen Spalt und egal wie sehr ich meine asthmageplagten Kümmerlungen auch angestrengt habe, mehr als ein Spalt war nicht drin.

Tja, und dann bin ich halt ins Badezimmer gegangen, habe den Fön gezückt und die verdammte Tür aufgefönt. Wenn bei euch also mal wieder ein Tür klemmt, lautet der Antigames™ Protipp™: Nehmt einen Braun Professional 1800 Haartrockner des Türenöffnens +2.

Klappt super.

26 Kommentare Autor: Richard
Tags: , , ,
Der AntiGames™ AntiTipp™ des Tages, Folge 6

Heute: Golf

Konfuzius sagst: Wenn du auf der Driving Range stehst, dann lasse beim Schwung nicht den Schläger los. Sonst fliegt der zehn Meter weit und der Ball nur einen. Dann kommst du dir sehr doof vor.

20 Kommentare Autor: Richard
Tags: ,
Was auf die Ohren

IMGP0057.JPG

Könnt ihr vor lauter Vorfreude auf Final Fantasy XII auch schon nicht mehr ruhig schlafen? Sucht ihr das ideale Geburtstagsgeschenk für einen Videospielefreak? Kauft ihr aus Prinzip alles, was auch nur annähernd wie eine Special Edition aussieht? Oder mögt ihr einfach nur gute Musik?

Dann kann euch geholfen werden! Square Enix hat zusammen mit Aniplex eine extrem edle Limited Edition des Final Fantasy XII Soundtracks herausgegeben, die seit Freitag nonstop in meinem CD-Spieler rotiert. 4 CDs! 100 Tracks! Beinahe 5 Stunden hervorragende Musik von Hitoshi Sakimoto! Tonnenweise Artworks! Bildschönes Booklet! All das kann auch euch gehören, für nur $39, plus $9 Versandkosten und 7,70€ Zollgebühren. Mehr Informationen und Hörproben gibt es bei Wikipedia.

Übrigens gibt es auch von der US-Version des eigentlichen Spiels eine Special Edition, die allerdings exklusiv nur bei EBgames und Gamestop zu kriegen ist. Wer die absolut unverschämten Versandkosten nicht scheut sollte unbedingt zugreifen, das Cover der regulären Version ist nämlich mal wieder unter aller Kanone.

26 Kommentare Autor: Stefan
Tags: , ,
Der AntiGames™ AntiTipp™ des Tages, Folge 6

Heute: Oblivion

Konfuzius sagt: Wenn du dich gerade beim Spielen von Titan Quest daran gewöhnt hast, mit der Taste “C” dein Charakterblatt anzuschauen, dann spiele besser nicht direkt danach Oblivion. Vor allem nicht wenn du gerade vor einen Wache stehst und dein ausgewählter Zauberspruch “Feuerball” ist. Sonst holt die Wache nämlich ihre Freunde und sie hauen dich gemeinsam tot. Dann kommst du dir sehr doof vor.

29 Kommentare Autor: Richard
Tags: ,
Im Land der verschollenen Spiele – Teil 2

africa2.jpg

(Teil 1)

Gestern abend hat ein Leser angefragt, wo es denn wohl Stella Deus zu kaufen gäbe. Zur Erinnerung, Stella Deus: The Gate of Eternity ist ein strategisches Japan-Rollenspiel für die PS2 im Stil von Vandal Hearts, mit schicker Grafik und solidem Kampfsystem. Letzten Freitag ist es endlich in Europa erschienen, was aber wohl in dem Trubel um die Veröffentlichung von Oblivion untergegangen ist. Erfreuliche Nachricht am Rande: im Gegensatz zu Atelier Iris hat Stella Deus wohl einen 60 Hz Modus, so dass dem Balken- und ruckelfreien Spielgenuss nichts im Wege steht. Gute Arbeit, 505 Game Street.

Jetzt aber zurück zur ursprünglichen Frage: die PAL-Version von Stella Deus gibt es zum Beispiel bei

Play.com (40€)
oder Video&Game (38€)

Auch hier sollte man wohl nicht zu lange mit dem Kauf warten, da das Spiel mit Sicherheit nur in einer kleinen Auflage ausgeliefert wurde.

1 Kommentar Autor: Stefan
Tags: , , ,
Ein guter Tag für Sammler

atiris.jpg

Meine Empfehlung des Tages: Atelier Iris – Eternal Mana. Ein wunderbar charmantes, Sprite-basiertes Rollenspiel mit erstaunlich viel Tiefgang und tonnenweise Slapstick-Humor. Wie üblich wird es in Europa total floppen und Mitte nächsten Jahres zum doppelten Preis bei Ebay verhökert werden. Aber immerhin wird kein Antigames-Leser behaupten können, er hätte es nicht vorher gewusst. Da ich mich anderswo schon genug über das Spiel ausgelassen habe (grässliche Rechtschreibfehler inklusive), lasse ich jetzt lieber die professionellen Kritiker zu Wort kommen.

Even when padded with so many routine elements, RPG players will probably enjoy Atelier Iris: Eternal Mana, and why not? What seems routine to a non-fan is just genre convention to an insider. – G4 TV

Patience with Atelier Iris, however, comes with its own rewards as the game manages to open up in more creative ways (besides the mastery of the simple but solid fighting system) once you begin amassing Mana and mana. – games(TM)

The game’s inimitable character bursts at the seams of what was clearly a limited budget. There is none of SquareSoft’s dull-eyed cinematic waste here, which will no doubt alienate swarms of both genre fans and critics. But the charm of the title coupled with its breathtaking breadth and depth will win over more discerning gamers. – Edge

This is a quintessentially Japanese videogame reminiscent of classic 16-bit titles such as Secret of Mana and Chrono Trigger, albeit married to a Nippon Ichi-style fanaticism for detail and Pokemon’s kleptomaniacal Gotta Catch ‘Em All mechanic. – Eurogamer

But just because Atelier Iris has its problems and isn’t game of the year material, that doesn’t mean that it isn’t an inspiring experience. It’s quite the contrary actually, as Eternal Mana is terrific fun and one of those rare examples of a product that transcends its list of problems through sheer personality, charm, and surprise. – IGN

Und kaufen könnt ihr es zum Beispiel hier, oder in eurem (gut sortierten) Spieleladen um die Ecke. Wer noch andere Bezugsquellen kennt, die das Spiel tatsächlich auch vorrätig haben, möge die bitte ergänzen. Es scheint jetzt schon schwierig zu sein, an Atelier Iris ranzukommen.

11 Kommentare Autor: Stefan
Tags: , ,
SWAT 4 – Killerspiel mal anders

swatvier.jpg

Obwohl ich eigentlich kein grosser PC-Spieler bin, habe ich mir letzte Woche die SWAT 4 Gold Edition gekauft. Ehrlich gesagt hatte ich sowohl mit Ravenshield als auch dem ersten Splinter Cell grossen Spass, aber irgendwann geht einem die ständige Tom Clancy-Indoktrination doch massiv auf die Nerven. Warum also nicht was neues ausprobieren und statt knallharter Soldaten mit Totenköpfen auf den Armen mal unterbezahlte Gesetzeshüter ins Gefecht schicken?

In SWAT 4 führt man mit seinem fünf Mann starken Sondereinsatzkommando insgesamt 16 “Festnahmen mit hohem Risiko” durch, dank Addon sind es in der Gold Edition nochmal einige mehr. Dabei geht man im Prinzip immer gleich vor; Leute vor einer Tür aufstellen, nächsten Raum ausspähen, stürmen (oder stürmen lassen, ist für die eigene Gesundheit wesentlich besser). So weit, so bekannt. Anders als im offensichtlichen Genrekollegen Rainbow Six kann man jetzt allerdings nicht einfach so alles über den Haufen ballern, was einem vor eine seiner zahlreichen Flinten kommt. Immerhin mimt man einen Polizisten, und Verdächtige in Leichensäcken kann man halt so schlecht verhören. Also pustet man den schwer bewaffneten Ganoven Pfeffer ins Gesicht, beschiesst sie mit Bohnensäckchen, ärgert sie mit Gummikügelchen und brüllt sie an; immer in der Hoffnung, dass sie sich irgendwann ergeben.

Irgendwie ist es zwar skurril, wenn man zu fünft einen kleinen Drogendealer anbrüllt und er trotz allem nicht aufgibt, aber dennoch sind solche lebensnahen Konfliktsituationen wesentlich spannender als das übliche “wer schiesst schneller”. Das soll jetzt nicht heissen, dass SWAT 4 perfekt sei, oh nein. Die KI hat Macken, das Spiel wird im Laufe der Zeit kackschwer und die lieben Kollegen rühren keinen Finger, wenn man es ihnen nicht befiehlt. Trotzdem ist es nett zu sehen, dass es auch männliche Männerspiele gibt, die einen trotz der martialischen Aufmachung für ein gewaltfreies Vorgehen belohnen. Auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad darf man bereits neu laden, wenn man auch nur einen einzigen Gangster in Notwehr erschiesst. Das ist zwar dank renitenter und äusserst Verhaftungs-unwilliger Bösewichte so gut wie unmöglich, aber dennoch ein begrüssenswerter Ansatz. Leider passt er wohl nicht ganz zur derzeiten “Best of the best” Euphorie rund um den nicht versiegenden Output von Herrn Clancy. Schade drum.

22 Kommentare Autor: Stefan
Tags: , ,