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Pii Dschih ARR!

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Wusstet ihr, dass Project Gotham Racing ein Rennspiel ist? Wusstet ihr, dass man in Project Gotham Racing auf Stadtkursen durch große Metropolen fährt? Wusstet ihr, dass man in Project Gotham Racing durch gewisse Fahrmanöver „Kudos“-Punkte sammeln kann? Wusstet ihr, dass Project Gotham Racings Fahrmodell irgendwo zwischen Arcade und Simulation angesiedelt ist? Wusstet ihr, dass Project Gotham Racing ziemlich gut ist?

Natürlich wusstet ihr das.

Das stellt für mich jetzt ein kleines Problem dar. Schließlich will ich einen Beitrag über Project Gotham Racing 4 schreiben, aber ihr wisst eigentlich schon alles, was ihr über das Spiel wissen müsst. Ich schreibe hier ja nicht für eine Fernsehzeitschrift, sondern für ein Videospieleblog. Meine Leser wissen Bescheid.

Bleiben die Details.

Ich bin zum Beispiel dezent verärgert, dass sie das Kudos-System leicht vermurkst haben. Anstatt Kombos gibt es jetzt nämlich Sterne. Wo man früher theoretisch ein ganzes Rennen in einer einzigen Kudos-Kombo fahren und somit massenweise Bonuspunkte einsacken konnte, gibt es jetzt nur noch bis zu fünf Sterne für das längere Halten eines Kudos-Manövers. Je nach Anzahl der Sterne gibt es dann einen Sterne-Bonus. Bei fünf Sternen sind das magere 100 Punkte.

Diese Punkte kassiert man natürlich nur, wenn man die entsprechenden Kudos auch einsammelt. Wer mit fünf Sternen auf dem Konto gegen die Wand fährt, verliert die Sterne und somit auch den Bonus. Da man nicht mehr als fünf Sterne auf einmal bekommen kann, zwingt einen dieses System geradezu, alle paar hundert Kudos-Punkte aufzuhören irgendwelche coolen Manöver zu fahren, wenn man die maximale Zahl an Bonuspunkten einfahren will.

So war das doch ursprünglich nicht geplant, oder?

Schlimmer noch, sie haben meine Lieblingsdisziplin getötet. Die Cone Challenges waren mein Favorit, weil sie nicht nur die technisch anspruchsvollste Disziplin waren, sondern epische Kudos-Kombos belohnten. Es gab nichts Großartigeres in PGR2, als eine Cone Challenge in einer einzigen Kudos-Kombo zu fahren, dabei jedes Tor als Bonusmultiplikator einzusetzen und am Schluss massiv Kudos-Punkte einzusacken.

Als Ersatz gibt es jetzt die Cone Sprints, in denen Kudos gar keine Rolle mehr spielt. Tore nicht zu erwischen gibt schlichtweg eine Zeitstrafe. Gähn.

Als nicht sonderlich geglückt dürfen auch die Motorräder gelten. Die Begeisterung der Community äußert sich schon darin, ich online noch keinen einzigen Spieler gesehen habe, der sich freiwillig in ein Power-Rangers-Kostüm gezwängt und sich so einen Suizidbeschleuniger zwischen die Schenkel geklemmt hat. Wenn ich die Wahl zwischen einem Ferrari und einer hässlichen Crotchrocket habe, dürfte die Wahl immer auf den Ferrari fallen.

Aber keine Panik. PGR4 ist trotzdem super.

Zwei Dinge gefallen mir besonders. Punkt 1: Die Wettereffekte. Jedes Spiel sollte Wettereffekte haben. Ja, selbst Tetris. Wettereffekte FTW!

PGR4 macht das mit dem Wetter besonders schön. Regen der sich auf der Karosserie wiederspiegelt, Nebel der sich während eines Rennens langsam auflöst, sowie Blitz, Donner und ordentlich Schnee machen aus PGR4 nicht nur das schönste PGR aller Zeiten, sondern wirken sich auch spielerisch aus. Es gibt nicht Schöneres als einen Gegner dezent in stehendes Wasser zu schubsen und dann das Aquaplaning bei der Arbeit zu beobachten.

Punkt 2: Die perfekt modellierten Cockpits der Autos. Das gab es natürlich schon in Teil 3, in Kombination mit einem ordentlichen Gewitter ist der Effekt aber gleich doppelt so umwerfend. Selbst wenn man zu weich sein sollte, seine Rennen aus der Innenansicht zu fahren, hat man sich bei Bizarre die Mühe gemacht jedes Auto ein der original Cockpitanzeige entsprechendes HUD zu bauen.

Aber wie gesagt, das sind alles Details. Ihr kennt PGR. Deshalb brauche ich euch auch nicht zu erzählen, ob ihr es wollt oder nicht. Das wisst ihr sowieso schon.

109 Kommentare Autor: Richard
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Trockenzeit

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Forza 2 verzeiht nichts. Gar nichts. Es ist gnadenlos. Wer nicht aufpasst, der hat das Rennen bereits in der ersten Kurve verloren. Das gilt natürlich nur, wenn man in einem der höheren Schwierigkeitsgrade spielt, ohne Traktionskontrolle und Stabilitätsprogramm. Etwas anderes macht allerdings auch wenig Sinn, denn Forza 2 ist genau eine Sache. Eine Rennsimulation. Sonst nichts.

Hier wird nicht der Pimp-Bunke angesprochen, der seiner japanischen Reisrakete fette Rims verpassen möchte. Obwohl ein sehr mächtiges Autobemalprogramm und eine beeindruckende Auswahl an Felgen mitgeliefert werden, sollten solche Leute lieber bei Need for Speed bleiben.

Hier wird auch nicht der Möchtegern-Playboy angesprochen, der mit seinem Lambo eine palmengesäumte Straße runtercruisen und dabei den Ladies schmierige Blicke zuwerfen möchte. Obwohl Forza 2 diverse Lamborghinis, Ferraris und Porsches bietet, sollten solche Leute lieber bei Test Drive bleiben.

Nein, Forza 2 ist eine staubtrockene Rennsimulation. Wo Forza 1 noch japanische Bergstraßen hatte und wo das letzte Gran Tourismo noch schmucke toskanische Städtchen bot, gibt es in Forza 2 nur noch eine Rennstrecke nach der anderen.

Es gibt keine schicken Menüs, keine Musik während des Rennens und auch keine Möglichkeit diese einzuschalten. Man hat keine Crews, keine fetten Garagen und keine Rivalen aber wer möchte, kann stundenlang an der Ausrichtung der Vorderreifen rumschrauben. Allein dafür gibt es nämlich drei verschiedene Optionen.

Sonderlich toll aussehen tut es übrigens auch nicht. Der Look des Spiel ist schlicht und nüchtern. Zwar wurde die Optik mit ordentliche viel Farbe ausgestattet, aber leider ist sie auch etwas pixelig und hat ziemlich schlechte Beleuchtung auf den Wagen. Für die Grafik wird das Ding jedenfalls keiner kaufen.

Wie gesagt, Forza 2 ist staubtrocken. Um euch einen Vergleich zu geben: wenn ihr einen Haufen Saharasand zwei Wochen lang bei 240 Grad Ober/Unter-Hitze im Backofen hattet, dann ist das Zeugs immer noch nicht so trocken wie Forza 2.

Forza 2 ist allerdings nicht nur sautrocken, sondern auch saugut. Denn Forza 2 simuliert nicht nur, es simuliert hervorragend. Es simuliert die Reibung jedes einzelnen Reifens. Es simuliert seinen Druck, seine Wärme und seine Abnutzung. Es simuliert die Temperatur gleich an drei verschiedenen Stellen des Reifens und hat trotzdem noch Zeit sich ausführlich mit den Stoßdämpfer, der Fliehkraft und einem Schadensmodell mit über 20 verschiedenen Elementen zu beschäftigen.

Kurz gesagt: Forza 2 fühlt sich unglaublich echt an.

Wer am liebsten mit Vollgas um die Ecke schlittert und “bremsen” für ein schmutziges Wort hält, der wird an Forza 2 keine Freude haben. Wer allerdings eine perfekt gefahrene Ideallinie schätzt und Freude an einem gerade richtig gehaltenen Powerslide hat, der der dürfte gerade sein neues Rennspiel gefunden haben.

Beschwert euch aber nicht, wenn euer erstes Rennen bereit in der ersten Kurve vorbei ist. Ihr seid gewarnt.

Forza 2 verzeiht nichts.

34 Kommentare Autor: Richard
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Keine Zeit

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Wenn ich im Moment auch nur 30 Sekunden freie Zeit hätte, dann würde ich Kritiken zu Bus Driver und zu Peacemaker schreiben. So muss ich mich damit begnügen, festzustellen dass ich beide Spiele ganz cool finde.

Wenn ich ca. 60 Sekunden frei hätte, würde ich auch noch über die Bedeutung der Indie-Szene philosophieren. Stattdessen muss ich mich damit begnügen, festzustellen dass mir ein so breit gefächertes Kontrastprogramm zu den Spielen die üblicherweise aufs Gamestar-Cover kommen, wirklich große Freude bereitet.

Habe ich aber nicht. Wer also dringend Antigames-Content braucht, der kann sich die Spiele ja anschauen (es gibt Demos) und die Kommentare mit eloquenten und aufschlussreichen Rezensionen selbiger füllen.

42 Kommentare Autor: Richard
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Abenteuer 2.0

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Achtung: Dieser Beitrag enthält keinen einzigen Aprilscherz. Versprochen. Wir sind uns für diesen Unsinn zu schade und ihr seid sowieso nicht doof genug, um auf so was reinzufallen. Also sparen wir uns das einfach. Ende der Durchsage.

Ich habe in meinem Leben schon so einige Abenteuer erlebt. Zum Beispiel habe ich Atlantis entdeckt. Gleich mehrfach! Ich habe, Lichtschwert in der Hand, die Galaxis von der Tyrannei befreit. Ich habe mich mit der Yakuza angelegt und Armeen von Untoten bekämpft. Ich habe mehr Ferrari Enzos geschrottet als Stefan Eriksson. Ich habe mehr geheime Untergrundlabors infiltriert als James Bond. Ich war Deutschland. Ich war Canada.

Ich war Fußballweltmeister.

Ich war ein Rockstar und ein Rennfahrer. Ich war ein blauer Igel, ich war ein roter Klempner und die Prinzessin hat mir einen Kuchen gebacken. Ich war ein Pirat. Ich war ein Ninja. Ich war der Prinz von Persien und der König der Welt.

King Kong had nothing on me.

Ich habe von den Reichen gestohlen und den Armen gegeben. Kein Gefängnis der Welt hat mich halten können. Ich bin durch die Zeit gereist und von Dinosaurier gejagt worden. Ich habe Kolosse erklommen und sie auf die Knie gezwungen. Ich war der Schnellste. Zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

Ich war ein Psychonaut.

Alles in allem nicht schlecht, für jemanden der noch nicht mal 30 ist. Es gibt da nur ein kleines Problem. Das war alles nicht echt. Diese Abenteuer (und noch viele andere) habe ich nur in meinem Kopf erlebt, und zwar mit Hilfe des einen oder anderen Videospiels.

Das ist schon okay. Ich bin ganz froh, dass ich nicht wirklich der Prinz von Persien bin. Das Problem mit der Staatsverschuldung soll mal jemand anders lösen. Ich bin auch ganz froh, dass ich nicht wirklich diverse Dutzend Enzos geschrottet habe. Diese Blamage überlasse ich lieber zweitklassigen schwedischen Kriminellen und drittklassigen amerikanischen Schauspielern. Auch mein sauberes polizeiliches Führungszeugnis hat sich schon als nützlich erwiesen. Nur damit ist es möglich, dass ich jeden Monat eine kleine aber feine Summe euer Steuergelder überwiesen bekomme.

Trotzdem, so ein bisschen echtes Abenteuer, das wäre schon reizvoll, oder? Und genau das werde ich jetzt mal probieren.

Am 21. Juli werde ich mich mit meinem Freund Martin in London in ein Schrottauto setzen und versuchen damit in die Mongolei zu fahren.

Wir nehmen an der Mongol Rally 2007 teil, einer Ausdauerrallye von London nach Ulan Bator. Die Teilnehmer der Rallye müssen in einem alten Auto mit maximal einem Liter Hubraum eine Strecke von 13.000 Kilometern zurücklegen, um schließlich in der Mongolei anzukommen. Die Route führt über einige der schlechtesten Straßen der Welt, über diverse Gebirgszüge und durch mehrere Wüsten. Dabei sind wir komplett auf uns eine alleine gestellt. Es gibt keine Begleitfahrzeuge, keine Checkpoints und kein Garantien.

Ja, wir haben potentiell einen an der Waffel.

Ausführliche Details zur Rallye findet ihr auf der offiziellen Homepage unter www.mongolrally.com. Wer unser Abenteuer verfolgen will, der sollte regelmäßig unser Blog unter www.mongolrally.de verfolgen. Dort gibt es genauere Details zu uns, unserer Route, unserem Auto (sobald wir denn eins haben) und zu den ganzen anderen Dingen die wir dringend machen müssen, bevor es los geht. (Habt ihr schon mal ein Visa-Formular für Usbekistan ausgefüllt? Großer Spaß.)

Wir hoffen ehrlich gesagt auch ein bisschen auf eure Unterstützung. Diese Unterstützung kann verschiedene Formen annehmen:

a) Lest unser Blog und drückt uns die Daumen. Wenn unterwegs nichts schief geht, ist es zwar kein richtiges Abenteuer, aber es muss ja auch nicht alles schief gehen. Außerdem wäre es natürlich nett, wenn wir es wirklich bis nach Ulan Bator schaffen würden. Die Chancen stehen wohl so bei 50%.

b) Besorgt uns Sponsoren. Kennt ihr vielleicht jemanden der Lust hätte, uns ein bisschen Ausrüstung zu spendieren? Oder hättet ihr selber Lust? Wir brauchen noch so ziemlich alles, von Zelten bis zu Ersatzteilen. Auf dem Auto ist auch noch ausreichend Platz für Firmenlogos, also worauf wartet ihr?

c) Spendet Geld für einen guten Zweck. Es geht bei der Mongol Rally nicht nur um Abenteuer, sondern auch um einen guten Zweck. Jedes Team muss mindestens 1000 Pfund an Spenden sammeln. Hiermit halte ich offiziell meine Hand auf. Es muss nicht viel sein, jeder Euro hilft. Mehr Details dazu gibt es auf unserer Homepage.

d) Ich brauche gute Ratschläge, welche Spiele ich fürs DS mitnehmen soll. Wir werden die meiste Zeit im Auto verbringen und die Reise dürfte mindestens drei Wochen dauern. Diese drei Wochen werden nicht immer voller Action und Abenteuer sein, und wenn ich gerade nicht fahre brauche ich etwas, um mich beschäftigt zu halten. Das klingt fast wie der richtige Zeitpunkt für das eine oder andere Rollenspiel. Gibt es da inzwischen etwas brauchbares für den DS?

Also, sucht euch eine oder mehrere dieser Optionen aus und helft uns. Wir können das gut gebrauchten, denn kaum jemand ist weniger geeignet 13.000 Kilometer voller Abenteuer zu überstehen, als zwei Diplom-Informatiker.

84 Kommentare Autor: Richard
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Klitzeklein

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Cooking Mama ist ein kleines Spiel. Damit meine ich nicht, dass es zu kurz ist oder dass irgendwas fehlt. Ich meine damit übrigens auch nicht, dass es schlecht ist. Ganz im Gegenteil.

Es ist irgendwie in der gleichen Weise klein, wie ein Fiat 500 klein ist. Klar, eine S-Klasse ist größer. Mit ein bisschen Mühe kriegt man den Fiat vielleicht sogar in den Kofferraum des Mercedes. Aber trotzdem ist der Fiat 500 das coolere Auto. Gerade weil es klein ist. Der Mangel an Größe ist geradezu der Sinn und Zweck des Wagens. Genau deswegen war es damals so erfolgreich. Genau deswegen ist ein Kultauto geworden.

Man kann eigentlich gar nicht anders, als es lieb zu haben. Man passt zwar kaum rein, der Motor ist so klein, dass “500″ tatsächlich eine sehr optimistisch Angabe des Hubraums war, dafür aber das Gewicht des Wagens sehr akkurat wiedergab und die Angabe eines 0-100-Wertes wäre völlig sinnfrei, da das Auto 100km/h gar nicht erst erreicht hat. Trotzdem beeindruckt man eine Frau wesentlich mehr, wenn man hinter dem Steuer eines Cinquecento auftaucht, als wenn man mit einem Porsche um die Ecke kommt.

Genauso ist das auch mit Cooking Mama. Es ist nicht sonderlich umfangreich oder technisch spektakulär und die vielen kleinen Stylus-Minispielchen aus denen es besteht, hauen für sich genommen auch niemanden vom Hocker. Aber wie so ein Fiat 500 hat es einfach Charme. Es sieht schnuckelig aus, passt in jede kleine Pause und macht den Tag irgendwie ein ganz klein bisschen glücklicher. Außerdem kostet es nicht viel. Wie ein Fiat 500.

Nicht klein aber fein, sondern klein und fein.

83 Kommentare Autor: Richard
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Ein Tag voller Tetris (und ordentlich viel Qualm)

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Manchmal ist so ein Nintendo DS wirklich nützlich. Selbst wenn Tetris das einzige Spiel ist, was man dabei hat. Zum Beispiel ist es super, um sich morgens die Wartezeit beim Friseur zu vertreiben, wenn der mal wieder zu viele Termine auf einen Haufen gelegt hat. Es ist sogar noch besser, wenn man auf dem Rastplatz Davert an der A1 auf den ADAC warten muss und die Dame am Telefon gerade so was gesagt hat wie “Wir versuchen ihnen innerhalb der nächsten ein bis zwei Stunden jemanden vorbei zu schicken.“.

Zugegeben, man geht häufiger zum Friseur, als dass man auf dem Rastplatz Davert auf den ADAC wartet, aber das kann ja auch mal passieren. Stellt euch zum Beispiel vor, ihr habt um 12 Uhr einen Termin in Dortmund. Einen wichtigen Termin quasi. Stellt euch außerdem vor, ihr habt abends noch einen weiteren Termin in der Nähe von Frankfurt. Und dann stellt euch vor, ihr seid auf der A1 in Richtung Dortmund, irgendwo in der Nähe des Rastplatzes Davert und wollt einen LKW überholen. Dabei stellt ihr dann plötzlich fest, dass euer Wagen nicht mehr so richtig beschleunigen will. Also brecht ihr den Überholvorgang ab und fahrt den nächsten Rastplatz an. Zum Beispiel den Rastplatz Davert. Nur um sicher zu gehen.

Kaum fällt eure Geschwindigkeit unter 50, fällt euch so ein unangenehmer Qualm auf, der vorne rechts aus dem Auto quillt. Wenn das nicht schon unangenehm genug wäre, füllt plötzlich ein beißender Geruch den Innenraum. Also bremst ihr schnell, klaubt alle Wertsachen auf und entfernt euch erstmal vom Auto. Nur für den Fall, dass es sich spontan entscheidet komplett in Flammen aufzugehen. Nach dem das dann nicht passiert ist, ruft ihr halt den ADAC an. (Und wisst plötzlich wofür ihr immer diese blöden Gebühren bezahlt habt.) (Frage am Rande: Womit haben die Leute den ADAC gerufen bevor es Handys hab? Ich bin so froh, dass ich nicht ins Mittelalter geboren worden bin.)

Tja, wenn ihr euch das alles so vorstellt, dann könnte es halt tatsächlich passieren, dass ihr am Rastplatz Davert auf den ADAC warten müsst und die Dame am Telefon so was sagt wie “Wir versuchen ihnen innerhalb der nächsten ein bis zwei Stunden jemanden vorbei zu schicken.”. Ihr könntet euch dann natürlich mit der Frage beschäftigen, ob man für seine ADAC-Gebühren nicht vielleicht ein bisschen schneller bedient werden könnte, als innerhalb von ein bis zwei Stunden. Ist ja nicht so als wäre die A1 irgendwo durch eine zivilisationsfreie Wüste gebaut, oder so wenig befahren dass man da niemand postiert haben müsste. Wenn ihr kein Nintendo DS hättet, dann würdet ihr das wahrscheinlich auch tun. Aber wenn ihr ein Nintendo DS habt, dann spielt ihr lieber Tetris. Ist halt viel entspannender.

Man kann auf so einem Rastplatz natürlich auch andere Sachen machen. Zum Beispiel der Polizei dabei zuschauen, wie sie ein paar Leute wegen akuten Haschrauchens einkassiert. (AntiTipp™ des Tages: Wenn ihr auf der A1 einen Joint raucht, steckt ihn schnell wieder weg wenn ihr einen dunkelblauen Opel Omega seht. Das sind die Zivilfahnder.) Oder man kann sich nett mit den Herren vom Bundesamt für Güterirgendwas unterhalten (“Riechen sie hier so nach Bremsen?” – “Ja, das ist mein neues Parfum. Eau du Frain Fumer.”). Am Ende ist das aber alles nicht so gut, wie bei Tetris einen neuen Highscore aufzustellen.

So ein Nintendo DS ist übrigens auch super, wenn man auf der Fahrt zur Werkstatt keine Lust hat sich mit dem Fahrer des Abschleppwagens über die politische Situation im nahen Osten zu unterhalten. Einfach demonstrativ das DS gezückt und Ruhe ist. Auch sehr praktisch ist so ein Nintendo DS, wenn man unangemeldet bei Autowerkstatt auftaucht und erst mal eine Weile warten muss, bis sich ein freier Meister findet um das Auto anzugucken. Prima ist so ein Nintendo DS auch, wenn man dann an der Haltestelle auf den Bus wartet, der einen von der Werkstatt nach Hause bringen soll. Nützlich ist so ein Nintendo DS ebenfalls auf der Fahrt mit dem stark verspäteten Bus. Sehr dienlich ist so ein Nintendo DS gleichermaßen, wenn man feststellen muss, dass einen der Bus gar nicht nach Hause bringen kann, man umsteigen muss und man somit wieder 15 Minuten an einer anderen Haltestelle warten darf. Beliebt macht sich so ein Nintendo DS schließlich ebenso auf der ewig langen Fahrt mit dem zweiten stark verspäteten Bus.

Also, kann ich nur empfehlen, so ein Nintendo DS.

Wobei es allerdings nicht helfen wird, ist beim Bezahlen der Rechnung der Autowerkstatt. Dabei wird aber wohl eine Xbox 360 helfen können. Zumindest wenn der Kauf selbiger erstmal ein gutes Stück nach hinten verschoben wird.

Ich frage mich, ob mir die Xbox 360 auch dabei helfen kann meinem Chef zu erklären, warum ich nicht bei dem Termin war…

33 Kommentare Autor: Richard
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Über Dinosaurier, Piraten, Ninjas, Aston Martins, Baggerfahren und das Bürgeramt

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Ich war bei Karstadt. Eigentlich war ich in der Stadt, weil ich zum Bürgeramt musste, aber draußen ist es so warm, dass ich als erst mal ein Geschäft mit Klimaanlage aufgesucht habe. Karstadt halt.

Als erstes war ich in der Spielwarenabteilung. Für meinen Geschmack gibt es da im Moment nicht genug Dinosaurier. Es gibt noch die Legodinosaurier, aber das war’s! Ziemlich erschreckend, ehrlich gesagt. Das blöde Autopimpen hat übrigens auch vor Modell- und ferngesteuerten Autos keinen Halt gemacht. Mindestens die Hälfte aller Wagen kommen jetzt mit Spinning Rims oder gar austauschbaren Tuningteilen. Furchtbar. Außerdem ein Problem: Nicht genug Aston Martins. Trotzdem war es nicht so einfach, da wieder rauszugehen ohne was zu kaufen. Es gibt ein paar Sachen, die relativ teuer sind (z.B. Legodinosaurier), aber die meisten Sachen sind überraschend günstig. Man glaubt gar nicht, für wie wenig Geld man inzwischen ein ferngesteuertes Auto bekommt.

Sehr interessant auch, dass Nintendo seine eigene kleine Ecke in der Spielzeugabteilung hat. Allerdings auch nur Nintendo. Spiele und Hardware von Sony und Microsoft gibt es nur in der Videospieleabteilung. Nintendo haben sie da natürlich ebenfalls, aber wer will, der kann seine DS oder Gamecube Spiele auch noch bei den Spielzeugen kaufen.

Am besten aber war das Piratenspielset, das direkt neben dem Ninjaspielset hing. Pirates vs. Ninjas! Zu dumm, dass ich keine Kamera dabei hatte.

Dann natürlich ab in die Videospieleabteilung. Da war eine Mutter mit ihren zwei kleinen Töchtern, die das neue Pirates of the Carribean Spiel für den GBA haben wollten. Ich zitiere die Mutter: “Gämmboi Ättvantz? Ey spinnt ihr? Das kriegen wir in der Türkei für acht Euro, ey!”. Frisch importiert aus China, schätze ich.

Karstadt (in Münster) hat übrigens Project Rub für 15€. Kaufen! Die Collector’s Edition von Driv3r kostet da auch 15€. Davon würde ich aber die Finger lassen, selbst wenn der Packung ein echtes Auto beliegt.

Auf der Packung von Rush for Berlin steht hinten übrigens drauf: “Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!”. Sehr geschmackvoll.

Nintendo hat ein Gewinnspiel für Tetris DS gemacht. Dabei muss man Aufkleber in Form von Tetrisklötzen (ich weigere mich sie “Tetrominos” zu nennen!) so auf eine Fläche kleben, dass nichts frei bleibt. Ganz witzig gemacht, zumal es tatsächlich eine Minute Gehirnschmalz erfordert. Das Beste aber ist der Preis, den man dabei gewinnen kann: Einmal Baggerfahren lernen für die ganze Familie!

In der Warteschlange auf dem Bürgeramt habe ich dann die Warpkanone zu Welt 5 gefunden. Alles in allem also ein produktiver Vormittag, auch wenn ich nicht weiß, ob ich die richtige Art von Führungszeugnis bestellt habe. Anscheinend gibt es die in Vanille und Erdbeere. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich Vanille brauchte, aber die freundliche Dame vom Amt hat darauf bestanden, es müsste Erdbeere sein. Wir werden sehen…

35 Kommentare Autor: Richard
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This week on Stefan Eriksson the Enzo Slayer…

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Man mag es nicht glauben, aber die aufregende Saga um den früheren Gizmondo Manager geht weiter! Als wäre ein Plot mit einem dubiosen Handheld-Flop, einem zerstörten Supersportwagen, der schwedischen Mafia und einem mysteriösen Mann namens “Dietrich” noch nicht genug, spielt die nächste Folge der spannenden Serie jetzt wohl im Knast.

Jawohl, Stefan Eriksson ist endlich verhaftet worden. Nein, nicht weil die amerikanische Polizei endlich gemerkt hat, dass es “Dietrich” nicht gibt. Nein, nicht weil Eriksson besoffen und viel zu schnell Auto gefahren ist. Nein, nicht weil das Auto in den USA überhaupt nicht zugelassen war. Nein, nicht mal weil er einen der wenigen existierenden Ferrari Enzos geschrottet hat, auch wenn das ohne Frage ein Verbrechen ist.

Er ist verhaftet worden, weil sich herausgestellt hat, dass alle drei seiner Supersportwagen (ein roter Enzo, ein schwarzer Enzo und ein schwarzer SLR) gar nicht ihm gehörten, sondern irgendwelchen Banken. Mit anderen Worten: Er hat sie auf Kredit gekauft und dann “vergessen” die Kredite zu bezahlen.

Schaltet auch nächste Woche ein, wenn es wieder heißt: “Mein Name ist Stefan Eriksson und ich bin der dümmste Mann der Welt!”

17 Kommentare Autor: Richard
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Entspannungstherapie

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Die Welt kann ganz schön hart sein. Deadlines bei der Arbeit, Diplomarbeiten die sich unverschämterweise nicht von alleine schreiben, ein Winter der viel zu lange gedauert hat, ein Auto das langsam Rost ansetzt, und nicht genug Geld für einen neuen PC. Draußen lauern angeblich überall Terroristen und in wenigen Monaten muss man sich einen Job suchen.

Wenn man dann Zuflucht bei Videospielen sucht, wird alles noch härter. Denn wer soll sich bitteschön in Welten voller Gangsterhomies und Terroristentöter entspannen können? Schließlich lauern da ja auch überall Terroristen, diesmal sogar wirklich. Und wenn man seinen Job dort nicht bis zur Deadline erledigt hat, bustet einem sein Boss sogar eine Cap in den Ass.

Wenn man von dem ganzen Scheiß mal wieder die Schnauze voll hat, dann wünscht man sich man könnte in eine andere Welt entkommen. In eine Welt wo immer die Sonne scheint und wo aus dem Radio nur glückliche Musik kommt. Eine Welt die nur aus Nationalparks und Stränden besteht und in der die Kornfelder immer golden glänzen. Ein Land in dem tausend Sternschnuppen die Nacht erhellen. Eine Welt in der man nicht nur einen Ferrari hat, sondern gleich mehrere. Eine Welt in der nicht nur eine attraktive Frau auf dem Beifahrersitz sitzt, sondern sogar eine die sich nicht beschwert wenn man zu schnell fährt, ja einem für so ein Verhalten gar Herzchen zuwirft. Eine Welt in der Mexiko direkt hinter den Niagarafällen liegt und die Osterinseln per Autobahn erreichbar sind. Eine Welt in der man mit 300 Sachen über die Golden Gate Brücke rasen kann und es keinen stört. Eine Welt in der man sich auch freut, wenn man mal nur Vierter wird.

Mit anderen Worten, eine Welt die entspannt und einem ein Lächeln auf die Lippen zaubert kann.

Diese Welt könnt ihr jetzt kaufen. Ihr Name ist “Outrun 2006 – Coast 2 Coast”, oder, wenn das Oblivion Übersetzungteam die deutsche Version gemacht haben sollte, “Auslauf 2006 – Küste Zwei Küste”. Wenn ihr dann in dieser Welt seid, könntet ihr euch theoretisch darüber ärgern, dass es sich dabei um einen extrem schlichten Arcaderacer mit archaischem Spieldesign handelt. Oder darüber, dass es auch auf der XBox ziemlich heftig pixelt. Aber das werdet ihr nicht tun.

Denn dafür werdet ihr viel zu entspannt sein.

28 Kommentare Autor: Richard
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Nimm das, Midnight Need for Rush: Underground L.A.!!!

Tschermann Endschäniering in da Haus!

Weil “Unpimp se Auto” so cool ist, verzeihe ich ihnen sogar dass sie einen Schweden genommen haben.

Representing Deutschland, ja!

12 Kommentare Autor: Richard
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