
Okay, das hat wohl nicht ganz geklappt. 2005 legte Elevation Partners 300 Millionen Dollar auf den Tisch und erwarb damit sowohl Bioware als auch Pandemic, zwei der wenigen größeren und unabhängigen Videospielstudios, die noch übrig geblieben waren.
Das damals mit enthusiastischen Pressemitteilungen voller Phrasenschweinkandidaten wie „partnership of equals“ und „a new way of doing business“ angekündigte Unterfangen, ist gerade spektakulär in Flammen aufgegangen.
Electronic Arts hat diese Woche die Kombination aus Bioware und Pandemic für ungefähr 860 Millionen Dollar gekauft.
Auch jetzt gibt es wieder Pressemitteilungen, die uns mitteilen wie „truly excited“ man bei Bioware ist, jetzt Studio Nr. 27 unter dem EA Games Label zu sein, aber machen wir uns nichts vor. Das Ganze ist ein Desaster und niemand hatte sich das Ergebnis so vorgestellt oder gar gewünscht.
Für Bioware und Pandemic stellt der Deal jedenfalls das exakte Gegenteil von dem dar, was man ursprünglich erreichen wollte. Im Angesicht massiv steigender Produktionskosten, wollte man sich mit starken Partnern zusammen tun, um die eigene Unabhängigkeit zu schützen. Mission: Fehlgeschlagen.
Elevation Partners Plan war es natürlich, schlichtweg eine Menge Kohle zu machen. Daher auch die Ankündigung eines IPO für Bioware/Pandemic. Damit hätte Elevation ordentlich Cash einstecken können, während Biodemic die Möglichkeit zur Finanzierung neuer Spiele bekommen hätte, ohne auf die freundliche „Hilfe“ diverser Publisher zurück greifen zu müssen.
Zum angekündigten Börsengang ist es mit dem Verkauf jetzt nicht gekommen. Anscheinend hat EP nach reiflicher Überlegung den Schluss gezogen, dass sich der IPO doch nicht gelohnt hätte. Der EA-Deal ist hier eindeutig als Notbremse zu sehen. Gut, der Verkaufspreis ist deutlich höher als die ursprüngliche Investition, aber EP hat ja nicht 100% von Panware besessen, insofern haben sie auch nicht 100% des Verkaufspreises eingesteckt. Insgesamt haben sie jedenfalls deutlich weniger Geld gemacht, als gewünscht.
Selbst EA hat nicht unbedingt das Geschäft des Jahrhunderts gemacht. Vergleicht man den Kaufpreis mit der Anzahl von sich in Entwicklung befindlichen Spielen, so hat man ca. 80 Millionen Dollar pro Spiel gezahlt. Kein Superschnäppchen.
Der einzige der richtig Kohle machen dürfte, ist John Riccitiello. Der war damals Chef bei Elevation Partners und ist jetzt, richtig geraten, Chef von Electronic Arts, dabei aber immer noch ein Investor bei EP. Geschätzter Profit: 5 Millionen. Nicht schlecht.
Uns Spieler trifft es natürlich am härtesten. Das Ende von Bioware ist das Ende einer Ära. Freut euch schon mal auf fette Hip-Hop Beats von EA Trax in Dragon Age.