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Star-Allüren

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Gestern habe ich das neue Zelda durchgespielt. Ein hervorragendes Adventure, keine Frage. Aber eines wurde mir ständig wieder vor Augen geführt: Nintendo erlaubt sich Unverschämtheiten, die man kaum einem anderen Publisher durchgehen lassen würde. Das geht schon damit los, dass man als Gamecube-Besitzer mit einer kastrierten Version vorlieb nehmen muss. 16:9? Fehlanzeige. Dafür ist die Y-Achse beim Zielen invertiert, und es gibt keine Möglichkeit, dies zu korrigieren. Warum man auf diese Sparversion sogar noch eine Woche länger warten musste als auf die Wii-Fassung, ist wohl nur mit Marketinggründen zu erklären.

Aber auch als Besitzer von Nintendos neuer Wunderkonsole ist man nicht viel besser dran, denn die gröbsten Designschnitzer sind plattformunabhängig. Allein schon die Tatsache, dass man jedesmal beim Laden des Spielstandes einen Bildschirm zur Einstellung des Bildes präsentiert bekommt, macht mich ein wenig stutzig. Hallo? Spiele ich etwa ständig an den Settings meines Fernsehers rum? Ausserdem ist Zelda ja im Gegensatz zu anderen Spielen nun nicht gerade finster oder kontrastarm. Ein vermeidbares Ärgernis also, dass sich aber im Vergleich zu den gröberen Schnitzern wie eine Lappalie ausnimmt.

Im übertragenen Sinne ist The Legend of Zelda nämlich eine alternde Diva, die zwar immer noch ein Millionenpublikum verzaubern kann, aber doch schon deutliche Alterserscheinungen zeigt. Am deutlichsten zeigt sich das wie ich finde in der vollkommenen Entwertung von Geheimnissen. Früher, in den Anfangstagen der Serie, waren Rupien noch wertvoll. Man konnte damit Dinge kaufen, die einem das Heldenleben deutlich einfacher gemacht haben, mehr Pfeile etwa oder einen Heiltrank. Eine Truhe mit 20 Rupien zu finden war daher ein echtes Erlebnis, das durch das bekannte Kisten-Öffne-Jingle zusätzlich ein echtes “Gut gemacht!” Gefühl rüberbrachte. Und heute? Heute ist das Geldraffen zum reinen Selbstzweck verkommen, denn eine Herausforderung ist die Serie schon lange nicht mehr. Wozu sollte man noch Munition oder Bomben kaufen, wenn die aus jedem zweiten Gegner rausfallen und garantiert vor jedem Rätsel mit entfernten Zielen/Felsen/Fackeln ein Eimer mit Pfeilen/Bomben/Lampenöl rumsteht? Geradezu albern scheint es daher, dass Rupien in Twilight Princess ebenso selten sind wie Sand am Meer. In den Brieftaschen getöteter Feinde, im hohen Gras, unter Steinen, in der Erde, auf Bäumen, im Wasser, in Felsen – überall wimmelt es vor Edelsteinen. Es ist daher fast schon blanker Hohn, dass die Geldbörse des Helden zu Anfang gerade einmal 300 Rupien fasst, und auch im weiteren Verlauf des Spiels nicht viel weiter anschwillt. Schau her, scheint das Spiel zu sagen, all dieses wertvolle Geschmeide, und du Depp kannst es nicht mitnehmen.

Seinen Gipfel findet dieser inflationäre Umgang mit Geld in den Schatzkisten. Gerade bin ich mit Eisenstiefeln und Krallenhand eine schlüpfrige Rampe hochgeklettert, und musste mich unterwegs auch noch mit allerlei Getier anlegen. Zweimal bin ich komplett runtergerauscht, und erklimme nun mit grimmiger Miene und diversen Flüchen auf den Lippen erneut die Rutschbahn. Aber jetzt stehe ich an der Spitze, und hinter diesem Wasserfall wartet meine wohlverdiente Belohnung. “50 Rupien! Aber dein Beutel ist ja schon voll. Du ARSCH!” Das Problem ist, auf solche Beleidigungen reagiere ich wie eine Ratte im Versuchslabor. Wenn ich auf einen Knopf drücke und dafür eine gewatscht bekomme, dann werde ich das in Zukunft lassen. Nur leider lässt einen Zelda nicht so leicht davonkommen. Das gleiche Rätsel, für das man an der einen Stelle einen Sack voll Edelsteinen (also nichts) bekommt, könnte an einem anderen Ort einen Schlüssel als Belohnung bereithalten. Wie der letzte Volldepp löst man also eine Knobelei nach der nächsten, denn es könnte ja zum Weiterkommen wichtig sein. Es mag ja durchaus Spieler geben, die Rätseln um des Rätselns Willen, aber mir ist die klassische Aufwand-Belohnung-Struktur definitiv lieber.

Darüber hinaus halten einen die Entwickler für geistig zurückgeblieben. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass man die Funktion elementarster Dinge ständig wieder erklärt bekommt. Leute, ich habe über die Jahre schon hunderte von Bomben hochgehen lassen, ich weiss inzwischen wie das geht. Und die gelben Rupien sind zehn Rupien wert, das ist mir bekannt. Man kann es mit dem Händchen halten wirklich auch übertreiben, zumal sich an der grundlegenden Spielmechanik seit Jahren nichts gravierendes geändert hat.

Bei all dem Gemaule sollte man eines allerdings nicht vergessen: es macht trotzdem Spass, denn das Dungeondesign ist wie immer hervorragend. Schade nur, dass das trotzdem mit jedem neuen Zelda immer grösser wird.

56 Kommentare Autor: Stefan
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Über die Kugel auf dem Würfel

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Yoot Saito. Nie gehört? Kein Wunder, bis auf Sim Tower und Seaman hat dieser japanische Spieleentwickler (der irgendwie klingt wie ein geheimer Kämpfer aus Mortal Kombat) bisher noch nicht viel auf die Beine gestellt. Jetzt aber überrascht dieser schräge Typ die Spielewelt mit dem ersten und wohl auch einzigen Echtzeit-Strategie-Flipper: Odama. Odama ist so ein Videospiel, das es eigentlich gar nicht geben dürfte. Es vereint zwei scheinbar völlig unvereinbare Genres, kommt mit einem eigenen Peripheriegerät und ja, es unterstützt sogar die Gamecube-Bongos. Gerüchteweise hatte Saito wohl eine Steuerung nur per Bongos und Mikrofon im Sinn, aber da hat dann wohl Nintendo ein Veto eingelegt.

Das Konzept ist jedenfalls so bescheuert, dass ich mir Odama sofort kaufen musste. Man spielt einen Feldherren im feudalen Japan, der sich auf einem Rachefeldzug gegen einen gegnerischen General befindet. Dazu gilt es, auf jedem Schlachtfeld (=Flippertisch) die Ninten Glocke ins feindliche Hauptquartier zu lotsen. Und das geht so: zum einen dirigiert man mit dem Mikrofon seine Truppen auf der Karte herum, während man zum anderen mit der riesigen Odama-Kugel die gegnerischen Soldaten über den Haufen kugelt. Wird die eigene Armee in ihr Lager zurückgedrängt, landet der Odama im Aus oder ist die Schlacht bis zum Sonnenuntergang nicht entschieden, hat man verloren.

Damit das Ganze nicht zu einfach wird, gibt es auf dem Tisch verschiedene Aufgaben zu lösen. Da wollen Schleusen geschlossen, Schlüssel eingesammelt und feindliche Feldherren besiegt werden. Mal mit Hilfe des Truppen, mal unter Verwendung des Odama. Ausserdem muss man sich um die Moral der Soldaten kümmern, Kavallerie abwehren oder Bonusgegenstände einsammeln. Um es kurz zu machen, alleine ist das Spiel eigentlich nicht zu schaffen, da ständig alles gleichzeitig passiert, und man immer gleich fünf verschiedene Dinge auf einmal im Auge behalten muss. Aber zum Glück lässt sich Odama auch prima zu mehreren spielen, auch wenn die Anleitung kein Wort dazu verliert. Einer schnappt sich den Controller, der zweite brüllt ins Mikrofon, und wenn sich sogar noch ein dritter Mitspieler findet, kann er mittels Bongos Nachschub in die Schlacht schicken. Das ist genauso lustig wie es sich anhört, und macht Odama somit zum idealen Partyspiel. Also, Gamecube abstauben, Odama einwerfen und Freunde einbestellen. Der Abend ist gerettet.

20 Kommentare Autor: Stefan
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Gestern beim Saturn

Gestern mal wieder beim Saturn gewesen und folgende Notizen in mein völlig überteuertes Moleskine Notizbuch gekritzelt:

  • Es gibt da rechts neben der Kasse so einen Nintendo Stapel. Auf der einen Seite liegen die Packungen mit den DS. Auf der anderen Seite liegt ein Haufen Donkey Konga Packs und GBA Controller. Das Interessante daran ist, dass die Donkey Konga Packs je 25€ kosten und dabei das Spiel, einen Bongo Controller und einen normalen Controller enthalten. Warum da ein zweiter, normaler Controller beiliegt, weiß ich auch nicht. Den hat Saturn mit einem Stück Klebeband einfach an der Seite festgemacht. Bonus halt, warum nicht?. Aber jetzt ratet mal wie viel die für die einzeln verkauften Controller direkt daneben haben wollen. 35€. Ooookay. Das macht Sinn. Und jetzt das wirklich erstaunliche: Der Stapel mit den 35€ teuren Einzelcontrollern ist sichtbar abgearbeitet. Leute haben welche davon mitgenommen. Der Donkey Konga Stapel ist völlig jungfräulich.
  • Die PSP ist wirklich ausverkauft. Das haben sich die Leute nicht bloß ausgedacht. Und sie haben eine PSP zum Ausprobieren rum stehen. Dachte ich jedenfalls. Aber was ist drin? Eine UMD mit Videos. Selber spielen verboten. Völlig sinnfrei. Trotzdem, schickes Gerät. Schade dass es keine Spiele dafür gibt.
  • Ich frage mich immer noch, ob ich Another Code kaufen soll. Hat es hier schon irgendwer gespielt? Bisher habe ich es immer ins Regal zurück gestellt. Fehler? Richtige Entscheidung?
  • PC Spiele sind billig. Und wenn ich billig sage, dann meine ich damit billich! Es gibt da eine riesige Kiste mit PC Spielen für 3,50. Half-Life 2 ist für 19€ zu haben, massenweise Adventures für 10 bis 20€. Neue Spiele kosten kaum mehr als 40€. Mein besonderer Tipp: Uru für nur 10 Euronen. Da kann man sich das Spiel auch mal holen, wenn man es gar nicht spielen will. Einfach Komplettlösung ausdrucken und die wunderbar atmosphärischen Welten genießen.
  • Konsolenspiele sind teuer. Ich warte schon seit Ewigkeiten darauf, dass Paper Mario günstiger wird. Passiert aber einfach nicht. So ein Mist.
14 Kommentare Autor: Richard
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Killer 7, die Zweite

Wenn ihr bei jemandem zum Essen eingeladen seid, beschwert ihr euch dann darüber dass die Suppe versalzen und der Reis matschig ist? Natürlich nicht. Das wäre doch unhöflich. Und wenn ihr euch von jemandem etwas ausleiht, gebt ihr es dann mit den Worten “Mann, das war mal echt scheiße.” zurück? Nein, natürlich nicht. Das wäre doch unhöflich.

Dummerweise habe ich genau das letztens gemacht. Manuel hatte mir freundlicherweise Killer 7 geliehen und ich hatte nichts Besseres zu tun, als das Spiel in aller Öffentlichkeit zu verreißen und ihm dann auch noch den Link dazu hämisch unter die Nase zu reiben.

Da ich von Manuel auch in Zukunft noch Spiele ausgeliehen bekommen und zum Essen eingeladen werden möchte, veröffentliche ich deswegen seine Meinung zu dem Spiel. Oder ich veröffentliche sie, weil ich faul bin und mich freue, dass ich selber nichts schreiben muss. Ihr könnt euch einen Grund aussuchen. Wie auch immer, Vorhang auf für Manuel:
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26 Kommentare Autor: Richard
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Resident Evil 7

Killer7

Spieler Drei schreibt, dass Killer7 anders sei. Das stimmt aber nicht. Es ist nämlich wie Resident Evil. Aber nicht wie der coole vierte Teil. Nein, wie das alte Resident Evil. Also quasi schlechte Action und dämliche Rätsel.

Kurz zum Thema Rätsel. Killer7 ist eins dieser Spiele, wo ich den Trockner aufmachen muss um aus dem toten Kopf darin einen Feuerring zu nehmen, um diesen dann im Klo zu verwenden. Dann geht Sprinkleranlage an. Das macht ja fast schon Sinn. Was weniger Sinn macht ist, dass ich erst danach die Klospülung betätigen darf und dass nach Betätigen der Klospülung in einem anderen Raum ein undefiniertes Ding von der Decke fällt, welches ich dann wiederum in der Bibliothek zusammen mit einem anderen undefinierten Ding in die Wand stecken darf, damit sich die Bücherregale bewegen. Nee, is klar.

Kurz zum Thema Action. Killer7 ist ein schlichtes Ballerspiel. Nichts falsch an schlichten Ballerspielen. Außer natürlich sie sind so schlecht wie Killer7. Jeder Kampf läuft folgendermaßen ab: Man hört ein Kichern. Das ist ein Zeichen, dass ein Gegner in der Nähe ist. Dann drückt man die rechte Schultertaste zum Zielen. Dann drückt man die linke Schultertaste um die Gegner sichtbar zu machen. Die sind nämlich unsichtbar. Was das soll, entzieht sich mir völlig. Mehr Spaß bringt es jedenfalls nicht. Man drückt halt eine Taste mehr. Super. Und dann schießt man auf die Gegner, wobei man selber völlig stationär bleibt. Der einzige Trick ist jetzt noch die Schwachstellen der Gegner zu treffen. Das ist empfohlen aber optional. Zu dumm, dass der Zielmechanismus kaputt ist. Manchmal ist man Fadenkreuz perfekt über der Schwachstelle und ich treffe trotzdem nicht. Und manchmal ziele ich voll daneben und treffe perfekt. Nee, is klar.

Der Trick mit dem Killer7 versucht uns alle zu verwirren ist seine Präsentation. Es hat Cell Shading. Die Leute reden komisch. Und die Geschichte macht keinen Sinn. Damit versucht es uns einzureden es sei Kunst. Ist es aber nicht. Im Großen und Ganzen ist es nämlich eigentlich bloß doof.

Eine kurze Recherche hat übrigens ergeben, dass Killer7 von Shinji Mikami ist. Der Herr ist wiederum für Resident Evil verantwortlich. Das alte, doofe Resident Evil. Nicht das coole, neue Resident Evil. Das hat jemand gemacht, als er nicht hingeschaut hat, weil er damit beschäftigt war alle Dialoge von Killer7 durch den Babelfish zu jagen. Jedenfall erklärt das warum mich Killer7 so sehr an Resident Evil auf schlechten Drogen erinnert.

Fairerweise muss ich sagen, dass ich Killer7 nur bis in den zweiten Level oder so gespielt habe. Vielleicht wird es ja irgendwie besser. Aber ehrlich gesagt, würde ich mir lieber die Augen auskratzen und die Ohren abreißen als dass ich auch nur noch einen weiteren Level Killer7 spielen würde.

Und das sagt ja auch einiges über das Spiel aus.

6 Kommentare Autor: Richard
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