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Woo!

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Stranglehold ist schlicht gestrickt. Du bist Inspector Tequila aus Hard Boiled und musst sie alle erschießen. Warum? Wen kümmert’s. Das Spiel jedenfalls nicht. Mehr als ein „Careful, this is a rough neighbourhood.“ gibt es nicht und schon stürzen sich die ersten Schergen auf einen.

Wie gesagt, du bist Inspector Tequila und musst sie alle erschießen. Wenn du sie nicht alle erschießt, geht die Tür zum nächsten Raum nicht auf. Oder die Brücke zur Insel geht nicht runter. Und so weiter. Ihr kennt das Spielchen.

Jedes Gebiet ist eine kleine Arena. In der Arena sind Schergen. Die Schergen müssen alle erschossen werden. Von dir. Denn du bist Inspector Tequlia.

Das funktioniert erstaunlich gut, vor allem da die Arenen herrlich zerstörbar sind. Wenn auf einem Marktplatz oder in einer Bar erstmal alle Schergen erschossen sind, dann bietet sich ein Bild der Zerstörung wie man es so noch nicht gesehen hat. Next-Gen in Aktion.

Spielerisch ist Stranglehold allerdings eher Last-Gen. Magisch verschlossene Türen, aus dem Nichts reinspawnende Gegner und nichts anderes zu tun als Schergen zu erschießen. Tja, das hatten wir alles schon mal. Man könnte sogar sagen, es ist eigentlich nicht mehr ganz zeitgemäß.

Auch die „Tequila-Time“-Slow-Motion-Nummer gab es schon. In Max Payne. Vor sechs Jahren. Nichts Neues im Osten also.

Trotzdem, das Ganze funktioniert. Die Level sind nicht nur wunderbar kaputtbar, sondern sehen auch toll aus. In Slow-Motion am Kronleuchter zu baumeln und durch das Erschießen von Schergen Stylepunkte zu sammeln, das hat einfach was.

Außerdem, und das ist ganz wichtig: Stranglehold hat Dinosaurier. In der Mitte des Spiels muss man als Inspector Tequila nämlich im Fields Museum von Chicago Schergen erschießen. Inmitten von riesigen Dinosaurierskeletten. Dass man für deren Zerstörung ein Achievement bekommt, ignoriere ich jetzt mal. Denn so was würdet ihr ja nie tun, oder?

Kurz: Wer John-Woo-Style als Inspector Tequila Schergen erschießen möchte, der ist mit Stranglehold nicht schlecht bedient. Es ist nicht schrecklich lang, hat aber gleichzeitig genau die richtige Länge. Es ist nicht schrecklich großartig, macht aber viel Laune. Es ist nicht schrecklich abwechslungsreich, aber hui! Alles geht kaputt!

Und es gibt Tauben.

53 Kommentare Autor: Richard
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And now for something completely different…

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Wie einigen von euch aufgefallen sein dürfte, habe ich im Moment keine Zeit für Antigames. Sorry, aber das Erwerben eines aufregenden akademischen Grades geht vor. Dauert nicht mehr lange, dann habe ich wieder Zeit für euch. Und für Videospiele. Die lasse ich im Moment nämlich ziemlich links liegen. Selbst Paraworld habe ich bisher kaum gespielt und das hat Dinosaurier! Ehrlich gesagt unterhalte ich mich im Moment eher mit anderen Sachen. Ich bin ganz froh, wenn ich abends den Schreibtisch verlassen kann. Also lese ich Bücher, höre Musik oder schaue Fernsehen. Deswegen dachte ich mir, ich erzähle euch ein bisschen von den Sachen, die dafür sorgen, dass ich in den letzten zwei Wochen meiner Diplomarbeit nicht vollständig dem Wahnsinn anheim falle.
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75 Kommentare Autor: Richard
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Hitman, Puccini und die dunklen Ecken deiner Seele

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Hitman. Wie geht man eigentlich mit so einem Spiel um? Eigentlich kann die Serie ja jedem Verbotspolitiker als Paradebeispiel für all die schrecklichen Killerspiele dienen, denn Töten ist in Hitman das eindeutig festgelegte Spielziel. Der Hitman (und somit der Spieler) hat schließlich die Aufgabe Menschen zu töten. Das ist sein Job. Er setzt seinen Opfern dabei tödliche Spritzen, ersticht und erdrosselt sie, wirft sie vom Balkon oder schießt ihnen einen Kugel in den Kopf, mal aus der Ferne mit Hilfe eines Scharfschützengewehrs, mal aus der Nähe mit einer schallgedämpften Pistole. Er tut dies für schnödes Geld. Keine Selbstverteidigung, keine Rettung der Welt, keine Zweifel, keine Reue. Einfach solange die Kehle zuschnüren, bis das Opfer aufhört zu zappeln und die Sache ist erledigt. Für den Hitman ist das ein ganz normaler Tag im Büro.

Klarer Fall eigentlich. Auch ich, als erklärter Kritiker der gewaltbesessenen Videospielbranche, sollte also eigentlich kräftig gegen die Serie wettern. Aber trotzdem…

Irgendwie ist Hitman nämlich gar nicht so, wie die üblichen Schieß- und Schlitzspiele, denn es verfügt über ein erstaunlich großes Maß an Eleganz, sowohl im Hinblick auf die Präsentation als auch auf das Gameplay. Hitman ist kein Actionspiel. Das Tempo ist gemäßigt, das Vorgehen des Spielers stets wohlüberlegt. Die einzelnen Missionen bieten viele Möglichkeiten den Auftrag sowohl zu erfüllen als auch scheitern zu lassen und ein sauber ausgeführter Hit erfordert oft wesentlich mehr Hirnschmalz als die ganzen blöden Objektkombinationsrätsel in dem, was sich heute so Adventure schimpft. Wer auf plumpes Ballern steht, wird an Hitman wenig Freude finden. Wer es liebt, wenn ein komplexer Plan funktioniert, schon viel eher. Auch die edle Inszenierung hält da mit. Hitman ist sehr vornehm und zurückhaltend präsentiert. Orte wie Opernhäuser, Raddampfer oder Weinplantagen sind einfach nicht die üblichen Schauplätze von Videospielen. Ich wette die meisten Spieleentwickler haben in ihrem Leben noch kein Oper gehört, aber die Jungs von IO Interactive setzen im dritten Level eine Probe von Tosca in Szene. Das betrachtet man gerne als Wiedergutmachung für fünftausend Spiele voller billigem Lizenzhiphop. Gerade mir, als erklärtem Fan von Puccini, geht da schon ein bisschen das Herz auf.

Keine Frage, Hitman hat tatsächlich eine ordentliche Portion Stil und Klasse. Nicht nur verglichen mit stumpfer Ballerkacke wie Quake 4 oder reaktionärer Militärwerbung wie Ghost Recon, sondern auch ganz für sich allein betrachtet. Nur kommt man dann halt doch irgendwann wieder an den Punkt, wo man sich an sein Opfer anschleicht, die Kaliumchlorid-Spritze zückt und sich überlegt ob man das wirklich tun möchte.

IO Interactive will einem die Antwort auf diese Frage so einfach wie möglich machen und so sind die potentiellen Opfer immer irgendwelche Drogenbarone, Menschenhändler oder andere Berufsverbrecher und Schlechtmenschen, die selber keine Probleme mit so etwas hätten und es auch gerne mal spontan praktizieren. Eigentlich gibt es auch nur eine Antwort auf diese Frage, schließlich kann man den aktuellen Level nur beenden, wenn man die Zielpersonen tötet. Hitman bietet viele spielerische Freiheiten, aber die Wahl ob man tötet oder nicht, verweigert einem das Spiel. Höchstens wie und wie viel getötet wird, darf man selbst entscheiden.

Also drückt man ab. Schließlich ist eine Deinstallation die einzige echte Alternative dazu. Wer gerade 50€ für das Spiel auf den Tisch gelegt hat, wird sich dafür bestimmt nicht entscheiden, auch wenn er in dem Moment vielleicht nicht mehr ganz sicher ist, ob ein anderes Spiel nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre.

Dennoch, muss man wirklich ein schlechtes Gewissen haben? Schließlich geht von der Figur eines professionellen Killers einfach eine gewisse Faszination aus. Wer die leugnet, lügt. Wir alle haben uns schon beim Schauen von Filmen wie “Day of the Jackal” dabei erwischt, dass sich ein Teil von uns wünschte, der Killer wäre erfolgreich. Viele berühmte Filmhelden sind schlussendlich oft nichts anderes als glorifizierte Berufskiller. Oder glaubt ihr etwa, James Bonds Lizenz zum Töten wäre eine Selbstverteidigungsmaßnahme?

Wo liegt die Quelle dieser Faszination? Wünschen wir uns manchmal einfach eine weniger komplexe Gefühlswelt? Ein Leben ohne Reue und Zweifel kann manchmal ganz verlockend klingen. Bewundern wir vielleicht die Perfektion und Zielorientiertheit solcher Killerfiguren? So gradlinig wie der Hitman lebt sicher keiner von uns sein Leben. Kommen da einfach unsere niederen Instinkte hoch? Bei so manch bestialischem Verbrechen hat sich sicher der eine oder andere von uns mal kurzfristig gewünscht, dem Täter einfach eine Kugel in den Kopf jagen zu können.

Am Ende wissen wir natürlich alle, dass die Welt eben komplex ist und ein Leben ohne Reue eine ziemlich traurige Existenz wäre. Uns ist klar, dass im Zickzack zu leben eben doch interessanter ist als ein Dasein auf Scheuklappenkurs. Und wenn der erste Schock erstmal verdaut ist, dann ziehen wir eben doch ein rechtstaatliches Verfahren der Selbstjustiz vor.

Dennoch, diese Gefühle und Gedanken sind da. Deswegen nutzen wir Kunst und Unterhaltung um diese zu erforschen. Bücher und Filme helfen uns dabei herauszufinden, was wir wirklich denken und fühlen. Am Ende merken wir halt, dass wir doch ganz froh sind, wenn der Schakal gescheitert ist. Videospiele erlauben es uns sogar noch viel besser die dunkleren Ecken unserer Seelen auszuleuchten, als passive Medien wie Film und Literatur. Schließlich schaue ich in einem Videospiel so einem Charakter nicht bloß bei der Arbeit zu, nein, ich bin dieser Charakter. Ich muss nicht die Handlungen einer anderen Person extern bewerten, ich muss über meine eigenen Handlungen reflektieren. Wenn es mir am Ende einer Mission etwas schwer fällt, einen Drogenbaron zu töten, dann stumpft mich das nicht ab, sondern mir wird wieder klar dass ich so was in der realen Welt eben nicht gut heißen würde.

Wie bewusst wir das tun, spielt dabei keine Rolle. Ich vermute IO Interactive hat sich solche Gedanken gar nicht gemacht. Dennoch ist Hitman sicher aus genau so einer Faszination entstanden. Was wäre wenn? IO hat ein Spiel gemacht das diese Frage beantwortet, weil sie ihnen selber auf der Seele brannte. Wir kaufen Hitman also nicht, weil wir gerne virtuell töten, sondern weil auch wir gerne die Antwort wissen würden. Egal, was wir vordergründig als Kaufgrund sehen oder angeben.

Müssen wir also ein schlechtes Gewissen haben, wenn wir Hitman spielen? Nein, müssen wir nicht.

Zumindest nicht, solange wir dabei noch ein schlechtes Gewissen haben.

67 Kommentare Autor: Richard
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An Uwe Boll Film

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Am 23. kommt die BloodRayne DVD in den USA raus. Zumindest ein Extra steht schon mal fest. Wer sich traut mit der DVD zur Kasse zu gehen, bekommt gleich noch das komplette PC Spiel BloodRayne 2 mitgeliefert. Wir dürfen noch auf einen Kommentartrack von Boll hoffen.

Hierzulande ist der Film noch nicht mal verkauft, wird somit nie ein Kino von innen sehen und eine DVD Veröffentlichung wird wohl auch noch eine Weile auf sich warten lassen. Wer den Film also sehen will, muss importieren. Antigames hat den Film bestellt und wird ihn gucken, damit ihr es nicht tun müsst. Ausführlicher Bericht mit Wertungskasten kommt natürlich so bald wie möglich.

Zum Vorglühen hier noch ein paar interessante Zitate aus einem Chat auf blairwitch.de Ende Januar.

Zum Thema Postal:

POSTAL ist USA feindlich. Osama Bin Laden spielt mit etc.

Bei mir im Script wird zum Bsp. die Queen von England von einem Zimmerkellner gebumst. Ich denke das reicht um den Stil leicht verständlich zu machen.

Wartet ab, zuviel kann ich von Postal nicht verraten, aber die TALIBAN leben da in Arizona.

Mal ganz ehrlich, ich glaube mit Boll und Postal haben sich zwei gefunden, die sich absolut verdienen. Der Film hat echt das Potenial der erst Boll Film zu werden, der so schlecht ist, dass er schon wieder gut ist.

Zum Thema Far Cry:

FAR CRY ist mit THE ROCK oder JASON STATHAM zu rechnen.

DOOM gilt als Flop. THE ROCK Preis ging runter.

Ich frage mich, wann es sich bei Hollywooddarstellern rumspricht, dass für Boll zu arbeiten bedeutet öffentlich einzugestehen, dass man keinen anderen Job gefunden hat und inzwischen für ein Taschengeld arbeiten muss.

Zum Thema Hollywood:

Zu BLOODRAYNE ist zu sagen, dass ROMAR die Kinos im letzten Moment nicht gekriegt hat. Das war echte scheisse, wie die MAJORS die Screens für sich gebucht haben und ROMAR stand im Regen. Damit ist die Idee der Selbstvermarktung gescheitert und ich muss wieder zu LIONSGATE oder einem Major.

UWEBOLL: Das sind alles Verbrecher und Wichser in Hollywood.

Lieber Dr. Uwe. Wenn du mit denen noch arbeiten musst, wäre es vielleicht ganz clever diese Leute nicht als Verbrecher und Wichser zu beschimpfen. Obwohl, John Feltenheimer liest wahrscheinlich nicht gerade blairwitch.de, insofern…

Na ja, zumindest nimmt der Mann kein Blatt vor den Mund. Ich schätze ich muss endlich mal Alone in the Dark ausleihen und mir den Kommentartrack anhören. Falls ich mich traue, wird auch über dieses Erlebnis hier berichtet.

29 Kommentare Autor: Richard
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Besser als Big Momma

Big Momma kratzt sich am Arsch

Ist euch eigentlich auch schon mal aufgefallen, dass es unter Filmkritikern im Moment total en vogue ist, schlechte Filme durch einen Vergleich mit Videospielen abzukanzeln?

“While it’s loaded with visceral thrills, it never rises above the level of an extended video game.”
(der Chicago Reader über Stealth)

Auch beliebt: Einen Film dadurch schlecht zu reden, dass man behauptet er sei für Videospieler gemacht.

“Clearly designed for horny teenaged video game wizards.”
(LA Weekly über Ultra-Violet)

Früher waren Vergleiche mit Videoclips das Mittel der Wahl um anzuzeigen, dass ein Film Müll war, heute sind Videospiele der Prügelknabe.

“You’d half expect the Xbox logo to pop up on the credit roll for XXX: State of the Union, since what’s on view is closer to a videogame than a movie.”
(Variety über XXX: State of the Union)

Vielleicht sollte mal jemand die Damen und Herren Filmkritikern bitten eine kleine Realitätsüberprüfung durchzuführen. So sehr die Spielebranche auch von Gewalt besessen ist, so sehr sie sich auch weigert mal etwas anspruchsvollere Spiele zu machen, so traurig die Verkaufszahlen von Black und Psychonauts auch sind: Letztes Jahr war ein wesentlich besseres Jahr für Spiele als für Filme.

Ich war dieses Jahr von keinem Film so emotional berührt wie von Shadow of the Colossus, ich habe mich mit keinem Charakter in einem Film so stark identifiziert wie mit Lucas Kane in Fahrenheit, ich habe über keine Filmkomödie so laut gelacht wie über Psychonauts, kein Regisseur hat eine so atemberaubende Welt erschaffen wie World of Warcraft und kein Action- bzw. Horrorfilm hat mir einen solchen Adrenalinstoss verpasst wie Resident Evil 4 oder Call of Cthulhu.

Sehen wir den Tatsachen mal ins Auge. Der größte Eventfilm des Jahres war nicht nur ein acht Stunden langes Remake eines alten Filmes, nein, das Videospiel dazu war besser als der Film selber.

Klar, es gab schon ein paar brauchbare Filme dieses Jahr. Wenn er nicht so unsäglich lang gewesen wäre, hätte King Kong sicher Spaß gemacht. Ich mochte Batman Begins, Serenity und sogar Mr. & Mrs. Smith sowie den diesjährigen Potterfilm. Auch im Bereich der etwas anspruchsvolleren Werke habe ich ein paar nette Sachen gefunden. An Syriana, Good Night and Good Luck, Crash oder Lord of War habe ich zum Beispiel gute Erinnerungen.

Aber so richtig vom Hocker gehauen hat mich keiner dieser Filme. Mein Lieblingsfilm dieses Jahr ist eine Doku von Werner Herzog über einen Typen der sich von einem Bären fressen lassen hat. So sehr ich Werner Herzog (gerade als Dokumentarfilmer) schätze, das sagt doch schon alles über Hollywoods aktuelle Fähigkeit aus, gute Filme zu produzieren.

Vielleicht habe ich ja auch den Film des Jahres noch nicht gesehen. Vielleicht bietet ja Narnia atemberaubendes Spektakel oder Brokeback Mountain ist emotional tief berührend. Ich werde das bei Gelegenheit sicher noch überprüfen. Aber selbst wenn diese beiden Filme großartig sein sollten, dann wäre das immer noch eine verdammt schwache Ausbeute.

Die anhaltende Flaute an den Kinokassen deutet übrigens darauf hin, dass ich nicht der einzige bin, der das so sieht. Während Hollywood ein Remake nach dem anderen auf den Markt wirft und eigentlich nur noch mit billigen Horrorfilm oder Fatsuit-Komödien Geld verdient, hat die Videospielebranche hat letztes Jahr sogar echte Innovation bieten können. Das Nintendo DS ist ein System wie wir es noch nie zuvor gesehen haben und es bietet somit auch ein Spielerlebnis, wie wir es so noch nie hatten. Wer Project Rub oder Trauma Center gespielt hat, der weiß was ich meine.

Also liebe Filmkritiker, extra für euch präsentiere ich den AntiGames™ AntiTipp™ des Tages:

Klappe zu! Und dann mal ein gutes Videospiel spielen. Oder auch ein schlechtes. Ihr werdet überrascht sein.

Denn selbst Black ist besser als Big Momma’s House 2.

50 Kommentare Autor: Richard
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Gerechtigkeit

Manchmal macht die Welt einfach Sinn. Es kommt selten genug vor, aber an manchen Tagen passiert es einfach. Heute ist so ein Tag, denn Uwe Bolls neues Meisterwerk “Bloodrayne” hat an den US Kinokassen über das gesamt Wochenende so wenig Geld eingespielt, dass sich selbst erfahrene Box Office Propheten nicht trauen zu raten, wie weit unten der Film denn nun in die Charts eingestiegen ist. Mit einem atemberaubenden Wochenende von geschätzten 450.000$ liegt die Landezone jedenfalls weit unterhalb der Top 10. Selbst der peinliche Superflop “Grandma’s Boy” hat mehr als doppelt so viel eingespielt, was aber auch nur für Platz 12 gereicht hat.

Wir können uns jedenfalls schon mal auf neue Interviews mit “Uns Uwe” freuen, in denen er versucht die Zahlen schön zu reden. Da der Film insgesamt ein Budget von – für Boll nicht unerheblichen – 30 Millionen $ hatte, wird das nicht ganz einfach werden. Aber Herr Boll hat ja einen Doktortitel. Der findet sicher einen Weg.

Nachtrag: Nur um noch mal klar zu machen wie desaströs dieses Ergebnis ist: Der Film lief in ca. 1.000 Kinosälen. Für jeden dieser Säle muss eine Kopie des Films gemacht werden. Eine Filmkopie kostet so ca. 2.000$. Jawohl, selbst wenn man die Marketingkosten komplett ignoriert, hat das Kinorelease des Films bisher 1,5 Millionen Miese gemacht. Ein durchschnittlicher Film kann ungefähr darauf hoffen das Einspielerebnis seines ersten Wochenendes zu verdreifachen. Sehr schlechte Filme machen meist nicht mal das doppelte. Uwe Boll Filmen ergeht es meist noch schlechter. Zusammengefasst kann man also festhalten, dass es günstiger gewesen wäre den Film gar nicht erst in die Kinos zu bringen. Zu dem Schluss ist übrigens auch so ziemlich jeder denkbare Vertrieb in den USA gekommen, so dass der Film nur deshalb in den Kinos gelandet ist, weil Schauspieler Billy Zane höchstpersönlich das Geld dafür auf den Tisch gelegt hat. Das Motto seiner Firma lautet übrigens “Rethink Releasing”. War vielleicht keine so gute Idee.

27 Kommentare Autor: Richard
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Hollywoodkarriere

Digital Anvil hat gerade zu gemacht. Und das neue Prince of Persia kommt diese Woche raus. Da stellen sich natürlich diverse Fragen. Zum Beispiel: Digital Anvil gab es noch?!? Und: Wird The Two Thrones weniger Scheiße als Warrior Within?

Die Frage mit der ich mich aber beschäftigen will ist: Was machen eigentlich Chris Roberts und Jordan Mechner gerade? Beide wollten eigentlich schon immer eher Filme machen, als Videospiele. Und beide haben sich konsequenterweise nach ihren letzten Spielen in die Filmbranche zurückgezogen. Chris Roberts weil er keinen Erfolg mehr hatte (er verließ seine erfolglose Firma Digital Anvil mitten in der Entwicklung von Freelancer) und Jordan Mechner, weil er so großen Erfolg hatte (nach dem Erscheinen von Sands of Time hat Jerry Bruckheimer angerufen).

Und? Hat’s geklappt mit der Hollywoodkarriere?

Jawohl, hat es. Als Chris Roberts damals seine Produktionsfirma Ascendant Pictures gegründet hat, haben alle gelacht. Mit Ankündigungen wie einer Wing Commander Fernsehserie war das Gelächter sicher auch nicht unbegründet. Aber Tatsache ist, dass Roberts inzwischen ein beschäftigter Produzent geworden ist. Fertige Projekte von ihm sind zum Beispiel “The Punisher” (Executive Producer), “Lord of War” mit Nicholas Cage (Producer), Justin Timberlakes Debutfilm “Edison” (Co-Executive Producer), “Ask the Dust” mit Colin Farrell und Salma Hayek unter der Regie von Robert Towne (Executive Producer), “The Jacket” mit Keira Knightley und Adrien Brody (Executive Producer), sowie “The Big White” mit Robin Williams (Producer). Lord of War galt bis zu seinem floppen an der Kinokasse sogar als Oscarkandidat und ist im Übrigen auch in geflopptem Zustand noch ein ziemlich cooler Film.

Wer wissen will, was Jordan Mechner so tut, der sollte das Blog von Drehbuchautor John August lesen. August wurde von Jerry Bruckheimer angeheuert Mechner beim Schreiben des Drehbuchs zu “Prince of Persia” über die Schulter zu schauen. Der Film selber scheint wohl im Moment eher nicht in aktiver Entwicklung zu sein, aber dafür hat Mechner zusammen mit August eine Fernsehserie namens “Ops” geschrieben, für die sie wohl gerade dabei sind Schauspieler zu casten. Das ist immer noch keine Garantie, dass sie ins Fernsehen kommt, aber auf jeden Fall ist sie auf dem Weg dahin.

Wenn man jetzt noch einen Blick auf Leute wie Michael Giacchino wirft, dann muss man feststellen dass Hollywood ganz langsam seine Türen auf für Leute aus der Videospielbranche öffnet. Vielleicht auch, weil diese Leute inzwischen clever genug sind auch was anders zu machen als Videospielfilme. Von denen hatten wir nämlich immer noch nicht einen einzigen guten, wie ich gestern Abend beim Gucken von “Doom” mal wieder unter großen Schmerzen lernen musste.

6 Kommentare Autor: Richard
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Ein kurzer Beitrag über miese Spieleverfilmungen, die so mies nicht sind. Mit einer Überschrift, die auf Wortspiele mit “Doom” und “dumm” komplett verzichtet.

Die Leute von Latino Review sind angeblich an das Script zum Halo-Film gekommen und stellen es hier vor. Kurzzusammenfassung:

  • Der Film hält sich engstens an das (erste) Spiel.
  • Er wird saumäßig brutal.

Also genau so, wie es sich ein Halo-Fanboi wünschen würde. Was die Chancen erhöht, dass es sich bei dem Bericht um einen netten Fake handelt. Wie auch immer! Vergessen wir einmal Halo und schauen uns die anderen bisherigen Spieleverfilmungen an. Die sind ja bekanntermaßen alle scheiße. So what? Mich hat schon immer die offenbar nicht totzukriegende Hoffnung der Spielefreaks auf eine “gute” Spieleumsetzung gewundert. Leute, wacht auf! Sowas wie einen anspruchsvollen Film zu einem Spiel wird und kann es nie geben. Ein tatsächlich guter Film, der auf einem Spiel basiert, hätte nicht mehr genug mit dem Spiel zu tun, als dass er als seine Verfilmung durchgehen könnte. Warum? Weil die meisten Spiele nunmal doof sind. Nicht “langweilig” doof, oder “doof” doof. Nein, sie brauchen ihre Doofheit, um Spaß zu machen. Und die, die nicht doof sind — denkt an Civilization IV, das so intelligent ist, dass man es nur mit IV statt 4 schreiben darf — , eignen sich nicht als Filmvorlagen.

Beispiel für ein auf jene wundervolle Art doofes Spiel: Doom. Was, bitte, haben die Leute eigentlich von dem Doom-Film erwartet? Ist ja nicht so, als wäre der Protagonist des Spiels todkrank und würde inmitten der Vernichtungsorgien den Sinn seiner Aufgabe, nein, seines Lebens reflektieren. Ich habe den Streifen noch nicht gesehen, aber wenn er viel Action und tatsächlich First-Person-Sequenzen hat, ist er wahrscheinlich die beste Spieleverfilmung aller Zeiten. Was mich daran erinnert, dass ich mir bei Gelegenheit noch die Meisterwerke des Herrn Boll anschauen muss. Ich wette, die machen einen irren Spaß.

Und was den Halo-Film angeht: Explosionen, quiekende Aliens und bekloppte Oneliner, mehr will ich nicht. Denn dann haben sie das Spiel treffend umgesetzt. Ich freue mich schon auf die Reaktionen der Kids, die eine Art Saving Private Ryan mit Aliens erhoffen. Weinen werdet ihr. Weinen!

8 Kommentare Autor: Hendrik
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Graugrün

Im guten Star Wars Prequel gibt es so eine großartige Montage, wo die Clonetrooper überall in der Galaxie den “Befehl 66″ ausführen und ihre Jedi-Kommandanten umbringen. In kürzester Zeit bereist man zu John Williams großartiger Musik eine Vielzahl von exotischen Planeten und wird Zeuge vom Ende einer Ära.

Allein auf visueller Ebene bietet diese Sequenz mehr Spektakel als ein ganzer Haufen durchschnittlicher Hollywoodsommerspektakelblockbusterfilme zusammen. Als ich die Montage zum ersten Mal im Kino gesehen habe, konnte ich kaum darauf warten, diese aufregenden Welten in den unausweichlichen Videospielen zu erforschen.

Tja, und jetzt ist es soweit. Star Wars Battlefront 2 siedelt diverse seiner Schlachten auf genau diesen Planeten an. Es gibt dabei nur ein Problem.

Sie sehen alle scheiße aus.

Denn in guter alter Videospiele Tradition hat Pandemic es geschafft aus wunderbar individuell und farbenprächtig gestalteten Welten jeweils einen langweiligen monochromen Pixelmatsch zu machen. Gute Arbeit, Jungs!

Man schaue sich mal die Welt Felucia an. Auf der offiziellen Star Wars Seite wird sie so beschrieben:

Felucia was a world teeming with fungal life-forms and immense primitive plants. Much of the planet has a fetid, humid landscape overgrown by forests of bizarre wilderness. Many of the life-forms on Felucia are partially or completely translucent; they color the sunlight as the beams penetrate their skin. Beneath the hazy canopies of the enormous pitcher plants and leafy growths is a surreal color-drenched landscape.

Von color-drenched ist bei Battlefront aber nicht viel übrig geblieben. Außer alles mit graugrüner Farbe zu übergießen zählt auch. Vielleicht hatte Pandemic noch zuviel davon übrig? Großeinkauf für irgendeinen WW2-Shooter gemacht und was übrig behalten?

Jedenfalls ist das bitter enttäuschend. Wobei, das passt zum Spiel. Das ist ja auch nicht sonderlich toll.

2 Kommentare Autor: Richard
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Dümmer werden, 24 mal pro Sekunde

Gro�es Kino! Nicht.

Videospiele machen dumm. Denkt zumindest 20th Century Fox. Anders ist der zynische, und völlig missglückte Versuch mit dem Trailer für Grandma’s Boy die “Gamer”-Demographie anzusprechen wohl nicht zu deuten. Ich kann mir die Besprechung sehr gut vorstellen:

“Hey Ted, warum kann der Protagonist nicht Videospieletester sein. Das findet die Zielgruppe sicher total hip und so.”
“Du bist ein Genie, Bob!”
“Danke, Ted. Ich weiß!”

Na, liebe Videospieler, freut ihr euch schon auf den Film? Dass ihr dort als hässliche, ungeduschte Loser, die nie in ihrem Leben Sex hatten dargestellt werden stört euch doch nicht, oder? Das ist doch voll authentisch und so!

4 Kommentare Autor: Richard
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