Antigames Convention 2007

Es gab Cocktails. Viele Cocktails. Einige wurden von Herstellern spendiert, andere musste man an Cocktailbars kaufen. Jedenfalls war ich irgendwann besoffen. Eines der wenigen Highlights der diesjährigen Games Convention.
Letztes Jahr hatte ich sehr viel Spaß dort. Vielleicht lag’s daran, dass ich zum ersten Mal dabei war. Dieses Jahr hatte ich auf der Messe ungefähr so viel Spaß wie bei einer Wurzelspitzenresektion. Einer Wurzelspitzenresektion mit guten Freunden, bei der am Ende alle besoffen Sex haben. Aber immer noch eine Wurzelspitzenresektion!
Dieses Jahr wurde stärker als nie zuvor deutlich, wie sehr sich Spiele- und Musikindustrie inzwischen ähneln. Fast überall nur banale Neuaufgüsse beliebter Genres oder Serien, die von den Massen euphorisch aufgenommen werden. Klar, Tony Hawk-Spiele sind objektiv betrachtet nicht schlecht. Aber wenn wieder ein neuer Teil angekündigt wird, finde ich das ungefähr so spannend wie Komödien mit Martin Lawrence — ganz im Gegensatz zum ungewaschenen jugendlichen Mob, dem beim Anblick einer virtuellen Halfpipe einer abgeht, als hätte er in den letzten 10 Jahren noch nie eine Konsole angeschaltet, geschweige denn Big Momma’s House gesehen.
Und dann diese vermeintlichen Messe-Hits. Crysis? Och kommt. Bin ich der einzige, den Shooter einfach nicht mehr anmachen, egal, wie bunt sie sind? BioShock (97%! Holy crap!) hat es bei mir ja schon schwer, aber Crysis hat nicht mal sowas wie ein cooles Setting zu bieten. Trotzdem finden es alle geil. Argh. Das neue Star Wars-Teil (”Ragdoll Physics Unleashed”)? Das doofe “Gears of War/Gay Tomb Raider im Dschungel” für die PS3, dessen Name mir ständig entfällt? Empire Fucking Earth III? Schnarch, grunz, röchel. Und doch stehen 185.000 Kids begeistert an den Ständen und beißen sich gegenseitig für ein paar doofe Lanyards die Köpfe ab.
Wenigstens konnte ich besoffen ein Video drehen:
Die Games Convention ist wohl ein bisschen wie das Oktoberfest. Jedes Jahr der selbe Scheiß, aber man geht halt trotzdem hin. Prost.
