E3: Enorm Extrem Egal

Eine vollständige Analyse der neuen E3 folgt, wenn ich Ende der Woche wieder Zuhause bin. Hier aber eine kurze Zusammenfassung für alle Ungeduldigen: Die neue E3 ist komplett irrelevant. Es ist absolut nichts angekündigt worden, was irgendwie wichtig oder interessant gewesen wäre. Das Ding ist so bedeutungslos geworden, dass es von mir nicht mal ein Header-Bild bekommt. Einzige Ausname: WiiFit. Ich prognostiziere 6 Millionenen verkaufte Kopien über das erste Jahr.

Wir sehen uns am Wochenende.

Stefan mit den Klauenhänden

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Toll! Die PSP ist schon eine fantastische kleine Maschine. Seit Freitag spiele ich mit nur kurzen Unterbrechungen Wipeout Pure und Daxter, und von der Qualität her brauchen sich die beiden Titel wirklich nicht hinter ihren stationären Kollegen zu verstecken. Sony hat es tatsächlich geschafft, zeitgemässe Technik in einer hosentaschengrossen Konsole unterzubringen.
Aber! Die PSP wurde offenbar nie an Menschen getestet. Die Bedienelemente sind so unglücklich platziert, dass ich jetzt verdammt grosse Schmerzen in der linken Hand habe. Ernsthaft, während des Lenkens die linke Schultertaste zu bedienen grenzt an Masochismus, insbesondere wenn man den fitzeligen Analogknubbel benutzt. PSP zu spielen ist also vergleichbar mit autoerotischer Asphyxie, es macht Spass, ist aber schlecht für die Gesundheit. Die eingebauten Lautsprecher sind zudem eine ziemliche Katastrophe, der Lautsprecherausgang ist dafür aber um so besser (und man braucht im Gegensatz zum GBA keinen “gebt uns all euer Gold” Adapter).

Toll! Eine genügend grosse Speicherkarte vorausgesetzt, kann man die PSP prima als portablen Videospieler benutzen. Dank eines hervorragenden Freeware-Tools ist die Konvertierung der Filmdateien wirklich ein Kinderspiel, und der Bildschirm der Konsole ist dermassen gut, dass man selbst grässlich zusammenkomprimierte Untertitel noch gut lesen kann. Der iPod Video stinkt im direkten Vergleich ziemlich ab.
Aber! Der Weg dahin ist lang und steinig. Bei der Installation hat PSP Video 9 erstmal ASP.net auf meine Platte gepackt, das prompt ein eigenes Benutzerkonto angelegt hat. Was zu grosser Verwirrung beim folgenden Neustart geführt hat. Nachdem ich das Konto gelöscht hatte, wollte das Tool meine PSP partout nicht mehr erkennen. Also PSP Video 9 nochmal de-/installiert und gut war’s. Ausserdem hat es eine Weile gedauert, bis ich ein passendes USB auf Mini-USB Kabel gefunden habe, um die Konsole an den PC anzuschliessen. Gut, wenn man einen Schrank voller Alles-an-alles Kabel hat. Ach ja, für die Konvertierung einer 200 MB Datei braucht das Programm eine lockere Viertelstunde, “mal eben schnell” einen Kinofilm auf die Konsole zu schaufeln ist also nicht drin.

Toll! Für Wipeout Pure gibt es tonnenweise downloadable content, und das im Gegensatz zu anderen aktuellen Spielen absolut kostenlos. Ich habe mir gestern mehr als 70 MB an neuen Strecken, neuer Musik, neuen Rennklassen und neuen Skins runtergeladen, direkt von Sonys Servern auf meine PSP.
Aber! Natürlich war auch das ein ziemlicher Akt. Theoretisch kann man die extra Inhalte direkt aus dem Spiel heraus runterladen. Allerdings unterstützt Wipeout nur ungesicherte oder WEP-geschützte WLAN-Verbindungen, im Gegensatz zur PSP selbst (eine aktuelle Firmware vorausgesetzt). Das Problem ist, die Software meines D-Link Routers wurde von Soziopathen entwickelt, die zudem weder vernünftig Deutsch noch Englisch sprechen. Von WPA auf eine niedrigere Sicherheitsstufe zu wechseln ist daher absolut unmöglich! Zum Glück gibt es aber noch die Option, die PSP am PC anzuschliessen und den Kram von da aus runterzuladen. Dazu braucht man allerdings erst ein Konto bei YourPSP, und die Seite verträgt sich offenbar nicht mit Firefox. *seufz* Nach dem Exploder-Intermezzo muss man dann allerdings nur noch die Wipeout Pure Seite ansteuern, der Rest ergibt sich von selbst. Bis auf die Tatsache, dass sich Firefox nach dem Download gerne mal aufhängt. Und dass drei der Bonuspakete aufgrund von “generischer Fehler #1″ nicht zu kriegen waren. Ansonsten war aber alles cremig. Warum Wipeout allerdings keine Custom Soundtracks unterstützt, ist mir ein Rätsel.

Toll! Die Ladezeiten sind bei weitem nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Das mag natürlich von Spiel zu Spiel verschieden sein, aber bei Wipeout sind sämtliche Ladepausen unter zehn Sekunden, und bei Daxter gibt es praktisch keine Unterbrechungen. Ausserdem hat die PSP einen Standby-Modus, so dass man die Spiele innerhalb einer Sekunde da fortsetzen kann, wo man vor ein paar Stunden aufgehört hat. Natürlich ist es nicht so komfortabel wie Spiele auf Modulen, aber dafür geht auf so eine UMD auch einiges mehr drauf. Das Intro von Wipeout Pure zum Beispiel ist absolut bombastisch (ja ja, ich mag das Spiel).
Aber! Die anderen Ladezeiten, die für den Akku nämlich, sind ziemlich nervig. Die Batterie ist erstaunlich schnell leergeschlürft, insbesondere wenn man WLAN aktiviert und mal kurz im Internet rumsurft. Dann jedesmal zwei Stunden warten zu müssen ist zwar gut für meine Handgelenke (siehe oben), aber schlecht für meinen Geduldsfaden. Länger als fünf Stunden am Stück kann man mit der PSP jedenfalls nicht spielen, da ist der GBA doch klar im Vorteil.

Toll! Wie gesagt kann man mit der PSP eine ganze Menge anstellen. Spiele spielen, Musik hören, Filme schauen, im Internet surfen und so weiter. Dank des neusten Firmware-Updates steht einem ausserdem die Welt des Flash offen; jetzt muss ich eigentlich nur noch eine Seite mit guten Flash-Spielen finden. Langweilig wird mir mit der Konsole jedenfalls nicht so schnell.
Aber! Die PSP ist dafür auch so intuitiv zu bedienen wie ein Atomkraftwerk. Trotz des durchaus gut designten Menüs sind manche Funktionen hinter absolut kryptischen Bezeichnungen verborgen. Ein Muster an Konnektivität ist die Konsole wie beschrieben ebenfalls nicht. Ich bin mir jedenfalls ziemlich sicher, dass Technik-Novizen mit der Konsole schlicht und einfach überfordert sein würden. Für Grobmotoriker mit Bratpfannenhänden ist die PSP ebenfalls nicht zu empfehlen. Der Hochglanzschirm zieht den Schmodder magisch an, und die vielen futzelig wutzeligen Knöpfchen und Schiebeschalter erfordern eine Hirn-zu-Finger Koordination auf Guitar Hero Niveau. In PSP-Land, the console uses you!

So, und jetzt muss ich mir erstmal ordentlich Franzbrandtwein auf die Gichtgriffel schmieren…