Sportschau

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Wie rezensiert man eigentlich einen Titel wie Wii Sports? Ein kurzer Blick in die Runde zeigt, dass sich die meisten Leute darauf beschränken kurz was zu jeder Sportart zu sagen und dann ein Gesamtfazit zu ziehen.

Tennis rockt, Boxen steuert sich unpräzise, Baseball taugt nicht so viel und insgesamt ist es ziemlich toll. Vielleicht noch ein paar Takte zum netten Trainingsmodus und zum weniger netten Fitnessmodus gesagt, eine halbwegs hohe Zahl darunter geklatscht und die Sache hat sich erledigt.

Ich meine, was soll’s? Erstens stimmt das ja alles (das Spiel ist ziemlich gut, Boxen unpräzise und der Traingsmodus wirklich ganz gelungen), und zweitens kommt das Spiel sowieso umsonst mit, da braucht man sich echt keine große Mühe zu geben.

Aber ehrlich gesagt fangen die Probleme ja genau da an. Es ist umsonst. Na ja, vielleicht auch nicht, aber es ist halt nicht so als hätte man bezüglich des Kaufes eine Wahl. Es liegt der Konsole eben bei. Der übliche “8 von 10 Punkten, kauft es euch wenn ihr mit euren Freunden im Wohnzimmer Tennis spielen wollt”-Schmuh ist an dieser Stelle somit noch weniger angebracht als sonst.

Völlig befreit vom Zwang eine Kaufempfehlung schreiben zu müssen, schreiben die meisten Leute…eine Kaufempfehlung. Dabei verstehen sie anscheinend überhaupt nicht, was Wii Sports in Wirklichkeit ist.

Nämlich ein Trojanisches Pferd.

Es gibt schließlich einen Grund, warum die Wii-Fernbedienung Wii-Fernbedienung heisst und nebenbei auch noch aussieht wie eine. Denn auch sie ist ein Trojanisches Pferd. Oder von mir aus auch ein Missionierungswerkzeug.

Denn so wie ein Missionar seine Bibel in die Hand nimmt, liebe Antination, so müsst ihr euer Wii Sports ergreifen um damit aller Welt zu beweisen: Videospiele machen Spaß. Sie verwandeln einen nicht in Killer, sie machen nicht dumm, sie machen nicht faul und sie sind nicht mal sonderlich kompliziert.

Sie machen einfach Spaß.

Eure Eltern und Onkel und Schwestern und Tanten und Freunde und Brüder und Kollege werden diese kleinen coolen weißen Dinger in die Hand nehmen, sie werden Tennis mit euch spielen und dann wird etwas ganz Erstaunliches passieren. Nach ca. einem Satz werden sie Spaß haben.

Es wird ein ungewöhnliches Gefühl sein. Nicht der Spaß an sich, sondern die Art und Weise auf die er erzeugt wird. Sie werden sich vielleicht ein bisschen komisch vorkommen und sich möglicherweise Sorgen machen, wie sie aussehen, wenn sie da so mit den Armen fuchteln.

Aber wenn ihr fragt “Noch eine Runde?” werden sie nicht wie üblich antworten “Nee, lass mal.”, sie werden sagen “Okay.“. Vielleicht sogar “Okay!”. Mit Ausrufezeichen. Auf jeden Fall werden sie am nächsten Tag von einem komischen Ziepen im Arm daran erinnert werden, was sie gestern gemacht haben.

Vielleicht werden sie danach immer noch keine Videospieler sein. Einige werden aber fragen “Wie viel kostet das denn?”. Einige davon werden vielleicht sogar enttäuscht sein, wenn ihr ihnen erklären müsst, dass man im Moment keine Wiis mehr kriegen kann. Aber auch diejenigen, die sich nach zwei, drei Runden Tennis wieder abgewandt haben, hat Wii Sports ein bisschen verändert.

Schließlich haben sie gerade zum ersten Mal in ihrem Leben ein Videospiel gespielt. Nicht versucht es zu spielen, oder dabei zugeschaut. Nein, sie haben es selbst gespielt.

Das ist eine große Sache. Denn mit ein paar ermutigenden Worten von euch werden Sie dann verstehen, dass Videospiele nicht dazu gemacht werden, um Kinderseelen zu zerstören, sondern um Menschenherzen höher schlagen zu lassen.

Ja, der Fitness-Modus ist nicht sonderlich toll und Baseball ist auch eher schwach. Aber das macht überhaupt nichts, denn alles was man braucht ist Tennis mit zwei Wiimotes und plötzlich findet man findet das Kind im Menschen. Auch bei solchen die es schon verloren geglaubt haben.

So, und nun nehmt euer Wii Sports, geht hinaus in die Welt und verändert sie.

8/10? Wen interessiert das schon: Wii Sports ist das wichtigste Spiel des Jahres.

You are in the bunker that is made of sand.

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Die Welt ist voll von koreanischen MMOs. Und ich meine wirklich voll davon. Man kann zwar argumentieren dass eigentlich nur Korea voll davon ist, denn schließlich finden diese Spiele meist unter Ausschluss der Weltöffentlichkeit statt, aber Tatsache ist auch, dass es häufig eben doch eine englischsprachige Version gibt, die von der Weltöffentlichkeit gespielt werden könnte, wenn sie denn nur wollte.

Manche dieser Spiele sind sogar umsonst. Und bei einigen geht es um Golf. Bei Pangya zum Beispiel. Oder bei Shot Online. Oder Shot Online 2006. Oder Shot Online International. Oder 2006 Shot Online - The Field and More. Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, wie das Spiel jetzt wirklich heißt, aber einigen wir uns einfach mal auf Shot Online. Da das Wetter im Moment leider echtes Golfen nur begrenzt zulässt und die Welt nicht gerade voll von guten Golfspielen ist (wehe jemand erwähnt Tiger Woods!), habe ich mich natürlich mit Begeisterung auf das Spiel gestürzt.

Also nach getaner Arbeit einen Becher Nissin Cup Nudeln süß-sauer aufgemacht und Shot Online gestartet.

Wo wir gerade beim Thema sind, Nissin Cup Nudeln kann man an Geschmacklosigkeit ja wohl kaum noch übertreffen. Machen die da überhaupt was rein, außer Wasser und Natriumglutamat? Und warum überhaupt Natriumglutamat beimischen, wenn es gar keinen Geschmack gibt, denn man verstärken könnte?

Zurück zum Thema Golf. Anders als Pangya nimmt sich Shot Online etwas ernster. Das Design der Charaktere ist zwar immer noch sehr asiatisch angehaucht, dabei aber wesentlich erwachsener als bei Pangya. Das gilt auch für die Kurse selber, die eher wie echte Golfkurse aussehen und auf Südseestrände oder holländische Windmühlen verzichten. Das Spiel ist auch etwas MMOiger, denn es gibt eine kleine Welt in der man rumlaufen, mit NPCs reden und andere Spieler treffen kann. Trotzdem bleibt es hauptsächlich ein Online-Golfspiel mit leichten RPG-Elementen wie Charakterleveln und Gegenständen, welche diese Werte verbessern.

Der Hauptunterschied ist übrigens, dass Shot Online ein ganzes Stück schwieriger ist. Die Steuerung ist sehr old-school, mit einem klassischen Powerbar, den man in den richtigen Momenten anklicken muss. Dabei kriegt man allerdings sehr wenige Hilfen. Es gibt zum Beispiel keine Möglichkeit herauszufinden wie viel Kraft man bei einem Putt einsetzen muss um genau auf die Höhe des Lochs zu kommen, schon kleine Abweichungen von Trefferzonen auf dem Powerbar führen zu starkem Drift des Balls und im Bunker wird der Powerbar verdammt schnell.

Apropos Bunker. Das Spiel ist nicht wirklich gut übersetzt worden. Da es nur begrenzt Text gibt, ist das nicht wirklich tragisch, führt aber manchmal trotzdem zu akuter Heiterkeit. Einer meiner Lieblingssätze im Tutorial lautet zum Beispiel: “You are now in the bunker that is made of sand.”

Ein Ratschlag, den übrigens so manche Person gut gebrauchen kann. Ich stand nämlich eines Tages mal im Übungsbunker und war so fröhlich dabei mein Bunkerspiel ein bisschen zu verbessern, da gesellt sich eine ältere Dame zu mir. Sie macht mehr schlecht als Recht ein paar Schläge, wendet sich dann mir zu und fragt: “Sag mal, weißt du wo hier der Bunker ist?”

Jetzt weiß ich ja, was ich das nächste Mal sage. “You are in the bunker that is made of sand.” Danke, Shot Online!

Das Spiel kostet - wie schon erwähnt - von Haus aus nichts, aber wie bei Pangya kann man für ein bisschen Bargeld bessere Gegenstände kaufen, die einem mehr Erfahrungspunkte, bessere Charakterwerte oder einen Bonus auf das Ingame-Geld bringen. Letzteres braucht man übrigens regelmäßig, da jeder Golfkurs eine Greenfee kostet. Wenn man halbwegs gut spielt, ist das kein Problem, denn für gute Schläge kriegt man immer ein bisschen davon zugesteckt und der Anfängerkurs ist immer frei. Spätestens wenn man aber die Semi-Pro Prüfung ablegen will, dann wird es schon schwieriger, denn die kostet mal lässig 250.000 NG. Diese Prüfung findet übrigens nur einmal alle zwei Wochen statt und wenn man sie nicht besteht, dann muss man wieder warten. Und das Geld ist trotzdem futsch.

Shot Online ist nicht großartig, dürfte aber jedem der wie ich ungeduldig auf ein ordentliches neues Golfspiel wartet, ein paar nette Stunden bescheren.

Pangya!!

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Vor langer, langer Zeit gab es in einer Paralleldimension ein magisches Inselreich namens Pangya. Alles war friedlich, bis eines Tages ein Dämonenkönig anfing dem Land seine Lebensenergie durch ein kleines Loch im Boden auszusaugen.

Die Pangyianer beschlossen jede Menge Energie in einen kleinen Kristallball zu packen und diesen in das Loch zu stopfen, um den Dämonenkönig zu besiegen. Durch die viele Energie in dem Kristallball konnte dieser allerdings von keinem Menschen mehr angefasst werden.

Also entwickelten die Pangyianer einen Schläger mit dem sie den Ball in das Loch treiben wollten. Leider verlor der Ball mit jedem Schlag an Energie, und so war es sehr wichtig das Energieaussaugeloch mit so wenigen Schlägen wie möglich zu verstopfen.

Einem mutigen Krieger gelang dies schließlich und Pangya war gerettet. Noch heute spielt man auf den inzwischen wieder paradiesischen Inseln ein Spiel namens Albatross 18, das an diesen heroischen Krieger erinnern soll.

Jawohl, meine Damen und Herren, es geht um Golf. Koreanisches Online Multiplayer Golf, um genau zu sein. Wie irgendwie nicht anders zu erwarten, mit knallbunter Glubschaugengrafik, Rollenspielstatistiken und (siehe oben) einer komischen Hintergrundgeschichte.

Wer nur mit klassischem Golf was anfangen kann, der sollte lieber die Finger davon lassen. Vom Grundprinzip spielt es sich zwar völlig konventionell, aber die Aufmachung ist doch sehr, sagen wir mal, asiatisch. Wenn man den Ball zum Beispiel besonders gut trifft, dann ruft plötzlich jemand laut PANGYA!! und alles fängt an zu glitzern. Auch das Geld hat in dem Spiel wie üblich einen komischen Namen. Es heißt nämlich Pang.

Für gute Schläge bekommt übrigens solche Pang gutgeschrieben. Spielt man zum Beispiel ein Loch Par oder drunter, so springen aus dem Loch ganz plötzlich jede Menge Pang Münzen heraus. Damit kann man sich dann allerlei Dinge kaufen. Komische Hüte zum Beispiel. Oder Bälle die Herzchen hinter sich her ziehen und allen Spielern ein paar Pang schenken, wenn man einen PANGYA!! schafft. Es gibt auch magische Artefakte, welche die eigenen Fähigkeiten verbessern und man kann sich sogar ganz neue Charaktere kaufen. Mein persönlicher Favorit ist aber die Möglichkeit sich einen Caddy zu leisten, der dann immer brav hinter einem her trottet. Sehr fein.

Albatross 18 ist übrigens kostenlos. Wer allerdings die ganz tollen Artefakte, Hüte oder Charaktere kaufen will, der muss trotzdem Geld ausgeben. Die gibt es nämlich nicht für Pangs, sondern nur für Cookies. Das ist die andere Währung in Pangya und die kostet echtes Geld.