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Mit Siebzig, da hört das Leben auf?

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Mein Erstkontakt mit Burning Crusade lief eher nicht so gut. Zum einen fand ich die Hellfire Peninsula visuell wenig prickelnd, zum anderen bin ich ständig gestorben. Wenn ich nicht von normalen Gegnern umgebracht wurde, hat mich irgendein Gigantomonster von seinem Stiefel gekratzt. Das war ein eher ungewöhnliches Gefühl, denn ich spiele einen Hunter.

Wer mal einen gespielt hat, weiß dass die im Allgemeinen ziemlich untötbar sind. Nicht so in Outland. Zumindest nicht bei mir. Ich bin tatsächlich so oft gestorben, dass ich mehr für Reparaturen und Tiernahrung ausgegeben habe, als durch abgelieferte Quests wieder rein kamen.

Kurz, der Frustfaktor war hoch. Also habe ich meinen Hunter liegen gelassen und erstmal einen Draenei Warrior erstellt. Der spielte sich deutlich entspannter, was auch daran lag, dass er ständig von einem Heiler begleitet wurde. So eine Warrior/Priest-Kombo ist auch mehr oder weniger untötbar, also habe ich mich gleich wie Zuhause gefühlt.

Im Laufe der Zeit wuchs die Gruppe dann auf vier bis fünf Leute an und wir begannen die ganzen Instanzen zu spielen. Leute ich sage euch, so muss World of Warcraft gespielt werden: Ein großer Tisch, ein paar nette Leute, massenweise ungesundes Essen und eine handvoll Laptops. Das ist fast wie in den guten alten Pen-und-Paper-Zeiten.

So ganz langsam nähern wir uns mit diesen Charakteren inzwischen Level 60. Daraus folgt, dass wir spätestens diesen Sommer die Burning Crusade Instanzen spielen werden. Das hat mich wiederum motiviert, mir den „Single-Player“-Anteil der Erweiterung noch mal anzuschauen.

Also habe ich die Zähne zusammengebissen und mich so lange durch die Hellfire Peninsula gestorben, bis ich eine neue Ausrüstung hatte. Außerdem habe ich auf Beastmaster umgeskilled, was mir das Leben zusätzlich vereinfacht hat. Inzwischen ist Grontarr wieder eine unaufhaltsame, untötbare Questmaschine geworden und ich habe in Outland doch noch eine Menge Spaß gehabt. Insbesondere der Zangarmarsh und Nagrand haben es mir angetan.

Es gibt allerdings ein kleines Problem: Ich bin gerade Level 69 geworden.

Normalerweise ist das ja eher ein Grund zur Freude („Ding!“ „Grats!“), in diesem Fall überrascht es mich allerdings etwas. Ich stecke nämlich zurzeit in den Blade’s Edge Mountains und werde lässig 70 sein, bevor ich da wieder raus komme. Dabei habe ich weder Shadowmoon Valley noch den Netherstorm überhaupt betreten! Ich habe keine einzige Instanz gemacht und im Terrokar Forest bisher alle Gruppenquests übersprungen.

Das scheint mir irgendwie nicht so recht austariert zu sein. Wie kann es passieren, dass man bei einer Erweiterung schon nach zwei Dritteln des Inhalts an der Levelgrenze angekommen ist?

Zugegeben, ich habe immer mit blauem Balken gespielt, also für alle Monster doppelte XP kassiert. Allerdings braucht das Leveln in BC auch so lange, dass es nahezu unmöglich ist, nicht permanent „ausgeruht“ zu sein. Ich habe in den letzten Wochen ziemlich intensiv gespielt, trotzdem aber nie auch nur das Ende des blauen Balkens gesehen, geschweige denn die lila Variante.

Insofern frage ich mich was ich machen soll, wenn ich Ende der Woche Level 70 bin? Vom Spieltyp her bin ich eigentlich eher der Explorer, insofern will ich auf jeden Fall noch die anderen Gebiete sehen. Gleichzeitig ist es schon irgendwie Verschwendung, wenn ich für all die Monster und Quests keine XP mehr einsacke. Ich habe nicht unendlich viel Spielzeit, da muss man schon optimierend denken.

Ich könnte durchaus pausieren bis Wrath of the Lich King raus kommt, und erst dann weiter spielen. Damit hätte ich kein Problem. Einmal die Woche WoW reicht. So würde ich den ganzen Inhalt sehen und Erfahrungspunkte dafür bekommen. Allerdings wäre das nur eine Verschiebung der Problematik. Am Ende bin ich Level 80 und habe erst die Hälfte von Wrath of the Lich King durch!

Hm, schwierig. Es lohnt sich jedenfalls nicht weiterzuspielen, um coole Gegenstände einzusammeln. Es wurde ja bereits angekündigt, dass in der nächsten Erweiterung grün wieder das neue lila sein wird.

Woran ich allerdings arbeite, ist mein Ruf bei den Trollen. Ich will endlich einen Dinosaurier zum Reiten haben! Tatsächlich habe ich gestern eine kleine Weltreise durch Azeroth gemacht und fast 40 der 50 Elder aufgesucht. Jeder davon bringt nämlich 75 Reputationspunkte bei der kompletten Horde, was auch die Trolle mit einschließt. Ansonsten kaufe ich permanent Runecloth, was leider nur in geringen Mengen zur Verfügung steht. Das will jedenfalls bezahlt werden, was wiederum das Questen doch sinnvoll machen würde. Wäre schon nett, auf einem Raptor in Northrend aufzutauchen.

Ein episches Flugmount hingegen dürfte finanziell bis Wrath of the Lich King eher nicht drin sein. Selbst mein normales episches Mount konnte ich mir erst mit Level 65 leisten. Außerdem wird man in Northrend erstmal nicht fliegen können, und sobald man es dann darf, wird dort genug Geld dafür abgefallen sein.

Also, was ratet ihr mir? Weiterspielen oder abwarten?

52 Kommentare Autor: Richard
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Doof-us

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Als Blogbetreiber kriegt man man ja eine ganze Menge von E-Mails. Wir haben hier Anfragen für Interviews, Job-Offerten, Angebote für Fotoshoots(!) und natürlich jede Menge Werbemails von Firmen, die irgendwie hoffen, dass ihr Spiel vielleicht mal einen Beitrag wert sein könnte.

Die meisten davon sind recht harmlos, manche der Angebote nehmen wieder sogar an. (Ich war letztens im Radio und Hendrik weigert sich immer noch, mir die Fotos von sich zu zeigen.) Häufig sind die Werbe-Mails allerdings erschreckend dilletantisch formuliert. Heute ist wieder mal eine Mail von genau dieser Sorte in den Briefkasten geflattert und ich dachte mir, ich beantworte sie mal in aller Öffentlichkeit. Zu Erziehungszwecken quasi.

Hallo Richard,

Hallo drittklassige PR-Person!

Ich habe soeben Ihren Blog Antigames.de besucht.

Das ist super! Vielen Dank für dem Besuch von meines Blog Antigames.de! Anscheinend haben Sie auch babelfish.altavista.com besucht, eine Seite mit der man ja ebenfalls viel Spaß haben kann.

Die dort angesprochenen Themen stimmen gut mit unseren Schwerpunkten überein.

Es ist gut zu wissen, dass Sie auch bei sich viel Wert auf Dinosaurier und das Dissen der Gamestar legen. Auch schön, dass Sie – anders als so manche unserer Leser – keine panische Angst vor Plastikgitarren haben. Vielleicht können wir nach dem Release von Rock Band ja mal zusammen ein paar Songs spielen. Aber nur, wenn Sie singen. Gregor nimmt schon die Drums und ich spiele Gitarre.

Ich bin der Verantwortliche für Kommunikation bei Ankama Games, einer Firma, die ein kostenloses Online-Computerspiel (ou Online-Videospiel) betreibt.

Ou! Also haben Sie bei Babelfish anscheinend die Option “Französisch nach Deutsch” gewählt. Übrigens: Sehr nett, mich daran zu erinnern, dass “Computerspiel” ein Synonym für “Videospiel” ist. Das vergesse ich nämlich ständig. Man merkt echt, dass Ihre Firma für den Bereich “Kommunikation” nur Verantwortliche einstellt, die sich echt damit auskennen.

Dieses Spiel wurde ausschließlich in Flash programmiert und lässt sich problemlos unter Windows, Mac und Linux spielen. Derzeit spielen bereits mehr als Millionen Spieler weltweit dieses Spiel mit großer Begeisterung.

Ausschließlich in Flash! Respekt. Das gibt es ja eher selten. Da steigt mein Interesse gleich. Vor allem weil ja Sie offensichtlich schon mehr als Dreißig Trilliarden-Billionen Hits auf Ihrer Webseite begeisterte Spieler haben!

Wir möchten nun ebenfalls mit Bloggern aus diesem Bereich Kontakt aufnehmen, da wir der Ansicht sind, dass es wichtig ist auch Ihre Meinung und Ihre Kommentare über die Welt der Computerspiele zu hören.

Aus welchem Bereich? Flash? Mac? Linux? Das ist jetzt eher nicht unser Fachgebiet. Oder hat Ihr Spiel vielleicht Dinosaurier? Dann wäre meine Meinung nämlich, dass es total rockt! Meine Kommentare über die Welt der Computerspiele können Sie allerdings auch auf meiner Blog lesen, ohne mich anzuschreiben. Aber weil es Ihnen so wichtig ist, hier eine kurze Zusammenfassung meiner hochqualifizierten Meinung:

- Es gibt zu wenig Dinosaurier in Spielen.
- Es gibt zu viel Gewalt in Videospielen.
- Ich kann Innenminister nicht ausstehen.
- Es gibt zu viele Spiele von EA.
- Es gibt nicht genug Spiele von Tim Schafer.
- Ich will mehr Videos mit Jade Raymond drin.
- Die Gamestar hat doofe Ohren.
- Ich habe immer Recht.

Ich hoffe das hilft Ihnen.

Wenn Sie Interesse an weiteren Informationen über unser Spiel haben solltet, so schicken Sie uns einfach eine E-Mail (mit dem Betreff:

“Informationen für Blogs”) mit Ihrem Namen, Vornamen der URL Ihres Blogs und Ihrer Postadresse zu. Wir werden Ihnen dann so bald wie möglich unser Pressematerial, unsere Pressemitteilungen sowie einige Goodies für Ihren Blog zukommen lassen.

Goodies! Cool. Da werde ich sofort loslegen und (Ihnen eine Mail

schreiben. Wobei, da fällt) mir auf: Ich weiß den Vornamen der URL meines Blogs nicht! Was mache ich denn jetzt? Ich schätze da habe ich Pech gehabt. Och schade, ich hatte mich schon so sehr auf Ihre Pressemitteilungen gefreut.

Wir freuen uns über jede Form von Kommentar oder Verbesserungsvorschlägen und werden auf diese so schnell wie möglich eingehen.

Okay, dann habe ich hier den ersten Verbesserungsvorschlag: Wenn Sie schon unbedingt ihr dämliches Flashspielchen mit nervigen Spam-Mails ahnungslosen Blogbesitzern unterschieben wollen, dann wäre es super wenn sie irgendwo in Ihrer E-Mail DEN NAMEN DES SPIELS ERWÄHNEN WÜRDEN. Oh, und ich würde den Verantwortlichen für die Kommunikation feuern mal auf eine Schulung schicken. Könnte helfen.

Ich habe mit der Magie von Google übrigens nachgeschaut, wie ihr Spiel heisst. Ich muss sagen, der Name ist recht passend.

Mit freundlichen Grüßen,

Mit freundlichen Grüßen,

46 Kommentare Autor: Richard
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P(Gallenblase) = 0,02

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Quests in MMOGs sind so eine Sache. So richtig spannende und involvierte Aufgaben zu entwickeln, ist nahezu unmöglich, da man sich die Welt ja mit den anderen Spielern teilen muss und auch nicht verändern darf. Also kriegen wir immer wieder Mission der Marke “Jage 10 Wölfe und komm dann zurück” aufs Auge gedrückt.

Eigentlich gibt es ja nur zwei wichtige Arten von Quests, solche in denen man Monster erschlagen muss und solche in denen man Gegenstände aufsammeln soll. Der Übergang ist da natürlich fließend. Die meisten Aufsammeln-Missionen sind auch Plattmach-Missionen, denn die zu sammelnden Gegenstände werden von Monstern bewacht. Dann gibt es noch die Plattmach-Missionen die gleichzeitig Aufsammel-Missionen sind, was dann der Fall ist, wenn den Monstern nach dem Plattmachen entsprechende Gegenstände aus der Tasche purzeln.

Manchmal werden solche Missionen noch etwas anderes gerahmt, aber das ist auch nur Augenwischerei. Wenn man zum Beispiel seinen Ruf bei einer bestimmten Fraktion verbessern soll, dann macht man das halt mit, genau, Monterplattmachen oder Gegenständeaufsammeln.

Zusätzlich gibt es noch die Kuriermissionen, bei denen man einem bestimmten NPC eine Nachricht oder einen Gegenstand überbringen soll. Dabei handelt es sich aber entweder um einen Rahmen für eine Monsterplattmachquest, weil der NPC von Gegnern umringt ist, oder es einfach ein Trick um den Spieler an einen bestimmten Ort zu bringen, weil es dort weiter geht.

Grundsätzlich habe ich damit auch kein Problem. Das Kerngameplay der meisten MMOGs ist halt der Kampf. Da ist es offensichtlich, dass man in den typischen Quests irgendwie mit Bären oder Tentakeltieren aus der Tiefe ringt. Es gibt aber eine ganz bestimmte Art von Quest, die ich auf den Tod nicht ausstehen kann.

Die verdammten Quests in denen per Zufall bestimmt wird, ob das gerade umgenietete Monster einen der zurzeit benötigte Questgegenstände dabei hatte.

Meine Güte, was soll der Scheiß?

Wir kennen das doch alle. Der Vize-König von Fantasyhausen hat uns freundlich aber bestimmt gebeten, ihm doch dabei zu helfen die riesige Nase seiner hässliche Tochter zu verhübschen. Dazu braucht er einen Zaubertrank, für den ihm allerdings eine gewisse Zutat fehlt. 10 Einheiten einer bestimmten Zutat, um genau zu sein. Diese Zutat wird aus den Gallenblasen des Gemeinen Klauenviechs gewonnen, welches glücklicherweise gerade die Bauern westlich von Fantasyhausen terrorisiert. Also zieht man los um den Bauern zu helfen die Nase der Prinzessin kleiner zu machen. Das Gemeine Klauenviech gibt es vor Ort wirklich massenweise und sehr schnell hat man durch wiederholtes Drücken des Icons für den Zauberspruch “Verknote Innereien” das erste Klauenviech erlegt. Schnipp-schnapp, schnell die Gallennblase entfernt, einer erledigt, noch neun auf der Liste.

Flott verknotet man die Innereien eines weiteren GKVs und schnipp-schnapp… Moment mal! Keine Gallenblase. Auch nicht bei Viech drei, vier oder fünf. Damit nimmt das Drama seinen Lauf. Was nach einer kurzen Quests aussah, entwickelt sich zügig zu einem vierstündigen Genozidfeldzug gegen das Gemeine Klauenviech, immer auf der verzweifelten Suche nach den seltenen und wertvollen Gallenblasen.

Die Bauern freut es, der Spieler verzweifelt.

Liebe Spieledesigner, warum in aller Welt gibt es diese Quests? Wollt ihr uns ärgern, oder was soll das? Es gibt übrigens wirklich keinen Grund für diese Quests, denn sie sind nur eine leichte Variation der klassischen “Bring x Monster um und komm dann zurück”-Mission. Betrachten wir das mal genauer.

Jeder Questgegenstand (in unserem Fall die Gallenblase) hat eine bestimmte Droprate. Das ist die Wahrscheinlichkeit mit der ein entsprechendes Monster dem Spieler beim Sterben den gewünschten Gegenstand überreicht (in userem Fall 2%). Mit P(Gallenblase) = 0,02 muss der durchschnittliche Spieler also 500 Gemeine Klauenviecher erlegen, bis er die Quest erledigt hat. Mit anderen Worten, die Quest ersetzt eigentlich nur eine traditionelle “Kille 500 GKVs und komme dann zurück”-Quest.

Mit einem entscheidenden Unterschied: Durch das Zufallselement gibt es Extremfälle. Man kann davon ausgehen, dass die durchschnittliche Anzahl von erlegten GKVs pro erledigter Quest normalverteilt ist. Das bedeutet, dass die meisten Spieler in etwa 500 GKVs erschlagen, bis sie die 10 Gallenblasen zusammen haben. Wie oben erwähnt, entspricht diese Quest also für fast alle Spieler einer normalen “Töte 500 Monster Quest”. Pech haben aber die Leute, die am rechten Rand der Verteilung liegen. Die können nämlich auch schon mal 2000 Monster erlegen und trotzdem erst sieben Gallenblasen gefunden haben. Das frustet.

Ein Spieldesigner muss solche Extremfälle also als Nachteil in Kauf nehmen, aber kriegt man dafür auch einen Vorteil? Nein, zumindest keiner der mir einfällt. Was wichtige Kennzahlen angeht wie “aufgesammeltes Gold” oder “Zeit die ein Spieler in der Region verbringt” betrifft, arbeitet der Designer sowieso mit statistischen Werten. Es macht für ihn also keinen Unterschied, ob er dem Spieler direkt sagt er möge bitte x Monster plätten, oder ob er das Ganze in einer Zufallsquest verpackt.

Der Spieler hat auch keinen Vorteil. Die meisten Leute bringen halt ungefähr 500 Monster um. Selbst die Spieler die am linken Rand der Verteilung liegen und nur 100 GKVs jagen müssen, merken gar nichts von ihrem Glück, schließlich sieht es für sie einfach so aus, als hätte die Gallenblase eine Droprate von 10%. Schlimmer noch, was Loot und Erfahrungspunkte betrifft, hinken sie dem durchschnittlichen Spieler jetzt hinterher.

Also, liebe Designer, welcher Teufel reitet euch, wenn ihr diese Quests einbaut? Kann mir das jemand erklären?

85 Kommentare Autor: Richard
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Ich habe was gekauft?!?

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Es ist schon seltsam, was man manchmal in der Einkaufstasche findet, wenn man nach Hause kommt. Also ich gestern Abend die Tasche ausgepackt habe, sah das ungefähr so aus:

  • neue Hose
  • zwei paar Socken
  • Paprika
  • Zwiebeln
  • Butter
  • Batterien
  • The Lord of the Rings Online: Shadows of Angmar™

Moment, was? The Lord of the Rings Online? Wann habe ich das denn gekauft? Ich schätze nach den Batterien, denn die habe ich bei Saturn geholt. Oh je. Aber vielleicht ist das gar nicht so schlimm? Immerhin hat Eurogamer dem Spiel 9/10 gegeben! Da muss es ja quasi großartig sein.

Jedenfalls muss ich mich jetzt mit der Tatsache abfinden, dass ich habe mir The Lord of the Rings Online gekauft habe. Sagt mir in den Kommentaren ruhig wie doof ich bin. Währenddessen erzähle ich euch, wie es bisher so ist. Also zumindest wenn es gerade nicht abstürzt ist.

Und, fragt ihr mich jetzt, ist es 9-von-10-Punkten-großartig? Tja, sage ich da, ich weiß noch nicht so recht. Es stürzt halt ständig ab! Bis jetzt ist es eigentlich ganz nett, aber sicher keine OMG9/10BUYZ0RZNOWZ!!1-Empfehlung. Schauen wir uns das mal im Detail an.

Nicht so nett:

Die Grafik. Nicht hässlich oder so, aber es fehlt das gewisse Etwas. Visuell hat man sich stark am Film orientiert, man darf also keine eigenständige kreative Vision von Mittel-Erde erwarten. Kommerziell ist das sicher die richtige Wahl, aber es ist schon enttäuschend wenn das Intro mehr oder weniger auch für irgendein Add-on zu Battle for Middle-Earth geeignet wäre. Insgesamt ist der Look des Spiels etwas stilisierter und Comic-hafter als die diversen Spiele zum Film von EA, geht dabei aber nicht so weit, wie zum Beispiel WoW. Unschön ist das missglückte LoD-System mit ordentlich viel Pop-up und seltsam durchsichtigen Bäumen in der Distanz. Das hat Guild Wars schon vor längerer Zeit deutlich besser hinbekommen.

Das Interface. Deutlich besser als das desaströse Interface von Dungeons & Dragons Online, aber das Spiel muss sich in der Hinsicht trotzdem beschämt vor WoW und Guild Wars verstecken. Alles wirkt irgendwie klein und futzelig, die Icons sind nicht sehr eindeutig und generell ist es anstrengend für die Augen.

Habe ich schon erwähnt, dass es sich ständig aufhängt?

Nett:

Bisher kein Grind. Ja, es gab schon eine Quest der Marke “Bring 5 Wölfe um”, aber es waren eben nur fünf, nicht 20 und die Drop-Rate von Wildschweinfleisch war bisher 100%. Fast so, als hätte jedes Tier welches dabei. Haben die denn von WoW nicht gelernt, dass statistisch gesehen nur jedes fünfte Wildschwein aus Fleisch gemacht ist? Natürlich kann sich das noch ändern. Wer weiß, vielleicht werde ich heute Abend gebeten solange Orcs zu farmen bis irgendwann mal ein magisches Gebimmel aus einem raus fällt, aber bisher ist das Spiel in der Hinsicht sehr schmerzfrei. Schmerzfrei ist gut!

Deeds und Titles. Neben den üblichen Leveln kann man sich in LOTRO auch noch sogenannte “Titles” verdienen, indem man gewisse Taten vollbringt. Diese Titel kann man sich dann hinter den Namen kleben, so dass sie alle sehen können. So ein bisschen wie es das auch in Guild Wars gibt, nur wesentlich besser. Der erste Titel kommt umsonst und gibt die Herkunft an. Da wäre man also zum Beispiel “Blah-blah of Gondor”. Die restlichen Titel muss man sich verdienen, zum Beispiel durch das Erreichen von Level 5 ohne zu sterben “Blah-blah the Wary” oder durch das erledigen von Quests in einer bestimmten Gegend (“Honorary Sherrif”). Coole Sache eigentlich, weil man dadurch neben dem Erledigen von Quests und dem Erreichen von Leveln noch auf weitere Ziele hinarbeiten kann, zumal man durch die Titles auch zusätzliche Fähigkeiten erwerben kann.

So, ich gehe jetzt nach Hause und schaue mal, ob ein neuer Grafiktreiber die Absturzprobleme behebt. Und ich könnt mich dafür auslachen, dass ich es gekauft habe. Viel Spaß.

53 Kommentare Autor: Richard
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Massive Aussichten, Teil 3: Midgard Online

Midgard Online

Eine neue Ausgabe, ein neues Lizenzprodukt, ein neues Fantasy-MMORPG: Midgard Online ist allerdings interessanterweise ein weitgehend deutsches Gewächs, auch wenn es den Nachnamen mit so vielen US-Produkten teilt (interessant, oder?). Grundlage ist das älteste deutsche Pen&Paper Rollenspiel gleichen Namens – minus dem Nachnamen – immer schon ein Garant für hochkomplexe, etwas umständliche Regeln und einer sehr liebevoll ausgearbeiteten Spielwelt, deren Länder erheblich stärker als z.B. Warhammer an reale Epochen und Kulturen unseres eigenen geliebten Heimatplaneten angelehnt sind. Midgard ist -tpyisch deutsch?- ordentlich und sorgfältig, aber auch etwas -tpyisch deutsch?- bieder, wenig originell und farblos – es gibt gute Gründe, warum es bei weitem nicht das beliebteste Papierrollenspiel in hiesigen Gefilden ist.

“Warum daraus ein MMORPG machen und für die Lizenz zahlen? Das ist doch genau wie alle anderen Fantasyschmonzetten, nur blasser, ohne überzeugendes grafisches Konzept und langweiliger”, werdet ihr sagen – und damit seid ihr sicherlich nicht allein. Eine sehr wahrscheinlich der Wahrheit nahekommende Hypothese ist, dass ein Entscheidungsträger bei Frogster/Onlinewelten selbst Pen&Paper Spieler ist, der bei der Frage nach einer MMORPG Lizenz – ich stelle mir das Meeting gerade bildlich vor – begeistert aufgesprungen ist und seinen Kreuzzug begann, sein Rollenspiel in die MMO-Welt zu bringen – “Ich kenne genau DIE Lizenz für uns. Das älteste deutsche…” usw usw. Der Rest der Runde nickt ergriffen. Der Anfang.

Und das ist der heutige Stand: www.midgard-online.com. Wenn man sich die schwachen – wenig originellen und etwas biederen – Konzeptskizzen und die liebevollen, scheinbar direkt aus dem Hintergrund – nicht aus dem MMO-Material – übernommenden Regionsbeschreibungen einmal genauer betrachtet, ist eines klar: Hier sind Überzeugungstäter am Werk. Schmerzlich klar wird aber auch, dass es wirklich gar nicht mal so einen guten Eindruck macht. (Konzept-)Grafisch höchstens amateurhaft, designerisch altbacken mit Ideen, deren Umsetzbarkeit meiner Ansicht nach definitiv ungesichert ist. Eine der besten Regeln für gutes Schreiben, gutes Coding, gutes Zeichnen, gutes Spieldesign ist immer noch “Kill Your Darlings”. So etwas wie “möglichst genaue Umsetzung der Regeln”. Seid ihr euch damit wirklich sicher, OW/Frogster? Wäre nicht “ein möglichst spassiges Spiel” auch ein sinnvolles Ziel?

MO ist eines der wenigen aktuellen MMO-Projekte, die in ihrer Realitätsferne, ihrem wohlgemeinten Idealismus und ihrem designerischen Scheuklappendenken an die Boomzeiten um 2000 erinnern. Leider. Mit den Jahren hat man so manches mutige MMO-Design kommen und gehen gesehen und entwickelt zumindest ein ungefähres Gefühl dafür, was funktionieren kann. Das deutsche Fantasy-MMORPG Midgard Online ist -so wie es sich aktuell darstellt – ein Paradebeispiel für einen peinlichen Megaflop … mit Ansage. Hoffentlich liege ich total falsch, das würde mich ernsthaft freuen.

32 Kommentare Autor: Denis
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Massive Aussichten, Teil 2: Warhammer Online

Massive WAR

Ich habe doch gesagt, dass wir einen Trend zu dicken Lizenzen und machtvollen Franchises in der MMO-Szene haben? Genau, habe ich. Ist ja auch viel netter, schon einen eprobten Sandkasten zu verwenden, den die anderen Kinder auch ganz toll finden. Das beruhigt die Eltern die Investoren.

Games Workshop ist in letzter Zeit ziemlich erfolgreich gewesen, was die Vergabe ihrer Lizenzen angeht – dem satten Hit “Dawn of War” in ihrer (ziemlich eigenen) SF-Spielwelt Warhammer 40K folgte das zumindest ziemlich solide Mark of Chaos. Vorher gab es aber das das Millionengrab Warhammer Online, eine detailbeflissene MMO Umsetzung ihrer (ziemlich eigenen) Fantasywelt, die von Climax über Jahre hinweg verschleppt wurde, bis GW eines Tages den bis dahin voll aufgedrehten Geldhahn zudrehte – danach stand Climax mit einer fast fertigen fremdfinanzierten MMOG-Engine und GW mit einer Menge unverwendarem Artwork dar. Danach ging es schnell: Mythic Entertainment meldete Interesse an, sie bekamen die Lizenz (eine verbitterte Community gab es als kostenlose Beilage) und begann in Windeseile auf Basis ihrer erprobten Dark Age of Camelot Technologie ein von Grund auf anderes Spiel zu entwickeln. Eines, das sich ganz klar auf die Konflikte zwischen den verschiedenen Reichen (und Spielern) konzentriert – zum nicht unerheblichen Unwillen eines Großteils der Rollenspielfreudigen Community. Der stark an die Zinnminiaturen des Warhammer-Tabletops angelehnte Look von Warhammer Online: Age of Reckoning hatte ebenfalls einen schweren Stand vor einer Szene, die scheinbar zu einem großen Teil das bereits allgegenwärtige, stark vom WH-Look beeinflusste World of Warcraft schlicht nicht mehr sehen konnte und den üblen Mief eines schamlosen Plagiats witterte.

Mythic begann eine gnadenlose Kampagne, um das Wohlwollen des Volkes (zurück) zu gewinnen. Diaries, Previews und aktiv auf den Foren postende Entwickler sind eine Sache, etwas ganz anderes sind sonderbare Gestalten wie der verhinderte TV-Prediger Paul Barnett, der seine inzwischen kultisch verehrten Botschaften unter vollem Einsatz von MySpace, Youtube usw. unter die Leute bringt. Tatsächlich scheint der Hype zu funktionieren: Die Community glaubt tatsächlich, das Warhammer ganz anders ist als alle anderen Fantasywelten. UND sie glaubt, das WAR ganz anders sein wird als alle anderen MMORPGs. Ausserdem ist es ein Hobby, nicht nur ein Spiel.

Tatsächlich hat Mythic (inzwischen Teil von Electronic Arts) einiges Neues auf der Pfanne, auch wenn es sich hier klar eher um Evolution als einen Bruch mit allem Althergebrachtem handelt: Alles, was Spieler machen – sei es PvP, PvE oder Crafting, beeinflusst die Balance zwischen den beiden Fronten Ordnung und Zerstörung, Gebiete können besetzt, Städte eingenommen werden bis es dann zur entscheidenden Schlacht um die Hauptstadt des Gegners kommt. In WAR geht es um Krieg, nicht um Bausparen, Eigenheim und Teppichknüpfen. Wer sich damit und mit einen etwas eigentümlichen Sinn für Humor identifizieren kann, wird möglicherweise im Verlauf dieses Jahres eine solide Keilerei einplanen können. Allerdings: Bisher gibt es keine Hinweise auf Dinosaurier.

33 Kommentare Autor: Denis
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World of Guild Wars: The Burning Prophecies

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The Burning Crusade ist raus und ich bin Level 11! Allerdings in, äh, Guild Wars. Nicht in Factions oder Nightfall, nein. In Prophecies, dem ersten Teil! Dabei war der Plan für dieses Wochenende doch eigentlich, endlich Outland zu erforschen und mindestens Level 61 zu werden. Wie konnte das passieren?!?

Ich vermute es liegt daran, dass Guild Wars ziemlich cool ist. Aber auch daran, dass mich Outland auf den ersten Blick etwas abgeschreckt hat. Kaum war ich durch das Portal, wurde ich erstmal mit hochhaushohen Monstern konfrontiert, die sich – nicht all zu weit von mir entfernt – mit irgendjemand um irgendwas geprügelt haben. Hilfe! Und dann wurde mir plötzlich mitgeteilt, dass die Allianz drei Forts und die Horde keins halten würde. Forts? Was? Wie bitte?

Egal, ich habe mich dann erstmal ins örtliche Hordenlager fliegen lassen und da ein paar Quests eingesammelt. Immerhin wurden mir dafür stets sehr ordentliche Belohnungen versprochen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich von den Items beeindruckt war, weil sie wirklich so toll waren, oder weil ich einfach Sachen trage, die schon vor einem Jahr – als ich aufgehört habe zu spielen – ziemlich schäbig waren. Wahrscheinlich letzteres.

Von den neuen Quests habe ich mir dann mal was machbar Wirkendes ausgesucht und bin aus dem Lager rausmaschiert. Anstatt aber lässig ein paar Blutorks zu vermöbeln und die ersten Erfahrungspunkte zu sammeln, bin ich schon wenige Meter von Lager entfernt von einer Art Shai-Hulud angegriffen und gefressen worden.

Aua.

Ich habe dann erstmal woanders nach den Blutorks gesucht. Gefunden habe ich, wie das in Warcraft ja so üblich ist, allerdings nur Blutorks die schon tot waren. Man könnte ja jetzt argumentieren, dass nur ein toter Blutork auch ein guter Blutork ist, aber seien wir mal ehrlich: ein toter Blutork bringt weder Erfahrungspunkte noch fetten Loot, insofern kann das eigentlich nicht stimmen.

Ach ja, und dann ist ein hochhaushohes Monster auf mich draufgetreten und ich war tot. Ich glaube allerdings, dass ich das nicht persönlich nehmen sollte. Von da oben hat es mich wahrscheinlich einfach nicht gesehen.

Also. Guild Wars. Das hatte ich schon seit Ewigkeiten auf der Platte, bin aber nie zum Spielen gekommen. Damals als es raus kam, war ich gerade mit World of Warcraft beschäftigt. Nachdem Marc mir monatelang erzählt hat wie cool es ist, habe ich es dann vor ein paar Monaten mal installiert, fand aber den Einstieg irgendwie nicht.

Tja, und jetzt habe ich ihn gefunden, bin Level 11, habe gerade Mission 5 geschafft (und habe somit auch die Post-Searing-Wüste hinter mir gelassen) und bin erstaunlich begeistert. Ich liebe es, dass die Monster nicht schon tot in der Gegend liegen wenn ich vorbei schaue, obwohl wir uns in diesem Fall darauf einigen können, dass nur ein toter Devourer ein guter Devourer ist, zumal es ja keine Quests der Marke “Töte 10 Whiptail Devourer und komme dann wieder, damit ich dir nächste Quest (‘Töte 12 Plague Devourer’) geben kann” gibt.

Apropos Devourer, das sind echt die Cliff Racer von Guild Wars. Gah!

Zurück zum Thema. Ich liebe das Skillsystem von Guild Wars, bei dem man zwar einen Haufen Skills hat, aber immer nur ein paar davon mitnehmen kann. Dadurch hat man nicht 5.000 Icons auf dem Bildschirm, sondern muss vor einer Mission tatsächlich nachdenken, was denn eine sinnvolle Skillsammlung dafür ist. Wenn sich dann zwei Level 10 Elementalists treffen, unterscheiden die sich tatsächlich durch mehr als nur die Farbe ihrer Hüte.

Toll auch die Missionen. Die geben dem Spiel eine nette Struktur und ein paar spektakuläre Momente, ohne dabei so elendig lang oder schwierig zu sein, wie die Instanzen in WoW. Ganz nebenbei sieht das Spiel auch noch großartig aus. Was will man mehr?

Na ja, vielleicht eine Geschichte, die mit ein wenig mehr Gusto präsentiert wird. Wenn sie zwei Jahre nach Release noch nicht mal die zahlreichen Rechtschreibfehler in den sowieso schon ziemlich holperig und lieblos geschriebenen Questbeschreibungen repariert haben, dann liegt der Focus wohl auf anderen Dingen.

Eine Sache noch. Ich bin von der Technik echt begeistert. Das Spiel läuft mit maximalen Details, AA und allen denkbaren Filtern konstant mit 60FPS. Dafür ist wohl vor allem das clevere LOD-System verantwortlich, welches unter anderem weiter entfernte Objekte auf einfache Texturen runterrechnet. Das ist auch nicht perfekt, funktioniert aber wesentlich besser als die meisten anderen Tricks und erlaubt echt spektakuläre Aussichten, ohne dass die Framerate in den Keller geht.

Am besten ist aber das Download-System. Ich habe Guild Wars nämlich nie von DVD installiert. Marc hat mir irgendwann einfach mal einen Key geschenkt (Danke!), ich habe den 128KB(!) großen Client gestartet und das war es dann. Guild Wars läd sich selber runter, während man es schon spielt. Das gilt übrigens auch für alle Updates. Dagegen ist das Patchgewürge von WoW einfach nur unerträglich.

Nur eins macht mir Sorgen. Ich glaube einen Elementalist/Warrior zu bauen, war keine gute Idee. Ich mag den Elementalist, weiß aber nicht so recht was ich mit dem Warrior anfangen soll. Haben die erfahrenen Guild Wars Spieler der Antination da ein paar Tipps für mich?

66 Kommentare Autor: Richard
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Es sieht immer noch verdammt gut aus…

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…zumindest was die Draenei betrifft.

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Hendrik meint allerdings, dass WoW bei den Blood Elves plötzlich aussähe, als wäre es ein Shareware-Spiel. Mal sehen. Ich schätze vor Freitag werde ich das nicht rausfinden. Und bis dahin sind die Hälfte von euch natürlich schon wieder Level 60, haben alle Instanzen in Outland mindenstens drei mal durchgespielt, und haben schon wieder vergessen wie es damals am Launchtag bei den Blood Elves aussah, aber gut. Macht nichts. Das lässt mich inzwischen kalt. Ich gehe jetzt nach Hause und esse Kekse. Life is good.

34 Kommentare Autor: Richard
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Nur noch 200 Meter…

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Meine World of Warcraft: Burning Crusade Collector’s Edition liegt in einer Packstation, keine 200 Meter von hier. Entweder das, oder ein Buch über die Architektur der polnischen Renaissance, von dem ich nicht mehr weiß, dass ich es mal bestellt habe.

Lacht nicht, so was kommt vor. Dummerweise teilt einem die SMS nicht mit, was in dem Paket drin ist und somit bleibt ein gewisser Unsicherheitsfaktor. Trotzdem ich bin mir ziemlich sicher, dass es Burning Crusade ist.

Jetzt mal ehrlich, wie soll man unter solchen Umständen arbeiten? Das Ding strahlt ein dermaßen großes Gravitationsfeld aus, dass mein Stuhl permanent und wie von Geisterhand gezogen in Richtung Ausgang rollt. Außerdem bin ich gerade scharf am Überlegen, wie ich dafür sorge, dass wir heute nicht in der Mensa essen gehen. Die liegt nämlich nicht in Richtung der Packstation. (Meine aktuelle Strategie besteht darin, dies auf meinem Spieleblog im Internet zu erwähnen, zu hoffen dass meine Kollegen es lesen und dann freundlicherweise einen anderen Ort zum Essen vorschlagen. Mal sehen, wie gut das funktioniert. Ich werde berichten.)

Fairerweise muss man sagen, dass sich das Gameplay von Burning Crusade heute wohl auf Artbook-lesen und Soundtrack-hören beschränken wird, denn die Server dürften gnadenlos überlastet sein. Außerdem bin ich mir gar nicht so sicher, ob ich WoW überhaupt noch spielen will. Ich habe schon ein bisschen Angst vor jeder Menge Instanzdungeons, die ich mangels Gilde und Aufgrund eines Lebens nie betreten werde und vor jeder Menge Spieler die mein Nicht-Elite Mount aus ihren lila Turbo-Rüstungssets +500 herablassend belächeln werden.

Zudem macht es mir Sorgen, dass eigentlich keiner von den Leuten die das coole Origingal-WoW gemacht haben, noch an Burning Crusade gearbeitet haben. Von der Aussicht bedroht, bis an ihr Lebensende WoW-Erweiterungen basteln zu müssen, haben die nämlich alle ihren Hut genommen und ihre eigenen Studios gegründet. Insofern bin ich mal gespannt auf die Qualität der neuen Gebiete.

Denn genau darum geht es mir ja eigentlich. Ich spiele WoW nicht, ich besuche es. Instanzen sind mir schnuppe, Ausrüstung ist mir egal und PvP kann mir mal den Buckel runter rutschen. Wenn ich einlogge, dann werfe ich mir ein geschmackloses Hawaiihemd über, schlüpfe in billige Badelatschen und werde zum Touristen.

Jetzt muss ich nur noch mein Flugticket aus der Packstation befreien. Ist es schon Zeit zum Mittagessen?

Update: So. Wir waren beim Inder essen. Danach sind wir zuerst zum Saturn gegangen. Da lagen ca. 500 Brilliardentrullionen Burning Crusades rum. Am Eingang waren schon Schilder “Burning Crusade gibt es im 2.OG!”. Wobei das glatt gelogen war, denn sie hatten direkt an der Tür einen Ständer voller BCs. Außerdem war alles voller Schilder geklebt mit irgendwelchen Warnungen, dass BC nicht hiermit läuft und dass es damit Schwierigkeiten macht und dass man es am besten erst auf die Platte kopiert und dann installiert und so weiter. Am besten hat mir gefallen, dass sie eindringlich vor der Verwendung von Kaspersky Antivirus gewarnt haben und direkt ins Regal neben BC dann Kaspersky Antivirus gelegt haben.

Ach ja: Die deutsche BC CE lässt sich übrigens nicht über meine englische WoW CE installieren. Sprachverwirrung FTW!

Update 2: Apropos Sprachverwirrung. Auf der CE steht hinten groß drauf: “Erleben Sie Den Ultimativen Brennenden Kreuzzug”. Nee, is klar Jungs. Ich weiß schon, warum ich auf Englisch gespielt habe.

31 Kommentare Autor: Richard
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Massive Aussichten, Teil 1

Massive Aussichten

Vor zwei Jahren dachten noch viele, dass der MMOG Boom nach geflopten und vorzeitig (zum großen Teil gnadenvoll) eingestellten Titeln ein jähes Ende finden würde. Vor einem Jahr dachten noch viele, dass der MMO-Boom aufgrund eines extrem erfolgreichen Titels – die Rede ist natürlich von Blizzards Beziehungskiller World of Warcraft – ein jähes Ende finden würde. Heute gehen wir doch besser davon aus, dass der Trend zu Onlinespielen nicht so schnell enden wird. Allerdings ist der Erfolg durch Einsatz selbst solider Lizenzen wie “Star Wars” oder “The Matrix” keineswegs garantiert – nein, das Spiel sollte möglich auch noch gut werden – eine völlig neue Erkenntnis in Teilen der MMOG-Szene, wie es scheint – ganz revolutionäres Gedankengut wie “gut bedienbar und leicht zu lernen” oder “technisch ordentlich, sogar beim Launch” und “ordentliche Lokalisierung” ist erst noch dabei, sich Anhänger zu verschaffen. Natürlich sollte die Lizenz auch die zweijährige Entwicklungszeit überdauern und nicht schneller altern als eine High-End Grafikkarte – Matrix Online, tu nicht so, als würden wir uns nicht erinnern. Äh. Erinnern wir uns tatsächlich an Matrix Online? (Es ist nämlich immer noch da.)

WOW ist überhaupt nicht neu. Es ist so erschreckend nicht-innovativ, dass es der im Hinblick auf die Abonnentenzahlen deklassierten Konkurrenz die Schamesröte ins Gesicht treiben sollte. Es ist nicht nur so, dass “Warcraft” und “Blizzard” Namen sind, denen Spieler wohl zu Recht vertrauen können, eine solche beachtliche finanzielle und zeitliche Investition wie ein MMOG risikoarm zu gestalten- es ist auch ein Produkt, das ordentlich durchdacht ist, gut spielbar ist, voll von Content für Otto-Normal- und sogar Bisher-Gar-Nicht-Spieler, für die das Spiel auch sehr zugänglich gestaltet ist.

Die Nische “Fantasy MMORPG mit vielen Questen” ist also mehrfach belegt. Trotzdem kommen neue Spiele. Mit a) Namen und b) Aufwand. Sigils Vanguard: Saga of Heroes ist im Grunde ein extrem aufwändiges, detailverliebtes MMO für ehemalige EverQuest I Spieler, denen der inhaltlich und spielerisch im Grunde solide Nachfolger nicht herausfordernd genug ist. VSOH hat zwar keine eingeführte Lizenz, dafür aber zu großen Teilen das EQ1-Entwicklerteam und auch dessen Erfinder Brad McQuaid – das wirkt bei der nerdigen, eng verschworenen Gemeinde. Ironischerweise wird es inzwischen von SOE vertrieben, nachdem Microsoft das immer weniger Mainstream-taugliche MMO-Stiefkind schnöde vor die Tür setzte (Wie, die haben schon die beiden Hauptkonkurrenten EQ1 und EQ2 im Programm? Egal, die haben auch Matrix… da kann ein MMO mehr nicht schaden). Schon in der ersten Jahreshälfte 2007 soll uns das auf der Unreal World Engine aufbauende Projekt beglücken – ich selber bin nicht so hingerissen, weil es an allen Ecken und Enden allzu altbacken und konservativ wirkt – es ist ein MMORPG (der letzte RPG-Teil ist hier wichtig!) der nächsten Generation mit Blick in die Vergangenheit. Auch wenn das Absicht ist. Die Charaktere selbst sehen eher langweilig aus und ich höre … Geschichten … über enormen Hardwarehunger. Trotzdem, wenn ich die Chance habe, schaue ich es mal an; die “Open Beta” (nur dann offen, wenn man einen der begehrten 10.000 EU-Zugänge bekommt) geht dieser Tage los. Schon aus Respekt – da steckt sicher viel Liebe drin.

Funcoms Age of Conan: Hyborean Adventures ist dann schon eher ein Vertreter der neuen Schule. Eine der auch für den Mainstream bekanntesten Fantasy-Franchises, dazu eine schon aufgrund des blutrünstigen Inhalts volljährige Zielgruppe – es ist Fantasy, aber andere Fantasy. AoC ist mindestens so detailversessen wie VSOH (es gibt wirklich einen Schieberegler für die Popoausformung des Spielercharakters), wirft aber ansonsten Konventionen wie ein hochmotivierter Braunkohlebagger über Bord. Die ersten 20 Stufen sind ein Actionadventure, das der Spieler weitgehend allein zu bewältigen hat, gebastelt vom The Longest Journey Team – danach gibt es ein instanzenreiches Gemetzel in verschiedenen Varianten, angetrieben von einem interessanten Kampfsystem, das nebst solchen Nettigkeiten wie Formationsregeln auch eine weitgehend freie Maussteuerung des Schwertarms und dessen scharfkantiger Verlängerung bietet. Wie massiv AoC nun eigentlich wird – ob wir ein WOW-mäßiges Epos mit riesiger begehbarer Spielwelt oder eher mit spannenden Einzelmissionen zugepflasterte Landkarten wie im hartnäckigen WOW-Konkurrenten Guild Wars (nein, GW ist kein MMOG – es sieht nur auf den ersten Blick so aus) bekommen – das wird nie so klar. Auch grafisch rangieren die Eindrücke von “ugh! Naja…” bis “absolut phänomenal” – wirklich gut auszurechnen ist AoC nicht, soll aber schon “bald” kommen. Ich bin neugierig, bei Crom!

(Fortsetzung folgt)

29 Kommentare Autor: Denis
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