Keine Zeit für nix

Puh! Wie an anderer Stelle bereits angekündigt, fällt mir das Schreiben für ein Spieleblog derzeit noch viel schwerer als sonst — denn über was soll ich schreiben, wenn ich jetzt schon seit Monaten kaum bis gar keine Zeit zum Spielen habe, Spielediskussionspartner #1 in einem kirgisischen Gefängnis feststeckt und nun auch noch ein Umzug ansteht, der organisiert werden will? Trotzdem komme ich natürlich immer wieder mal dazu, für ein paar Minuten die olle 360 oder meinen DS anzuwerfen. Hier ein paar Spiele, die ich in letzter Zeit zumindest angespielt habe:
Elite Beat Agents DS: lustig! Wenn auch nicht ganz so super wie erwartet/erhofft. Man tippt halt im Rhythmus, oder vermeintlichen Rhythmus, zur Musik. Das ist wahrlich kein Guitar Hero. Aber die bekloppten Stories, die parallel zu den Songs erzählt werden, reißen es wieder raus. Seit Project Rub bzw. Rub Rabbits nicht mehr so einen Spaß-Spaß gehabt.
Bomberman Live: womöglich das bisher großartigste Spiel auf Xbox Live Arcade, wenn es auch seltsam leise ist. Das ist tatsächlich das einzig negative, was man über dieses Spiel sagen kann. Hat man tatsächliche, echte Freunde, die auch mal zu Besuch vorbei kommen, kann man mit ihnen als Gastspieler online gehen und gegen grunzende Franzosen und so weiter antreten. Ansonsten bietet das Spiel die bekannte Bomberman-Formel mit lustigen Spielmodi und vielen Einstellungsmöglichkeiten ob der vorhandenen Powerups. Geil.
The Darkness: man läuft mit einem Dämonen in Kopf und Herzen herum und frisst selbige. Atmosphäre geil, Spiel mau. Falls es nicht eh schon indiziert und/oder verboten ist, handelt es sich dabei wohl lediglich um eine Frage der Zeit. In einem kürzlich beschlagnahmten Spiel darf man den titelgebenden auferstandenen Toten nicht mal die Herzen rausreißen. Buh.
Die BioShock-Demo: das Spiel ging mir eine ganze Weile ordentlich auf den Keks. In diversen Interviews verpasste Ken Levine keine Gelegenheit zu erwähnen, dass er vor kurzem Atlas Shrugged gefressen und ihn das ganz doll inspiriert habe. Versteht mich nicht falsch, ich habe den Schinken nicht mal selbst gelesen, aber meine Freundin hatte ihn eine ganze Weile neben dem Bett liegen, und manchmal hatte ich Angst, dass er nachts auf mich drauf fallen und mein Gesicht zerquetschen könnte. Jedenfalls war mir klar, dass ein Buch, das meine Freundin liest, und ein Spiel, in dem man in erster Linie rumläuft und auf Viecher schießt, einfach nicht zusammen passen. So entstand bei jedem weiteren Interview der Wunsch, dass der Kerl endlich die Klappe halten und zu seinem Ballermeuchelkillerspiel stehen würde. Dann kam irgendwann die Demo. Und ich fand sie furchtbar. Weil man darin tatsächlich nur rumläuft und auf Viecher schießt. Aber inzwischen (und nach mehrmaligem Durchspielen) habe ich meine Meinung sowieo meine Kaufabsicht geändert; das Teil wirkt schon ziemlich beeindruckend, vor allem der Sound. Und da sowas selten ist, bekommen die Jungs zum Dank mein Geld. Ich spiele das durch, ballere dabei auf lauter Gesocks, genieße das Drumherum und habe Spaß. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass hinter BioShock sehr viel weniger Kreativität steckt, als man vermutet. Trotz des beeindruckenden Designs passen einfach viele Dinge nicht. Aber ihr kennt ja die Spieledesigner. Ich stelle mir die Geburtsstunde des Spiels ungefähr so vor: “Jungs! Lasst uns ‘nen Shooter machen!” — “Okay! Irgendwelche Ideen?” — “Hey, wie wär’s mit einer Unterwasserstadt?” — “Cool! Das ist mal was neues. Du da hinten, setz dich mal an den Rechner und entwerfe ein paar Mutentenzombiemonster.” — “Hab ich vorhin schon! Schau mal hier! Sieht aus wie ein kleines Mädchen, ist aber voll unheimlich, glühende Augen und so!” — “Passt schon! Mach noch ein paar!” — “Ich hab übrigens gerade ein geiles Buch gefressen! Hic!” Was soll’s, wird trotzdem Spaß machen. Sicherlich mehr als Half-Life 2. Hihi.
Das reicht erstmal. Donnerstag ist Richard wieder da. Der gar nicht in einem kirgisischen Gefängnis feststeckt. Ich habe euch angelogen, einfach so.


















