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Keine Zeit für nix

Puh! Wie an anderer Stelle bereits angekündigt, fällt mir das Schreiben für ein Spieleblog derzeit noch viel schwerer als sonst — denn über was soll ich schreiben, wenn ich jetzt schon seit Monaten kaum bis gar keine Zeit zum Spielen habe, Spielediskussionspartner #1 in einem kirgisischen Gefängnis feststeckt und nun auch noch ein Umzug ansteht, der organisiert werden will? Trotzdem komme ich natürlich immer wieder mal dazu, für ein paar Minuten die olle 360 oder meinen DS anzuwerfen. Hier ein paar Spiele, die ich in letzter Zeit zumindest angespielt habe:

Elite Beat Agents DS: lustig! Wenn auch nicht ganz so super wie erwartet/erhofft. Man tippt halt im Rhythmus, oder vermeintlichen Rhythmus, zur Musik. Das ist wahrlich kein Guitar Hero. Aber die bekloppten Stories, die parallel zu den Songs erzählt werden, reißen es wieder raus. Seit Project Rub bzw. Rub Rabbits nicht mehr so einen Spaß-Spaß gehabt.

Bomberman Live: womöglich das bisher großartigste Spiel auf Xbox Live Arcade, wenn es auch seltsam leise ist. Das ist tatsächlich das einzig negative, was man über dieses Spiel sagen kann. Hat man tatsächliche, echte Freunde, die auch mal zu Besuch vorbei kommen, kann man mit ihnen als Gastspieler online gehen und gegen grunzende Franzosen und so weiter antreten. Ansonsten bietet das Spiel die bekannte Bomberman-Formel mit lustigen Spielmodi und vielen Einstellungsmöglichkeiten ob der vorhandenen Powerups. Geil.

The Darkness: man läuft mit einem Dämonen in Kopf und Herzen herum und frisst selbige. Atmosphäre geil, Spiel mau. Falls es nicht eh schon indiziert und/oder verboten ist, handelt es sich dabei wohl lediglich um eine Frage der Zeit. In einem kürzlich beschlagnahmten Spiel darf man den titelgebenden auferstandenen Toten nicht mal die Herzen rausreißen. Buh.

Die BioShock-Demo: das Spiel ging mir eine ganze Weile ordentlich auf den Keks. In diversen Interviews verpasste Ken Levine keine Gelegenheit zu erwähnen, dass er vor kurzem Atlas Shrugged gefressen und ihn das ganz doll inspiriert habe. Versteht mich nicht falsch, ich habe den Schinken nicht mal selbst gelesen, aber meine Freundin hatte ihn eine ganze Weile neben dem Bett liegen, und manchmal hatte ich Angst, dass er nachts auf mich drauf fallen und mein Gesicht zerquetschen könnte. Jedenfalls war mir klar, dass ein Buch, das meine Freundin liest, und ein Spiel, in dem man in erster Linie rumläuft und auf Viecher schießt, einfach nicht zusammen passen. So entstand bei jedem weiteren Interview der Wunsch, dass der Kerl endlich die Klappe halten und zu seinem Ballermeuchelkillerspiel stehen würde. Dann kam irgendwann die Demo. Und ich fand sie furchtbar. Weil man darin tatsächlich nur rumläuft und auf Viecher schießt. Aber inzwischen (und nach mehrmaligem Durchspielen) habe ich meine Meinung sowieo meine Kaufabsicht geändert; das Teil wirkt schon ziemlich beeindruckend, vor allem der Sound. Und da sowas selten ist, bekommen die Jungs zum Dank mein Geld. Ich spiele das durch, ballere dabei auf lauter Gesocks, genieße das Drumherum und habe Spaß. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass hinter BioShock sehr viel weniger Kreativität steckt, als man vermutet. Trotz des beeindruckenden Designs passen einfach viele Dinge nicht. Aber ihr kennt ja die Spieledesigner. Ich stelle mir die Geburtsstunde des Spiels ungefähr so vor: “Jungs! Lasst uns ‘nen Shooter machen!” — “Okay! Irgendwelche Ideen?” — “Hey, wie wär’s mit einer Unterwasserstadt?” — “Cool! Das ist mal was neues. Du da hinten, setz dich mal an den Rechner und entwerfe ein paar Mutentenzombiemonster.” — “Hab ich vorhin schon! Schau mal hier! Sieht aus wie ein kleines Mädchen, ist aber voll unheimlich, glühende Augen und so!” — “Passt schon! Mach noch ein paar!” — “Ich hab übrigens gerade ein geiles Buch gefressen! Hic!” Was soll’s, wird trotzdem Spaß machen. Sicherlich mehr als Half-Life 2. Hihi.

Das reicht erstmal. Donnerstag ist Richard wieder da. Der gar nicht in einem kirgisischen Gefängnis feststeckt. Ich habe euch angelogen, einfach so.

38 Kommentare Autor: Hendrik
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Nächstes Mal mehr Spiel bitte

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So, es wird mal wieder Zeit, ein Spiel zu loben. Wobei, wer von Hotel Dusk: Room 215 ein gutes Spiel erwartet, wird wohl bitter enttäuscht werden. Warum und weshalb kann man unter anderem in der Rezension von Hartmut Gieselmann bei Telepolis nachlesen, der ich mich im Grossen und Ganzen voll anschliessen kann. In der Tat ist Hotel Dusk ein furchtbar schlechtes Adventure, das Lucas-Atrophierte mit unlogischen Rätseln und plötzlichen Game Overn in Rekordzeit in den Wahnsinn treiben dürfte.

Auch bei mir es eine Weile gedauert, bis es so richtig geklickt hat. Zu Beginn bin ich nämlich viel zu methodisch an die Geschichte herangegangen, habe wie üblich jeden neuen Ort akribisch abgeklappert und mich herzlich über den Mangel an Handlungsfreiheit aufgeregt. Dann ist mir aufgefallen, dass ich Hotel Dusk die ganze Zeit über falsch gespielt, beziehungsweise konsumiert habe. Room 215 versucht nämlich nicht den übrigen Spielen für die hyperaktive Jugend von heute Konkurrenz zu machen, sondern der altmodischen Bettlektüre auf dem Nachttisch. Und so “gespielt”, für eine halbe Stunde pro Abend, den DS wie ein Buch haltend und bequem mir der Schultertaste weiterblätternd, läuft die Geschichte um Ex-Cop Kyle Hyde dann tatsächlich zur Höchstform auf. Plötzlich macht die Linearität der Handlung genauso Sinn wie die anspruchslosen Rätsel und die enorme Dialoglastigkeit, die viele sicherlich als eher lästig ansehen würden. Wenn ich nach nach einem langen Tag in Ruhe abschalten will, möchte ich schliesslich nicht die ganze Zeit hochkonzentriert auf den Bildschirm schielen, um auch ja kein wichtiges Detail zu verpassen.

Leider liegt genau hier auch die grösste Schwäche. Weil Hotel Dusk seine Herkunft aus der Spieleecke nicht ganz verleugnen kann, läuft man ab und an vor die sprichwörtliche Ziegelmauer, weil das Programm auf irgendeinen unsichtbaren Trigger wartet. Das führt dann dazu, dass man mitunter stundenlang ergebnislos im Kreis läuft, was nicht gerade förderlich für die Nachtruhe ist. Hier hat ein Buch noch klar die Nase vorn (es sei denn, man hat gerade einen Fighting Fantasy Roman ausgegraben).

Aber abgesehen von diesem Ärgernis ist Hotel Dusk eine wirklich feine Sache. Es ist lange her, dass ich ein Spiel mit so rundum gelungenem Design gesehen habe. Auf den äusserst geschmackvollen Grafikstil brauche ich wohl nicht näher einzugehen, wohl aber auf das Character Design. Während der Rest der Branche auch weiterhin holzschnittartige Protagonisten als State of the Art zelebriert, demonstriert Cing, wie man mit ausdrucksstarken Schwarzweiss-Portraits und hervorragend geschriebenen Dialogen unscheinbaren 2D-Figuren Leben einhaucht. Auch die Handlung ist sehr gefällig und schafft es, ohne grosses Effektfeuerwerk Spannung aufkommen zu lassen. Da mag Herr Gieselmann noch so sehr das Fehlen von Sex&Crime beklagen, meiner Meinung nach gewinnt die Geschichte eher noch durch ihr gekonntes Understatement.

Ein Wort noch zur Atmosphäre. Ich hatte in den letzten Wochen ausgiebig Gelegenheit, mir zweitklassige amerikanische Hotels aus der Nähe anzusehen, und kann Hotel Dusk in dieser Hinsicht als durchaus gelungen bezeichnen. Auch das “späte 70er” Flair kommt sehr gut rüber, was erstaunlich gut zur Film Noir Aufmachung passt. Hoffen wir mal, dass Cing in einem möglichen Nachfolger die Mängel in den Spielelementen ausbügelt. Ich persönlich würde gerne mehr von Kyle Hyde lesen.

24 Kommentare Autor: Stefan
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Abenteuer 2.0

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Achtung: Dieser Beitrag enthält keinen einzigen Aprilscherz. Versprochen. Wir sind uns für diesen Unsinn zu schade und ihr seid sowieso nicht doof genug, um auf so was reinzufallen. Also sparen wir uns das einfach. Ende der Durchsage.

Ich habe in meinem Leben schon so einige Abenteuer erlebt. Zum Beispiel habe ich Atlantis entdeckt. Gleich mehrfach! Ich habe, Lichtschwert in der Hand, die Galaxis von der Tyrannei befreit. Ich habe mich mit der Yakuza angelegt und Armeen von Untoten bekämpft. Ich habe mehr Ferrari Enzos geschrottet als Stefan Eriksson. Ich habe mehr geheime Untergrundlabors infiltriert als James Bond. Ich war Deutschland. Ich war Canada.

Ich war Fußballweltmeister.

Ich war ein Rockstar und ein Rennfahrer. Ich war ein blauer Igel, ich war ein roter Klempner und die Prinzessin hat mir einen Kuchen gebacken. Ich war ein Pirat. Ich war ein Ninja. Ich war der Prinz von Persien und der König der Welt.

King Kong had nothing on me.

Ich habe von den Reichen gestohlen und den Armen gegeben. Kein Gefängnis der Welt hat mich halten können. Ich bin durch die Zeit gereist und von Dinosaurier gejagt worden. Ich habe Kolosse erklommen und sie auf die Knie gezwungen. Ich war der Schnellste. Zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

Ich war ein Psychonaut.

Alles in allem nicht schlecht, für jemanden der noch nicht mal 30 ist. Es gibt da nur ein kleines Problem. Das war alles nicht echt. Diese Abenteuer (und noch viele andere) habe ich nur in meinem Kopf erlebt, und zwar mit Hilfe des einen oder anderen Videospiels.

Das ist schon okay. Ich bin ganz froh, dass ich nicht wirklich der Prinz von Persien bin. Das Problem mit der Staatsverschuldung soll mal jemand anders lösen. Ich bin auch ganz froh, dass ich nicht wirklich diverse Dutzend Enzos geschrottet habe. Diese Blamage überlasse ich lieber zweitklassigen schwedischen Kriminellen und drittklassigen amerikanischen Schauspielern. Auch mein sauberes polizeiliches Führungszeugnis hat sich schon als nützlich erwiesen. Nur damit ist es möglich, dass ich jeden Monat eine kleine aber feine Summe euer Steuergelder überwiesen bekomme.

Trotzdem, so ein bisschen echtes Abenteuer, das wäre schon reizvoll, oder? Und genau das werde ich jetzt mal probieren.

Am 21. Juli werde ich mich mit meinem Freund Martin in London in ein Schrottauto setzen und versuchen damit in die Mongolei zu fahren.

Wir nehmen an der Mongol Rally 2007 teil, einer Ausdauerrallye von London nach Ulan Bator. Die Teilnehmer der Rallye müssen in einem alten Auto mit maximal einem Liter Hubraum eine Strecke von 13.000 Kilometern zurücklegen, um schließlich in der Mongolei anzukommen. Die Route führt über einige der schlechtesten Straßen der Welt, über diverse Gebirgszüge und durch mehrere Wüsten. Dabei sind wir komplett auf uns eine alleine gestellt. Es gibt keine Begleitfahrzeuge, keine Checkpoints und kein Garantien.

Ja, wir haben potentiell einen an der Waffel.

Ausführliche Details zur Rallye findet ihr auf der offiziellen Homepage unter www.mongolrally.com. Wer unser Abenteuer verfolgen will, der sollte regelmäßig unser Blog unter www.mongolrally.de verfolgen. Dort gibt es genauere Details zu uns, unserer Route, unserem Auto (sobald wir denn eins haben) und zu den ganzen anderen Dingen die wir dringend machen müssen, bevor es los geht. (Habt ihr schon mal ein Visa-Formular für Usbekistan ausgefüllt? Großer Spaß.)

Wir hoffen ehrlich gesagt auch ein bisschen auf eure Unterstützung. Diese Unterstützung kann verschiedene Formen annehmen:

a) Lest unser Blog und drückt uns die Daumen. Wenn unterwegs nichts schief geht, ist es zwar kein richtiges Abenteuer, aber es muss ja auch nicht alles schief gehen. Außerdem wäre es natürlich nett, wenn wir es wirklich bis nach Ulan Bator schaffen würden. Die Chancen stehen wohl so bei 50%.

b) Besorgt uns Sponsoren. Kennt ihr vielleicht jemanden der Lust hätte, uns ein bisschen Ausrüstung zu spendieren? Oder hättet ihr selber Lust? Wir brauchen noch so ziemlich alles, von Zelten bis zu Ersatzteilen. Auf dem Auto ist auch noch ausreichend Platz für Firmenlogos, also worauf wartet ihr?

c) Spendet Geld für einen guten Zweck. Es geht bei der Mongol Rally nicht nur um Abenteuer, sondern auch um einen guten Zweck. Jedes Team muss mindestens 1000 Pfund an Spenden sammeln. Hiermit halte ich offiziell meine Hand auf. Es muss nicht viel sein, jeder Euro hilft. Mehr Details dazu gibt es auf unserer Homepage.

d) Ich brauche gute Ratschläge, welche Spiele ich fürs DS mitnehmen soll. Wir werden die meiste Zeit im Auto verbringen und die Reise dürfte mindestens drei Wochen dauern. Diese drei Wochen werden nicht immer voller Action und Abenteuer sein, und wenn ich gerade nicht fahre brauche ich etwas, um mich beschäftigt zu halten. Das klingt fast wie der richtige Zeitpunkt für das eine oder andere Rollenspiel. Gibt es da inzwischen etwas brauchbares für den DS?

Also, sucht euch eine oder mehrere dieser Optionen aus und helft uns. Wir können das gut gebrauchten, denn kaum jemand ist weniger geeignet 13.000 Kilometer voller Abenteuer zu überstehen, als zwei Diplom-Informatiker.

84 Kommentare Autor: Richard
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Endlich wieder Dinosaurier!

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Die Zukunft. Die Menschheit hat sich einen uralten Traum erfüllt und endlich eine Zeitmaschine erfunden. Dieser Triumph der Wissenschaft wirft allerdings auch Fragen auf. Wozu soll die Maschine eingesetzt werden? Wer darf sie verwenden? Und verhindert man Manipulationen an der Zeitlinie? Nach langen Beratungen der weisesten Menschen der Welt, wurden diese Fragen wie folgt beantwortet:

a) Um Dinosaurier in die Gegenwart zu entführen und sie dort gegeneinander kämpfen zu lassen.
b) Jeder der mindestens 12 Jahre alt ist.
c) Durch die Einführung eines Zeitreisedinosaurierkampfführerscheins namens “Dino Battle License”.

Leute, die Menschen aus der Zukunft gefallen mir. Vielleicht besteht doch noch Hoffnung für uns.

Sollte man noch in der Gegenwart (oder schlimmer: in Dortmund) wohnen, so kann man sich die Zeit bis zur Erfindung der Zeitmaschine mit dem wunderbar redundant benannten “Fossil League: Dino Tournament Championship” vertreiben. Ich vermute, dass die Menschen der Future™ dieses Spiel absichtlich per Zeitmaschine in der Gegenwart platziert haben, damit wir uns mental schon einmal auf unsere glorreiche Zukunft vorbereiten können.

In FL:DTC spielt man nämlich einen 12-jährigen mit Dino Battle License namens Taiga. Wie in jedem japanischen Videospiel hat er spitze Haare und einen Vater, der vor ein paar Jahren verstorben ist. Dessen Tod war anscheinend primär ein Problem für Taiga, weil so seine Hauptquelle für wichtige Infos über Dinos versiegte. (Sterbebettszene aus dem Intro: “Nein Vater, du darfst noch nicht sterben. Ich muss noch mehr über Dinosaurier erfahren!”) Man muss halt Prioritäten haben.

Ach ja, Taigas Vater war übrigens Paläontologe. Ich frage mich jetzt zwar, welchen Bedarf eine Gesellschaft, in der der Import von Dinosauriern per Zeitmaschine zur Routine geworden ist, noch an Paläontologen hat, aber gut. Wir wollen nicht kleinlich sein.

Um mal auf den Punkte zu kommen, spielerisch ist Fossil League genau das, was man erwarten würde. Ein Pokemon-style “Gotta catch’em all!”-Spiel, nur dass man halt keine Pupsiluff sammelt um mit ihnen gegen irgendwelche Putschiwutschis anzutreten, sondern eben Dinosaurier. Leider ist die ganze Veranstaltung extrem öde. Es sieht scheiße aus, die Musik nervt und spielerisch ist es so dünn, dass einem der DS quasi unter den Fingern zerbröselt. Vielleicht wird es später spannender, aber nach dem 20ten Kampf gegen einen Scelidosaurier, der exakt genau so ablief wie die ersten 19 Kämpfe gegen einen Scelidosaurier, habe ich erstmal aufgegeben.

Zusammengefasst: Dinosaurier = gut, Spiel = schlecht.

Die Welt ist halt ungerecht. Aber das macht nichts, denn die Zukunft verspricht großartig zu werden.

19 Kommentare Autor: Richard
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Star Trek DS

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Der ICE von Frankfurt nach Mannheim braucht 37 Minuten für diese Strecke. Das reicht aus um es sich gemütlich zu machen, ein paar Kapitel eines netten Buches zu lesen (Antigames™ BuchTipp™ der Woche: “Rosen für Apoll” von Joachim Fernau), ein bisschen zu arbeiten oder eine Runde mit dem DS zu spielen.

Das macht aber nicht jeder. Es gibt nämlich Leute, die stehen schon 15 Minuten nach Verlassen des Frankfurter Bahnhofs von ihren Plätzen auf, ziehen sich ihren Mantel an, holen ihre gerade erst verstauten Taschen wieder von den Ablagen herunter und verbringen die restlichen 22 Minuten der Fahrt damit, unbequem im Flur rumzustehen.

Das sind auch keine Einzelfälle. Für gewöhnlich bildet sich im Flur immer eine Schlange solcher Leute. Was diese antreibt ihren kuscheligen Fensterplatz aufzugeben und über die Hälfte der Fahrt im engen Flur vor den Abteilen zu verbringen, entzieht sich mir ehrlich gesagt. Vielleicht haben sie Angst davor, nicht rechtzeitig aus dem Zug zu kommen? Stellen die sich das so vor, dass sie nur mal kurz wegschauen und sich dann aus Versehen in Basel wieder finden?

Dabei ist es völlig ausreichend aufzustehen, wenn der Zug zum Stillstand gekommen ist. Allein weil es im Flur immer eine Schlange von Frühaufstehern gibt, die erst mal abgearbeitet werden muss. Ich schätze, die Leute wollen einfach auf Nummer sicher gehen. Man weiß ja nie was passieren kann! Vielleicht verschüttet ein Erdrutsch den Weg zum Ausgang und bis die Hilfskräfte ihn wieder freigelegt haben, ist man schon jenseits der deutschen Grenze. Oder eine Herde wilder Crocolisks bewacht den Ausgang. In dem Fall bräuchte man halt einfach 20 Minuten, bis man die besiegt hat. (Kriegt dafür aber immerhin 500 Erfahrungspunkte.)

Was auch immer jetzt der präzise Grund für dieses Verhalten ist, ich wette es handelt sich bei diesen Personen um genau die gleichen Leute, die nur Spiele mit einer durchschnittlichen Wertung von über 85% kaufen. Alles kleine Feiglinge.

Das mache ich ganz anders. Nicht nur im Zug, sondern auch bei Spielen. Zumindest wenn es um Spiele fürs DS geht. Mario Kart DS (Metascore: 91)? Habe ich nicht. Castlevania DoS (89)? Habe ich nicht. NSMB? Fand ich nicht so toll. Genauso Mario & Luigi. Animal Crossing? Meteos? Habe ich auch beide nicht. Wenn ich euch langweilen wollte, könnte ich diese Liste noch eine Weile fortführen.

Was ich sagen will ist, dass ich fürs DS gerne Spiele kaufe, die nicht so toll bewertet wurden, aber trotzdem irgendwie interessant klingen. Damit fliege ich manchmal auch gewaltig auf die Nase. Zum Beispiel waren weder Freedom Wings noch Deep Labyrinth besonders gut, egal wie viel Potential da jetzt drin gesteckt haben mag.

Diesmal habe ich aber Glück gehabt. Star Trek: Tactical Assault kommt gerade mal auf einen Metascore von 57, macht mir aber trotzdem sehr viel Freude. Tatsächlich habe ich zum ersten Mal seit langem den Akku wieder komplett leer gespielt. (Was übrigens gleich auf der Zugfahrt ein echtes Problem darstellen wird.)

Der Hauptgrund für die niedrige Wertung liegt wohl darin, dass TA nicht sonderlich komplex ist. So ist der Weltraum z.B. zweidimensional. Man kann sein Raumschiff nach links und rechts steuern und man kann die Geschwindigkeit festlegen, aber eine Rotation um andere Achsen ist nicht möglich. Auch die Geschichte ist recht oberflächlich gestaltet. Es gibt zwar zwei Kampagnen (Föderation und Klingonen), aber beide werden nur sehr lose von einer Erzählstruktur zusammengehalten. Auch grafisch geht bei dem Spiel jetzt nicht riesig viel. Es sieht schon authentisch startrekkig aus, aber man kann sich dem Eindruck nicht ganz erwehren, dass da selbst auf dem DS noch ein paar Details mehr drin gewesen wären.

Wieso gefällt mir das Spiel also? Na, zum einen ist die grundlegende Spielmechanik recht gelungen. Alle Schiffe haben ein paar Waffen montiert, die jeweils einen bestimmten Feuerbereich haben. Zudem sind alle Schiffe mit einem Schild ausgestattet, der ebenfalls in separate Bereiche aufgeteilt ist. Somit entwickeln sich die Gefechte eigentlich immer zu einem relativ reizvollen Positionskampf, bei dem beide Seiten versuchen ihre gerade aufgeladenen Waffen in Richtung Gegner zu drehen, ohne ihm dabei bereits geschwächte Schildbereiche zuzuwenden.

Was das Spiel aber hauptsächlich aufwertet, ist die Steuerung. Das Raumschiff lässt sich nahezu komplett mit dem Touchscreen spielen, welcher in Form von Star-Trek-typischen Okudagrammen gestaltet ist. Darauf rumzuklicken, um seine Befehle zu geben, wirkt nicht nur sehr authentisch, sondern macht einem alten Star Trek-Fan auch große Freude. Notfallenergie auf die Schilde zu verteilen oder Photonentorpedos in Richtung der Romulaner zu werfen, dürfte auf der PSP nicht halb so viel Spaß bringen.

Garniert wird Spiel noch von ein paar Rollenspielelementen. Jedes Crewmitglied bringt ein paar Sonderfähigkeiten mit sich (z.B. mehr Schaden für Photonentorpedos oder höhere Beschleunigung), die man mit Erfahrungspunkten bis zu drei Mal verbessern kann. Je besser man eine Mission abschließt, desto mehr dieser Punkte bekommt man dafür.

Was mir auch noch sehr gut gefällt: Man muss in jeder Mission mindestens eine Entscheidung treffen, deren Ausgang offen ist. So muss man zum Beispiel entscheiden, ob man ein fliehendes Raumschiff verfolgt, um dessen Heimatbasis zu entdecken, oder einem anderen Föderationsraumschiff zur Hilfe eilt. Da das Spiel einen durchaus happigen Schwierigkeitsgrad hat, ist auch die Frage ob man sich nach der Verteidigung einer Basis noch einem freiwilligen Gegenangriff anschließt, oft alles andere als einfach zu beantworten.

Ein bisschen Geduld sollte man allerdings schon übrig haben. Die oben erwähnten Positionskämpfe können sich durchaus hinziehen, zumal sich die Waffen in etwa mit der Geschwindigkeit einer südafrikanischen Trockenschleimschnecke wieder aufladen. Wer ein Actionspiel sucht, der ist hier falsch.

Dennoch, wer Star Trek mag, etwas für taktisches Gameplay übrig hat, ein wenig Geduld mitbringt und sich jetzt den Kauf des Spiels überlegt, dem möchte ich beherzt zurufen:

Make it so!

32 Kommentare Autor: Richard
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Speicherschnabeltier

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Jetzt mal was weniger Aufregendes als Politik. Ein Videospiel zum Beispiel! Leider kein gutes. Das Objekt der Betrachtung? Deep Labyrinth fürs DS. Auf dem Papier klingt es gar nicht so schlecht. Ein 3D-Rollenspiel aus der Ich-Perspektive fürs Nintendo DS, bei dem man mit dem Stylus sowohl sein Schwert als auch den Zauberstab schwingt? Ich war interessiert. Kam außerdem recht billig, also habe ich es spontan mal gekauft.

Die Umsetzung ist leider eher schwach. Das fängt mit der 3D-Grafik an. Das Spiel ist nicht sonderlich, sagen wir mal, ästhetisch. Der Look ginge noch in Ordnung, er ist zumindest enthusiastisch bunt, aber dummerweise ruckelt das Spiel gewaltig und nutzt dabei die sowieso schon nicht überragenden 3D-Fähigkeiten des DS nicht mal voll aus. Dann ist da noch die Steuerung. Das Schwingen des Schwertes ist entsetzlich zäh, das Aufschalten der Gegner alles andere als zuverlässig und auch das Zeichnen der Zauberrunen ist häufig nicht Erfolg gekrönt, obwohl man eigentlich alles richtig gemacht hat.

Auch sonst hat das Spiel nicht zu bieten, was einen über diese Probleme hinwegschauen ließe. Es gibt zwei verschiedenen Geschichten, aber die erste ist schon so öde, dass ich mir die zweite gleich gespart habe. Nett ist noch die Idee mit der Kombination verschiedener Runen neue Zaubersprüche zu bekommen, aber dummerweise wird die unzuverlässige Erkennung durch das Zeichnen mehrerer Runen in Folge auch nicht besser.

Was bleibt? Ein Spiel das man irgendwie mögen will, dass einen mit seinem zähen Spielfluss und seiner hakeligen Steuerung ganz schnell verjagt. Ich weiß nicht wie tief der Hasenbau ist, aber ich will es auch nicht mehr herausfinden.

Nur die Speicherpunkte in Form eines zeptertragenden, phrasenfabelenden Schnabeltieres sind gelungen. Cool, aber das reicht nicht.

20 Kommentare Autor: Richard
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Auf den Flügeln der Freiheit

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So eine Diplomarbeit hält einen gegen Ende ziemlich auf Trab. Da bleibt wenig Zeit zum Spielen übrig, was einen irgendwann auf seltsame Gedanken bringt. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Spiel, das sich quasi selber spielt?

Ja, ich weiß. Doofe Idee. Das ist wie ein Sportwagen mit Automatik oder wie Cola ohne Zucker. So was könnte man höchstens an Frauen verkaufen. Seid ehrlich, wäre eure Freundin nicht auch manchmal froh, wenn sich eure Spiele selbst spielen könnten, und ihr mehr Zeit mit ihr und weniger mit Jade, Lara oder Princess Peach verbringen würdet?

Natsume hat jetzt die Lösung für Leute, die mit Diplomarbeiten oder Freundinnen geschlagen sind, und sie nennen sie „Freedom Wings“. Auf den ersten Blick wirkt Freedom Wings wie eine Art Crimson Skies fürs Nintendo DS. Die Screenshots zeigen altmodische Propellerflugzeuge wie sie in etwas schwachbrüstiger 3D-Grafik Luftkämpfe ausfechten. Auch das Cover mit seinem lässigen Pilotenhelden, inklusive Lederhelm, Pilotenbrille und Seidenschal deutet irgendwie ziemlich auf 3D-Luftkampf-Action hin.

Deshalb habe ich es auch gekauft. War natürlich so ein Spontankauf, ich habe nicht richtig recherchiert. War günstig, sah putzig aus, gekauft. Wenn ich aber genau hinschaut hätte, dann wäre mir wahrscheinlich auf der Rückseite der Packung das Kürzel „RPG“ aufgefallen.

Wie bitte? Ein Rollenspiel?

Jawohl, ein Rollenspiel. Mit indirekter Steuerung. In Freedom Wings steuert man sein Flugzeug nämlich nicht direkt, sondern wählt sein gewünschtes Ziel mit dem Stylus auf einer Karte im unteren Bildschirm an. Daneben gibt es noch zwei Regler für Flughöhe und Geschwindigkeit und das war es dann auch schon.

Ziele können dabei beliebige Orte auf der Landkarte, aber auch gegnerische Flugzeuge sein. Wählt man diese aus, so greift das eigene Flugzeug automatisch an. Das macht es allerdings nicht sonderlich geschickt. Ein Angriff besteht immer darin, dass der direkteste Weg zum Gegner genommen und die Kanone abgefeuert wird, sobald man in Reichweite ist. Da die Gegner genauso doof sind, läuft es immer auf Lanzenstechen hinaus. Wer die dickere Wumme hat, gewinnt.

Apropos dickere Wumme. Die kann man natürlich ausbauen. Genauso wie den Motor, die Flügel, die Panzerung und noch einen ganzen Haufen anderer Sachen, die man gegen bare Münze verbessern kann. Wie in jedem ordentlichen Rollenspiel gibt es natürlich auch Erfahrungspunkte, die zu Level-ups führen, die einen ebenfalls stärker machen.

So ganz so blöd ist das Konzept ja eigentlich nicht. Mit der indirekten Steuerung könnte man strategisch einiges machen und so ein Luftpiratenrollenspiel ist ja auch immer eine Sache für die ich mich begeistern könnte. Leider ist die Story so dünn wie die Luft in der Stratosphäre und auch ordentliche Quests gibt es so gut wie nie. Eigentlich muss man nur diverse Inseln von der dortigen Piratenpräsenz befreien und gut.

Dennoch blitzt hin und wieder ein brauchbares Spiel durch. Die Grafik ist hübscher, als sie auf Screenshots aussieht, die Musik angemessen piratig und wenn mal eine Eskortmission auftaucht, kommt sogar ein Hauch von Spaß ins Spiel. Da muss man nämlich wirklich überlegen, welchen Gegner man zuerst angreift, wo das zu beschützende Flugzeug danach sein wird und ob man dann noch rechtzeitig zum nächsten Gegner kommt.

Praktisch sind solche Momente aber sehr selten. Praktisch spielt sich Freedom Wings von selbst. Man startet, klickt auf der Karte seinen Zielflughafen an und gut. Man fliegt dann automatisch dort hin, schaltet unterwegs automatisch die Gegner auf, bekämpft diese automatisch und landet dann, für den Fall dass einem keine Gegner mit zu dicker Wumme begegnet sind, automatisch am Ziel.

Kurzum: So aufregend wie ein Opel Zafira. Außer ihr müsst gerade eine Diplomarbeit schreiben oder eure Freundin nervt. Dann könnte Freedom Wings was für euch sein.

23 Kommentare Autor: Richard
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Über Leben und Züge

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Wenn man morgens mit dem Zug zur Arbeit fährt, dann muss man sich irgendwie die Zeit vertreiben. Man könnte sich zum Beispiel mit seinem Chef unterhalten, der mit dem gleichen Zug unterwegs ist. Dummerweise hat der aber eine Bahncard 100 für die 1. Klasse, was ihn nicht nur furchtbar dekadent macht, sondern auch dafür sorgt, dass sich der gemeine Pöbel wie ich nicht zu ihm setzen kann.

Eine andere Alternative wäre es, im Zug zu arbeiten. Mein Chef macht das zum Beispiel. Dummerweise hat man dafür eigentlich wiederum nur in der 1. Klasse ausreichend Platz und Ruhe. Im Rest des Zuges ist halt der gemeine Pöbel im Weg.

Ihr wisst schon worauf das hinaus läuft. Auf eine ausgiebige Nutzung meines DS. Dabei habe ich in den letzten drei Tagen folgende Erkenntnisse gewonnen:

a) New Super Mario Brothers ist doof.
b) Eine Regionalbahn ist eine furchtbar schlechte Spieleplattform.

Kümmern wir uns kurz um NSMB, bevor uns wichtigeren Themen wie Zügen zuwenden. Warum in aller Welt hat das Spiel Leben? Das macht überhaupt keinen Sinn. Wenn Leben jetzt irgendwie ein seltenes und kostbareres Gut wären, für das man hart arbeiten müsste, dann würde ich es für archaisches Spieldesign halten, aber ich könnte es noch verstehen. Aber das ist nicht der Fall. Leben kriegt man wie Sand am Meer. Einmal den ersten Level durchgespielt und man kriegt eine ganze handvoll Leben an die Backe geklebt. Also spielt man irgendwie immer wieder vier Mal hintereinander den ersten Level, wenn einem die Leben ausgegangen sind. Das ist nicht archaisches Spieldesign, das ist schlechtes Spieldesign.

Warum schafft man die Leben nicht einfach ab? Man gebe dem Spieler so viele Versuche wie er will, und gut. Kommt exakt aufs Gleiche raus, mit der Ausnahme, dass ich nicht 100 Mal Level 1 spielen muss. Aber was macht man dann, wenn der Spieler hundert Münzen eingesammelt hat? Geht ein Mario-Spiel ohne Einsammeln von Münzen überhaupt? Nintendo glaubt das scheinbar nicht. Und so machen sie sich bei mir mal wieder durch völlig sinnfreies Festhalten an irgendwelchen uralten Konventionen unbeliebt. Das war halt schon immer so, also muss das auch heute so sein. Bloß nichts hinterfragen.

Dann ist da noch das hanebüchene Speichersystem. Warum kann das Spiel nicht einfach nach jedem geschafften Level abspeichern? So muss mein DS ständig im Standby-Modus rumliegen, weil ich meinen Fortschritt nicht verlieren will. Diese Problematik wird noch dadurch verschlimmert, dass ich ein ziemlicher Kacknoob bin, was NSMB betrifft. Alle sagen immer wie einfach das Spiel ist, aber ich habe es immer noch nicht durch. Diverse Level musste ich dutzende Male spielen, bis ich sie geschafft hatte. Irgendwann wird das ziemlich ätzend, immer die gleichen Teile des Levels wiederholen zu müssen, bis man an die schwere Stelle kommt, an der man ständig scheitert. Vor allem wenn man zwischendurch abbrechen muss, um vier Mal Level 1 zu spielen. Wegen der Leben.

Dabei hätte ich an dem Spiel durchaus Spaß. Aber der unausgegorene Schwierigkeitsgrad (mal puppig, mal happig), die dämliche Speichermechanik und das überholte System mit den Leben, treiben mich doch dezent in den Wahnsinn. Ich bin in der letzten Welt, aber irgendwie glaube ich nicht, dass ich das Spiel noch durchspielen werde.

Wo war ich gleich? Ach ja, Züge.

So ein DS ist echt prima, aber beim Zugfahren kann die Stylussteuerung durchaus problematisch werden. Es ist gar nicht so einfach die richtige Menge Fleisch für die gefüllten Paprika auszuwählen, wenn der Zug versucht einen aus dem Sitz zu werfen.

Deswegen rate ich zum ICE. Der hat gegenüber so einer ollen Regionalbahn diverse Vorteile. Zunächst mal riecht es da nicht so streng nach Urin. Nicht mal beim Pöbel in der 2. Klasse. Zweitens sorgen die Sitze nicht schon nach zwei Minuten für Rückenschmerzen. Und drittens haben sie es irgendwie geschafft die Schienen für den ICE gerade zu verlegen. Somit besteht im ICE nur eine sehr geringe Gefahr auf dem Weg zur Arbeit ein Schleudertrauma zu erleiden. Damit wird auch das Schälen von Kartoffeln ein Kinderspiel und Doktor Stiles entfernt bei Blinddarmpatienten nicht mehr aus Versehen die Nase. Außerdem ist man doppelt so schnell da.

Dummerweise wird man auch im ICE doof angeschaut, wenn man plötzlich anfängt wie wild auf seine Spielekonsole zu pusten. Man kann halt nicht alles haben.

34 Kommentare Autor: Richard
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Klitzeklein

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Cooking Mama ist ein kleines Spiel. Damit meine ich nicht, dass es zu kurz ist oder dass irgendwas fehlt. Ich meine damit übrigens auch nicht, dass es schlecht ist. Ganz im Gegenteil.

Es ist irgendwie in der gleichen Weise klein, wie ein Fiat 500 klein ist. Klar, eine S-Klasse ist größer. Mit ein bisschen Mühe kriegt man den Fiat vielleicht sogar in den Kofferraum des Mercedes. Aber trotzdem ist der Fiat 500 das coolere Auto. Gerade weil es klein ist. Der Mangel an Größe ist geradezu der Sinn und Zweck des Wagens. Genau deswegen war es damals so erfolgreich. Genau deswegen ist ein Kultauto geworden.

Man kann eigentlich gar nicht anders, als es lieb zu haben. Man passt zwar kaum rein, der Motor ist so klein, dass “500″ tatsächlich eine sehr optimistisch Angabe des Hubraums war, dafür aber das Gewicht des Wagens sehr akkurat wiedergab und die Angabe eines 0-100-Wertes wäre völlig sinnfrei, da das Auto 100km/h gar nicht erst erreicht hat. Trotzdem beeindruckt man eine Frau wesentlich mehr, wenn man hinter dem Steuer eines Cinquecento auftaucht, als wenn man mit einem Porsche um die Ecke kommt.

Genauso ist das auch mit Cooking Mama. Es ist nicht sonderlich umfangreich oder technisch spektakulär und die vielen kleinen Stylus-Minispielchen aus denen es besteht, hauen für sich genommen auch niemanden vom Hocker. Aber wie so ein Fiat 500 hat es einfach Charme. Es sieht schnuckelig aus, passt in jede kleine Pause und macht den Tag irgendwie ein ganz klein bisschen glücklicher. Außerdem kostet es nicht viel. Wie ein Fiat 500.

Nicht klein aber fein, sondern klein und fein.

83 Kommentare Autor: Richard
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Aufgetrocknet

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Ich habe mir Deep Labyrinth aus Kanada schicken lassen. Ich hätte auch Starfox Command kaufen können, aber nein, ich muss ja immer die komischen Spiele haben. Jedenfalls habe ich noch nicht genug gespielt, um irgendwie eine Kritik formulieren zu können, freut euch also nicht zu früh. Zumindest eine kleine Anekdote muss ich aber dringend loswerden. Hauptsächlich weil ich selber nicht so recht glaube, dass mir das gerade tatsächlich passiert ist. Achtung, festhalten:

Ich habe eben eine Tür aufgefönt.

Ihr habt mich schon richtig verstanden. Aber zur Klärung des Sachverhaltes: Die Tür war virtuell (in Deep Labyrinth), der Fön aber echt (in meinem Badezimmer). Seht ihr, wie irgendwie in jedem Nintendo DS Spiel muss man in Deep Labyrinth nämlich hin und wieder ins Mikrofon pusten. (Ich freue mich schon auf das erste Rennspiel, das damit eine Alkoholkontrolle simuliert. Autobahnraser DS vielleicht?) Jedenfalls kann man damit alte Steintafeln von Staub befreien, usw. Der übliche Kram. Als ich eine Tür partout nicht aufgekriegt habe, dachte ich mir also “Du könntest ja mal pusten.Vielleicht bringt das was”. Und siehe da: Es brachte. Die Tür ging auf. Allerdings nur einen winzig kleinen Spalt und egal wie sehr ich meine asthmageplagten Kümmerlungen auch angestrengt habe, mehr als ein Spalt war nicht drin.

Tja, und dann bin ich halt ins Badezimmer gegangen, habe den Fön gezückt und die verdammte Tür aufgefönt. Wenn bei euch also mal wieder ein Tür klemmt, lautet der Antigames™ Protipp™: Nehmt einen Braun Professional 1800 Haartrockner des Türenöffnens +2.

Klappt super.

26 Kommentare Autor: Richard
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