Handarbeit

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Drakensang ist die gute Art von ambitionslosem Spiel. Die Macher hatten sich vorgenommen ein deutsches Baldur’s Gate zu machen, spielerisch identisch, aber mit dem Schwarzen Auge anstatt Dungeons & Dragons. Genau das ist ihnen auch gelungen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Drakensang ist pure Konvention, aber seine Konventionen wurden mit Liebe ausgewählt und sorgfältig kultiviert. Drakensang ist gut gemacht, aber nicht zu gut. Niemand hat es mit einer Überdosis Professionalität steril poliert. Es riecht nach frischen Holzspänen, altem Leder und Omas Apfelkuchen.

Handarbeit halt.

Mit seinen holperig benannten Zaubersprüchen und seiner Welt voller Hexen und Räuberhauptmännern strahlt das Spiel zudem eine authentisch deutsche Atmosphäre aus. Drakensang kann so wie es ist nur hierzulande entstanden sein und nirgendwo anders. Wer gemein sein will, der mag es als bäuerlich, plump und träge bezeichnen. Aber das wäre halt gemein. Ihr lästert ja auch nicht über Omas Apfelkuchen, nur weil der Rand mal ein bisschen dunkel geraten ist.

In die Welt von Drakensang kann man sich einwickeln, wie in eine kuschelig vorgewärmte Decke. Es ist ein tolles Spiel für die kommenden Herbstabende, wenn es draußen regnet und man einfach nur faul sein will.

Drakensang ist einfach nett. Manchmal reicht das nicht nur, manchmal ist das genau das was man braucht.

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motorbikes

Richard S. an mich

Sorry, Paperschreibstress. Das Ding ist in der Queue. Vielleicht schaffe ich es heute abend.

R!

- Zitierten Text ausblenden -

Stefan Koch wrote:

Richard!

Deine Reaktionszeit laesst zu wuenschen uebrig.

S

Soso, Richard kann anscheinend gerade nicht. Muss ich wohl mal wieder selber zum Keyboard greifen. Was ich ihm in der vorangegangenen Email versucht habe klar zu machen ist, dass Trials 2 Spiel des Jahres 2001-2012 ist. Und um diesem Statement mal die nötige Gravitas zu verleihen, hier mal kurz der Kontext. Ich halte PC-Spiele für Unterhaltung, die zu lange in der Sonne gelegen hat, nach Portal habe ich verzweifelt den “Geld zurück”-Knopf auf meiner Tastatur gesucht, und ich würde eher eine Naturkatastrophe auf meine Festplatte lassen als eine Spieledemo. Wenn ich also ein PC-Spiel empfehle, sollte das übrige Spielervolk schon mal die Kreditkarte in Stellung bringen.

Was macht man in Trials 2? Motorrad fahren. Mit ganzen vier Tasten, Gas, Bremse, vorwärts lehnen, rückwarts lehnen. Wobei um ehrlich zu sein, die Bremse braucht man meistens nicht, schliesslich wird auf den meisten Kursen auf Zeit gefahren. Klingt furchtbar simpel, und ist es im Prinzip auch, nur sind die Wege zum Ziel natürlich entsprechend anspruchsvoll. Dank prächtig funktionierender Physik wird jeder noch so kleiner Huppel zur tödlichen Bedrohung, und bis man selbst die einfachen Kurse fehlerfrei absolviert, dürfte eine Weile vergehen.

Das Geniale ist, alle Replays und Ghosts sämtlicher (mit dem Internet verbundenen) Spieler sind nur einen Knopfdruck entfernt, so dass man sich jederzeit den perfekten Sparringpartner herunterladen kann. Mich zum Beispiel (auch wenn ich im internationalen Vergleich gerade mal auf Platz 160 herumdümpele). Die Replays der Top-Spieler sind übrigens zum fürchten, intelligente Maschinen weilen bereits unter uns! Ausserdem kann man Teams gründen und sich dann untereinander messen *hint hint*

Was solltet ihr sonst noch wissen? Ach ja, $20 für die Vollversion! Das sind derzeit etwa €3! Die späteren Kurse sind das bisschen Kohle echt wert. 360 Controller funktioniert einwandfrei und bietet Bonus-Rumble. Und mit 80er Jahre Musik fährt es sich gleich doppelt so gut. Van Halen’s Jump auf 12 drehen und ab die Post! Brumm brumm!

Edit 1: Kieron Gillen mag es auch.

Edit 2: Ich habe einfach mal ein neues Team gegründet. Name und Passwort ist *surprise* Antigames. Leider kann man mit einem Profil nicht mehreren Teams beitreten. Ich habe daher einfach mal ein Zweitprofil erstellt und ein paar Zeiten vorgelegt.

Angriff der Mausbiber

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Ich glaube Perry Rhodan ist schrecklich schlecht. Ich habe mich mal auf der offiziellen Homepage umgeschaut und die Beschreibung des aktuellen Heftes liest sich so:

Die Terminale Kolonne TRAITOR hat die Milchstraße besetzt und alle bewohnten Planeten unter ihre Kontrolle gebracht. Die gigantische Raumflotte steht im Dienst der sogenannten Chaotarchen. Der Kampf gegen TRAITOR wird an vielen Fronten und von vielen Lebewesen geführt: So sucht Perry Rhodan in fernster Vergangenheit nach dem Geheimnis der »Retroversion«. Sein Weg führt ihn im Kielwasser der Superintelligenz ARCHETIM bis in die Galaxis Tare-Scharm. Dort verschlägt es ihn auf den Planeten Ata Thageno, allein unter Fremden und Dienern der Chaotarchen - und zudem naht DAS TERMINALE BEBEN …

Thaotarchen? Retroversion? Sorry, aber das klingt für mich weniger nach dem terminalen Beben, sondern eher nach terminalem Schwachsinn.

Aber: Das Perry Rhodan Adventure ist echt nicht schlecht. Das liegt zunächst mal daran, dass es echt schick aussieht. Es haut mich nicht total um, aber es ist wesentlich besser als die meist hastig hingerenderte Durschnittsware die man von dem Genres sonst gewohnt ist. Es kommt fast so was wie Atmosphäre auf.

Perry Rhodan hat insgesamt einen schrulligen Stil. Es ist schon etwas seltsam, den Ausblick auf eine epische Science-Fiction-Landschaft zu genießen und im gleichen Atemzug festzustellen, dass der Außenminister der terranischen Liga ein ca. 1 Meter großer Mausbiber(!) namens „Gucky“(!!) ist.

Nein, das denke ich mir nicht aus. Ich zitiere:

Charakteristisch ist der große, einzelne Nagezahn, den Gucky vor allem dann in voller Größe blitzen lässt, wenn er gut gelaunt ist. Der meist zu Späßen aufgelegte Gucky ist tatsächlich der letzte der Mausbiber, wenngleich es immer wieder Gerüchte über einen Planeten der letzten Mausbiber gibt.

Insgesamt hat das ganze Spiel einen recht spezifisch deutschen Charme. Keine Angst, es versucht nicht lustig zu sein. Den im Handbuch angedrohten „trockenen Humor“ haben sie wohl während der Beta aus dem Spiel entfernt. Gute Entscheidung. Vielleicht sind deutsche Sci-Fi-Autoren auch so humorlos, dass ihnen nicht mal schlechte Witze eingefallen sind. Was auch immer der Grund für den Mangel an schlechten Scherzen ist, ich bin dankbar. Die Dialoge sind manchmal etwas steif, aber nie peinlich. Ich bin allerdings etwas überrascht, dass eine dahergelaufene Palastwache den Mumm hat, Perry Rhodan (zur Erinnerung: er ist der unsterbliche Herrscher der Welt) nicht nur in seinem Kinderzimmer einzusperren sondern ihn dann auch noch zu Duzen, wenn der mal kurz anfragt, was das denn bitte soll.

Ja, das Spiel fängt damit an, dass der Spacebundeskanzler von seinem Personenschutz in seinem Zimmer eingeschlossen wird, weil sein bester Freund der Meinung war, man müsse ihn vor den bösen Aliens schützen. Wohl gemerkt, es handelt sich hier um Aliens die eben noch das schwebende Spacebundeskanzleramt, in dem sich eben dieses Zimmer befindet, erfolgreich angegriffen und schwer beschädigt haben. Meiner persönlichen Einschätzung nach ist das zu diesem Zeitpunkt in etwa der unsicherste Raum der Galaxis.

Was ein Glück, dass Perry einen singenden Kristall und ein halbes Spielzeugraumschiff in der Tasche hatte. Sonst wäre er da nie raus gekommen!

Kurz: Erwartet keinen sinnvollen Plot. Aber das war wohl spätestens klar, als Perry in fernster Vergangenheit nach dem Superplaneten ARCHE-Scharm gesucht hat um zu verhindern, dass die Chaostage das finale Retroversionsbeben auslösen.

Interessanterweise sind die Rätsel trotzdem insgesamt recht logisch. Bisher habe ich jedenfalls nicht festgesteckt und ich habe schon zwei von fünf Kapiteln gespielt. Dennoch hat das Spiel zwei Probleme.

Problem 1: Man muss viel zu viel durch die Gegend laufen. Im ersten Kapitel gibt es ein Rätsel was einen zwingt mehrmals in Folge alle Räume des Kapitels zu durchlaufen, nur um dann wieder den ganzen Weg zurück zum Anfangspunkt gehen zu müssen. Hin, her, hin, her: Nerv!

Problem 2: Es gibt viel zu viele Trigger, die irgendwo ohne Zusammenhang irgendein Ereignis auslösen. Warum taucht der Mechaniker erst auf, nachdem ich irgendwo ein Spielzeugraumschiff zusammengeschraubt habe? Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Nichts natürlich. Trotzdem kommt so etwas ständig vor.

In Kombination führen diese beiden Problem dazu, dass man nach jedem gelösten Rätsel erst mal lange durch die Gegend irrt, um herauszufinden ob nicht in einem anderen Raum spontan ein Spacebiber mit seinem Rüssel eine Tür aufgemacht hat oder die Cafeteria plötzlich doch bereit ist, einem ost-magaflarisches Schleimschneckenmousse zu verkaufen.

Insgesamt bin ich von Perry Rhodan (dem Spiel) aber sehr angetan. Ich vermute fast, dass ich es durchspielen werde. Damit wäre es in den letzten fünf Jahren erst das zweite Adventure, das diese Ehre erhalten hat.

Nicht schlecht für ein Spiel mit Mausbibern.

Der Gottkaiser des Universums trägt eine Digitaluhr

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Ich gestehe, ich habe nie ein Perry Rhodan Heft gelesen. Als ordentlicher Nerd bin ich der Science Fiction durchaus zugeneigt, aber in der Hinsicht bin ich einfach immer ein Snob gewesen. Es fällt mir einfach schwer zu glauben, dass eine im wöchentlichen Rhythmus erscheinende Serie wirklich meinen Qualitätsansprüchen genügt.

Außerdem mag ich Dinge mit einem Anfang und einem Ende. Wenn ein Videospiel als „erster Teil einer epischen Trilogie“ angekündigt wird, sinkt spontan mein Interesse. Ist es echt so schwierig eine Geschichte zu schreiben, die ein vernünftiges Ende hat? Besonders übel wird es immer dann, wenn das ca. 20 Stunden lange Spiel ungefähr 30 Minuten Geschichte enthält und dann mitten im ersten Akt mit einem schlimmen Cliffhanger aufhört.

“Danke fürs Spielen! Wenn sie wissen wollen wie die Geschichte ausgeht, kaufen Sie sich in drei Jahren den Nachfolger!” (Der natürlich nie erscheinen wird, weil Teil 1 nicht erfolgreich genug war.) Na vielen Dank.

In diesem Sinne fällt es mir etwas schwer in eine Serie einzusteigen, die seit 1961 jede Woche fortgeführt wurde und wohl nie ein richtiges Ende finden wird.

Dennoch, als ich eben bei Saturn am Adventure-Regal stand und mir überlegte, ob ich mir Experience 112 oder Perry Rhodan mitnehmen soll, habe ich mich für Perry Rhodan entschieden. Zugegeben, das liegt primär daran dass Experience 112 nicht im französischen Original auf der DVD ist und ich eigentlich gerade mein Französisch aufmöbeln möchte. Gleichzeitig haben mich allerdings auch die Screenshots von Perry gereizt, die das Spiel wirklich schick aussehen lassen.

Während der Installation habe ich dann mal durchs Handbuch geblättert, in der Hoffnung eine Einführung in die Welt zu bekommen. Glücklicherweise gibt es die wirklich. So wurde mir zum Beispiel mitgeteilt, dass Perry Rhodan ein „terranischer Resident“ ist. Daraus schloss ich mal flott, dass er halt auf der Erde wohnt.

Nix da. Er ist nicht ein terranischer Resident, er ist der Terranische Resident, was anscheinend das gleiche ist wie President des bekannten Universums. Oh, und er ist unsterblich! Wollen wir wetten, dass er auch wahnsinnig gut aussieht und eine Wucht im Bett ist?

Jedenfalls klingt das mal wie eine interessante Ausgangslage. Die Unsterblichkeit ist zwar aus storytechnischen Gründen etwas fragwürdig, schließlich ist es als Unsterblicher etwas schwierig in Lebensgefahr zu geraten, aber das passt an sich ganz gut zur alten LucasArts-Konvention des, nun ja, unsterblichen Protagonisten. Vor allem hat ein König des Universums aber allemal mehr Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung, als ein Möchtegernpirat mit ohne Tee und ein paar Flusen in der Tasche.

Außer natürlich, man ist gar nicht der Premierminister der Galaxis! Ich zitiere das Handbuch:

Aber in diesem Adventure Game muss Perry ohne seine All-Macht und seine mächtigen Verbündeten auskommen, nur ausgestattet mit seinem trockenen Humor und einem Multifunktionsarmband.

Okay, jetzt habe ich Angst. Erstens, wenn ich nicht der Fürst dieser Dimension sein darf, warum erzählt ihr mir dann erst, dass ich es eigentlich bin? Zweitens scheint das Spiel anscheinend wert darauf zu legen dass es witzig ist, und wie „lustig“ das durchschnittliche deutsche Computerspiel ist, durften wir schon viel zu häufig unter bitteren Schmerzen am eigenen Leib erfahren. Drittens: Perry trägt anscheinend eine Digitaluhr und es ist den Autoren wichtig, darauf hinzudeuten. Daraus muss ich wiederum schließen, dass die Serie wohl auch heute noch immer von den gleichen Autoren verfasst wird wie 1961.

Mal schauen, wie es wird. Wünscht mir Glück…

Entzugserscheinungen

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So. Da bin ich wieder. Und was macht ein Antigamer nach vier Wochen Videospiel-Abstinenz? Er geht natürlich zu Saturn und wandelt ein Stück seiner frisch eingetroffenen Steuerrückzahlung in Videospiele um. Im Folgenden kurz meine Ersteindrücke dieser Spiele.

Jack Keane: Irgendwas ist da im Marketing schief gelaufen, denn bis gestern Abend hatte ich von dem Spiel noch nichts gehört. Zugegeben, ich war in der Mongolei und somit ziemlich von der Außenwelt abgeschnitten, aber trotzdem. Schließlich ist es ein Adventure, und als braver Adventure-Masochist, der sich solche Spiel immer wieder kauft, obwohl sie inzwischen fast alle Mist sind, bin ich doch eigentlich genau ein Teil der anzusprechenden Zielgruppe.

Immerhin ist Jack Keane von Deck 13, den Machern von Ankh, und das war eigentlich ganz putzig, wenn auch nicht putzig genug um mich zum Durchspielen zu motivieren. Dass ich Jack dann trotzdem eingesteckt habe, lag wohl an meinem akuten Videospieleentzug und, nun ja, an meinem chronischen Adventure-Masochismus. Ich weiß es besser, lerne aber aus meinen Fehlern trotzdem nicht.

Ob jetzt Jack Keane ein Fehler war, muss ich noch abwarten. Mein Ersteindruck ist allerdings nicht so cremig. Ist hübsch bunt und so, aber die Dialoge sind - wie bei deutschen Spielen üblich – furchtbar steif und ich stecke jetzt schon fest. Ich muss eine Krähe verscheuchen, habe dafür aber nur einen Sandsack zur Hand. Wenn ich ein paar Minuten Zeit investiere, finde ich dafür schon eine Lösung, aber bis zu dem Zeitpunkt war ich nicht so hingerissen von dem Spiel, dass ich bereit gewesen wäre, diese Zeit aufzuwenden.

The Darkness: Riddick war prima, insofern war ich gerne bereit Starbreezes neuestes Spiel auszuprobieren, insbesondere da es recht ordentliche Kritiken gesammelt hat. Auch hier war mein Ersteindruck allerdings nicht soooo erdbeerig. Zunächst mal hat sich grafisch seit Riddick nicht sonderlich viel getan. Da hätte ich mir etwas mehr erwartet.

Außerdem haut mich auch das Storytelling bisher nicht wirklich vom Hocker, obwohl alle das Spiel genau dafür loben. Ich weiß im Moment nicht mal mehr, wie mein Charakter überhaupt heißt und der Moment in denen er seine Darkness-Kräfte bekommt, ist nicht schlecht inszeniert, sondern gar nicht inszeniert. Im wachsen plötzlich einfach ein paar Tentakel und gut. Er scheint sich darüber nicht mal sonderlich zu wundern, was ich schon erstaunlich finde. Wenn mir plötzlich Fresstentakel wachsen würden, würde ich einen Arztbesuch erwägen, oder zumindest eine Paracetamol einwerfen. Billy (oder wie er auch immer er heißt) scheint so was entweder häufiger zu passieren, oder er ist tatsächlich so cool wie sein schwarzer Mantel andeutet, denn er zuckt nicht mal mit der Wimper.

Kurz nach diesem hochdramatischen Nicht-Ereignis ist mir dann erstmal die Lust am Weiterspielen ausgegangen. Das Kerngameplay ist nicht knackig genug, die Level zu korridorig und die deutsche Version mir dann doch einen Hauch zu zensiert, um richtiges Flair oder ordentlichen Spielfluss aufkommen zu lassen.

Trauma Center: Second Opinion: Trauma Center ist vielleicht immer noch mein Lieblingsspiel fürs DS. Es nutzt nicht nur den Touchscreen nahezu perfekt aus, es hat auch ein wenig abgenutztes Szenario. Seit Life & Death 2 vor immerhin 17(!) Jahren hat es so ein Spiel eigentlich nicht mehr gegeben. Trauma Center war natürlich nicht ohne seine Schwachstellen, wie zum Beispiel einem absolut brutalen Schwierigkeitsgrad und einer arg japanofizierte Geschichte mit den üblichen superdummen Dialogen, hat aber trotzdem einen Riesenspaß gemacht. Insofern habe ich mir nur zu gerne die Wii-Version gekauft.

Warum wir in Europa darauf jetzt weit über ein halbes Jahr warten mussten, ist mir zwar nicht wirklich klar, aber was soll’s. Ebenfalls nicht ganz klar ist mir, warum Second Opinion nur ein Remake von Under the Knife ist und nicht ein ordentliches Sequel, aber auch damit kann ich leben. Immerhin kriegt man einiges an Bonusmaterial. Ich habe noch nicht so ganz heraus wie viel genau, aber bisher bin ich auf eine OP gestoßen, die ich noch nicht kannte, habe Leute mit Elektroschocks wiederbelebt (was in der DS-Version nicht ging) und habe dazu eine komplette Seitenstory mit einer weiblichen Ärztin entdeckt, auf die sich wohl auch der Titel des Spiel bezieht.

Bonusmaterial hin und her, entscheidend ist Folgendes: Das Spiel ist immer noch super. Die Steuerung mit der Wiimote funktioniert fast noch besser als auf dem DS, hauptsächlich da die Reaktionszeit kürzer ist. Insbesondere das sehr unzuverlässige Hereinzoomen wurde verbessert. Obwohl ich das Spiel ja quasi schon einmal durch habe und ich gestern Abend dringend ins Bett musste, habe ich spontan noch ein halbes Dutzend OPs durchgeführt. Shiny!

Zusammengefasst kann man sagen: Morgen kommt Bioshock und dann werde ich wohl alle drei Spiele erstmal liegen lassen. Bei Trauma Center liegt das aber nur daran, dass ich es schon durch habe. Alle anderen sollten schleunigst zugreifen. Vielleicht findet ihr dann ja auch noch eine Heilung für meinen Adventure-Masochimus. So langsam geht der nämlich ins Geld.

Ernten oder nicht ernten?

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Bei Eurogamer gibt es derzeit mal wieder ein Interview, das auf meiner nach oben offenen Bullshit-Skala eine glatte 8 erreicht. Nicht dass der Artikel an sich schlecht wäre, im Gegenteil. Dass, was Ken Levine von Irrational Games da über sein neues Spiel Bioshock erzählt, lässt den vom Mainstream gelangweilten Leser vor Vorfreude Purzelbäume schlagen. Da ist von Philosophie die Rede, von unvereinbaren Weltanschauungen, von Religion, Wissenschaft und Moral. Dem Spieler soll möglichst viel Handlungsfreiheit an die Hand gegeben werden, er soll ganz nach seinem eigenen Gewissen Entscheidungen treffen und damit die Geschichte selber formen. Klingt nach GOTY 10/10 othergameslol, nicht wahr?

Habe ich auch gedacht, bis ich dann voller Vorfreude das zur gleichen Zeit veröffentlichte Preview gelesen habe. Da hört sich das dann auf einmal ganz anders an. Irgendwie hatte ich ja nach dieser Einführung eine Art Rollenspiel erwartet, aber allem Anschein nach ist Bioshock nur ein weiterer “wenn es sich bewegt ist es ein Feind” Shooter. Die ach so vollmundig beworbene Entscheidungsfreiheit beschränkt sich in realiter auf a) bearbeite ich das Monster mit einem Schraubenschlüssel, b) zünde ich das Monster an, um es dann, wenn es sich verzweifelt zu retten versucht, mit Elektroschocks zu töten oder c) spiele ich Pipemania an einem Computerterminal, damit mir eine Selbstschussanlage die Drecksarbeit abnimmt? Nach Lektüre des Artikels komme ich zu dem Schluss, dass meine Wahl lediglich den modus operandi der genreüblichen Metzelorgie beeinflusst, und ansonsten keinen weiteren Einfluss auf die Geschichte hat. Die im Interview angesprochene zwiespältige Rolle der Wissenschaft verkommt in Bioshock zum fadenscheinigen Hintergrund für ebenso alberne wie statusverbessernde Implantate.

Ach ja, wie war das noch gleich mit der Moral?

The game then spells it out to us. If we harvest, we get maximum Adam, but she dies. If we rescue, we get substantially less Adam but, Tenenbaum desperately appeals to our conscience, it will be worth our while. Our call.

We grab the girl and draw her right up to us. She’s screaming, fear etched into her face, hopelessly, pathetically writhing and trying to push us away. “No! No! NOOO!” She still seems pretty human to us…

Nun, wie sagt der Brite so treffend, der Beweis des Puddings ist im Geesse, und was bislang vom Spiel zu sehen ist sieht ja für einen Egoshooter durchaus ganz lecker aus (um mal im metaphorischen Bild zu bleiben). Aber das war es dann auch. Bioshock ist offenbar kein moralisches Diorama und auf nicht die Neuerfindung des interaktiven Rades, sondern nur ein etwas weniger tumbes Mach-alles-tot Spiel. Sieht so aus, als müssten wir noch ein wenig länger auf einen wirklich anspruchsvollen Softwaretitel warten.

Das Tiberium Wars. SCNR.

Es gibt Spiele, bei denen weiß ich im Voraus, dass sie mir nicht gefallen werden. Zum Beispiel STALKER. Sorry, “S.T.A.L.K.E.R.”. Dann gibt es Spiele, bei denen weiß ich im Voraus, dass ich mich an liebsten an ihrem Bein reiben würde, wäre ich ein Hund… und hätten sie Beine. Zum Beispiel Command & Conquer 3.

Ist eigentlich komisch, denn es ignoriert konsequent alle Neuerungen, die es in den letzten gefühlt 40 Jahren im Echtzeitstrategie-Genre gegeben hat. Aber vielleicht macht es das auch so cool: keine zehn Milliarden Einheiten wie in Supreme Annihilation Commander, keine Micromanagement-Grabenkämpfe wie in Company of Heroes, ein total banales User-Interface, alles ist schön bunt und, für ein pre-apokalyptisches Strategiespiel, sehr fröhlich. Und es hat alberne Videosequenzen. Genau wie das Original. Juhu! Jedes andere Spiel würde man wegen sowas einfach auslachen und sofort wieder vergessen. Aber in Command & Conquer 3 ist das einfach purer Style. Man kann nicht anders, als wohlig zu lächeln, sich an bessere Zeiten zu erinnern, und es dafür ganz doll lieb zu haben.

Zum Glück stimmt aber auch der Rest: Grafik und Sound sind super, es gibt eingebauten Voice-Chat, und der Multiplayer-Modus hat nette Features wie Clan-Unterstützung und detaillierte Statistiken über so ziemlich alles, was in dem Spiel passieren kann (Leute angezündet, Autos geworfen und so). Alles in allem also ein tolles Rundum-Wohlfühl-Paket, mit dem man nichts falsch machen kann.

(Es sei denn, man kauft die Nicht-Kane-Edition. Die gibt’s zwar schon ab 16, kommt aber nur auf Deutsch, ist angeblich ein wenig beschnitten und hat nicht Joe Kucans erotischen Bösewicht-Bart auf dem Cover. Wer schon arbeiten darf und nicht mehr bei den Eltern wohnt, sollte auf jeden Fall zur nicht jugendfreien Kane-Edition greifen. Und, vorsicht!, bei der Installation auf keinen Fall “vollständig” auswählen. “Vollständig” bedeutet bei Electronic Arts nämlich “nur das nötigste, und auf keinen Fall das englische Sprachpaket, kthx”. Hmpf.)

Nicht ganz PC

Vor zwei Wochen habe ich etwas Tolles getan: ich habe einen iMac gekauft. Den ganz großen. 24″ voller Liebe. Und einem 2.33 GHz Core 2 Duo. Einer GeForce 7600 GT. Und 2 GB RAM.

Und ein paar Tage später habe ich etwas Schlimmes getan: ich habe per Boot Camp Windows darauf installiert. Weil so ein Gerät ja auch als Spielemaschine ganz interessant sein könnte. Und es für OSX so gut wie keine Spiele gibt. Hier also mein kleiner Erfahrungsbericht.

Um das Fazit vorweg zu nehmen: eine tolle Spielemaschine ist auch der aufgemotzte 24″ iMac nicht. Die Performance ist super, das per Dual-Boot-Option installierte Windows läuft stabil, die Spiele laufen ganz hervorragend. Woran liegt es also?

An meiner Liebe zu OS X. Meinen Spielekonsolen. Und an World of Warcraft. Alle drei haben mich nämlich verdorben.

So lange ich auch mit Windows gearbeitet habe, von OS X kann mich so schnell nichts mehr weg zerren. Ich war früher selber einer von denen, die die ganzen Apple-Freaks für eine seltsame, verschworene Sekte und Apple-Rechner für Spielzeug hielten. Wahrscheinlich muss man einfach eine Weile damit gearbeitet haben. Wahrscheinlich bedarf es erst dieser beinahe religiösen Erfahrung. Und wahrscheinlich sind wir — die Apple-Freaks — tatsächlich sowas wie eine Sekte. Wie es auch sein mag; während ich in OS X entspannt arbeiten kann, macht mich Windows nur noch nervös. Und manchmal auch aggressiv.

Das habe ich auch wieder gespürt, als ich nach der erfolgreichen Installation das erste Mal in mein frisches Windows reingebootet habe. Beim ersten Booten meines OS X wollte dieses erstmal ein Foto von mir machen. Hat nur noch gefehlt, dass es mir einen Strauß Blumen überreicht. Und Windows? Kein Dock, kein Spotlight, erstmal x Treiberupdates und zig Reboots, bis alles so war, wie es sein sollte. Yay.

Dann das erste Spiel installiert. Battlefield 2142, mit dem ich neulich irgendwie Mitleid hatte, aber das ist ein anderer Antigames-Artikel. InstallShield. Patch downloaden (was überraschend schnell ging und nicht mal die Suche nach einem funktionierenden Mirror von mir verlangte — cool) und installieren. Ewig in den Settings rumdoktorn. Dem Shader-Berechnungs-Balken zuschauen. Die Settings nochmal hochschrauben. Dem Shader-Berechnungs-Balken nochmal zuschauen. Auf einmal vermisste ich nicht mehr OS X, sondern meine Konsolen. Die sind toll. DVD rein und fertig. Alles andere langweilt mich inzwischen sehr.

Dann verspürte ich den Drang, doch wieder World of Warcraft zu spielen. Irgendwie braucht man eigentlich keine anderen Spiele neben WoW. Und das gibt’s auch für OS X. Also zurück in mein Lieblingsbetriebssystem, wo WoW übrigens fantastisch läuft. Ich kann es sogar blitzschnell zwischen dem pompösen 1920×1200-Vollbild-Modus und dem Fenstermodus hin- und herschalten, während nebenher noch lauter anderer Kram läuft. Windows swapped sich da bei mir erstmal einen ab und bleibt manchmal einfach komplett stehen.

Einziger Haken: der aufgemotzte iMac — und tatsächlich nur der aufgemotzte; der mit der 7600 GT — unterstützt in OS X ausgerechnet kein Antialiasing. Worunter gerade World of Warcraft arg leidet. Scheiße! Laut Blizzard liegt das an mangelhaften nVidia-Treibern für OS X. Angeblich soll das mit Leopard, der nächsten Version von OS X, die irgendwann im Sommer kommen soll, behoben sein. Warten wir’s ab.

Und dann ist da die Sache mit den 1920×1200 Pixeln. Ist natürlich eine geile Auflösung. Aber um Spiele in nativer Auflösung laufen zu lassen, reicht auch eine GeForce 7600 GT mit 256 MB RAM einfach nicht aus. Weshalb man die meisten — WoW ist da zum Glück eine Ausnahme, aber ich habe ja auch noch kein Antialiasing angeschaltet — auf eine niedrigere Auflösung runterschrauben muss, damit sie flüssig laufen. Und nicht-native Auflösungen auf TFTs, naja… ihr wisst, worauf ich hinaus will.

Der iMac ist geil. Mal abgesehen von der superen Performance und dem schicken Look hat das Ding einen Haufen Goodies wie WLAN, Bluetooth und Firewire direkt eingebaut. Außerdem läuft OS X darauf! Es handelt sich um einen tollen, kompakten Alleskönner. Nur eine echte Spielemaschine ist er immer noch nicht. Denn wer will schon in Windows reinbooten?

Insgeheim hoffe ich darauf, dass die jüngsten Erfolge des Macs die Publisher dazu bringen werden, OS X als Spieleplattform ernster zu nehmen. Dann fällt mir aber ein, dass der PC-Spiele-Markt irgendwie einem Zombie gleicht: er läuft noch herum, aber alle wissen bereits, dass er tot ist. Und auf einmal ist es mir egal, denn spielen kann ich auch auf den Konsolen.

Jetzt muss mich nur noch jemand davon abhalten, aus Konsumgeilheit trotzdem einen neuen Spiele-PC zu ordern. Seufz!

Spielspass im Tetrapack - für den schmalen Geldbeutel

So, jetzt aber. Nach diversen beruflichen (was soll das heissen ‘der Versuch dauert 24 Stunden’?), privaten (it hurts and stings!) und technischen (*sniff sniff* was riecht hier so verbrannt… argh mein Rechner!) Hindernissen finde ich endlich mal wieder die Zeit, was zu schreiben.

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Wenn mein Computer nicht gerade in Flammen steht, verbringe ich meine Freizeit seit kurzem in den zugigen Höhlen La Mulana. Denn während mich Final Fantasy XII trotz seiner Hochglanzfassade dann doch eher anödet, hat mich der urige Retrocharme dieses Freeware-Adventures komplett in seinen Bann geschlagen. Als Peitsche schwingender, Filzhut tragender Rick Dangerous-Verschnitt (den anderen Archäologen brauche ich wohl nicht zu erwähnen) kämpft man sich durch eine irrsinnig grosse Ruine voller tödlicher Todesfallen und ebenso tödlicher Gegner. Tödlich ist dann auch das inoffizielle Leitmotiv des Spiels, denn anders als etwa in dem zwar exzellenten aber ziemlich leichten Tomb Raider Legend ist der Tod hier ständiger Begleiter. Zu Beginn des Spiels reibt man sich daher des öfteren verwundert die Augen ob der vermeintlichen Frechheiten, mit denen man in La Mulana konfrontiert wird.

Ein Beispiel: läuft man am Anfang nach links statt nach rechts (das Spiel ist übrigens komplett nicht-linear), stösst man nach ein paar Bildschirmen mit Simpelgegnern auf einen bildschirmfüllenden Koloss, der unserem Helden in Sekundenschnelle die Hosen runterzieht. Oder nochwas: die Tempelbauer von einst waren ziemlich jähzornige Gesellen; peitscht man wie in anderen Spielen einfach mal wild in der Gegend rum, kann einem durchaus schonmal die Decke auf den Kopf fallen. Daher sollte man den in der -übrigens hervorragend gestalteten- Anleitung gegebenen Rat beherzigen, gründlich alles abzusuchen, die Umgebung zu beobachten (ein Haufen Skelette rund um einen Altar sollte zu denken geben) und erst dann die Statue zu klauen. Wobei La Mulana übrigens zu keinem Zeitpunkt unfair ist, nur eben verdammt erbarmungslos. Dennoch, die kniffligen Rätsel, die Rollenspiel-ähnliche Belohnungsstruktur und nicht zuletzt die Liebe zum Detail lassen mich auch nach dem x-ten Ableben immer wieder zu dem Spiel zurückkehren.

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Ganz andere Hirnregionen stimuliert rRootage, ein weiteres Glanzstück des äusserst umtriebigen Kenta Cho (sehr empfehlenswert sind auch Mu-cade und Torus Trooper). Trotz mangelnder Feinmotorik haben mich Bullet Hell-Shooter Marke Gigawing oder Under Defeat schon immer fasziniert, nur dass die blöden Level zwischen den coolen Bossen immer genervt haben. Daher die gute Nachricht für schräge Vögel wie mich, rRootage wirft den ganzen Nonsens über Bord und konzentriert sich aufs Wesentliche: hunderte Bosse, die den gestressten Spieler mit immer wahnsinnigeren Kugelformationen beharken. Dazu vier verschiedene Spielmodi, eine Hand voll Leben und die bekannt abstrakte Präsentation, und fertig ist das perfekte Spielvergnügen für zwischendurch (falls ein Microsoft-Bot mitliest - sowas wäre perfekt für Live Arcade). Inzwischen habe ich es auf normal bis Stage 6D geschafft, wobei die Level allerdings frei anwählbar sind. Ein gutes Pad hilft da ganz schön weiter.

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Kein Interesse daran, umständlich Spiele zu installieren und trotzdem Lust auf ein wenig Frust? Kein Problem, für ä生オワタ\(^o^)/の大冒険 (auch bekannt als “Your Life is End”) braucht es lediglich einen Flash (ah-ah!)-fähigen Browser, und schon kann das Haare raufen losgehen [z=springen, x=schiessen, r=restart]. Keine Sorge falls ihr schon den ersten Bildschirm nicht überleben solltet, das ist normal. Ohne perfektes Timing und pixelgenaue Sprünge stirbt man unter Garantie. Your Life is End hat da echt kein Mitleid mit dem Spieler. Spass macht es trotzdem, selbst wenn man von einem riesigen ASCII-Guile mit Somersault in den Hintern getreten kriegt (echt wahr).

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Nicht wirklich umsonst, aber seit einer Weile auf den üblichen Abandonware-Seiten zu finden ist Segas genial-bizarres The Typing of the Dead. Für die Nicht-Eingeweihten: es ist im Prinzip der Lightgun-Klassiker House of the Dead, nur dass man die Untoten über den Haufen schreibt. Vor jedem Monster erscheint eine mehr oder weniger lange Phrase, die man in Rekordzeit nachtippen muss. Zum Glück gibt es ein sehr gutes Tutorial (sollte ich mal eine Sekretärin brauchen, werde ich sie damit testen) und die Möglichkeit, auf ein englisches Tastatur-Layout zu wechseln. Trotzdem gibt es mit einigen Satzzeichen auf einer deutschen Tastatur Probleme, da hilft dann nur wüstes Tastenhämmern.

Das klingt jetzt total unlustig, oder? Ist es aber nicht. Das Spielprinzip sollte eigentlich nicht funktionieren, und ich wäre gerne dabeigewesen, als die Entwickler ihren Geldgebern die Idee präsentierten, aber The Typing of the Dead macht erstaunlich viel Spass. Und man lernt nebenbei Zehn-Finger-Schreiben! Na wer sagt denn dass einem Computerspiele nichts beibringen können. Dieser Beitrag jedenfalls floss mir erheblich schneller als üblich aus den Händen.

PC-User haben es schwerer.

Schrott

Manche Leute scheinen ja ernsthaft zu glauben, dass es uns PC-Usern Spass machen würde, uns alle paar Jahre neue Hardware anzuschaffen. Natürlich haben sie als Außenstehende nur verstanden, dass wir uns hin und wieder neue, funkelnde, unfassbar schnelle Spielzeuge anschaffen, die im Moment der Kaufentscheidung alles in den Schatten stellen was Konsolenbesitzer in ihrer Verblendung für State of the Art halten. Das sollte doch ein Anlass zu großem Frohlocken sein, ja ein Grund für mehrtägige staatlich verordnete Feierlichkeiten.

Selbstverständlich liegen sie beklagenswert falsch.

Natürlich ist es beglückend, mehr Power zu haben als die anderen. Es hat durchaus etwas, eine mit einem ehrfurchtgebietenden, V8-Motorblöcken nicht unähnlichen Prozessorkühler verschönerte CPU herumzuzeigen und dann die neueste 3D Mark Version fast gar nicht so schlimm ruckelnd auf diesem System zu demonstrieren. Alles nur begleitet vom ehrfürchtigen Luftschnappen der Zuschauer und dem fast (aber nicht ganz) unhörbaren Summen aus dem fast (aber nicht ganz) stilvollen Aluminiumgehäuse. Kenner wissen: Sie lauschen dem unverkennbaren Geräusch von Real Ultimate Power.

Diesem glorreichen Augenblick gehen enorme Anstrengungen voraus. Monatelange Überlegungen, Gespräche mit weisen Hardware-Gelehrten, Testbericht-Lesestunden, Forendiskussionen, Beziehungskrisen, ernste Gespräche mit Oma/Freundin/Frau/Eltern/Kredithai, Shopvergleiche, Warten auf neue Technologie - bis ein echter PC-Fan nach dem ersten Kaufwunsch bereit ist, sich zu entschließen können durchaus Monate vergehen. Silberne oder vergoldete Rändelschrauben für das Gehäuse? Solche Fragen können schwache Persönlichkeiten in wochenlange Krisen stürzen. Aber irgendwann ist es soweit: Es wird bestellt. Bei Zeus! Hört ihr sie nicht, die Fanfaren, die Pauken, die vieltausendköpfigen Engelschöre? Seht ihr das Glänzen seiner verzückten Augen? Es ist ein großer Moment.

Natürlich ist nicht alles sofort lieferbar. Die nun folgende qualvolle Wartezeit wird nicht einfacher dadurch, dass der andere CPU-Hersteller aus purer Bosheit spontan die Preise halbiert und der andere Grafikchiphersteller endlich das immer wieder verschobene, bahnbrechendes neues Produkt auf den Markt bringt, das man eigentlich haben wollte. Das Gehäuse ist zwar lieferbar, aber nur in giftgrün. Das würde genauso gut kühlen, behauptet der Händler kühn.

Und nun… Sauregurkenzeit. Die Schuldgefühle lassen nicht lange auf sich warten (tu bloss nicht so, als wäre es bei Dir nicht so!). Brauche ich dieses… Monster eigentlich? Kann ich nicht mit dem alten genauso gut meine Texte schreiben? Hätte es nicht die kleinere Alternative auch getan? Kann ich mir das überhaupt leisten? Ich hätte lieber etwas spenden sollen! Oh, dieser mehrwöchige Hawaii Urlaub, den ich für eine neue Grafikkarte geopfert habe.. der wäre auch schön gewesen… und das feine Essen, das ich mal mit der Ex geplant hatte… vielleicht wäre sie dann nicht die Ex und eine Festplatte weniger hätte es am Ende auch getan? Warum? Warum?!

Klar, ihr Mac-User und Konsoleros könnt das nicht verstehen. Die einen von euch spenden aus Überzeugung für die Gute Sache an den Tempel in Cupertino, die anderen haben schlicht keine Wahl, wenn ihre alte Daddelkiste einer neuen Generation weicht. PC Leute haben die Wahl. Immer. In jedem noch so kleinen Detail. Sie sind sowieso an allem selber schuld. Vermutlich werden sie deswegen so regelmäßig mit Windows gestraft.

Üblicherweise bekommt man in diesem Moment Nachricht: Man bedankt sich für die pünktliche Zahlung und die Kiste wäre fertig - und giftgrün ist doch auch eine schöne Farbe, oder? Hat halt nicht jeder.

Das bringt uns fast genau zu dem weiter oben erwähnten Moment. Das wertige Summen edler Hardware - ihr erinnert euch? Spätestens am nächsten Tag wird das Nachbarskind sein neues Quadcore/Geforce 8800-SLI System zum ersten Mal anwerfen und später jedem, aber auch jedem an der S-Bahn Haltestelle lautstark berichten, dass man damit nun Gothic 3 ruckelfrei spielen kann. Im Gegensatz zu dir, der du still danebenstehst und versuchst, wegzuhören. Wenn du nach Hause kommst, wirst du damit anfangen, die Entwicklung der Hardwarepreise zu beobachten…

Massive Aussichten, Teil 2: Warhammer Online

Massive WAR

Ich habe doch gesagt, dass wir einen Trend zu dicken Lizenzen und machtvollen Franchises in der MMO-Szene haben? Genau, habe ich. Ist ja auch viel netter, schon einen eprobten Sandkasten zu verwenden, den die anderen Kinder auch ganz toll finden. Das beruhigt die Eltern die Investoren.

Games Workshop ist in letzter Zeit ziemlich erfolgreich gewesen, was die Vergabe ihrer Lizenzen angeht - dem satten Hit “Dawn of War” in ihrer (ziemlich eigenen) SF-Spielwelt Warhammer 40K folgte das zumindest ziemlich solide Mark of Chaos. Vorher gab es aber das das Millionengrab Warhammer Online, eine detailbeflissene MMO Umsetzung ihrer (ziemlich eigenen) Fantasywelt, die von Climax über Jahre hinweg verschleppt wurde, bis GW eines Tages den bis dahin voll aufgedrehten Geldhahn zudrehte - danach stand Climax mit einer fast fertigen fremdfinanzierten MMOG-Engine und GW mit einer Menge unverwendarem Artwork dar. Danach ging es schnell: Mythic Entertainment meldete Interesse an, sie bekamen die Lizenz (eine verbitterte Community gab es als kostenlose Beilage) und begann in Windeseile auf Basis ihrer erprobten Dark Age of Camelot Technologie ein von Grund auf anderes Spiel zu entwickeln. Eines, das sich ganz klar auf die Konflikte zwischen den verschiedenen Reichen (und Spielern) konzentriert - zum nicht unerheblichen Unwillen eines Großteils der Rollenspielfreudigen Community. Der stark an die Zinnminiaturen des Warhammer-Tabletops angelehnte Look von Warhammer Online: Age of Reckoning hatte ebenfalls einen schweren Stand vor einer Szene, die scheinbar zu einem großen Teil das bereits allgegenwärtige, stark vom WH-Look beeinflusste World of Warcraft schlicht nicht mehr sehen konnte und den üblen Mief eines schamlosen Plagiats witterte.

Mythic begann eine gnadenlose Kampagne, um das Wohlwollen des Volkes (zurück) zu gewinnen. Diaries, Previews und aktiv auf den Foren postende Entwickler sind eine Sache, etwas ganz anderes sind sonderbare Gestalten wie der verhinderte TV-Prediger Paul Barnett, der seine inzwischen kultisch verehrten Botschaften unter vollem Einsatz von MySpace, Youtube usw. unter die Leute bringt. Tatsächlich scheint der Hype zu funktionieren: Die Community glaubt tatsächlich, das Warhammer ganz anders ist als alle anderen Fantasywelten. UND sie glaubt, das WAR ganz anders sein wird als alle anderen MMORPGs. Ausserdem ist es ein Hobby, nicht nur ein Spiel.

Tatsächlich hat Mythic (inzwischen Teil von Electronic Arts) einiges Neues auf der Pfanne, auch wenn es sich hier klar eher um Evolution als einen Bruch mit allem Althergebrachtem handelt: Alles, was Spieler machen - sei es PvP, PvE oder Crafting, beeinflusst die Balance zwischen den beiden Fronten Ordnung und Zerstörung, Gebiete können besetzt, Städte eingenommen werden bis es dann zur entscheidenden Schlacht um die Hauptstadt des Gegners kommt. In WAR geht es um Krieg, nicht um Bausparen, Eigenheim und Teppichknüpfen. Wer sich damit und mit einen etwas eigentümlichen Sinn für Humor identifizieren kann, wird möglicherweise im Verlauf dieses Jahres eine solide Keilerei einplanen können. Allerdings: Bisher gibt es keine Hinweise auf Dinosaurier.

Massive Aussichten, Teil 1

Massive Aussichten

Vor zwei Jahren dachten noch viele, dass der MMOG Boom nach geflopten und vorzeitig (zum großen Teil gnadenvoll) eingestellten Titeln ein jähes Ende finden würde. Vor einem Jahr dachten noch viele, dass der MMO-Boom aufgrund eines extrem erfolgreichen Titels - die Rede ist natürlich von Blizzards Beziehungskiller World of Warcraft - ein jähes Ende finden würde. Heute gehen wir doch besser davon aus, dass der Trend zu Onlinespielen nicht so schnell enden wird. Allerdings ist der Erfolg durch Einsatz selbst solider Lizenzen wie “Star Wars” oder “The Matrix” keineswegs garantiert - nein, das Spiel sollte möglich auch noch gut werden - eine völlig neue Erkenntnis in Teilen der MMOG-Szene, wie es scheint - ganz revolutionäres Gedankengut wie “gut bedienbar und leicht zu lernen” oder “technisch ordentlich, sogar beim Launch” und “ordentliche Lokalisierung” ist erst noch dabei, sich Anhänger zu verschaffen. Natürlich sollte die Lizenz auch die zweijährige Entwicklungszeit überdauern und nicht schneller altern als eine High-End Grafikkarte - Matrix Online, tu nicht so, als würden wir uns nicht erinnern. Äh. Erinnern wir uns tatsächlich an Matrix Online? (Es ist nämlich immer noch da.)

WOW ist überhaupt nicht neu. Es ist so erschreckend nicht-innovativ, dass es der im Hinblick auf die Abonnentenzahlen deklassierten Konkurrenz die Schamesröte ins Gesicht treiben sollte. Es ist nicht nur so, dass “Warcraft” und “Blizzard” Namen sind, denen Spieler wohl zu Recht vertrauen können, eine solche beachtliche finanzielle und zeitliche Investition wie ein MMOG risikoarm zu gestalten- es ist auch ein Produkt, das ordentlich durchdacht ist, gut spielbar ist, voll von Content für Otto-Normal- und sogar Bisher-Gar-Nicht-Spieler, für die das Spiel auch sehr zugänglich gestaltet ist.

Die Nische “Fantasy MMORPG mit vielen Questen” ist also mehrfach belegt. Trotzdem kommen neue Spiele. Mit a) Namen und b) Aufwand. Sigils Vanguard: Saga of Heroes ist im Grunde ein extrem aufwändiges, detailverliebtes MMO für ehemalige EverQuest I Spieler, denen der inhaltlich und spielerisch im Grunde solide Nachfolger nicht herausfordernd genug ist. VSOH hat zwar keine eingeführte Lizenz, dafür aber zu großen Teilen das EQ1-Entwicklerteam und auch dessen Erfinder Brad McQuaid - das wirkt bei der nerdigen, eng verschworenen Gemeinde. Ironischerweise wird es inzwischen von SOE vertrieben, nachdem Microsoft das immer weniger Mainstream-taugliche MMO-Stiefkind schnöde vor die Tür setzte (Wie, die haben schon die beiden Hauptkonkurrenten EQ1 und EQ2 im Programm? Egal, die haben auch Matrix… da kann ein MMO mehr nicht schaden). Schon in der ersten Jahreshälfte 2007 soll uns das auf der Unreal World Engine aufbauende Projekt beglücken - ich selber bin nicht so hingerissen, weil es an allen Ecken und Enden allzu altbacken und konservativ wirkt - es ist ein MMORPG (der letzte RPG-Teil ist hier wichtig!) der nächsten Generation mit Blick in die Vergangenheit. Auch wenn das Absicht ist. Die Charaktere selbst sehen eher langweilig aus und ich höre … Geschichten … über enormen Hardwarehunger. Trotzdem, wenn ich die Chance habe, schaue ich es mal an; die “Open Beta” (nur dann offen, wenn man einen der begehrten 10.000 EU-Zugänge bekommt) geht dieser Tage los. Schon aus Respekt - da steckt sicher viel Liebe drin.

Funcoms Age of Conan: Hyborean Adventures ist dann schon eher ein Vertreter der neuen Schule. Eine der auch für den Mainstream bekanntesten Fantasy-Franchises, dazu eine schon aufgrund des blutrünstigen Inhalts volljährige Zielgruppe - es ist Fantasy, aber andere Fantasy. AoC ist mindestens so detailversessen wie VSOH (es gibt wirklich einen Schieberegler für die Popoausformung des Spielercharakters), wirft aber ansonsten Konventionen wie ein hochmotivierter Braunkohlebagger über Bord. Die ersten 20 Stufen sind ein Actionadventure, das der Spieler weitgehend allein zu bewältigen hat, gebastelt vom The Longest Journey Team - danach gibt es ein instanzenreiches Gemetzel in verschiedenen Varianten, angetrieben von einem interessanten Kampfsystem, das nebst solchen Nettigkeiten wie Formationsregeln auch eine weitgehend freie Maussteuerung des Schwertarms und dessen scharfkantiger Verlängerung bietet. Wie massiv AoC nun eigentlich wird - ob wir ein WOW-mäßiges Epos mit riesiger begehbarer Spielwelt oder eher mit spannenden Einzelmissionen zugepflasterte Landkarten wie im hartnäckigen WOW-Konkurrenten Guild Wars (nein, GW ist kein MMOG - es sieht nur auf den ersten Blick so aus) bekommen - das wird nie so klar. Auch grafisch rangieren die Eindrücke von “ugh! Naja…” bis “absolut phänomenal” - wirklich gut auszurechnen ist AoC nicht, soll aber schon “bald” kommen. Ich bin neugierig, bei Crom!

(Fortsetzung folgt)

Sackgasse

Tja, nun ist es wohl soweit: nachdem mein Windows-PC und ich eine Beziehungspause eingelegt haben, fragt sich nun auch Chris von nebenan, ob sich der Kauf seines neuen Spiele-PCs wirklich gelohnt hat, und sogar die Gamestar stellt in Frage, ob das alles noch einen Sinn hat. Die Technik, die man heute bekommt, rockt — wie immer; aber noch nie war es so schwierig, einen echten Grund für ein Spiele-PC-Komplettupgrade zu finden. Mal abgesehen davon werden immer weniger Titel exklusiv für den PC veröffentlicht. Erleben wir die letzten Tage des PCs als Spieleplattform?

Seien wir mal ehrlich, so nett sich Anno 1701 auf einer Monstermaschine in allen Details auch spielen würde, eigentlich braucht man das nicht wirklich. Und das ist nur eines der Spiele, die ich mir — in einem Versuch, die frostige Beziehung zu meinem PC wieder etwas aufzutauen — in den letzten Wochen zugelegt habe, die nicht mehr so richtig flott laufen, obwohl es eigentlich keinen Grund dafür geben sollte. Zum Beispiel Sid Meier’s Railroads, das zwar knuddelig aussieht, aber auch nicht gerade ein solch spektakuläres Grafikfeuerwerk bietet, welches die eher durchwachsene Performance rechtfertigen würde. Gunnar hat völlig Recht: gerade bei solchen vermeintlich auf den Massenmarkt ausgerichteten Titeln wundert einen das schon etwas.

Ich bin schon eine ganze Weile am Überlegen, ob ich mir nun einen neuen PC zum Spielen gönnen sollte oder nicht. Vor kurzem traf ich tatsächlich den Entschluss, demnächst einen zu kaufen. Einen ordentlich ausgestatteten Monster-PC, der auch ein paar Jahre “halten” würde. Aber Artikel wie die beiden oben verlinkten holen mich dann wieder auf den harten Boden der Windows-Realität zurück. Letztendlich wären die Spiele doch nur flüssiger, aber nicht besser. Was mir wieder einen Großteil der Kaufmotivation nimmt. Hmpf. Oder Juchuh?

Ich frage daher einfach mal die Antination. Vielleicht übersehe ich etwas? Was wäre für euch ein Grund, in den nächsten Monaten einen neuen Spiele-PC zu kaufen? Wenn überhaupt?

Heute neu in Hendriks Wohnzimmer

Project Gotham Racing 3: jetzt werdet ihr sicherlich verwundert auf das Datum dieses Beitrags starren. Ja, die Gerüchte sind wahr: diesen ollen 360-Launch-Titel habe ich mir tatsächlich jetzt erst geholt. Obwohl ich schon Test Drive Unlimited habe. Er lag halt für einen fairen Preis da und winselte mich an. Jetzt ist er mein. Erstes Urteil nach ein paar Strecken: es ist immer noch Project Gotham Racing. Und das meine ich positiv!

Tony Hawk’s Project 8: hey, ein neuer Tony Hawk-Titel! Obwohl ich selber kein Skater bin (hey, ich bin das Gegenteil eines Skaters), habe ich die Serie immer gemocht. Irgendwie macht es Spaß, rumzugrinden und -hüpfen und -flipkicken und -wasauchimmer, um obszöne Punktzahlen zu erreichen. Doch gleich zu Anfang eine Enttäuschung: ich konnte mir nicht — wie in einigen der Vorgängern — eine kleine, vollbusige Nerd-Skaterin zusammenbasteln. Die Auswahlmöglichkeiten beim Skater-Design sind überraschender Weise arg eingeschränkt. Buh! Tatsächlich gibt’s weibliche Charaktere anscheinend nicht ohne furchtbare Arm-Tattoos. Also fahre ich jetzt als Punk-Doofi durch die Gegend. Scheißspiel. Äh, ja. Der Rest ist halt wie ein typisches Tony Hawk-Spiel. Nur jetzt mit Bullet Time. (Ich denk mir das nicht aus. Der Effekt sowie sein Zweck sind aber ganz cool, also keine Panik.)

Gears of War: heilige Scheiße, Batman! Das mit Abstand coolste Spiel, das ich je gespielt habe. Was für ein Hammershooter! Epic können also doch geile Spiele machen! … Ich verarsche euch natürlich. Wollte nur mal hören, wie das klingt. In Wirklichkeit ist Gears of War so, als hätten sie den Typen, der sich die Taunt-Sprüche in Unreal Tournament ausgedacht hat, ein komplettes Spiel machen lassen. Womöglich haben sie das tatsächlich. Ich muss mir beim Spielen von Gears of War immer CliffyB vorstellen, wie er in London steht und merkt, dass die Welt tatsächlich aus mehr besteht als sein kleines Häuschen in Goatfuck, Indiana und der Taco Bell nebendran. Geil aussehen tut’s natürlich trotzdem. Damit kann man gerne auch ein paar der wirklich hohen Wertungen entschuldigen. Aber wirklich nur damit. Hunde.

Guitar Hero 2: kommen wir nun zur Enttäuschung des Abends. Ich liebe Guitar Hero. Es ist ein verdammt cooles, rundes Spiel. Der zweite Teil ist… genau wie der erste. Was eigentlich toll sein sollte, wären da nicht die neuen Songs. Die sind nämlich alle Schrott. Mit ein paar Ausnahmen natürlich. Aber wenn ich alleine in den ersten drei Levels lediglich ein Lied wiedererkenne und dieses Lied auch noch von The Police ist, dann stimmt was nicht. Es mag Rock-Fans geben, die sich besser mit der Materie auskennen und die mehr Spaß an den gebotenen Songs haben. Ich zähle leider nicht dazu. Da sehne ich mich echt nach dem ersten Teil zurück, der eine bunte Mischung an Klassikern bot, die sogar ich als Rock-n00b kannte. Ich wünsche mir den tollen Multiplayer-Modus aus Guitar Hero 2 mit den Songs aus Guitar Hero 1. Werde ich natürlich nie bekommen. Das macht mich traurig. Ich gehe jetzt ins Bett und weine leise in mein Kissen.

Oder spiele Guild Wars Nightfall. Das ist nämlich überraschend gut.

Zufallsbekanntschaft

Im Moment bin ich froh, doch noch einen Windows-PC zu haben. Denn ich bin über FastCrawl gestolpert, eine Art Mini-Roguelike mit Grafik und Sound, oh my! Und es rockt. Wer sich unter dem Begriff “Mini-Roguelike” etwas vorstellen kann, braucht nicht weiter zu lesen und sollte sich stattdessen die Demo downloaden.

In FastCrawl steuert ihr eine zu Spielbeginn zufällig ausgewürfelte Heldentruppe durch ein zufällige generiertes Dungeon, tötet zufällig platzierte Monsterhorden und sammelt zufällig generierte Schätze ein. In der untersten Etage des Dungeons sitzt irgendwo der (natürlich zufällig ausgewählte) Oberbösewicht und wartet darauf, von euch verkloppt zu werden. Das ist nach höchstens einer knappen Stunde geschafft — danach geht es wieder von vorne los, mit einer neuen Party, einem neuen Dungeon, und neuen Gegnern.

Das Regelwerk fällt im Vergleich zu einem ausgewachsenen Rollenspiel eher mickrig aus; so gibt es zum Beispiel nur zwei Charakterattribute (Angriff und Verteidigung) und zwei Magie-Schulen (Feuer und Eis, mit jeweiligen Resistenzwerten, die man durch verschiedene Ausrüstungsgegenstände erhöhen kann). Charakterklassen gibt es lediglich vier: der Krieger ist der typische “Tank” und kann auf Angriff oder Verteidigung spezialisiert werden, der Magier wirft mit Feuerbällen oder Eiszapfen um sich, der Kleriker heilt in erster Linie, kann aber durch entsprechende Spezialisierungen auch als Ersatz-Krieger oder Offensivmagier eingesetzt werden, der Dieb entschärft Fallen und knackt Schlösser. Das klingt erst einmal ziemlich simpel, doch die verschiedenen Spezialisierungsmöglichkeiten bieten einiges an taktischer Tiefe. Was gerade in höheren Schwierigkeitsgraden wichtig ist — da bekommt man nämlich gerne mal etwas bizarre Party-Konfigurationen ausgewürfelt. Ein Kleriker und drei Magier? Oh my!

Zur Belohnung für das Monsterkloppen gibt es haufenweise ph4t l3wt. Je tiefer man ins Dungeon vordringt, desto besser wird die gefundene Ausrüstung. FastCrawl ist sich nicht mal zu schade, die Namen der Gegenstände je nach Seltenheits- und Coolness-Faktor grau, grün, blau, lila und gold einzufärben — hm, das kennen wir doch irgendwo her. Daneben gibt’s natürlich auch die üblichen Mana- und Health-Tränke, Zaubersprüche und Rationspakete. Letztere sind immer gerne gesehen, weil man mit jedem Zug eine Ration verbraucht und, sollten sie jemals aufgebraucht sein, einen plötzlichen und fiesen Hungertod stirbt.

Ein verdammt cooles Spiel, das seinen Preis von knapp $20 auf jeden Fall wert ist — trotz der streckenweise schäbigen Shareware-Optik. Lieber Weihnachtsmann: lass irgendeinen Publisher das Teil kaufen und auf Xbox Live Arcade portieren. Ich will Achievements und Leaderboards!

AntiBeta-Abenteuer Folge 2: “Quenya verspätet sich”

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Liebes Tagebuch,

es dauert noch ein wenig, bis ich meine Abenteuer in Kalimdor und den Östlichen Königreichen antreten kann. Es gilt, auf einige Mitstreiter zu warten, denn schließlich kann Gesellschaft nie schaden. Um mir die Wartezeit etwas zu versüßen, möchte ich dir, liebes Tagebuch, von einem Magier der Blutelfen names Quentaris erzählen. Quentaris? Kann diese Ähnlichkeit unserer Namen ein Zufall sein? Egal, ich schweife ab.

Jedenfalls ist besagter Magier im Immersangwald nördlich der Pestländer beheimatet und hat dort schon so einiges erlebt. Er hat Manawyrms, Großkatzen und Untote gejagt, verseuchte Erdproben gesammelt, um ein Mittel gegen die Brennende Legion zu finden und er hat sich dem neu erschlossenen Berufskreis der Juwelenschleifer angeschlossen. Wo wir gerade bei den Juwelenschleifern sind: die können viele tolle Dinge anfertigen, welche das Leben eines Abenteurers enorm erleichtern. Dazu gehören neben kleinen Puppen, welche den Benutzer heilen oder ihn verstärken, nachdem man sie aufgestellt hat, auch diverse Ringe.

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Das Interessante bei den Blutelfen ist neben ihrer komischen Ohren vor allem ihre Fähigkeit, anderen Kreaturen Mana abzusaugen. Auch die Schurken unter den Blutelfen freuen sich über diese Fähigkeit. Diese könnten mit dem abgesaugten Mana zwar nichts anfangen, jedoch gelingt es den finsteren Zeitgenossen, das gestohlene Mana in Energie umzuwandeln, welche sie für ihre verheerenden Attacken benötigen! Gleiches gilt, so habe ich mir sagen lassen, auch für die Krieger, welches es möglich ist, dadurch mehr Wut zu erlangen. Blutelfen sind schon ein faszinierendes Volk. Seltsamerweise gibt es nur sehr wenige männliche Exemplare…

Worum ich die Langohren allerdings am meisten beneide, ist neben ihrer gigantischen Hauptstadt Silbermond, einer magischen Metropole, die Ihresgleichen sucht, der Immersangwald. Bäume mit roten und goldenen Blättern, hohe Wasserfälle unzählige kleine Siedlungen am Wegesrand. Herrlich anzusehen!

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Liebes Tagebuch, ich hoffe, dass ich bald in die Welt ziehen kann. Es gibt noch viel zu erledigen da draußen!

Mit diesen Worten, liebes Tagebuch, möchte ich den heutigen Tag abschließen.

Bis morgen,
deine Quenya

Blick zurück im Frust

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In einem Anfall von Wahnsinn habe ich gestern nochmal Gothic 2 inklusive Erweiterung installiert. Der aktuelle Teil würde meinen Rechner sowieso zum schmelzen bringen, und irgendwie konnte ich mich noch düster daran erinnern, dass ich das Spiel eh nicht besonders mochte. Aber ich will ja einem so hoch gelobten Spiel nicht Unrecht tun und habe ihm deshalb noch eine zweite Chance gegeben. Nachdem ich mir telefonisch die Bestätigung habe geben lassen, dass “nicht besonders mochte” noch sehr freundlich ausgedrückt war, habe ich dann also die komplette Gold-Edition auf die Platte geschaufelt. Kleiner Tipp für potentielle Käufer: installiert wird nicht von “Installations-CD” 1 oder 2, sondern der “Spiel-CD”. Und wenn man dann nach Installations-CD #2 gefragt wird, muss man natürlich Nummer 1 einlegen. Is klar.

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Dritter Versuch

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Ich habe gestern Gothic 3 gekauft und weiß nicht so genau warum. Schließlich habe ich mit den ersten beiden Teilen keinen großen Spaß gehabt. Woran es bei Gothic 1 lag, weiß ich schon gar nicht mehr, aber bei Gothic 2 haben mich die völlig kaputte Steuerung und das komplett nutzlose Interface so lange genervt, bin ich das Spiel irgendwann in die Ecke gepfeffert habe. Auch ein zweiter Versuch, ein paar Wochen später, hat damals die gleichen Ergebnisse produziert.

Hinzu kommt die bewiesene Unfähigkeit von Piranha Bytes ein Projekt termingerecht abzuschließen. Sowohl Gothic 1 als auch Gothic 2 hatten den Ruf total bugverseucht zu sein und mussten mit massenweise Patches geflickt werden. Schlimmer noch, einige dieser Patches waren inkompatibel zu alten Spielständen und somit eigentlich nur dann brauchbar, wenn man bereit war, wieder ganz von vorne anzufangen.

Bei Gothic 3 sieht es fast noch schlimmer aus. Die an die Presse verschickte Testversion war so unfertig, dass eine Zeitschrift sogar eine Coverstory daraus gemacht hat. Das wiederum führte dazu, dass man den ersten Goldmaster wieder zurückzog und einen neuen machte. Trotzdem tauchte gestern, passend zum Erscheinungsdatum des Spiels, der erste Patch auf. Alles ganz, ganz schlechte Zeichen.

Aber ich habe es trotzdem gekauft. Vielleicht weil es Herbst ist und ich ein Rollenspiel anfangen will. Vielleicht weil die Packung überraschend stilsicher gemacht war. Keine Ahnung. Ich habe mich bei Saturn davor gestellt, um zu sehen was passiert und dann habe ich es halt mitgenommen. Vorher habe ich aber noch eine Weile zwischen der normalen Version und der Collector’s Edition geschwankt. Am Ende habe ich mich aber für die normale Version entschieden. Irgendwie schien mir die CE zu dünn ausgestattet. Die Stoffkarte ist schon prima, und so ein Artbook auch immer ganz nett, aber das Amulett ist ehrlich gesagt ziemlich hässlich und eine Making-Of DVD ist für mich auch kein Kaufgrund. Wenn sie den Soundtrack reingepackt hätte, dann wäre das was anderes gewesen.

Dummerweise haben sie das wohl, waren aber zu blöd es auf die Rückseite der Packung zu schreiben. Jetzt bin ich etwas angesäuert, denn das wäre mir echt die 15€ zusätzlich wert gewesen. Zumal sie für den Soundtrack alleine schon 16€ haben wollen. Na vielen Dank.

Jedenfalls habe ich es dann Zuhause installiert und musste erstmal ein verdammt schlecht gemachtes Renderintro ertragen. Das Ding wirkt so, als wäre es fünf Minuten vor dem Goldmaster vom Praktikanten erstellt worden. “Mist, da war doch noch was! Klaus, komm mal her!”. Als nächstes musste ich eine verdammt lange Ladezeit ertragen. Aber dann die erste Überraschung: Trotz aller Unkenrufe bezüglich der angeblich unendlich hohen Hardwareanforderungen läuft das Spiel bei mir butterweich. Obwohl ich alle Regler ganz nach rechts geschoben habe. Nicht schlecht.

Leider ist das Spiel trotzdem nicht sonderlich schön. Irgendwie wirken alle Texturen ein bisschen verschwommen, es gibt massenweise fieses Pop-up, der Horizont ist total kaputt und auch das Art Design haut mich nicht vom Hocker. Gerade die Personen wirken alle ziemlich grobschlächtig und dezent entstellt.

Dann aber die zweite Überraschung. Sie haben die Steuerung repariert! Wurde auch Zeit. Somit habe ich mich sofort in meiner neuen Haut wohl gefühlt, einen Haufen Orks geplättet, ein ganzes Dorf gelootet, ein paar Heiltranks gecraftet und ein paar schlecht geschriebene Dialoge hinter mich gebracht.

War alles ganz locker-flockig irgendwie. Ganz anders als ich das von der Serie bisher gewohnt war. Ich habe noch nicht richtig viel gespielt, aber ich freue mich schon aufs Wochenende, wenn ich mehr Zeit dafür habe.

Wer weiß, vielleicht werden wir ja doch noch Freunde, der Gothic und ich.

AntiBeta-Abenteuer Folge 1: “Aller Anfang ist schwer”

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Liebes Tagebuch,

ich bin traurig. Traurig, weil ich mir für den heutigen Abend viel vorgenommen, jedoch nichts erreicht habe. Schuld daran ist der schreckliche “Blizzard Downloader”. Was für ein übler Bösewicht! Anstatt auf die Jagd nach Manawürmern und anderem Getier zu gehen, vegetiere ich nun schon eine - mir ewig scheinende - Zeit des Wartens vor mich hin und träume von den wundervollen Stunden, in denen ich wieder durch Azeroth ziehen werde. Doch sollte Geduld nicht zu den höchsten Tugenden eines jeden Helden in der Welt von Warcraft gehören? Ja! Mal sehen, was der nächste Tag so mit sich bringt.

Mit diesen Worten, liebes Tagebuch, möchte ich den heutigen Tag abschließen.

Bis morgen,
deine Quenya

Quenya kommt!!1

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Für alle, die sich fragen, wer der komische Typ ist, der die Zeilen geschrieben hat, welche ihr eben lest: ich bin Michl und ja, ich lebe noch. Nach über einem Jahr der Schreibfaulheit melde ich mich hiermit offiziell zurück; und zwar so unfassbar aktuell und spektakulär, dass… da fällt mir jetzt echt nix mehr zu ein!

Schön und gut, aber wer oder was zur Hölle ist Quenya? Quenya ist meine Draenei-Priesterin, welche ab dem heutigen Abend auf die Betawelt von Warcraft losgelassen wird. Das möchte ich der Antination selbstverständlich nicht vorenthalten und habe der guten Quenya den Auftrag gegeben, immer schön Tagebuch zu führen… heute Abend dazu mehr, wenn ich endlich den 2GB dicken Beta-Client auf dem heimischen Rechner installiert habe.