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Die runden Ecken sind ganz nett.

Seit Anfang der Woche könnt Ihr das neue gamestar.de bestaunen. Was es alles neues gibt, führt Christian in diesem “Special Report” auf.

Dass wir hier alle keine Dauerbesucher auf gamestar.de sind, dürfte niemanden überraschen; aber zumindest auf technischer Ebene war sie in meinen Augen immer noch ein Positiv-Beispiel unter den deutschen Spielesites. Während die Entwickler-Teams fast aller anderen deutschsprachigen Spielemagazine immer noch auf die Amazon-Lieferung ihrer ersten CSS-Bücher zu warten schienen, bewegte sich gamestar.de in zumindest halbwegs modernen Gefilden. Dazu ein verhältnismäßig sauberes, beinahe erwachsenes Design, das sogar mit nervigen Flash-Popups nicht ansatzweise so nervig rüber kam wie die grauenvollen Tabellenorgien der Konkurrenz.

Aber das ist jetzt alles anders. Bei IDG muss man zielgerichtet überlegt haben, wie man die Site bewusst schlechter machen kann — anders kann ich mir das nicht erklären. Hier die meiner Meinung nach schlimmsten Verbrechen an Augen und Hirn des Besuchers:

Die neue Version der Site ist geradezu irrwitzig überladen. Dass man auf der Startseite von Bergen an Kästchen und Tabellen erschlagen wird, sollte man ja von (deutschen) Spielesites beinahe schon gewöhnt sein, und irgendwie passt es ja auch zu den Spielekomponentenanalyserechtecken im Heft. Richtig schlimm wird es aber auf Unterseiten, wo die aufgerufene Information nicht selten von so viel Kästchen und Tabellen bedrängt wird, dass man ihr am liebsten eine Tränengas-Dose zur Selbstverteidigung in die Hand drücken möchte.

Zu allem Überfluss präsentieren besagte Kästchen und Tabellen oft auch noch völlig irrelevante Informationen, wie z.B. die letzten Begriffe, nach denen von anderen Usern gesucht wurden (wow!), oder vollkommen zusammenhangslos präsentierte Tag Clouds (“Spiele Termin Ubisoft USK Verkauf Video”, yeah).

Und wenn ich etwas hasse, dann gut sichtbare Faulheit. Auf (deutschen) Spielesites macht sich das oft in Form vorzeitig abgehackter Teaser-Texte bemerkbar. Da stehen dann so Sachen wie “Jetzt neu: tolle Sc…”. Und vom User wird erwartet, dass er drauf klickt, um mehr zu erfahren. Ne, sowas geht auch intelligenter, Leute.

Ich könnte jetzt noch total viel über eine wirklich mies wirkende technische Umsetzung, bergeweise fehlerhafte Seiten, kaputte RSS-Feeds, Sicherheitslöcher, die sagenhaft schreckliche neue Navigation und noch so einiges andere lamentieren, aber das erspare ich euch. Lasst mich stattdessen ein wenig über die unfreiwillig komische “2.0ifizierung” der Site meckern. Denn… neben besagten Tag Clouds gibt es jetzt auch eine Blog-Funktion für die User. Oh mein Gott! Blogs!

Blogs!

Bei IDG muss jemand eines Tages also gesagt haben: “Scheiße! Da draußen ist gerade was ganz groß im Kommen!” — “Oh, was denn?” — “Diese ‘Weblogs’!” — “Stimmt, stand auch in der letzten Tomorrow!” — “Und beim DLD sagten sie ja auch, User Generated Content sei jetzt total angesagt!” — “Richtig!” — “Wir brauchen Blogs, Blogs, Blogs! Was gibt’s noch aus der Ecke?” — “…Tag Clouds?” — “Und Tag Clouds!”

Da ist also dieser Verlag, der eigentlich über die nötigen Ressourcen verfügen sollte, um etwas richtig wunderbar Cooles und Neues zu bauen. Seit Monaten (Jahren?) siechen ihm die Print-Leser davon, also überlegt er sehr, sehr ausgiebig, wie er sein Online-Angebot ausbauen und für die düstere Zukunft rüsten kann — möglicherweise hängt davon ja die Rettung des eigenen Hinterns ab — und das ist das beste, was den Jungs einfällt?

srsly.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass mir durchaus bewusst ist (nicht zuletzt aus eigener Erfahrung), dass gerade Projekte dieser Größenordnung am Ende nicht immer so rauskommen, wie sie ursprünglich geplant waren. Wenn nur noch auf Basis vermutlich busgroßer Pflichtenhefte entwickelt wird, gehen hier und da schnell die feineren Punkte verloren. Ich bin mir (trotz des angenehmen Kribbelns in meinem Bauch, wenn ich es mir vorstelle) sicher, dass weder bei IDG noch bei den beteiligten Agenturen nbsp und Studio Balboa Leute sitzen, die das Medium Web einfach grundlegend missverstehen.

Was ist also passiert?

Update: bevor ihr mich beschimpft, lest bitte noch das hier. Danke!

40 Kommentare Autor: Hendrik
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Peng, du bist tot

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Ich habe inzwischen etwas Erfahrung mit Computer- und Videospielen und bin mir ziemlich sicher, das sie für bestimmte Leute nicht nur positive Auswirkungen haben können. Ich bin mir aber auch sicher, das sie nicht für Amokläufe, gewalttätige und drogensüchtige Jugendlicher oder das fürchterliche deutsche Abschneiden in den PISA-Studien verantwortlich zu machen sind.

Computer- und Videospiele werden hierzulande (und damit meine ich Deutschland) so streng kontrolliert wie kein einziges anderes Medienprodukt oder Spielzeug und ja, meine geneigten Leser: Das schließt die beliebten Erzeugnisse der Hardcorepornographie ausdrücklich ein.

Worüber ich mir übrigens außerdem sicher bin: Noch nie hat jemand mit Doom 3 in der Hand eine Tankstelle überfallen. Noch nie ist jemand versehentlich von Polizisten erlegt worden, weil sie die Call of Duty 2 Packung in der Hand eines irgendwie zwiespältig wirkenden Jugendlichen für eine scharfe Faustfeuerwaffe oder vielleicht eine Pershing II Mittelstreckenrakete gehalten haben.

“Für mich war das eine tödliche Bedrohung mit einem Killerspiel. Ich musste abdrücken.”

Etwas bizarr, nicht wahr? Wäre ja auch schlimm, wenn unsere Polizei so blöd wäre – ist sie aber nicht, glücklicherweise. Wenn diese völlig an den Haaren herbeigezogene Bedrohungslage wirklich so real wäre, dann würde man solche Produkte ja auch wirklich für extrem gefährlich halten und vermutlich sofort verbieten.

Sollte man glauben. Ist aber nicht so.

Es ist dagegen völlig legal und absolut problemlos möglich, täuschend echt wirkende Nachbildungen von tödlichen Waffen zu kaufen – ich rede hier nicht einmal von Soft Air Waffen, sondern von Kinderspielzeug. Die Glock für den Nachwuchs, die Beretta für den Kindergarten, der Peacemaker zur Einschulung. Aus schlagfestem Plastik, klar. Aber genauso schwarz wie das Original und auch genauso groß. Man erkennt an der Naht der Plastikgußform, das man von dem Ding da vor sich keine Angst haben muss. Nur ganz genau hinschauen und Bescheid wissen, nun, das sollte man. Wie, ihr hättet trotzdem Angst davor? Ihr würdet als Polizist wohl auch zur Sicherheit mit der eigenen garantiert echten Knarre Klarheit schaffen, wenn ihr sowas im Einsatz seht? Oder eventuell vielleicht auch ein etwas mulmiges Gefühl bekommen, wenn die lieben kleinen mit so etwas auf der Straße herumflitzen und den jugendlichen Guerillakrieg proben? Sowas sollte verboten werden. Oder?

Nö, wird nicht verboten.

Weil das die Wirtschaft gar nicht gern sehen würde. Das (relativ) billige Plastikzeug aus Fernost verkauft sich nämlich echt gut, müsst ihr wissen. Kriegswaffen darf man übrigens nicht nachbilden, ist ja alles schon streng eingeschränkt, die meisten Überfälle werden ja bekanntlich nicht mit Pistolen, sondern mit Sturmgewehren, MGs und Panzerfäusten gemacht, da kann es keine Verwechslungen mehr geben. Herr Beckstein und seine Freunde können sich damit eh nicht recht profilieren. Haben wir doch alle mal gemacht, Räuber und Gendarm spielen. Kennt ihr doch, liebe Wähler. Ein Verbot? Noch mehr Einschränkungen, damit die Dinger vielleicht nicht genauso aussehen wie diese ungesunden, schweren Teile aus Metall? Sollten die vielleicht nur in, nun ja – vielleicht in bunt auf dem Markt kommen dürfen? Och ne, damit kann man bestimmt auf keinen Fall genauso gut spielen.

Verbieten wir doch lieber andere Sachen. Solche die in bestimmten Kreisen beliebt sind, mit denen wir keine Wahlen gewinnen und mit denen wir eh kaum etwas anzufangen wissen. Was machen die den ganzen Tag? Killerspiele spielen, Gangstermusik hören, nutzlos sein, weite Hosen tragen, gewalttätig werden, dem Staat auf der Tasche liegen. Wenn von denen mal einer Amok läuft, wissen wir ja, woran es liegt, klar? Klar. Verbote müssen her. Wie, durch den Plastikkram werden zigtausend Verbrechen verübt, vom bloßen Überfall über üble Misshandlungen unter vorgehaltener “Waffe” bis zu tragischen Irrtümern mit Todesfolge, wenn das Imitat wieder mal zu echt war? Traurige Einzelfälle, die nicht zu verhindern waren.

Die Gesellschaft muss eben geschützt werden, hab ich gehört. Wenn ich mal groß bin, verbiet’ ich Dummheit.

(Dieser Beitrag ist bereits auf meinem eigenen Weblog erschienen)

32 Kommentare Autor: Denis
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Lair hat es schwair

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Aua. Das muss weh tun. Vor kurzem war Lair noch eines der meisterwarteten Spiele des Jahres, ein ganz wichtiger Titel für die PS3 und das erstes Spiel von Factor 5 seit vier Jahren, und kaum ist es raus, wird es der Prügelknabe der Stunde.

“Whatever you want from this game, it will proudly and haughtily give you the opposite. It’s almost as if the game has some kind of deep-seated hatred for gamers and its opportunity to wreak unholy vengeance on all of us has finally arrived.”

Gamespy vergibt erbärmliche 1,5 Sterne und nennt das Spiel “ein Verbrechen gegen die Videospielgemeinschaft”. Greg Miller von IGN findet dafür nicht mehr als 4,9 Punkte und fragt sich, ob nicht Lucifer persönlich dieses Spiel auf die Blu-Ray Disk grepresst hat. Gamespot hat 4,5 Punkte für Lair übrig und macht gleich mit dem ersten Satz klar: “Sie sollten Lair nicht spielen.” Selbst das offizielle englische Playstation Magazin traut sich nicht mehr als 60 Punkte zu verteilen. Ein Metascore von 55 und ein Diss auf Penny-Arcade sprechen für sich: Lair ist ein Desaster.

“You might think I’m being too hard on Lair, but if you do, you clearly haven’t played this game.”

Armes Sony. Da freut man sich endlich mal über einen ordentlichen Exlusivtitel und dann man muss man gleich wieder das Schadensbegrenzungsspiel spielen. Dave Karraker von SCEA versucht es so:

“At the end of the day, I’ll be interested in the consumers’ response, because the consumer awareness for this title was so huge. I’ve spoken to any number of people who really like it, and there’s other people that find it a challenge. What really matters is whether or not the consumers are having a good experience, because they’ll tell us on the blog.”

Na wenn Dave Karraker ein paar Leute kennt, die Lair mögen, dann kann es ja nicht schlecht sein, oder? Sag mal Dave, die Leute heißen nicht vielleicht Ken oder Julian mit Vornamen, oder? Aber stimmt schon, am Ende zählt ob die Spieler das Spiel mögen. Wenn die Steuerung so schlecht ist wie alle sagen, werden die zwar kaum über das Tutorial hinaus kommen, aber hey, das Intro ist mehrere Minuten lang und soll richtig geil sein! Ich wette das werden sie euch dann auch über das Playstation Blog mitteilen. Zu dumm, dass es nahezu völlig frei von Beiträgen über Lair ist. Absicht? Auch mit dem Poll auf der rechten Seite kommt man nicht sonderlich weit. Wer es irgendwie schafft mit Hilfe der Antworten “Piano Black”, “Ice Silver”, “Ceramic White” die Qualität von Lair an Sony zu kommunizieren, der möge sich mal bitte melden.

Auch Julian Eggebrecht von Lair versucht die Problem des Spiels wegzureden:

“The Sixaxis motion control itself feels a lot more organic and free-form than the rigid controls of other flight games and does much better for casual players, as we saw in focus tests. It does seem to alienate some reviewers who are at the top of the hardcore crowd and seem to have a passionate hate for all things motion.”

Ach so ist das. Für solche Hardcore-Spieler haben die Lair gar nicht gemacht! Das ist eher so für die Casual-Games-Omi entwickelt worden. Macht auch Sinn. Wenn ich mir überlege was für ein Spiel so ein Casual-Gamer gerne haben möchte, dann fällt mir auch immer zuerst ein episches Fantasy-Action-Spiel mit Drachen ein! Mit der PS3 habt ihr da auch exakt die richtige Plattform gewählt, denn nichts riecht mehr nach “Casual” als ein schwarzer Kasten vom Preis und der Größe eines Liebherr T282. (“That’s not a moon…”)

Klar, die gleichen Bewegungs-hassenden-Hardcore-Reviewer haben Metroid Prime Corruption gerade einen Metascore von 91 Punkte verpasst, aber Ausnahmen bestätigen halt die Regel. Gell, Julian? Obwohl, vielleicht hat er bereits gemerkt, dass die Ausrede nicht ganz passt, denn inzwischen hat Herr Eggebrecht noch einen besseren Grund gefunden, warum Lair so scheiße geworden ist.

Geister.

“I am not a believer in ghosts, but this one was haunted.”

Mehr muss man dazu wohl nicht sagen.

44 Kommentare Autor: Richard
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Doof-us

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Als Blogbetreiber kriegt man man ja eine ganze Menge von E-Mails. Wir haben hier Anfragen für Interviews, Job-Offerten, Angebote für Fotoshoots(!) und natürlich jede Menge Werbemails von Firmen, die irgendwie hoffen, dass ihr Spiel vielleicht mal einen Beitrag wert sein könnte.

Die meisten davon sind recht harmlos, manche der Angebote nehmen wieder sogar an. (Ich war letztens im Radio und Hendrik weigert sich immer noch, mir die Fotos von sich zu zeigen.) Häufig sind die Werbe-Mails allerdings erschreckend dilletantisch formuliert. Heute ist wieder mal eine Mail von genau dieser Sorte in den Briefkasten geflattert und ich dachte mir, ich beantworte sie mal in aller Öffentlichkeit. Zu Erziehungszwecken quasi.

Hallo Richard,

Hallo drittklassige PR-Person!

Ich habe soeben Ihren Blog Antigames.de besucht.

Das ist super! Vielen Dank für dem Besuch von meines Blog Antigames.de! Anscheinend haben Sie auch babelfish.altavista.com besucht, eine Seite mit der man ja ebenfalls viel Spaß haben kann.

Die dort angesprochenen Themen stimmen gut mit unseren Schwerpunkten überein.

Es ist gut zu wissen, dass Sie auch bei sich viel Wert auf Dinosaurier und das Dissen der Gamestar legen. Auch schön, dass Sie – anders als so manche unserer Leser – keine panische Angst vor Plastikgitarren haben. Vielleicht können wir nach dem Release von Rock Band ja mal zusammen ein paar Songs spielen. Aber nur, wenn Sie singen. Gregor nimmt schon die Drums und ich spiele Gitarre.

Ich bin der Verantwortliche für Kommunikation bei Ankama Games, einer Firma, die ein kostenloses Online-Computerspiel (ou Online-Videospiel) betreibt.

Ou! Also haben Sie bei Babelfish anscheinend die Option “Französisch nach Deutsch” gewählt. Übrigens: Sehr nett, mich daran zu erinnern, dass “Computerspiel” ein Synonym für “Videospiel” ist. Das vergesse ich nämlich ständig. Man merkt echt, dass Ihre Firma für den Bereich “Kommunikation” nur Verantwortliche einstellt, die sich echt damit auskennen.

Dieses Spiel wurde ausschließlich in Flash programmiert und lässt sich problemlos unter Windows, Mac und Linux spielen. Derzeit spielen bereits mehr als Millionen Spieler weltweit dieses Spiel mit großer Begeisterung.

Ausschließlich in Flash! Respekt. Das gibt es ja eher selten. Da steigt mein Interesse gleich. Vor allem weil ja Sie offensichtlich schon mehr als Dreißig Trilliarden-Billionen Hits auf Ihrer Webseite begeisterte Spieler haben!

Wir möchten nun ebenfalls mit Bloggern aus diesem Bereich Kontakt aufnehmen, da wir der Ansicht sind, dass es wichtig ist auch Ihre Meinung und Ihre Kommentare über die Welt der Computerspiele zu hören.

Aus welchem Bereich? Flash? Mac? Linux? Das ist jetzt eher nicht unser Fachgebiet. Oder hat Ihr Spiel vielleicht Dinosaurier? Dann wäre meine Meinung nämlich, dass es total rockt! Meine Kommentare über die Welt der Computerspiele können Sie allerdings auch auf meiner Blog lesen, ohne mich anzuschreiben. Aber weil es Ihnen so wichtig ist, hier eine kurze Zusammenfassung meiner hochqualifizierten Meinung:

- Es gibt zu wenig Dinosaurier in Spielen.
- Es gibt zu viel Gewalt in Videospielen.
- Ich kann Innenminister nicht ausstehen.
- Es gibt zu viele Spiele von EA.
- Es gibt nicht genug Spiele von Tim Schafer.
- Ich will mehr Videos mit Jade Raymond drin.
- Die Gamestar hat doofe Ohren.
- Ich habe immer Recht.

Ich hoffe das hilft Ihnen.

Wenn Sie Interesse an weiteren Informationen über unser Spiel haben solltet, so schicken Sie uns einfach eine E-Mail (mit dem Betreff:

“Informationen für Blogs”) mit Ihrem Namen, Vornamen der URL Ihres Blogs und Ihrer Postadresse zu. Wir werden Ihnen dann so bald wie möglich unser Pressematerial, unsere Pressemitteilungen sowie einige Goodies für Ihren Blog zukommen lassen.

Goodies! Cool. Da werde ich sofort loslegen und (Ihnen eine Mail

schreiben. Wobei, da fällt) mir auf: Ich weiß den Vornamen der URL meines Blogs nicht! Was mache ich denn jetzt? Ich schätze da habe ich Pech gehabt. Och schade, ich hatte mich schon so sehr auf Ihre Pressemitteilungen gefreut.

Wir freuen uns über jede Form von Kommentar oder Verbesserungsvorschlägen und werden auf diese so schnell wie möglich eingehen.

Okay, dann habe ich hier den ersten Verbesserungsvorschlag: Wenn Sie schon unbedingt ihr dämliches Flashspielchen mit nervigen Spam-Mails ahnungslosen Blogbesitzern unterschieben wollen, dann wäre es super wenn sie irgendwo in Ihrer E-Mail DEN NAMEN DES SPIELS ERWÄHNEN WÜRDEN. Oh, und ich würde den Verantwortlichen für die Kommunikation feuern mal auf eine Schulung schicken. Könnte helfen.

Ich habe mit der Magie von Google übrigens nachgeschaut, wie ihr Spiel heisst. Ich muss sagen, der Name ist recht passend.

Mit freundlichen Grüßen,

Mit freundlichen Grüßen,

46 Kommentare Autor: Richard
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Zerplatzt ihre Gegner!

Urban Rivals2
Wer sich immer schon gewundert hat, wo denn Erkan und Stefan geblieben sind und was sie jetzt machen: Die Antwort findet sich im Netz. Genauer gesagt, bei Urban Rivals, einem in ihrem unverkennbaren Spiel übersetzten virtuellen Sammelkartenspiel. Also los, bringt ihre Figuren zur Entwicklung!

34 Kommentare Autor: Denis
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Aus alt mach HD

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Erinnert sich noch jemand an Dragon’s Lair? So wie ich unsere Leser kenne lautet die Antwort wahrscheinlich zu 90% “aber klar”. Genauer gesagt hätte ich fragen sollen ob sich noch jemand daran erinnert, wie entsetzlich schlecht Dragon’s Lair war. Das Ergebnis wäre aber wohl ähnlich ausgefallen. Für die beiden Jungspunde im Publikum: Dragon’s Lair, ebenso wie die direkt Fortsetzung und das Weltraum-Abenteuer Space Ace, waren frühe Versuche im Genre der interaktiven Filme. Von Laserdisc wurde ein Trickfilm abgespult, und der Spieler drückte im richtigen Moment die richtige Taste, um nicht schon wieder einen grässlichen Tod zu sterben.

Das lief dann in etwa so ab: Dirk the Daring steht in einem Gang. Eine Fallgrube öffnet sich unter ihm. Bitte Münze nachwerfen. Zweiter Versuch: Dirk the Daring steht in einem Gang. Der Spieler drückt nach links. Eine Fallgrube öffnet sich unter ihm. Bitte Münze nachwerfen. Versuche drei bis fünf: Der Spieler probiert alle möglichen Richtungen aus und findet durch Zufall die richtige. In einer kurzen Filmsequenz hüpft Dirk über die Grube. Sofort erscheint die nächste Todesfalle und der “Spass” geht von vorne los. Ausserdem gab es da noch extrem primitive Minispiele, die zumindest auf dem C64 ziemlich frustrierend ausfielen.

Der einzige, und ich meine der wirklich einzige Grund, weswegen die Leute damals vor dem Automaten Schlange standen, war die absolut bombastische Grafik. Kein Wunder, das Spiel wurde ja schliesslich komplett von einem Riesendatenträger abgespult. Daher wundert es etwas, dass Digital Leisure für diese “completely arcade authentic HD version” auf dem PC nicht nur unverschämte $50 verlangen, sondern das Spiel Machwerk und seine Ableger demnächst auch noch auf der PS3 veröffentlichen wollen. Ich gehe davon aus, dass sich Don Bluth und seine Spiessgesellen im Audiokommentar wortreich für Dragon’s Lair entschuldigen.

41 Kommentare Autor: Stefan
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This is Werbung

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Kann mir mal jemand erklären, was Sony sich bei der europäischen Werbekampagne für die PS3 gedacht hat? Was in aller Welt hat der Spruch “This is living” mit Videospielen zu tun? Oder zumindest mit Unterhaltungselektronik? Und warum ist das irgendwie in einem Schriftsatz geschrieben, der so aussieht als wäre den 50er Jahren nur knapp entkommen? Meistens kann man bei völlig mißglückten Kampagnen immerhin noch nachvollziehen, was sie sich dabei gedacht haben, egal wie falsch gedacht es am Ende war. Aber “This is living”? Ganz ehrlich, ich weiß nicht was sie da von uns wollen.

Am besten sind aber die Werbespots der Kampagne, deren Hauptaufgabe darin zu bestehen scheint, uns so sehr zu verwirren, dass wir aus Versehen eine Playstation 3 kaufen, obwohl wir eigentlich nur einen neuen Toaster wollten.

Das Grundkonzept scheint so festgelegt worden zu sein:
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53 Kommentare Autor: Richard
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Sagt ein Sündenbock zum anderen: “Du bist schuld!”

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Der Bundesverband der Entwickler von Computerspielen, abgekürzt (festhalten!) “G.A.M.E”, hat sich zu dem Amoklauf in Emsdetten geäußert und damit meisterhaft bewiesen, warum Spiele in Deutschland keine Lobby haben.

Aber arbeiten wir uns mal systematisch durch. Zunächst mal macht der “G.A.M.E.” (kicher!) ganz deutlich klar, dass er nur eine Minderheit der deutschen Entwickler repräsentiert.

Wir vertreten über 40 Produzenten und Dienstleister im deutschsprachigen Raum.

Sehr geschickt, so nimmt man sich gleich das Mandat und stellt klar, dass man nicht mit Autorität für die Branche reden kann.

Edit: Ich hatte zuerst 40% der Produzenten gelesen, in Wirklichkeit sind es “40 Produzenten”. Ich weiß nicht, was das jetzt für einen Prozentsatz ergibt, jedenfalls muss ich die Kritik natürlich zurückziehen. Sorry.

Nach dem üblichen Verteilen von ein bisschen mehr oder weniger ernst gemeinter Anteilnahme (und wir wollen hier mal wohlwollend davon ausgehen dass sie ernst gemeint ist) fühlt man sich verpflichtet mitzuteilen, dass viele Videospielentwickler nicht als Waisen aufgewachsen sind (“wir haben Familie!”) und dass manche es sogar geschafft haben ihre Gene weiterzureichen (“viele von uns sind Väter, Mütter”). Wer derartige Selbstverständlichkeiten als wichtige Tatsachen in die Welt hinausposaunen muss, der macht klar, dass er das aus irgendwelchen Gründen eben nicht für selbstverständlich, sondern irgendwie für eine besondere und ungewöhnliche Leistung hält.

Dann wendet man sich “energisch” (also mit ein paar leeren Worthülsen) gegen die Kriminalisierung des Berufsstandes Videospielentwickler und des Mediums Videospiele. Soweit in Ordnung. Was sollen sie auch sonst sagen?

Als nächstes weist man strikt jede Schuld von sich:

Computer- und Videospiele sind nicht die Ursache für diese Tat.

Belegt wird diese klare Aussage mit, äh, gar nichts. Außer vielleicht mit einem vagen Hinweis auf “viele aktuelle Aussagen von Experten”. Auf welche, na ja, das wird nicht gesagt. Dadurch setzt man sich äußert geschickt dem Verdacht aus, dass es in Wirklichkeit nur wenige Aussagen gibt und dass diese im Zweifelsfall nicht von Experten stammen.

Der Verdacht wäre falsch, aber woher soll der unbedarfte aber skeptische Leser das wissen? Kann es so schwer sein, im richtigen Moment mal den Namen von ein, zwei Professoren fallen zu lassen? Guckt mal das Heute Journal, die kriegen das auch hin.

Na gut, als nächstes dann der Hinweis auf Deutschlands tolles Jugendschutzsystem an dem man aktiv mitarbeitet. Das stimmt natürlich. Da kann ich jetzt gar nichts Schnippisches zu sagen. Mist.

Der nächste Absatz bietet aber wieder viele Möglichkeiten. Zunächst mal kommt die Feststellung:

Computerspieler sind keine Randgruppe.

Das ist an sich richtig. Wir Spieler sind eine so große Gruppe, dass wir eigentlich ein denkbar schlechtes Ziel für Diskriminierung abgeben sollten. Dummerweise sind wir völlig unorganisiert und werden, wenn überhaupt, von Organisationen wie dem “G.A.M.E.” (Augenroll) vertreten, die an Zahn- und Hilflosigkeit kaum zu überbieten sind.

Gespielt wird in jeder Bevölkerungsgruppe. Computerspiele begeistern das sechsjährige Mädchen ebenso, wie den 40-jährigen Politiker, die Sekretärin oder einen 70 Jahre alten Rentner.

Wer ernsthaft glaubt, dass ein 40-jähriger Politiker und ein 70-jähriger Rentner von Videospielen genauso begeistert sind, wie ein 6-jähriges Mädchen, der ist nicht nur naiv, der ist schlichtweg dumm.

Wir sind inzwischen soweit, dass 6-jährige Mädchen tatsächlich häufig schon von Videospielen begeistert sind. (Laut einer Liste eines amerikanischen Einzelhandelsverbandes taucht sowohl das Nintendo DS als auch die Playstation 3 in den Top 10 der Liste von häufigsten Weihnachtswünschen von Mädchen auf.) Das ist ein großer Sieg. Wer aber mal versucht hat, seinem Opa auch nur das Konzept eines Videospiels zu erklären, der wird wissen dass die Lage auf der anderen Seite des Alterspektrums völlig anders aussieht. Ausnahmen mögen die Regel bestätigen, aber auch diese Ausnahmen sind selten. Dass 40-jährige Politiker selten Videospiele spielen, kann man im übrigen im Moment ganz gut der Presse entnehmen. Schaut mal rein, lieber Bundesverband.

Schnell werden vom “G.A.M.E.” (ihr wisst schon…) noch die Eltern in die Pflicht genommen (nicht falsch, aber auch keine sonderlich frische Idee) und dann fängt die Suche nach der wahren Ursache für den Amoklauf an.

Was ist die Antwort des “G.A.M.E.”? Wird das soziale Umfeld des Täters analysiert, sein Brief, seine Einsamkeit, seine Perspektivlosigkeit? Fragt man sich, warum niemand in der Lage war seine Probleme zu erkennen, oder gar seine Hilferufe zu hören?

Ach Quatsch. Man macht einfach das gleiche wie die Politiker und sucht sich einen eigenen Sündenbock. Für den “G.A.M.E.” sind nämlich die Waffen schuld!

Äh, wir waren es nicht! Der war’s!

Wie die Kindergartenkinder. Ich weiß nicht genau wie das funktionieren soll (vielleicht haben die Waffen ja nachts unter seinem Bett gelegen und ihm zugeflüstert “Du musst töööööten!”), aber ist ja auch egal. Hauptsache jemand anders ist schuld.

Fähigkeit zur Selbstkritik? Fehlanzeige. Konstruktive Hinweise auf echte Ursachen? Fehlanzeige.

Jeder der auf Spielerseite hingeht und mit dem Finger auf die Waffen zeigt, macht sich in meinen Augen lächerlich. Wenn Waffen die Ursache für den Amoklauf sein können, dann können es nämlich auch Spiele sein.

Wer selbst Sündeböcke sucht, der darf sich nicht beschweren, wenn er plötzlich einer ist.

Klar, eine Waffe ist etwas anderes als ein Videospiel. Letzteres ist ein Kulturgut und am Ende des Tages ist eine Waffe immer noch ein Gerät, das speziell zum Töten entwickelt wurde. Klar, er hätte die Waffen nie haben dürfen, aber man kann auch mit einem Küchenmesser Amok laufen. Die Frage ist doch, warum er überhaupt die Waffen haben wollte.

Der Frage will man beim “G.A.M.E.” aber lieber aus dem Weg gehen. Hauptsache jemand anders ist schuld. Wisst ihr was? Ich wette die würden sich mit Herrn Beckstein prima verstehen.

73 Kommentare Autor: Richard
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Olympwas?

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Ich habe heute morgen verschlafen. Nichts dramatisches, nur 15 Minuten oder so, aber lang genug um vor der Wahl zu stehen, ob ich mich duschen will oder den Zug noch bekommen möchte. Aus offensichtlichen Gründen habe ich mich fürs Duschen entschieden.

Der ICE nach Mannheim fährt übrigens nur jede Stunde einmal, was mir wiederum nicht nur Zeit zum Duschen, sondern auch für ein reichhaltiges Frühstück gelassen hat. Falls es euch interessiert: bei mir besteht ein reichhaltiges Frühstück aus einer Tasse Tee (Earl Grey, heiß!) und dem Tutorial zu Medieval 2.

Dazu (also zu Medieval 2, nicht dem Tee) gibt es erstmal zwei Dinge zu sagen: Erstens, wenn die Schrift im Spiel völlig kaputt aussieht und ihre eine ATI-Karte habt, dann solltet ihr die Catalyst AI ausschalten. Das wollte ich nur kurz erwähnen, um Antigames Ruf als Deutschlands bestes Verbrauchermagazin aufrecht zu erhalten.

Zweitens: Sega hat eine seltsame Vorstellung von Stoff und von “hochwertig”. Auf der Rückseite der Collector’s Edition steht, es läge eine “hochwertige auf Stoff gedruckte Landkarte der Medieval 2: Total War-Welt” bei. Das ist glatt gelogen. Außer natürlich man meint mit “Stoff” in Wirklichkeit “Altpapier” und mit “hochwertig” in Wirklichkeit “billig in schwarz-weiß gedruckt”.

Hier übrigens noch ein Tipp für den verantwortlichen Packungsrückseitentextschreiber: Es gibt noch einen anderen und viel kürzeren Namen für die “Medieval 2: Total War-Welt”. Für gewöhnlich nennen wir die nämlich einfach “Europa”.

Ich habe jedenfalls mal den Sega Support angeschrieben, um rauszufinden wie dort diese Begriffe definiert sind.

Aber zurück zum Thema. Der Tee zum Frühstück hat nämlich dazu geführt, dass ich auf dem Weg zur U-Bahn heute ausnahmsweise schon im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte war und somit Sachen wie Werbeplakate tatsächlich wahrnehmen und verarbeiten konnte. Das ist normalerweise nicht unbedingt ein Vorteil, aber heute bin ich an was Interessantem vorbei gekommen. An der Litfassäule hing nämlich ein Werbeplakat für Pro Evolution Soccer 6.

Oder zumindest dachte ich zuerst es wäre ein Poster für PES6. Ein paar vom Tee unterstützte Aktionspotentiale später fiel mir dann allerdings auf, dass es sich dabei gar nicht um Werbung für das Spiel handelte, sondern um Werbung für eine Veranstaltung namens Olymptronica.

Ich könnte jetzt diese Veranstaltung kommentieren, welche sich als “VideoGames Show” bezeichnet (InterCapping FTW!) und als “innovative Mischung aus Neuheiten-Schau und eSport-Meisterschaft” beschrieben wird, aber das einzige was mich daran wirklich interessiert ist der Name.

Olymptronica? Echt?

Wirklich?

Olymptronica?!?

For real, homies?

Olymptronica klingt vielleicht wie eine Schreibmaschinenmarke aus den 40er Jahren, oder wie ein in den 70ern gegründeter volkseigener Betrieb zum Nachbau westlicher Halbleitertechnik, aber ganz sicher nicht wie eine Videospielveranstaltung des Jahres 2006.

Meine Güte, ich hoffe die haben niemand Geld dafür bezahlt.

Für alle die über den Namen Namen hinweg schauen können: Die “Olymptronica” (kicher!) findet am 18. und 19. November in der Jahrhunderthalle in Frankfurt statt. Eintritt ist 8€. Ich werde nicht hingehen, obwohl man Wii spielen kann und es einen Guitar Hero 2 Wettbewerb gibt.

30 Kommentare Autor: Richard
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Fussball ist unser Leben, denn König Fussball… gehört jetzt Microsoft?

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Während Nintendo auf der diesjährigen Games Convention eine peinliche Show mit Jörg “Spielepapst” Pilawa und einem ziemlich pinken DS lite ablieferte und Sony aus Arroganz (oder einfach weil sie nichts zu sagen hatten) der Veranstaltung fernblieb, zauberte der europäische Xbox-Boss Chris Lewis eine ziemlich dicke Überraschung aus dem Hut: “Microsoft owns football!” In einer Nacht- und Nebelaktion hat sich Microsoft die weltweite Exklusivität der neusten FIFA und Pro Evolution Soccer Teile für die Xbox 360 gesichert. Zwar gilt der Deal nur für ein Jahr, und bezieht sich darüber hinaus lediglich auf die Next-Generation Konsolen, aber immerhin. Fussball ist neben Autorennen der Verkaufsgarant auf dem mitteleuropäischen Spielemarkt, und zumindest Electronic Arts FIFA-Serie ist jedes Jahr auf einen Spitzenplatz in den Verkaufscharts abonniert. Microsofts Ankündigung ist daher wie ein Schlag ins Gesicht der Konkurrenz, die in Leipzig wieder einmal eindrucksvoll demonstriert hat, dass ihr Europa komplett am Arsch vorbei geht.

Alles liefe dieses Jahr so absolut perfekt für den Redmonder Konzern, wenn, ja wenn er sich nicht durch seine eigene Unfähigkeit selbst ein Bein stellen würde. Denn schon kurz nach der Konferenz gab Microsoft eine Pressemitteilung (copy&paste) raus, in der auf einmal nur noch von einer Exklusivität im Weihnachtsgeschäft die Rede war. Sollte Lewis etwa Blödsinn erzählt haben? Ein Raunen ging durch den elektronischen Blätterwald, und Fanbois aus den befeindeten Lagern rieben sich genüsslich die Hände. Entsprechend schnell war man bei Microsoft um Schadensbegrenzung bemüht (oder, wie sich Gamefront ausdrückt: “Microsofts Presseabteilung hat die Exklusivität von FIFA 07 und Pro Evolution Soccer 6 erneut ausgewürfelt”) und schob in Windeseile ein neues Schreiben (auch hier hilft copy&paste) hinterher. Natürlich gilt der Handel für ein ganzes Jahr, was denn sonst?

Inzwischen war Sony (in Gestalt ihres Sprechers Guido Alt) der Meinung, dem ärgsten Widersacher mal wieder eine Steilvorlage liefern zu müssen. Gegenüber Spiegel Online meinte der nämlich, die Sache mit dem “Fussball nur bei Microsoft” sei nicht so wörtlich zu nehmen. Schliesslich habe man ja noch die hauseigene World Tour Soccer Serie. Äh ja, das Problem ist nur, dass sich FIFA:PES:WTS grob geschätzt im Verhältnis 3000:500:1 verkaufen. Aber ein netter Gedanke. Im gleichen Artikel erfährt man übrigens, dass EA wohl aus Zeitmangel auf ein aktuelles FIFA für die PS3 verzichtet. Als ob ein Mangel an Zeit den Branchenriesen jemals davon abgehalten hätte, pünktlich zum Weihnachtsgeschäft ein neues 0X auf den Markt zu werfen. Irgendwie stelle ich mir eher vor, dass bei diesem Deal Hüte aus Geld eine wichtige Rolle gespielt haben.

Gestern ist das Drama dann in die Verlängerung gegangen. Im Gespräch mit 1up erklärte Konamis Shingo ‘Wolfsbarsch’ Takatsuka, dass er nichts von einer Exklusivität für ein Jahr wisse. Im Gegenteil, man werkele derzeit bereits mit Hochdruck an einem neuen Winning Eleven (= Pro Evolution Soccer) für Sonys segensreiche Wunderkiste. Sie werden einfach nur nicht mehr dieses Jahr damit fertig. Also ehrlich, wie werden denn bei Microsoft und Konami Verträge ausgehandelt? Per Rauchzeichen? Es würde mich nicht wundern, wenn diese Story noch ins Elfmeterschiessen geht.

Nur am Rande bemerkt: Sportspiele sind für mich das mit weitem Abstand uninteressanteste Genre, und mit Sicherheit werden auch dieses Jahr >90% aller FIFA und PES-Kopien für die PS2 verkauft werden. Eins steht bei diesem Trubel dennoch fest, so richtig ernst nimmt den hiesigen Markt keiner der grossen Drei. Sonst hätte man ein solches Possenspiel sicher nicht nötig.

15 Kommentare Autor: Stefan
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