In Deckung

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Es gibt einen Level in Call of Duty 4, der mich sehr an meinen Sommerurlaub erinnert. Man fährt mit dem Auto über einen Pass im Altai-Gebirge und wird ständig von nervigen Russen mit Kalaschnikows aufgehalten. Zugegeben, in Call of Duty 4 schießen die Russen mit den Kalaschnikows auf einen, während es die Jungs diesen Sommer bei Drohgebärden belassen haben. Außerdem kann ich mich spontan nicht an Raketen spuckende Hind-Hubschrauber erinnern.

Trotzdem, die Gegend haben sie bei Infinity Ward sehr authentisch nachgebildet.

Womit wir auch schon bei dem herausragenden Merkmal von Call of Duty 4 sind. Es zeichnet in nahezu jedem Level eine unglaublich dichte und intensive Atmosphäre. Von den Gassen einer fiktiven nahöstlichen Stadt, bis zu zentralrussischen Gebirgsdörfern fühlt sich das Spiel immer so an, als wäre man wirklich dort. Selbst wenn man wirklich schon mal dort war.

Überraschenderweise ist das Spiel damit umso besser, je weniger geschossen wird. Die SAS-Einsätze bei denen man sich im hohen Gras versteckt und an Gegnern vorbei schleicht, um dann mit dem Schalldämpfer gezielt das eine oder andere Ziel auszuschalten, sind wesentlich spannender und intensiver, als die Einsätze mit den Marines, bei denen sich zu jedem beliebigen Zeitpunkt eine grob geschätzte Summe von 500.000€ an 7,62mm Munition in der Luft befindet.

Highlight ist dabei eine Nachbildung der nuklearen Geisterstadt Prypiat, Heimat von Tschernobyl. Wer sich dabei geschickt anstellt, kommt in der ersten Hälfte der Mission vollständig ohne Feindkontakt aus, nur um dann auf einer verzweifelten Flucht durch verlassene Appartment-Gebäude einen verletzten Kollegen hinter sich herzuschleifen. Das Ganze gipfelt in einer verzweifelten Abwehrschlacht am berühmten Riesenrad der Stadt.

Großes Kino. Nur halt viel besser als Kino, weil es eben ein Videospiel ist.

Technisch weiß Call of Duty 4 dabei auch auf ganzer Linie zu überzeugen. Das Spiel läuft immer butterweich und ist sowohl völlig frei von den üblichen Texture-Pop-Problemen als auch vom übertriebenen Einsatz von Effekten wie HDR oder Normal Mapping.

Inhaltlich stellt sich das Spiel allerdings etwas fragwürdig auf. Da werden Leute im Schlaf erschossen sowie fröhlich gefoltert aggressiv verhört, nur um nach Ablauf ihres Nützlichkeitsdatums eine Kugel in den Kopf zu bekommen. Wenn das jetzt im Kontext einer düsteren Meditation über die Natur des modernen Krieges geschehen würde, wäre das durchaus in Ordnung, denn natürlich schießt ein Spezialkommando schlafenden Gegnern in den Kopf.

Leider ist Call of Duty 4 aber eher in einer Jerry Bruckheimer-Realität angesiedelt, in der männliche Männer und ihre besten Freunde höchstpersönlich nukleare Sprengköpfe zu Boden ringen, während sie mit dem linken großen Zeh 5000 kommunistisch-terroristische Soviet/Araber-Schergen („Yalla, yalla, Towarischtsch!“) umkegeln.

Klar, wer ein Call of Duty Spiel ernst nimmt, ist entweder Amerikaner oder hat es selbst entwickelt. Möglicherweise beides. Dennoch, ein leicht bitterer Beigeschmack bleibt hängen.

Was vielleicht am meisten erstaunt, ist der Mangel an spielerischem Fortschritt. Was Call of Duty 4 macht, das macht es richtig. Aber wer bitte designed im Jahre 2007 noch einen militärischen Shooter, bei dem man nicht richtig in Deckung gehen kann oder vernünftig um die Ecken schießen darf?

Trotzdem, das Spiel ist technisch einwandfrei, zum Teil überraschend atmosphärisch und häufig sogar verdammt spannend. Der finale Countdown ist bei mir zum Beispiel exakt drei Sekunden vor dem Weltuntergang stehen geblieben.

Ich gebe offen zu, ich habe meine Faust in Siegerpose geballt. Wie es ein richtig männlicher Mann halt macht, wenn er gerade die Welt vor dem Fox News Feindbild gerettet hat. Ist ja auch eine ordentliche Leistung.

Insbesondere wenn er zu blöd ist richtig in Deckung zu gehen.

Peng, du bist tot

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Ich habe inzwischen etwas Erfahrung mit Computer- und Videospielen und bin mir ziemlich sicher, das sie für bestimmte Leute nicht nur positive Auswirkungen haben können. Ich bin mir aber auch sicher, das sie nicht für Amokläufe, gewalttätige und drogensüchtige Jugendlicher oder das fürchterliche deutsche Abschneiden in den PISA-Studien verantwortlich zu machen sind.

Computer- und Videospiele werden hierzulande (und damit meine ich Deutschland) so streng kontrolliert wie kein einziges anderes Medienprodukt oder Spielzeug und ja, meine geneigten Leser: Das schließt die beliebten Erzeugnisse der Hardcorepornographie ausdrücklich ein.

Worüber ich mir übrigens außerdem sicher bin: Noch nie hat jemand mit Doom 3 in der Hand eine Tankstelle überfallen. Noch nie ist jemand versehentlich von Polizisten erlegt worden, weil sie die Call of Duty 2 Packung in der Hand eines irgendwie zwiespältig wirkenden Jugendlichen für eine scharfe Faustfeuerwaffe oder vielleicht eine Pershing II Mittelstreckenrakete gehalten haben.

“Für mich war das eine tödliche Bedrohung mit einem Killerspiel. Ich musste abdrücken.”

Etwas bizarr, nicht wahr? Wäre ja auch schlimm, wenn unsere Polizei so blöd wäre - ist sie aber nicht, glücklicherweise. Wenn diese völlig an den Haaren herbeigezogene Bedrohungslage wirklich so real wäre, dann würde man solche Produkte ja auch wirklich für extrem gefährlich halten und vermutlich sofort verbieten.

Sollte man glauben. Ist aber nicht so.

Es ist dagegen völlig legal und absolut problemlos möglich, täuschend echt wirkende Nachbildungen von tödlichen Waffen zu kaufen - ich rede hier nicht einmal von Soft Air Waffen, sondern von Kinderspielzeug. Die Glock für den Nachwuchs, die Beretta für den Kindergarten, der Peacemaker zur Einschulung. Aus schlagfestem Plastik, klar. Aber genauso schwarz wie das Original und auch genauso groß. Man erkennt an der Naht der Plastikgußform, das man von dem Ding da vor sich keine Angst haben muss. Nur ganz genau hinschauen und Bescheid wissen, nun, das sollte man. Wie, ihr hättet trotzdem Angst davor? Ihr würdet als Polizist wohl auch zur Sicherheit mit der eigenen garantiert echten Knarre Klarheit schaffen, wenn ihr sowas im Einsatz seht? Oder eventuell vielleicht auch ein etwas mulmiges Gefühl bekommen, wenn die lieben kleinen mit so etwas auf der Straße herumflitzen und den jugendlichen Guerillakrieg proben? Sowas sollte verboten werden. Oder?

Nö, wird nicht verboten.

Weil das die Wirtschaft gar nicht gern sehen würde. Das (relativ) billige Plastikzeug aus Fernost verkauft sich nämlich echt gut, müsst ihr wissen. Kriegswaffen darf man übrigens nicht nachbilden, ist ja alles schon streng eingeschränkt, die meisten Überfälle werden ja bekanntlich nicht mit Pistolen, sondern mit Sturmgewehren, MGs und Panzerfäusten gemacht, da kann es keine Verwechslungen mehr geben. Herr Beckstein und seine Freunde können sich damit eh nicht recht profilieren. Haben wir doch alle mal gemacht, Räuber und Gendarm spielen. Kennt ihr doch, liebe Wähler. Ein Verbot? Noch mehr Einschränkungen, damit die Dinger vielleicht nicht genauso aussehen wie diese ungesunden, schweren Teile aus Metall? Sollten die vielleicht nur in, nun ja - vielleicht in bunt auf dem Markt kommen dürfen? Och ne, damit kann man bestimmt auf keinen Fall genauso gut spielen.

Verbieten wir doch lieber andere Sachen. Solche die in bestimmten Kreisen beliebt sind, mit denen wir keine Wahlen gewinnen und mit denen wir eh kaum etwas anzufangen wissen. Was machen die den ganzen Tag? Killerspiele spielen, Gangstermusik hören, nutzlos sein, weite Hosen tragen, gewalttätig werden, dem Staat auf der Tasche liegen. Wenn von denen mal einer Amok läuft, wissen wir ja, woran es liegt, klar? Klar. Verbote müssen her. Wie, durch den Plastikkram werden zigtausend Verbrechen verübt, vom bloßen Überfall über üble Misshandlungen unter vorgehaltener “Waffe” bis zu tragischen Irrtümern mit Todesfolge, wenn das Imitat wieder mal zu echt war? Traurige Einzelfälle, die nicht zu verhindern waren.

Die Gesellschaft muss eben geschützt werden, hab ich gehört. Wenn ich mal groß bin, verbiet’ ich Dummheit.

(Dieser Beitrag ist bereits auf meinem eigenen Weblog erschienen)

Gamehunt 2

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Consider for one moment that in Manhunt 2 you can, Wii remote and nunchuk in hands, use a pair of pliers to clamp onto an enemy’s testicles and literally tear them from his body in a bloody display; and if that weren’t enough, you’ll take one of the poor victim’s vertebrae along with his manhood.

So beschreibt IGN Manhunt 2. Charmantes kleines Spiel. Kein Wunder, dass einige Leute sich ein bisschen daran reiben. Zum Beispiel die britische BBFC (so in etwa eine kombinierte USK/BPJM), die Folgendes zu dem Spiel zu sagen hatte:

Manhunt 2 is distinguishable from recent high-end video games by its unremitting bleakness and callousness of tone in an overall game context which constantly encourages visceral killing with exceptionally little alleviation or distancing. There is sustained and cumulative casual sadism in the way in which these killings are committed, and encouraged, in the game.

Konsequenz: Das Spiel darf auf der Insel nicht verkauft werden. Nun ist die BBFC kein schrecklich zensierwütiger Verein, was Videospiele betrifft. Das letzte Spiel dem sie eine “ab 18″ Wertung verweigert haben, war Carmageddon im Jahre 1997. Selbst das erste Manhunt (was schon ziemlich fies war) wurde noch “ab 18″ durchgewunken. Hierzulande ist das Spiel beschlagnahmt worden.

Auch in Amerika, dem Land in dem Brüste böse sind, Gewalt aber gut für die Umwelt ist, hat sich Manhunt 2 von der ESRB ein AO-Rating eingefangen, was einem Verkauf in den meisten großen Läden ausschließt.

Aber zum Verkauf wird es sowieso nicht kommen. Sony und Nintendo lassen nämlich keine AO-Spiele auf ihre Systeme. Solchen Spielen wird schlichtweg die Lizenz verweigert. Somit hat Rockstar gerade ein komplett unverkäufliches Spiel gemacht, denn die Zielplattformen sind PS2 und Wii.

Oops. Dumm gelaufen, Jungs. Dementsprechend überrascht ist man bei Rockstar:

This is completely unexpected to the whole team. We love the horror genre. We thought we could do something interesting and entertaining with it in the video game medium. When we had this first Manhunt game, there wasn’t this reaction. We thought (Manhunt 2) was consistent with a mature rating.

Echt? Eier-Abschneiden ist ein M-Rating? Der Witz ist, dass sie wohl ernsthaft geglaubt haben, sie kämen damit durch. Gerade die ESRB steht ja schon lange in der Kritik keine (sorry) Eier zu haben. So mussten die Spielehersteller bis vor kurzem nur ein Video von dem Schlimmsten was ihr Spiel zu bieten hat abgeben. Gespielt hat die Spiele da wohl keiner. Genauso wenig wurde kontrolliert, ob das Video wirklich die schlimmsten Momente enthalten hat.

Bisher gab es überhaupt nur 24 AO-Ratings, wobei davon jedes wegen Sex, nicht wegen Gewalt abgestraft wurde. Prominentestes Beispiel ist Fahrenheit gewesen, dessen unglaublich harmlose Sexszene in den USA aus dem Spiel gestrichen werden musste, bevor es mit einem M-Rating unter dem seltsamen Namen “Indigo Prophecy” auf den Markt durfte. Die restlichen Spiele auf der Liste gehen vom Playboy-Spiel bis hin zu japanischen Hentai-Dating-Sims. Gewalt, egal wie schlimm, war immer M.

Deswegen fühlte man sich bei Take 2 und Rockstar wohl sicher. Dummerweise hat aber zumindest eine Person bei der ESRB noch nicht die Eier abgeschnitten bekommen und einen Hauch gesundem Menschenverstand oder zumindest politischem Geschick bewiesen. Der Präsidentschaftswahlkampf läuft schon. Ein M für Manhunt 2 wäre ein sehr saftiges Ziel gewesen.

Das wird eine teure Fehleinschätzung für Take 2. Denen geht es ja schon lange nicht sonderlich gut. Manhunt 2 gar nicht zu verkaufen, dürfte aus offensichtlichen Gründen nicht in die Tüte kommen. Also wird man die Bewertung anfechten. Das wird scheitern, allein schon weil die ESRB dann wie Idioten aussehen würden. Schlußfolgerung: Sie müssen einiges an Gewalt aus dem Spiel streichen. Das von der Spielepresse so begeistert gefeierte Abschneiden von Gegner-Hoden dürfte damit vom Tisch sein.

So gerne man bei Take 2 das große Presseecho sehen mag, die Zusatzkosten durch die Änderung des Spiels dürften die zusätzlichen Verkäufe wieder aufwiegen. Michael Pachter erwartet 50% niedrigere Einnahmen durch das Spiel und der Aktienkurs fiel.

Hierzulande dürfte das Spiel allerdings auch ohne Gemächt-Entfernung von der USK direkt an die BPJM weitergereicht werden. An Antragsstellern wird es nicht mangeln. Wenn doch, mache ich es gerne selbst.

Am Ende bleibt für mich nur die Frage, warum Rockstar überhaupt so ein Spiel macht. Natürlich habe ich es nicht gespielt, aber die atemlos-begeisterten Beschreibungen der Presse (die natürlich wie immer nahezu völlig jedes Maß an kritischem Denkvermögen vermissen lassen) sorgen bei mir aber nicht gerade für ein großes Bedürfnis es zu tun. Meine kurze Zeit mit Manhunt 1 war irgendwie genug Manhunt für die nächsten 30 Jahre.

Ist es einfach die zynische Einschätzung, dass sich kontroverse Sachen gut verkaufen? So ein großer Hit war Manhunt 1 ja nun auch nicht. Die Tatsache, dass man das Spiel nur für PS2 und Wii entwickelt hat, deutet aber schon auf einen Versuch hin, hier einfach schnell und hastig ein bisschen Kohle vom Baum zu schütteln, die Take 2 gerade dringend braucht. Wenn man in Manhunt einen echten Franchise sehen würde, hätte es den ersten Teil nicht nur früher sondern auch für die 360 gegeben.

Vielleicht sieht man sich bei Rockstar aber auch einfach als, nun ja, Rockstars? Als Gruppe von Rebellen, die es dem Man™ mal so richtig zeigt? Wenn ja, wäre das mal ein ganz großer Fall von akuter Selbsttäuschung. Was meint ihr? Seht ihr einen Grund Manhunt 2 doch ab 18 zu bewerten? Warum machen die überhaupt solche Spiele? Ich bin da etwas ratlos.

Keine Zeit

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Wenn ich im Moment auch nur 30 Sekunden freie Zeit hätte, dann würde ich Kritiken zu Bus Driver und zu Peacemaker schreiben. So muss ich mich damit begnügen, festzustellen dass ich beide Spiele ganz cool finde.

Wenn ich ca. 60 Sekunden frei hätte, würde ich auch noch über die Bedeutung der Indie-Szene philosophieren. Stattdessen muss ich mich damit begnügen, festzustellen dass mir ein so breit gefächertes Kontrastprogramm zu den Spielen die üblicherweise aufs Gamestar-Cover kommen, wirklich große Freude bereitet.

Habe ich aber nicht. Wer also dringend Antigames-Content braucht, der kann sich die Spiele ja anschauen (es gibt Demos) und die Kommentare mit eloquenten und aufschlussreichen Rezensionen selbiger füllen.

Rule of Politics

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Es war einmal ein wenig beachtetes Horrorspiel namens Rule of Rose. In diesem Spiel geht es einmal nicht um Zombies oder Dämonen, sondern um kindliche Unschuld und ein verschobenes Verständnis von Gut und Böse. Wie Director Shuji Ishikawa und Sonys Assistant Producer Yuya Takayama in diesem Interview bereitwillig zugeben, ist das Szenario bewusst verstörend gestaltet worden, insbesondere durch die sadistischen und pädoerotischen Untertöne. Ich gebe zu, auch mir waren die Trailer zu Rule of Rose nicht ganz geheuer. Zwar gibt es darin nichts wirklich Schlimmes oder Anstössiges zu sehen, aber die Fantasie des Betrachters wird schon in ungeliebte Bahnen gelenkt. Zugegeben, das sagt mehr über mich als über das Spiel aus, aber Rule of Rose ist ganz offensichtlich nicht für jedermann.

Dieser Meinung war übrigens auch die amerikanische Prüfstelle ESRB, und hat dem Spiel aufgrund von “Blood, Intense Violence, Suggestive Themes” die Einstufung M, also 17+, gegeben. Nichts Dramatisches also, ein gutes Weihnachtsgeschenk für die lieben Kleinen ist es aber natürlich auch nicht. Rule of Rose ist daher folgerichtig ohne grossen Rummel in den Staaten erschienen, und hat eher durch sein misslungenes Kampfsystem als durch anzügliche Inhalte auf sich aufmerksam gemacht. Ganz im Gegenteil, etliche Kritiker haben sich äusserst wohlwollend über Story und Atmosphäre des Spiels ausgelassen, und loben die erfrischend klischeearme Spielwelt.

Letzten Freitag hätte Rule of Rose nach etlichen Verspätungen endlich in England erscheinen sollen. Ganz unspektakulär im Vertrieb bei 505 Games, dem neuen Spezialisten für japanische Spieleperlen, die sonst keiner haben will. Die Pan-European Game Information hatte bereits ihren Segen (16+) erteilt, und eigentlich stand einer problemlosen Veröffentlichung nichts mehr im Wege. Dann allerdings hat die englische “Fachpresse”, soll heissen The Daily Mail und The Times, Wind von Rule of Rose bekommen und offenbar auf allerfeinstem Bild-Niveau über das Spiel berichtet. Es kam, wie es immer kommt. Ein paar profilierungssüchtige Politiker, darunter der Bürgermeister von Rom (nanu?), nahmen die gedruckten Halbwahrheiten für bare Münze und forderten öffentlich ein Verbot des Spiels, das man wegen seiner “obszönen Grausamkeit und Brutalität” offenbar niemandem zumuten kann. Resultat: um weitere schlechte Presse zu vermeiden, hat sich 505 Games “im Dialog mit seinen Vertriebspartnern” in letzter Sekunde dazu entschlossen, Rule of Rose nicht im Vereinigten Königreich zu veröffentlichen. Verständlicherweise haben sowohl PEGI als auch der britische Video Standards Council nicht gerade erfreut auf die Berichterstattung der yellow press reagiert.

Das Ganze erinnert irgendwie an den Fall von Canis Canem Edit née Bully, das lange vor seiner Veröffentlichung von zahlreichen Weltverbesserern und Meinungsmachern gescholten wurde, obwohl sich die meisten Horrormeldungen später als glatte Lügen oder zumindest masslose Übertreibungen herausstellten. Als Folge nahm die grösste Handelskette Englands das Spiel aus “moralischen Bedenken” nicht in ihr Programm auf, obwohl etwa die tatsächlich gewalttätigen Grand Theft Autos weiter in den Regalen stehen. Auch dieses Bücken vor der vermeintlichen Stimme des Volkes, selbst wenn sie nur Unsinn absondert, ist eine Form des Populismus, und zutiefst bedenklich. Wenn Revolverblätter wie üblich schlechter recherchieren als mancher Blog, dann adelt das zwar Seiten wie diese, aber so richtig glücklich bin ich darüber trotzdem nicht.

Das Gute ist, uns Deutsche braucht das ausnahmsweise mal nicht zu jucken. Zwar führen nur wenige Händler die Spiele von 505 Games (darunter Play.com, die Rule of Rose jetzt nicht mehr anbieten), aber die Abenteuerlustigen unter uns werden sicherlich einen Weg finden. Auch die BPjM wird in diesem Fall die Füsse still halten, immerhin hat die USK ihr Placet (keine Jugendfreigabe) schon vergeben. Ob auf der Packung jetzt wohl “banned in the UK” steht?

Sagt ein Sündenbock zum anderen: “Du bist schuld!”

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Der Bundesverband der Entwickler von Computerspielen, abgekürzt (festhalten!) “G.A.M.E”, hat sich zu dem Amoklauf in Emsdetten geäußert und damit meisterhaft bewiesen, warum Spiele in Deutschland keine Lobby haben.

Aber arbeiten wir uns mal systematisch durch. Zunächst mal macht der “G.A.M.E.” (kicher!) ganz deutlich klar, dass er nur eine Minderheit der deutschen Entwickler repräsentiert.

Wir vertreten über 40 Produzenten und Dienstleister im deutschsprachigen Raum.

Sehr geschickt, so nimmt man sich gleich das Mandat und stellt klar, dass man nicht mit Autorität für die Branche reden kann.

Edit: Ich hatte zuerst 40% der Produzenten gelesen, in Wirklichkeit sind es “40 Produzenten”. Ich weiß nicht, was das jetzt für einen Prozentsatz ergibt, jedenfalls muss ich die Kritik natürlich zurückziehen. Sorry.

Nach dem üblichen Verteilen von ein bisschen mehr oder weniger ernst gemeinter Anteilnahme (und wir wollen hier mal wohlwollend davon ausgehen dass sie ernst gemeint ist) fühlt man sich verpflichtet mitzuteilen, dass viele Videospielentwickler nicht als Waisen aufgewachsen sind (”wir haben Familie!”) und dass manche es sogar geschafft haben ihre Gene weiterzureichen (”viele von uns sind Väter, Mütter”). Wer derartige Selbstverständlichkeiten als wichtige Tatsachen in die Welt hinausposaunen muss, der macht klar, dass er das aus irgendwelchen Gründen eben nicht für selbstverständlich, sondern irgendwie für eine besondere und ungewöhnliche Leistung hält.

Dann wendet man sich “energisch” (also mit ein paar leeren Worthülsen) gegen die Kriminalisierung des Berufsstandes Videospielentwickler und des Mediums Videospiele. Soweit in Ordnung. Was sollen sie auch sonst sagen?

Als nächstes weist man strikt jede Schuld von sich:

Computer- und Videospiele sind nicht die Ursache für diese Tat.

Belegt wird diese klare Aussage mit, äh, gar nichts. Außer vielleicht mit einem vagen Hinweis auf “viele aktuelle Aussagen von Experten”. Auf welche, na ja, das wird nicht gesagt. Dadurch setzt man sich äußert geschickt dem Verdacht aus, dass es in Wirklichkeit nur wenige Aussagen gibt und dass diese im Zweifelsfall nicht von Experten stammen.

Der Verdacht wäre falsch, aber woher soll der unbedarfte aber skeptische Leser das wissen? Kann es so schwer sein, im richtigen Moment mal den Namen von ein, zwei Professoren fallen zu lassen? Guckt mal das Heute Journal, die kriegen das auch hin.

Na gut, als nächstes dann der Hinweis auf Deutschlands tolles Jugendschutzsystem an dem man aktiv mitarbeitet. Das stimmt natürlich. Da kann ich jetzt gar nichts Schnippisches zu sagen. Mist.

Der nächste Absatz bietet aber wieder viele Möglichkeiten. Zunächst mal kommt die Feststellung:

Computerspieler sind keine Randgruppe.

Das ist an sich richtig. Wir Spieler sind eine so große Gruppe, dass wir eigentlich ein denkbar schlechtes Ziel für Diskriminierung abgeben sollten. Dummerweise sind wir völlig unorganisiert und werden, wenn überhaupt, von Organisationen wie dem “G.A.M.E.” (Augenroll) vertreten, die an Zahn- und Hilflosigkeit kaum zu überbieten sind.

Gespielt wird in jeder Bevölkerungsgruppe. Computerspiele begeistern das sechsjährige Mädchen ebenso, wie den 40-jährigen Politiker, die Sekretärin oder einen 70 Jahre alten Rentner.

Wer ernsthaft glaubt, dass ein 40-jähriger Politiker und ein 70-jähriger Rentner von Videospielen genauso begeistert sind, wie ein 6-jähriges Mädchen, der ist nicht nur naiv, der ist schlichtweg dumm.

Wir sind inzwischen soweit, dass 6-jährige Mädchen tatsächlich häufig schon von Videospielen begeistert sind. (Laut einer Liste eines amerikanischen Einzelhandelsverbandes taucht sowohl das Nintendo DS als auch die Playstation 3 in den Top 10 der Liste von häufigsten Weihnachtswünschen von Mädchen auf.) Das ist ein großer Sieg. Wer aber mal versucht hat, seinem Opa auch nur das Konzept eines Videospiels zu erklären, der wird wissen dass die Lage auf der anderen Seite des Alterspektrums völlig anders aussieht. Ausnahmen mögen die Regel bestätigen, aber auch diese Ausnahmen sind selten. Dass 40-jährige Politiker selten Videospiele spielen, kann man im übrigen im Moment ganz gut der Presse entnehmen. Schaut mal rein, lieber Bundesverband.

Schnell werden vom “G.A.M.E.” (ihr wisst schon…) noch die Eltern in die Pflicht genommen (nicht falsch, aber auch keine sonderlich frische Idee) und dann fängt die Suche nach der wahren Ursache für den Amoklauf an.

Was ist die Antwort des “G.A.M.E.”? Wird das soziale Umfeld des Täters analysiert, sein Brief, seine Einsamkeit, seine Perspektivlosigkeit? Fragt man sich, warum niemand in der Lage war seine Probleme zu erkennen, oder gar seine Hilferufe zu hören?

Ach Quatsch. Man macht einfach das gleiche wie die Politiker und sucht sich einen eigenen Sündenbock. Für den “G.A.M.E.” sind nämlich die Waffen schuld!

Äh, wir waren es nicht! Der war’s!

Wie die Kindergartenkinder. Ich weiß nicht genau wie das funktionieren soll (vielleicht haben die Waffen ja nachts unter seinem Bett gelegen und ihm zugeflüstert “Du musst töööööten!”), aber ist ja auch egal. Hauptsache jemand anders ist schuld.

Fähigkeit zur Selbstkritik? Fehlanzeige. Konstruktive Hinweise auf echte Ursachen? Fehlanzeige.

Jeder der auf Spielerseite hingeht und mit dem Finger auf die Waffen zeigt, macht sich in meinen Augen lächerlich. Wenn Waffen die Ursache für den Amoklauf sein können, dann können es nämlich auch Spiele sein.

Wer selbst Sündeböcke sucht, der darf sich nicht beschweren, wenn er plötzlich einer ist.

Klar, eine Waffe ist etwas anderes als ein Videospiel. Letzteres ist ein Kulturgut und am Ende des Tages ist eine Waffe immer noch ein Gerät, das speziell zum Töten entwickelt wurde. Klar, er hätte die Waffen nie haben dürfen, aber man kann auch mit einem Küchenmesser Amok laufen. Die Frage ist doch, warum er überhaupt die Waffen haben wollte.

Der Frage will man beim “G.A.M.E.” aber lieber aus dem Weg gehen. Hauptsache jemand anders ist schuld. Wisst ihr was? Ich wette die würden sich mit Herrn Beckstein prima verstehen.

Das hat nicht lange gedauert

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Heute Morgen aufgestanden, den Fernseher angemacht und was sehe ich? Bilder von Counter-Strike. Das ZDF-Morgenmagazin befragt einen Professor einer Polizeischule, ob denn Computerspiele für Emsdetten verantwortlich seien.

Ich mache mir einen Tee. Das wird ein harter Tag werden.

Dann die Überraschung. Der Professor sagt nicht “ja”, er sagt so was wie “starker Konsum von gewalttätigen Videospielen kann ein Symptom sein, ist aber nicht die Ursache”. Nanu? Ein intelligenter Mensch, der mit der Frage reflektiert umgehen kann? Na, der wird in Zukunft sicher nicht mehr fürs Fernsehen interviewt werden. Aber gut, immerhin ist er heute irgendwie durchs Netz gerutscht.

Als nächstes ist irgendjemand von irgendeinem Lehrerverband dran. Sein bayerischer Akzent macht ihn erstmal verdächtig, ein CSU-Wähler zu sein, aber auch er macht Spiele nicht pauschal für den Untergang der westlichen Kultur, sondern beklagt eine Kultur des Wegschauens. Nanu?

Hat sich vielleicht etwas verändert? Ist ein Ruck durch unsere Gesellschaft gegangen? Hat das wiederholte Auftreten des Problems vielleicht zu der Erkenntnis geführt, dass es doch nicht allein an Videospielen liegen kann?

Ach was. Ein Blick auf n-tv.de zeigt, dass die Lage nicht anders ist als zuvor. Die Überschrift der Titelstory lautet “Killerspiele sind schuld?”. Wohl gemerkt, sie laut nicht “Sind Killerspiele schuld?”, wie die Frage grammatikalisch korrekt formuliert wäre, nein, sie lautet “Killerspiele sind schuld?”. Ein Aussagesatz. Qualifiziert mit einem Fragezeichen.

Der alte Trick halt, wenn man etwas sagen will von dem aber weiß dass es nicht stimmt, oder dessen Wahrheit man zumindest nicht belegen kann. Man sagt es einfach trotzdem. Dann ein kleines Fragezeichen dahinter, damit sich keiner beim Presserat beschweren kann, und fertig ist der Schmierenjournalismus.

Die Überschrift der Tageschau ist nicht viel besser: “Durch Computerspiel zum Amokläufer?”. Schon faszinierend wie aus dem riesigen Feld von denkbaren Problemen und Ursachen gerade die Spiele es immer wieder in die Überschriften schaffen. Immerhin schafft das ZDF mit “Politiker streiten um Verbot von ‘Killerspielen’” eine neutrale und inhaltliche korrekte Überschrift. “Killerspiele” ist sogar in Anführungszeichen gesetzt.

Dann aber die übliche Litanei. “Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, zieht das Verbot von Killerspielen in Betracht.”, “Ähnlich äußerte sich Vize-Vorsitzende der Unionsfraktion, Wolfgang Bosbach (CDU), und forderte, dass der Gesetzgeber endlich handelt.” und “Auch Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) verlangte, dass gegen Spiele, die Gewalt verherrlichen, konsequent vorgegangen wird.”

Es gibt auch vorsichtige Stimmen, zum Beispiel von den Grünen, aber es besteht kein Zweifel daran, dass jetzt die üblichen Verdächtigen wieder aus ihren Höhlen kriechen und gnadenlos Stammtischparolen feuern werden. Haltet euch fest, die nächsten Wochen werden hart.

Ich habe gestern Abend übrigens noch mit meiner Mutter über das Thema gesprochen. Ihr Kommentar dazu war, dass ich es mir nicht zu sehr zu Herzen nehmen sollte, denn damals zu ihrer Zeit wäre immer die “Negermusik” für alles Unglück dieser Welt verantwortlich gemacht worden.

Der Begriff ist für mich sehr erhellend, denn er wirft ein eindeutiges Bild auf die Denkstrukturen von Menschen, die immer auf der Suche nach einem einfachen Sündenbock sind, egal was die aktuellen Probleme oder ihre Ursachen gerade sein mögen. Ob “Negermusik” oder “Killerspiele”, für solche Leute gibt es da keinen Unterschied. Hauptsache man kann jemand anderes verachten, dann fühlt man sich selber nicht mehr so schlecht.

Das Problem ist natürlich, dass diese Sündenbocksuche schlichtweg gefährlich ist. Sie dient zwei Zwecken. Zum einen erlaubt sie es Politikern den Anschein zu erwecken, sie würden etwas tun. Zum anderen erlaubt es den Medien natürlich prima Quote zu machen bzw. Leser zu bekommen. Eine Hand wäscht die andere.

Diese beiden Zwecke werden auch ganz vorzüglich erfüllt. Dabei gibt es nur einen Haken: die eigentlichen Probleme werden nicht angegangen. Also gibt es wenig später (Überraschung!) wieder einen Vorfall. Warum? Weil alle zu sehr damit beschäftigt waren, Wählerstimmen und Einschaltquoten zu generieren, um sich damit darum kümmern zu können, weitere Vorfälle zu verhindern.

Die Debatte zeichnet im Übrigen auch ein trauriges Bild unserer Gesellschaft, weil es nicht nur eine Unfähigkeit zeigt, sich mit unseren Problemen kritisch und differenziert auseinanderzusetzen, nein, es zeigt vor allem eine Unwilligkeit das zu tun.

Wir wollen die Probleme gar nicht angehen. Mit den vielschichtigen sozialen Gründen die Leute zu solchen Taten treiben, wollen wir nichts zu tun haben. Wir wollen nichts davon hören, wir wollen nicht darüber nachdenken und vor allem wollen wir nichts dagegen tun. Denn etwas dagegen zu tun, das hieße ja Veränderung. Und Veränderung ist schlecht, da müsste man sich ja bewegen.

Also: Videospiele. Ein bisschen Brimborium, ein paar Verbote (”tut ja keinem weh”) und alle schlafen wieder ruhig.

Wir sehen uns in zwei Jahren beim nächsten Amoklauf. Egal was am “Jugendschutz” geändert wurde, es wird sich nichts geändert haben. Vielleicht merken die Leute ja dann, dass es vielleicht doch nicht alleine an den Videospielen gelegen hat.

Oder auch nicht.

Irgendwann wird es sich natürlich ändern. Spätestens dann, wenn unsere Generation alt genug ist, um sich in verantwortliche Positionen in der Politik und den Medien hochgearbeitet zu haben. Dann wird die Debatte um Videospiele vorbei sein, denn dann tut es jemandem weh. Bleibt nur eine Frage:

Was wird in 30 Jahren unsere “Negermusik” sein?

Denn eins ist sicher: je mehr sich die Dinge ändern, desto mehr bleiben sie gleich. Davor werden auch wir nicht gefeit sein.

Studiendesign könnte besser sein

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Vorhin bei Heise online gelesen: Niedersachsens Innenministerium will den Jugendschutz verbessern. Was in soweit erstaunlich ist, da das Bundesjugendministerium die bestehende Regelung erst vor kurzem für vollkommen ausreichend befunden hat. Aber nein, Innenminister Schünemann (müßig zu erwähnen, dass er auf der Gehaltsliste der CDU steht) sieht Handlungsbedarf, und arbeitet zusammen mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen an Verbesserungsvorschlägen.

Dagegen gibt es zunächst mal überhaupt nichts einzuwenden, schliesslich gehört der Schutz der Jugend irgendwie auch in Schünemanns Aufgabengebiet. Problematisch ist nur, dass er schon im Vorfeld zu verstehen gegeben hat, was er unter Verbesserung versteht. Laut Heise gehört der Innenminister zum christdemokratischen Herstellungs- und Vertriebsverbot Lager, und kann sich mit der Haltung der Bundesregierung so garnicht anfreunden. Was liegt da näher, als sich mit anerkannten Experten für Jugendgewalt zusammenzutun? Leider ist auch der Direktor des KfN, Prof. Christian Pfeiffer, für informierte Videospieler kein unbeschriebenes Blatt. Wieder und wieder und wieder hat sich Herr Pfeiffer öffentlich als Kritiker von gewalttätigen Spielen hervorgetan, so dass die Frage erlaubt sei: was bitte soll bei der Schünemann-Studie herauskommen? Was, wenn die KfN-Forscher zu dem Schluss kommen, dass derzeit alles in Ordnung ist? Werden die Ergebnisse dann unter den Teppich gekehrt, wie es zum Beispiel die Tabakindustrie macht? Mal ehrlich, wenn Schünemann und Pfeiffer über Videospiele plauschen ist das wahrscheinlich in etwa so wie die angeregte Diskussion von Bush und Crichton zum Thema Klimawandel.

Bleibt zu hoffen, dass auch dieser “populistische Schnellschütze” vom Bundesjugendministerium abgewatscht wird. Übrigens, die nächste Landtagswahl findet in Niedersachsen im Frühjahr 2008 statt. Ich gehe jede Wette ein, dass pünktlich zum Wahlkampf ein paar opportune Ergebnisse vorliegen.

Zurückgeblieben

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Stellt euch vor, ihr sitzt im Flugzeug und denkt gerade über die scharfe Frau eures Nachbarn nach. Ihr starrt so aus dem Fenster und überlegt euch, was ihr alles mit ihr anstellen werdet, sobald ihr Mann auf Geschäftsreise ist, als sich plötzlich Unruhe im Flugzeug ausbreitet. Einige der Passagiere sind verschwunden. Einfach so. Ihre Kleidung liegt in Haufen auf ihren Plätzen und keiner kann sich erklären wo sie hin sind.

Eine Notlandung später stellt ihr fest, dass dieses Phänomen nicht auf euer Flugzeug beschränkt war. Überall auf der Welt sind Leute verschwunden. Bei Tempo 200 auf der Autobahn, beim Frühstück oder auf dem Klo. Nur ihre Kleidung ist noch da, ansonsten gibt es keine Spur von ihnen.

So beginnt das Buch “Left Behind”, ein Fantasyroman der amerikanischen Autoren Tim LaHaye and Jerry B. Jenkins über das Ende der Welt. “Left Behind” ist das erste Buch einer ganzen Serie, von der in den USA schon über 60 Millionen Bücher verkauft worden sind und die bereits drei Filme inspiriert hat. Soweit ist das alles zwar äußerst lukrativ aber nicht sonderlich spektakulär.

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Im Osten nichts Neues

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Die Games Convention war ein voller Erfolg. Mit 183.000 Besuchern hat man nicht nur die Erwartungen lässig übertroffen, sondern ist auch gleich das erfolgreichste Event geworden, das die Leipziger Messe jemals veranstaltet hat. Ganz nebenbei ist man damit ohne Frage zur größten Veranstaltung in der Spielewelt aufgestiegen, sorry Tokyo Game Show. Angeblich wollen 90 Prozent der Besucher und Veranstalter nächstes Jahr wiederkommen und auch die Zielgruppe der Messe ist breiter gewesen, als man sich das so vorstellt. 42% aller Besucher waren über 20, was für die bisher als Kiddie-Veranstaltung verrufene GC gar nicht schlecht ist. Ähnliches gilt für den Frauenanteil von immerhin 17%.

Wie gesagt, ein voller Erfolg. Oder auch nicht, denn eigentlich ist auf der Messe ja gar nichts passiert. Wenn Nintendos größte Ankündigung ein neues Mariofußballspiel ist, dann lernt man schnell, dass die nicht viel Interesse an der Veranstaltung haben. Wii zum Anfassen? Nix da. Wenn, dann hinter verschlossenen Türen, aber auch da gab es deutlich weniger zu sehen, als auf der letzten E3.

Die E3 war ja im Vorfeld der GC auch so ein Thema. Microsoft hatte letztes Jahr die GC mit irgendeiner größeren Ankündigung geadelt und nachdem die E3 den Weg des Dodo gegangen ist, rechnete sich so mancher die eine oder andere interessante Neuigkeit aus. Pustekuchen. Auch bei Microsoft ist absolut nichts passiert. Forza 2 wurde wieder nur als Rendertrailer gezeigt, Vista wurde ordentlich gepusht, ist aber immer noch nicht fertig, und die größte Ankündigung war eine 12-monatige Exklusivität für FIFA und PES, von der sich dann rausstellte, dass man bei Konami gar nichts davon wusste.

Sony ist erst gar nicht erst erschienen. Spielbare PS3-Spiele? Nix da. Pressekonferenz? Nix da. Dafür hat es durchaus Kritik gegeben, allerdings meist von Leuten die Sony letzte Woche noch geraten haben endlich mal die Klappe zu halten. Für Sony war es sicher gut, dass sie nicht gekommen sind, denn im Moment können sie einfach sowieso nichts richtig machen. Für die GC ist es aber sicher nicht gut, wenn der aktuelle Marktführer nur lustlos ein paar alte Videos abspielt und ansonsten durch akute Abwesenheit glänzt.

Was gab es sonst? Auch nicht viel. Wenn man sich so Eurogamers Liste der aufregenden Neuigkeiten von der GC anschaut, dann ist die verdammt kurz. Valve hat ein paar Videos zu TF2 und Ep2 gezeigt und, äh, anscheinend hat Atari immer noch vor Neverwinter Nights 2 zu veröffentlichen. Überraschung! Ich glaube das war es dann auch schon.

Europa, was war das gleich? Ach ja, dieser Kontinent da. Die mögen doch Soccer, oder?“. Zu komplexeren Gedankengängen scheint man bei den meisten Spielefirmen bezüglich der Alten Welt nicht in der Lage zu sein. Hin und wieder versuchen sie uns mit entsetzlich späten Veröffentlichungsterminen (Nintendo) oder miesen PAL-Umsetzungen (Squenix) zu ärgern, aber im großen oder ganzen sind wir ihnen nicht mehr wert, als ein paar alte E3 Videos, selbst wenn wir die größte Spielemesse der Welt veranstalten.

Wenn also nicht viel passiert ist, warum sind dann jetzt trotzdem so viele Leute hingegangen? Ich glaube Hendrik hat das korrekt analysiert. Er meinte gestern nämlich, dass man die Games Convention nicht mit einer Messe verwechseln dürfe. Es sei eher so eine Art Spielefestival. Und genau da liegt wohl auch der Reiz der Veranstaltung. Gerade für uns Deutsche. Alle zwei Wochen wird uns im Fernsehen erzählt, dass wir alle wahnsinnige Killer in der Ausbildung sind und dass wir uns gefälligst für unser Hobby zu schämen haben. In Leipzig aber können wir uns mit fast 200.000 mehr oder weniger Gleichgesinnten treffen, feststellen dass wir nicht alleine sind und einfach ein bisschen Videospiele feiern.

Das wird übrigens auch an gewissen Politikern nicht vorbei gehen. Wenn von den 183.000 Besuchern die Hälfte über 18 ist, dann reden wir hier von über 90.000 Wählern, zumal man nicht vergessen darf, dass es für jeden Besucher zwei Dutzend Daheimgebliebene wie mich gibt. Nachdem die Bundesregierung kürzlich neuen “Killerspiel”-Gesetzen eine klare Absage erteilt hat, ist die GC schon wieder ein gutes Zeichen für Spiele in Deutschland.

Also, auch wenn Nintendo auf der nächstens GC wieder nichts anderes macht als einen neuen DS Lite in “Unterwasser Aquamarin” oder so anzukündigen…2007 fahre ich hin.

Nach Hause telefonieren? Aber gerne doch!

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Morgens halb zwölf in Deutschland: über alle Parteigrenzen hinweg wird gerade mal wieder debattiert, ob das Datenschutzgesetz zum Zwecke der Strafverfolgung gelockert werden soll. Immerhin kann man mit den Mautdaten, die derzeit ausschliesslich zu Abrechnungszwecken verwendet werden dürfen, den Aufenthaltsort von LKW-Fahrern jederzeit ziemlich gut ermitteln. Ausserdem wird besonders von Seiten der Union immer wieder die Forderung nach mehr Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen laut. Wer mal sehen will wie das aussieht, sollte bei Gelegenheit eine britische Grossstadt besuchen. Bei unseren englischen Nachbarn gibt es schon seit langem CCTV, und als ich vor ein paar Monaten nach Birmingham geflogen bin kam ich mir schon ziemlich beobachtet vor. Wir sind zwar ziemlich spät dran, aber scheinbar wird Orwells negative Utopie doch noch Realität.

Aber die Videospieler sind, wie immer, schon einen Schritt weiter. Wir lassen uns nicht nur freiwillig ausspionieren, nein, wir legen dafür auch noch Geld auf den Tisch. Die Rede ist natürlich von Online-Services wie Xbox Live und Steam. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: eine Firma wie Microsoft weiss jederzeit, wer wann wie lange mit welchem Spiel online ist, was für Demos er sich ansieht, was für Soft- und Hardware er besitzt und was er so für Extrainhalte auszugeben bereit ist. Die gleiche Firma übrigens, die vor ein paar Monaten einen Experten für Ingame-Werbung aufgekauft hat. Ach ja, unsere Adresse und Kreditkarten-Verbindung haben sie natürlich auch. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Sicher sammelt Microsoft diese Daten nicht nur, um daraus lustige Pressemitteilungen zu stricken. In erster Linie steckt zunächst wohl mal Kundenbindung dahinter; ein Käufer der sich mit seinem Produkt identifiziert wird natürlich auch mehr Geld reinstecken, logisch. Das geht inzwischen allerdings schon so weit, dass die Konsole für den Spieler das Bloggen übernimmt. [Edit: Marc hat mich zurecht darauf hingewiesen, dass der Blog nicht von Microsoft betrieben wird.] Ich weiss nicht wie es euch geht, aber mir persönlich ist das etwas unheimlich. Da wird (mein Einverständnis vorausgesetzt) ein automatischer Text über mich generiert, den im Prinzip jeder lesen kann. Das mag im Moment ja alles noch ein harmloser Spass sein, aber in meiner paranoiden Gedankenwelt wird daraus in Zukunft ein automatisch erstelltes Persönlichkeitsprofil, besonders da PC- und Konsolennutzung ja immer mehr verschmelzen.

Zumal Microsoft mit seinen Ambitionen natürlich nicht alleine ist. Valve zum Beispiel gibt offen zu, dass sie fleissig mit dem Sammeln von Daten beschäftigt sind:

More recently, Steam has allowed us to collect more information than was previously possible. Episode One, for example, includes a reporting mechanism which tells us details about how people are playing the game.

Na danke auch, ich spiele eigentlich ganz gerne, ohne dass mir dabei jemand über die Schulter schaut. Aber das ist eben der springende Punkt von “always online”, einem Konzept übrigens, dem sich auch Nintendo und Sony verschrieben haben. Da werden wer weiss wie viele Daten von Millionen von Menschen zentral gesammelt, in Statistiken zusammengefasst und womöglich an Dritte weitergeleitet, denen ich mein Spielerprofil nun wirklich nicht zukommen lassen wollte. Was bleibt mir als Kunden dann, wenn ich das nicht möchte? Aus dem Internet ausklinken? Klar, kann man machen, aber dann steht man im Zweifelsfall ohne Patches, Demos oder Spielernamen da. Also beisst man in den sauren Apfel und hofft darauf, dass die Spielefirmen nur das Beste für ihre Kunden im Sinn haben.

Der Anlass für diesen Beitrag ist übrigens die DMoM&M-Demo. Warum zum Teufel will das Programm während der Installation, beim Spielen und auch bei der Deinstallation mit Ubisoft telefonieren? Bringt das irgendeinen Vorteil für mich als Spieler, oder ist Ubi einfach nur neugierig? Ich sollte mal ein paar Verschwörungstheoretiker fragen.

“Alle populistischen Schnellschützen müssen beschämt sein”

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Erfreuliches gibt es heute bei heise online zu lesen. Das Bundesjugendministerium hält die bestehenden Regelungen zum Jugendmedienschutz offenbar für ausreichend und entzieht den Stammtisch-Tieffliegern, die sich vor allem aus dem Unionslager rekrutieren, damit fürs Erste die Lufthoheit. Die fordern schon seit Jahren ein Verbot von “Killerspielen”, was immer das auch sein mag, und haben sich diese Klausel auch im schwarz-roten Koalitionsvertrag festschreiben lassen. Dabei leuchtet mir ja durchaus ein, dass man der derzeitigen Gewaltfixierung der Branche notfalls auch gesetzlich einen Riegel vorschieben sollte, aber bei jeder Gelegenheit gleich nach Verboten schreien zu müssen finde ich - gelinde gesagt - ziemlich albern. Besonders wenn man die beliebte Politiker-Technik des “Pudding an die Wand nagelns” verwendet und sich nur ja nicht auf irgendwas festlegt.

Worum geht es denn nun genau? Laut heise hat die FDP eine kleine Anfrage zum Thema Jugendschutz an die Bundesregierung gestellt und bekam als Antwort zu hören, dass im Moment alles paletti sei. Die Kooperation von Kontrollorganen und Wirtschaft funktioniert prima, und ohnehin sei nur ein verschwindend geringer Teil der getesteten Videospiele übermässig gewalttätig. Kein Bedarf also für schärfere Gesetze. Und oh Wunder, es scheint tatsächlich zu funktionieren! Man sehe sich nur mal den aktuellen Fall Dead Rising an. Capcom hat das Spiel bei der USK zur Prüfung vorgelegt, die USK hat eine Kennzeichnung verweigert, und als Konsequenz haben Capcom und Microsoft beschlossen, das Spiel nicht in Deutschland zu veröffentlichen (mehr dazu auch hier). Capcom könnte das Spiel also theoretisch hierzulande rausbringen, wenn da nicht Microsofts eigene Jugendschutz-Bemühung und die Gefahr einer Indizierung durch die BPjM dazwischenkämen. Die Verantwortung wird also an den Publisher zurückgereicht, ohne durch irgendeine Form von Zensur einzugreifen, was ich persönlich für eine ziemlich gute Lösung des Problems halte. Klar, es ist kompliziert und für Aussenstehende nur schwer nachzuvollziehen, aber es ist allemal transparenter als die Situation vor der Neuregelung der Jugendschutzgesetze.

Und trotzdem werden sich die Berufspolterer in ein paar Monaten wieder wie die Geier auf das Thema stürzen können, denn natürlich werden sich interessierte Spieler Dead Rising kaufen. Schliesslich haben wir freien Warenverkehr und so ein Zombiemetzelspiel aus der Schweiz oder England unterscheidet sich naturgemäss nur wenig vom deutschen Pendant. Ich bin mal gespannt wie lange Frontal 21 braucht, um über Leichenteile und die unorthodoxe Verwendung von Powerdrills zu berichten. Was machen wir dann? Grenzen zu? Computer verbieten? So abwegig ist das nicht, bei der Union denkt man immerhin schon über die Einführung “geeigneter technischer Maßnahmen” nach, um Jugendliche von Onlinespielen fernzuhalten.

Richtiggehend drollig finde ich dagegen die Forderung des niedersächsischen Kultusministers Bernd Busemann, die “Herstellung und den Vertrieb solcher Spiele in Deutschland” zu verbieten. Einfach mal rumgestänkert, auch wenn es keinen Sinn macht. Trotz meines eher geringen Verständnisses für rechtliche Zusammenhänge sehe ich darin einen so tiefen Eingriff in die unternehmerische Freiheit, dass der Gesetzgeber sicher gerne mal ein ernstes Wort mit Herrn Busemann wechseln möchte. Und überhaupt, ein Herstellungsverbot für gewalttätige Spiele in Deutschland würde im Jahr etwa 0,7 Titel betreffen, während id Software fleissig weiter an Kettensägenmassaker XXV: Return of the Kettensägenmassaker schraubt. Aber Hauptsache von Richtung des Stammtisches gibt es erstmal zustimmendes Nicken, und er hat seinen Namen mal in den Medien gelesen.

Um mein Geschwafel nochmal zusammenzufassen: Jugendschutz ist wichtig. Strenge Regelungen zur Kontrolle von Medieninhalten sind gut, immerhin gibt es kein gottgegebenes Recht auf ungefilterten Gewaltkonsum. Industrie und Politik müssen gemeinsam für die Einhaltung dieser Regeln sorgen. Aber! Diese Gesetze gibt es schon. Sie funktionieren. Publisher und Kontrollgremien arbeiten prima zusammen. Die Forderungen nach noch mehr Verboten sind daher reiner Populismus. Schön, dass man es im zuständigen Ministerium genauso sieht.

Hitman, Puccini und die dunklen Ecken deiner Seele

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Hitman. Wie geht man eigentlich mit so einem Spiel um? Eigentlich kann die Serie ja jedem Verbotspolitiker als Paradebeispiel für all die schrecklichen Killerspiele dienen, denn Töten ist in Hitman das eindeutig festgelegte Spielziel. Der Hitman (und somit der Spieler) hat schließlich die Aufgabe Menschen zu töten. Das ist sein Job. Er setzt seinen Opfern dabei tödliche Spritzen, ersticht und erdrosselt sie, wirft sie vom Balkon oder schießt ihnen einen Kugel in den Kopf, mal aus der Ferne mit Hilfe eines Scharfschützengewehrs, mal aus der Nähe mit einer schallgedämpften Pistole. Er tut dies für schnödes Geld. Keine Selbstverteidigung, keine Rettung der Welt, keine Zweifel, keine Reue. Einfach solange die Kehle zuschnüren, bis das Opfer aufhört zu zappeln und die Sache ist erledigt. Für den Hitman ist das ein ganz normaler Tag im Büro.

Klarer Fall eigentlich. Auch ich, als erklärter Kritiker der gewaltbesessenen Videospielbranche, sollte also eigentlich kräftig gegen die Serie wettern. Aber trotzdem…

Irgendwie ist Hitman nämlich gar nicht so, wie die üblichen Schieß- und Schlitzspiele, denn es verfügt über ein erstaunlich großes Maß an Eleganz, sowohl im Hinblick auf die Präsentation als auch auf das Gameplay. Hitman ist kein Actionspiel. Das Tempo ist gemäßigt, das Vorgehen des Spielers stets wohlüberlegt. Die einzelnen Missionen bieten viele Möglichkeiten den Auftrag sowohl zu erfüllen als auch scheitern zu lassen und ein sauber ausgeführter Hit erfordert oft wesentlich mehr Hirnschmalz als die ganzen blöden Objektkombinationsrätsel in dem, was sich heute so Adventure schimpft. Wer auf plumpes Ballern steht, wird an Hitman wenig Freude finden. Wer es liebt, wenn ein komplexer Plan funktioniert, schon viel eher. Auch die edle Inszenierung hält da mit. Hitman ist sehr vornehm und zurückhaltend präsentiert. Orte wie Opernhäuser, Raddampfer oder Weinplantagen sind einfach nicht die üblichen Schauplätze von Videospielen. Ich wette die meisten Spieleentwickler haben in ihrem Leben noch kein Oper gehört, aber die Jungs von IO Interactive setzen im dritten Level eine Probe von Tosca in Szene. Das betrachtet man gerne als Wiedergutmachung für fünftausend Spiele voller billigem Lizenzhiphop. Gerade mir, als erklärtem Fan von Puccini, geht da schon ein bisschen das Herz auf.

Keine Frage, Hitman hat tatsächlich eine ordentliche Portion Stil und Klasse. Nicht nur verglichen mit stumpfer Ballerkacke wie Quake 4 oder reaktionärer Militärwerbung wie Ghost Recon, sondern auch ganz für sich allein betrachtet. Nur kommt man dann halt doch irgendwann wieder an den Punkt, wo man sich an sein Opfer anschleicht, die Kaliumchlorid-Spritze zückt und sich überlegt ob man das wirklich tun möchte.

IO Interactive will einem die Antwort auf diese Frage so einfach wie möglich machen und so sind die potentiellen Opfer immer irgendwelche Drogenbarone, Menschenhändler oder andere Berufsverbrecher und Schlechtmenschen, die selber keine Probleme mit so etwas hätten und es auch gerne mal spontan praktizieren. Eigentlich gibt es auch nur eine Antwort auf diese Frage, schließlich kann man den aktuellen Level nur beenden, wenn man die Zielpersonen tötet. Hitman bietet viele spielerische Freiheiten, aber die Wahl ob man tötet oder nicht, verweigert einem das Spiel. Höchstens wie und wie viel getötet wird, darf man selbst entscheiden.

Also drückt man ab. Schließlich ist eine Deinstallation die einzige echte Alternative dazu. Wer gerade 50€ für das Spiel auf den Tisch gelegt hat, wird sich dafür bestimmt nicht entscheiden, auch wenn er in dem Moment vielleicht nicht mehr ganz sicher ist, ob ein anderes Spiel nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre.

Dennoch, muss man wirklich ein schlechtes Gewissen haben? Schließlich geht von der Figur eines professionellen Killers einfach eine gewisse Faszination aus. Wer die leugnet, lügt. Wir alle haben uns schon beim Schauen von Filmen wie “Day of the Jackal” dabei erwischt, dass sich ein Teil von uns wünschte, der Killer wäre erfolgreich. Viele berühmte Filmhelden sind schlussendlich oft nichts anderes als glorifizierte Berufskiller. Oder glaubt ihr etwa, James Bonds Lizenz zum Töten wäre eine Selbstverteidigungsmaßnahme?

Wo liegt die Quelle dieser Faszination? Wünschen wir uns manchmal einfach eine weniger komplexe Gefühlswelt? Ein Leben ohne Reue und Zweifel kann manchmal ganz verlockend klingen. Bewundern wir vielleicht die Perfektion und Zielorientiertheit solcher Killerfiguren? So gradlinig wie der Hitman lebt sicher keiner von uns sein Leben. Kommen da einfach unsere niederen Instinkte hoch? Bei so manch bestialischem Verbrechen hat sich sicher der eine oder andere von uns mal kurzfristig gewünscht, dem Täter einfach eine Kugel in den Kopf jagen zu können.

Am Ende wissen wir natürlich alle, dass die Welt eben komplex ist und ein Leben ohne Reue eine ziemlich traurige Existenz wäre. Uns ist klar, dass im Zickzack zu leben eben doch interessanter ist als ein Dasein auf Scheuklappenkurs. Und wenn der erste Schock erstmal verdaut ist, dann ziehen wir eben doch ein rechtstaatliches Verfahren der Selbstjustiz vor.

Dennoch, diese Gefühle und Gedanken sind da. Deswegen nutzen wir Kunst und Unterhaltung um diese zu erforschen. Bücher und Filme helfen uns dabei herauszufinden, was wir wirklich denken und fühlen. Am Ende merken wir halt, dass wir doch ganz froh sind, wenn der Schakal gescheitert ist. Videospiele erlauben es uns sogar noch viel besser die dunkleren Ecken unserer Seelen auszuleuchten, als passive Medien wie Film und Literatur. Schließlich schaue ich in einem Videospiel so einem Charakter nicht bloß bei der Arbeit zu, nein, ich bin dieser Charakter. Ich muss nicht die Handlungen einer anderen Person extern bewerten, ich muss über meine eigenen Handlungen reflektieren. Wenn es mir am Ende einer Mission etwas schwer fällt, einen Drogenbaron zu töten, dann stumpft mich das nicht ab, sondern mir wird wieder klar dass ich so was in der realen Welt eben nicht gut heißen würde.

Wie bewusst wir das tun, spielt dabei keine Rolle. Ich vermute IO Interactive hat sich solche Gedanken gar nicht gemacht. Dennoch ist Hitman sicher aus genau so einer Faszination entstanden. Was wäre wenn? IO hat ein Spiel gemacht das diese Frage beantwortet, weil sie ihnen selber auf der Seele brannte. Wir kaufen Hitman also nicht, weil wir gerne virtuell töten, sondern weil auch wir gerne die Antwort wissen würden. Egal, was wir vordergründig als Kaufgrund sehen oder angeben.

Müssen wir also ein schlechtes Gewissen haben, wenn wir Hitman spielen? Nein, müssen wir nicht.

Zumindest nicht, solange wir dabei noch ein schlechtes Gewissen haben.

Ich geb’s auf…

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Aus einem Eurogamer Interview mit dem Produzenten des Scarface-Spiels:

Using the left and right analog sticks, you can aim the reticule precisely - aiming for the head or kneecap, for example. In fact, according to producer Cam Weber, “You can actually target the left or right testicle.” Which brings us neatly to the reward you’ll receive for your efforts - ‘Balls Points’. Collect enough and your Balls Meter will fill up to the point where Tony goes into a Blind Rage, unleashing all manner of violent destruction on anything that gets in his way.

Sie haben tausende von Jahren menschlicher Kulturgeschichte und die ganzen Möglichkeiten eines aufregenden neuen Mediums zur Vergügung und das einzige was ihnen einfällt ist mir die Wahl zu geben, ob ich meinen Gegnern den linken oder rechten Hoden wegschießen möchte? Tja, diese schwerwiegende Entscheidung kann ich natürlich erst treffen, wenn ich weiß für welchen Hoden ich mehr “Balls Points” bekomme.

Wisst ihr was? Die Innenminister der CDU haben doch recht. Am besten wir verbieten den ganzen Scheiß. Dann muss ich mich wenigstens nicht mehr so viel aufregen.

Frankreich: Ritterschlag / Deutschland: Schlag ins Gesicht

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Na, wenn das nicht ein Grund ist Frust zu schieben. In Frankfreich werden lokale und internationale Videospieleentwickler zum Ritter geschlagen, in England hat sich die British Academy of Film and Television Arts entschlossen Videospiele offiziell als zum Film gleichwertige Kunst zu behandeln und in Deutschland überlegen sich die Herren Innenminister von der Union mal wieder wie man den ganzen Kram am besten verbieten kann.

Wo wir gerade bei dem Thema sind: GamesAreWork bemerkt mal wieder sehr korrekt wie saft- und kraftlos sich die deutsche Branche gegen solche Zensurversuche wehrt (wenn man das überhaupt so nennen darf). Die Devise scheint zu lauten “bloß keine Wellen machen, wird schon nichts passieren”. Na, vielen Dank.

Und noch was: Warum übernehmen selbst Branchenblätter wie die Gamestar (seufz) den Propagandabegriff “Killerspiele” völlig kommentar- oder kritiklos? Steht brav übernommen direkt in der Überschrift. Nicht mal in Anführungsstriche wird er gesetzt. Enttäuschend.

Allerdings würde es auch helfen, wenn mal ein paar mehr Spiele rauskommen würden, in denen man was anderes machen darf als irgendwelchen Terroristen ins Gesicht zu schießen. Danke, liebe Spieleindustrie.

Zum Schluss noch Tipp an Spieleentwickler: Wer zum Ritter geschlagen werden möchte, der sollte vielleicht aufhören immer wieder den ewig gleichen Ballerdreck zu recyclen. Schließlich sind die zukünftigen Ritter Miyamoto, Ancel und Raynal nicht gerade mit Spielen bekannt geworden, die in der Gamestar 9 von 10 Punkten für die Waffen bekommen haben. Wohl gemerkt, Alone in the Dark ist kein Knuddelspiel gewesen. Gewalt alleine ist nicht problematisch. Problematisch wird es erst, wenn das Spiel gewalttätig und doof ist. Also, erst nachdenken dann designen.

Dann klappt’s auch mit dem Ritterschlag.

The following takes place between 7:00pm and 8:00pm

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Ich liebe 24. Wenn Jack “Jack Bauer” Bauer sich durch Horden von Terroristen* foltert, dann geht mir einfach das Herz auf. Klar, das ist nicht sonderlich politisch korrekt, aber niemand improvisiert so schön aus einer Schreibtischlampe ein Folterwerkzeug wie Jack. Wenn du morgen früh aufwachst, dann nur weil Jack Bauer wollte, dass du aufwachst.

Als häufigste Todesursache von Männern aus dem mittleren Osten, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis Jack Bauer auch mal unseren Konsolen einen Besuch abstattet. Schließlich rufen überdurchschnittlich viele Gegner in Videospielen “Yalla! Yalla!”, bevor wir ihnen ein bis zweihundert Kugeln durch den Kopf jagen. Normalerweise ist für solche Spiele Ubisoft mit ihrer “Tom Clancy”-Marke verantwortlich, aber in diesem Fall hat Jack Bauer Sony Cambridge mit vorgehaltener Waffe gezwungen in zu digitalisieren.

“Finish this game! NOW! I have nothing to lose!”

Genau das haben sie dann auch gemacht und so steht “24 - The Game” jetzt in den Läden. (Hierzulande allerdings erst in zwei Wochen.) Dabei sehen die ersten Kritiken allerdings eher nicht so gut aus. Gamespot gibt dem Spiel eine 6.2 und IGN sogar nur 4.2. Und seien wir mal ehrlich, die meisten von uns wussten gar nicht, dass IGN so niedrige Zahlen überhaupt verteilt.

Jetzt wo sie Jack Bauer verärgert haben, werden sie natürlich nie wieder irgendwelche Zahlen verteilen können. Nein, liebe Redaktion, es hilft auch nicht eurer Schreibtischlampen zu verstecken. Jack braucht keine Schreibtischlampe, um euch die Augäpfel zu entfernen. Jack braucht keine Schreibtischlampe, um euch einen Finger nach dem anderen zu brechen. Jack braucht keine Schreibtischlampe, um euren Chirurgen dazu zu zwingen euch auf dem OP-Tisch sterben zu lassen.

Da ich als “liberal” ja sowieso nur noch lebe, weil ich Jack bisher geschickt aus dem Weg gegangen bin, weiß ich genau was ich tun muss um nicht auf seiner shitlist zu landen: Ich lobe sein Spiel!

Jawohl, “24 - The Game” rockt.

Und ich sage das nicht nur, weil ich meine Augen, Finger und Familie mag, oder weil ich allergisch gegen Elektroschocks bin. Ich mag es wirklich.

Zunächst mal muss man die Präsentation loben. Alle Originalschauspieler sind dabei. Ausnahmsweise sehen diese im Spiel auch nicht aus wie entsetzliche Zombieversionen ihrer selbst, sondern sind erschreckend originalgetreu nachgebildet. Und was sie sagen macht Sinn! Okay, es macht keinen Sinn, weil es in der Serie ja auch nie Sinn macht. Aber ihr wisst schon was ich meine. Das Ganze ist halt gut geschrieben. Und die Musik (vom Originalkomponisten) ist auch prima. Überhaupt hat das Spiel alles, was einem 24-Fan das Herz höher schlagen lässt. Es gibt jede Menge Splitscreens, Kim ist mal wieder in Gefahr, Nina ist böse, Jack schreit an Stühle gefesselte Leute an und Chloe runzelt dauernd die Stirn.

Im Großen und Ganzen fühlt man sich bei dem Spiel so, als dürfte man bei einer neuen Staffel der Serie mitmachen. Eigentlich gibt es ja kaum ein größeres Lob für so eine Art von Spiel.

Klar, es gibt auch Schwachpunkte. Die Steuerung der 3rd Person Shooter Level ist nicht wirklich sonderlich gelungen. Wenn man so was schon aus einem anderen Spiel klaut (in diesem Fall 007: Everything or Nothing), dann bitteschön auch richtig. Wobei, EA hat das ja selber für das letzte Bond-Spiel nicht hinbekommen. (Nutzloses Triviawissen des Tages: Der Komponist von 24, Sean Callery, hat auch die Musik für Everything or Nothing gemacht.) Außerdem ist die Framerate in den Autoleveln doch arg zäh.

Die Shooter- und Autolevel machen dann auch den Hauptanteil des Spiels aus. Aufgelockert wird das alles allerdings noch durch einen riesigen Haufen von Minispielchen. Da werden Gefangene ausgequetscht, Satellitenfotos analysiert und Bomben entschärft. Außerdem darf man Scharfschütze spielen, Türschlösser knacken und Dateien entschlüsseln. Und wenn man sich bei Sony auch nicht ganz an das Echtzeitgimmick der Serie gehalten hat, so fühlt sich das Spiel trotzdem fast so an. Das liegt unter anderem auch daran, dass die meisten Sachen irgendwie unter Zeitdruck passieren.

Für einen Fan der Jack Bauer Power Hour gleicht 24 – The Game seine spielerischen Schwächen jedenfalls locker durch ein flottes Tempo, super Präsentation und viel Abwechslung wieder aus. Wärmstens empfohlen.

Und denkt immer daran: Der einzige Grund, warum ihr noch bei Bewusstsein seid, ist dass Jack Bauer keine Lust hat euch zu tragen.

* Alternativ sind auch die Ehemänner seiner Freundin akzeptabel.

Sam Fisher der Faschist

Okay, Schluss mit Kuschelthemen. Wen interessiert es schon, welche Spiele ich letztes Jahr toll fand? Es wird mal wieder Zeit etwas kontroverser zu sein. Die These des Tages lautet deshalb:

Sam Fisher ist ein Faschist.

Jawohl, du spielst in Splinter Cell einen Faschisten. Hast du das etwa nicht gemerkt? Interessanterweise hat es auch die ganze Fachpresse nicht gemerkt. Vor allem die nicht, die sich immer einreden sie machten was halbwegs Intelligentes und schrieben für Erwachsene und so. Und interessanterweise haben es auch die ganzen Leute nicht gemerkt, die immer was davon erzählen, dass Videospiele doch bitte Kunst seien.

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Parteien zur Wahl

Zwei Stimmen
Am 18. September ist es mal wieder so weit, wir wählen einen neuen Bundestag. Das Problem ist nun aber dass ich nicht wirklich weiss, wem ich meine wertvollen Stimmen anvertrauen soll. Rot-Grün hat sich schliesslich öffentlich für handlungsunfähig erklärt, und Schwarz-Gelb veranstaltet gerade eine interne Meisterschaft im Schlammwerfen. Was also bleibt dem mündigen Bürger mit Internetzugang, wenn er sich nicht der schweigenden Mehrheit der Nichtwähler anschliessen will? Ganz einfach, er schmökert ein wenig in den Parteiprogrammen, die beispielsweise beim Bundeswahlleiter hinterlegt sind.

Dabei kommt teilweise Erstaunliches zutage. Ich kann nur jedem empfehlen, sich mal das Manifest der Spirituellen Partei, der Feministischen Partei oder der Deutschen Pogoanarchisten durchzulesen, alles Goldminen des bizarren Humors. Aber als passionierten Spieler hat es mich natürlich besonders interessiert, was die werten Herrschaften zum Thema Medien und Jugendschutz zu sagen haben. Ein positives Fazit vorweg, vor lauter Finanzmisere und internationalem Terrorwahn scheint sich augenscheinlich keine der grossen Parteien mehr für Computer- und Videospiele zu interessieren.

“[Kinder] bedürfen des Schutzes vor seelischer und körperlicher Überforderung und Gewalt, auch vor ungehemmtem Medienkonsum”

ist die glorreiche Erkenntnis der SPD. Die CDU holt wie gewohnt zum medialen Rundumschlag aus und erklärt:

“Wir wenden uns gegen eine verharmlosende und immer hemmungslosere Darstellung von Gewalt in Massenmedien, in Videofilmen und Computerspielen, gegen Pornographie sowie entwürdigende Darstellungen in der Werbung.”

Was aber konkret geplant ist verrät selbstredend keiner, man möchte ja nicht Millionen von spielenden Wählern verärgern. Wie nicht anders zu erwarten setzt das bayerische Phänomen CSU noch einen drauf. Von Oberpolterer und Innenministerkandidat Beckstein war ja schon nach dem Schulmassaker von Erfurt 2002 zu vernehmen, dass er einerseits die Produktion nicht näher definierter “Killerspiele” unterbinden will, sie aber wegen seines christlichen Moralethos noch nie ausprobiert hat. Ins gleiche Horn stösst dieses Jahr der Arbeitskreis Jugendmedienschutz des Landesverbandes der Frauen-Union der CSU (was für ein Titel), der in seinem Programmheft schreibt:

“Ego-Shooter sind nicht nur einfache Computerspiele. Viele werden auch in der militärischen Ausbildung der US-Army als Tötungstraining genutzt, zum Teil sogar in den Elite-Einheiten. Es ist verantwortungslos, ein Trainingsprogramm für erwachsene Soldaten Kindern und Jugendlichen zum Spielen anzubieten.”

Dazu auch die Landesvorsitzende der Frauen-Union, Maria Eichhorn MdB:

“Wir müssen den jungen Menschen klar machen, dass es in der Realität andere Regeln gibt als im Film oder auf dem Computerbildschirm. Deshalb setzen wir mit unserer Initiative auf die Vermittlung unseres christlichen Wertefundaments.”

Gott mit dir, du Land der Bayern.

Das Beste zum Schluss. Die meisten kleinen Parteien haben ein zu fokussiertes Wahlprogramm, um sich mit Lappalien wie Videospielen abzugeben. Wie beispielsweise die Partei “AB JETZT für Volksentscheide und gegen Zuwanderung ins soziale Netz”, die ihr gesamtes Programm bereits im Namen trägt. Nicht jedoch die Bürgerrechtsbewegung Solidarität. Obwohl ich ihre Idee von einem transkontinentalen Magnetbahnnetz auf Grundlage des Westfälischen Friedens durchaus attraktiv finde, bin ich über die Äusserungen ihrer Kanzlerkandidatin doch etwas bestürzt.

“Bereits im Herbst 1999 wies [Helga Zepp-LaRouche] auf einer internationalen Konferenz in den USA auf die alarmierende Tatsache hin, daß die Gewalt- und Killervideos für Jugendliche bzw. deren “Einstiegsdrogen” wie Pokémon und Nintendo ursprünglich von der US-Armee für militärische Trainingszwecke entwickelt wurden - was ihre unheuere Effizienz erklärt - und forderte ein weltweites Verbot der Produktion und Verbreitung dieser Filme bzw. Computerspiele.”

Starker Tobak!

Also dann, in drei Wochen ist Wahltag. Wir treffen uns an der Urne.