Archiv für Schlagwort: PSP

Videogames Around the World

Wenn ein Antigamer die Welt bereist, ist er natürlich auch immer auf der Suche nach videospieligen Fotomotiven. Aus Rio habe ich euch ein Bild von brasilianischen Killerspielzeitschriften mitgebracht und auch meine Fahrt in die Mongolei hat das eine oder andere Foto abgeworfen. Mein persönliches Highlight ist die PSP-Tankstelle:

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Gefunden im nördlichen Kasachstan. Ohne Frage ein interessanter Marketingansatz von Sony.

Als wir in Usbekistan waren, brauchten wir ein Visum für Kasachstan. Unsere Route hat uns von Kasachstan nach Usbekistan geführt und von Usbekistan wieder nach Kasachstan. Da unser Visa-Service allerdings scheiße ist, hatten wir nur ein Kasachstan-Visum mit einfacher Einreise, was dazu führte, dass wir in Taschkent zur kasachischen Botschaft laufen durften um dort ein zweites Visum zu beantragen. Dazu wiederum brauchten wir eine ganze Menge Dinge die wir nicht hatten. Passfotos zum Beispiel. Und Dollars. Was wir aber auch brauchten, war ein Antragsformular, welches den kyrillischen Bürokratiekauderwelsch in deutschen Bürokratiekauderwelsch übersetzt. Sonst hätten wir da mit unseren Passfotos und Dollars gestanden und blöd aus der Wäsche geguckt.

Was macht man da also? Na klar, man geht in ein Internetcafé. Tatsächlich war das in Taschkent aber nicht so einfach zu finden. Das liegt jetzt nicht etwa daran, dass man in Taschkent hinter dem Mond leben würde. Im Gegenteil. Die sind nur eben schon soweit in der Zukunft, dass sie alle ihre Internetcafés in World of Warcraft Spielhallen umfunktioniert haben. In diesen “Game Clubs” (siehe Bild) sitzen dann jede Menge Leute an den PCs und spielen WoW und andere Spiele. Die Anzahl der Titel, die auf den Rechnern vorinstalliert waren, ist übrigens nicht von schlechten Eltern gewesen. Von alten Klassikern der Marke Starcraft und Counter-Strike bis hin zu den aktuellen Titel von EA Sports war eigentlich alles da.

Was man dort allerdings nicht bekam, waren Originalspiele. Der Laden in dem wir unsere Passfotos gemacht haben, war so eine Art Kombination aus einem Foto-Shop und einer Raubkopierhöhle. Hinten drin, konnte man mit einer billigen Digitalkamera Fotos von sich machen und ausdrucken lassen und vorne waren die Regale voller Raubkopien von Playstation- und PC-Spielen zu Spottpreisen. Ich glaube mit einer nicht gechipten PS2 kann man in dem Land gar nichts anfangen.

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Selbst in der Mongolei, wo die meisten Leute noch in Zelten wohnen – ohne Stromanschluss oder gar Kanalisation – haben Videospiele inzwischen Fuß gefasst, wie dieses Bild aus der Stadt Khovd beweist.

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Mit knapp 30.000 Einwohnern, von denen die meisten noch in Zelten wohnen, ist Khovd schon eine der größeren Städte der Mongolei, insofern war ich dann doch überrascht dort ebenfalls einen Laden mit Videospiel-Raubkopien zu finden. Kurz: Wir sind überall! Interessanterweise war diese Kombination aus Internetcafé und Videospielladen auch gleich im hübschesten Haus der Stadt zu finden. Auf der anderen Straßenseite sah es nämlich so aus:

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Wer weniger videospielspezifische Fotos und Videos zu meiner Reise sehen will, der kann das hier tun. Ansonsten habe ich schon einen Haufen Beiträge in der Mache. Nach der mongoleibedingten Pause, wird es hier also in näherer Zukunft wieder ordentlich Lesestoff geben, schließlich marschieren wir gerade schnurstracks in die Weihnachtsgeschäftsphase, welche viel Stoff zum Loben und Lästern bieten dürfte.

18 Kommentare Autor: Richard
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Der Ehrliche ist wie üblich der Dumme

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Vor einer ganzen Weile habe ich schon mal kurz Sonys Downloadservice für PS1-Spiele erwähnt. Damals verkündete ein britisches Playstation-Magazin, dass geneigte PSP-Besitzer in diesem Jahr ein wahres Füllhorn an alten Spielen angeboten bekommen würden, darunter zahlreiche von vielen geliebte Klassiker. Nun, wie es jetzt aussieht, war meine Skepsis berechtigt. Statt das anämische PSP-Portfolio mit einem Schlag um dutzende Triple-A Titel zu erweitern, verkommt das Angebot zu einer zynischen Abzocke, die Xbox Live Arcade und Nintendos Virtual Console im direkten Vergleich richtig gut aussehen lässt. Zunächst mal muss sich jeder, der PS1-Spiele auf seiner PSP laufen lassen will, eine PS3 zulegen. Denn nur damit lassen sich im Moment Sachen aus dem Onlineladen kaufen. Klar, laut Sony soll man das später auch direkt mit dem PC oder der PSP erledigen können, aber derzeit ist das Retroreservoir noch ein verdammt exklusiver Club. Besonders in Europa, denn mangels 600€ teurer Zusatzhardware hierzulande kann ich mir natürlich auch noch kein 10€ PS1-Spiel auf den Memory Stick ziehen. Nicht dass ich das ob dieser Mondpreise machen würde, aber ich habe bisher ja noch nicht mal eine Wahl.

Apropos Wahl. Selbst wenn ich mein Geld selber drucken würde und die Oberen bei Sony mir endlich erlauben würden, ihre Spiele zu kaufen, ja selbst dann würde mir das bisherige Angebot nur ein müdes Stirnrunzeln entlocken. Wer zum Teufel ist bloss auf die Idee gekommen, Tekken 2 und Hot Shots Golf in das anfängliche Aufgebot zu packen? Von beiden Serien gibt es schon ein ganze Zeit lang bessere Versionen auf der PSP, so dass wohl nur Leute mit akuter Geldnot auf die schwächeren PS1-Teile zurückgreifen würden. Aber Leute mit akuter Geldnot würden sich wohl kaum eine PSP und eine PS3 kaufen. Argh, der Schwachsinn bereitet mir körperliche Schmerzen! Den Rest des Lineups habe ich schon wieder vergessen, war aber dezent unspektakulär.

Und jetzt der Clou an der Sache. Die bösen bösen Softwarebastler sind natürlich schon wieder drei Schritte weiter. Während treudoofe Idioten wie ich brav die leeren Versprechungen der Hersteller schlucken und auf bessere Zeiten warten, haben findige Tüftler ihr Handheld schon längst in eine tragbare Playstation verwandelt, so wie es anfangs auch offiziell angedacht war. Mit Hilfe einer modifizierten Firmware und einem Blanko-Emulator (beides nicht wirklich koscher) steht den Retrofreuden selbst mit einer heimischen PSP nichts mehr im Weg. Noch besser, mit entsprechenden Tools ist es inzwischen möglich, beliebige PS1-Spiele von CD zu rippen und auf seinem Handheld abzuspielen, und das sogar in komprimierter Form, für mehr Spiel pro Karte. Als ehrlicher Kunde stehe ich also mit nett gemeinten Zusagen, aber doch eher leeren Händen da, während clevere Spieler bereits daheim und unterwegs Symphony of the Night zocken, und dass ohne einen Cent dafür zu bezahlen.

Daher mein dringender Appell an Sony: Leute, die Katze ist aus dem Sack! Wer entsprechendes Know-how besitzt, kann schon jetzt für lau PS1-Spiele auf seine PSP schaufeln, und das ohne PS3! Also vergesst den ganzen DRM-Scheiss -dafür ist es jetzt zu spät-, einigt euch pronto mit den Lizenzinhabern und bietet mir möglichst viele alte Spiele zum Kauf an – und zwar im Doppeltempo. Als jahrelanger treuer Kunde fühle ich mich gelinde gesagt veräppelt. Es macht mir überhaupt nichts aus, für den Bonus der Mobilität selbst Geld für Spiele hinzublättern, die schon längst als Original bei mir im Regal stehen; aber ihr müsst sie mir auch anbieten! Nicht so olle Kamellen wie Tekken 2, sondern eine solide Auswahl aus allen Genres. Sonst kaufe ich mir doch noch eine zweite PSP, nur zum modden. Und dann seht ihr von mir keinen Euro mehr.

65 Kommentare Autor: Stefan
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Wise from your gwave!

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28 Spiele auf einer UMD, Donnerwetter! Nicht, dass ich jemals Zeit oder Lust hätte, die alle ausführlich zu spielen. Aber ich will ja keinem Titel Unrecht tun, und habe daher jedes Spiel erstmal für genau fünf Minuten getestet. Hier meine Eindrücke.
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32 Kommentare Autor: Stefan
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PSP Demobakel

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Es gibt so Tage (oder besser Wochen), da hat man einfach nicht so viel Bock auf Videospiele. Angeschlagene Gesundheit, haufenweise Arbeit, Terminstress und nicht zuletzt das Gears of War Post-Hype Gekeife haben mich in letzter Zeit etwas von meinem Lieblingshobby abgebracht. Klar, für eine schnelle Runde God Hand oder einen erneuten Speed Run von Resident Evil 4, diesmal nur mit Infinite Launcher und Pistole ist immer Zeit; aber dass ich seit einer Woche Final Fantasy XII nicht mehr angefasst habe, ist laut Bibel eigentlich ein sicheres Zeichen für den baldigen Weltuntergang.

In solchen Momenten gibt es an und für sich nichts besseres als ein Demo oder zwei, um einfach mal wieder den Spielekompass zu norden. Schliesslich gibt einem so eine Demo die Möglichkeit zu einem Blick über den Tellerrand, und begeistert mich im besten Fall für völlig neue Spielekonzepte, die ich sonst nichtmal mit der Kneifzange angepackt hätte. Daher bin ich nach langer Zeit mal wieder bei YourPSP vorbeigesurft um zu schauen, was es auf Sonys offizieller PSP-Seite so Neues gibt. Und bevor ihr fragt, mein Computer ist zu alt für alle in den vergangenen Jahren erschienenen Demos, wie ich neulich bei DMoM&MOMGWTF mal wieder schmerzlich feststellen musste. PSP-Demos müssen es also sein. Aber was soll ich sagen, eine so lahmarschige Seite wie YourPSP findet man im weltweiten Netz zum Glück nur selten. Seit meinem letzten Besuch sind sage und schreibe drei neue Demos hinzugekommen. Damit erhöht sich die Zahl von Spielen, von denen es eine Probeversion gibt, auf drei. Eine der Neuerscheinungen ist nämlich noch eine Demo von Loco Roco. Aber sei’s drum, der eigentliche Grund, weswegen ich dies schreibe, ist Ridge Racers 2.

Meine erste und einzige Erfahrung mit Ridge Racer habe ich damals mit dem allerersten Teil auf der Playstation gesammelt. Einzige deshalb, weil ich Checkpoint-Racer noch nie sonderlich mochte, und weil eine Kollision mit einem Konkurrenten den eigenen Karren fast bis zum Stillstand abgebremst hat. Aber ich dachte mir eben, nach so langer Zeit könnte ich der Serie eigentlich mal wieder eine Chance geben. Also die Firmware auf den neusten Stand gebracht (was auch ein ziemlicher Akt war), die 10 MB grosse Demo gezogen und losgedüst. Fahrphysik aus der Hölle! Na gut, sich bei Ridge Racer über einen Mangel an Realismus zu beschweren ist ungefähr so müssig als wenn man Unreal Tournament eine wirklichkeitsferne Darstellung von Feuergefechten ankreidet. Aber wenn der eigene Bolide ein ähnliches Kurvenverhalten wie die Murmel aus Marble Madness aufweist, dann landet der Spielspass in Sekundenschnelle im Strassengraben. Um es etwas überspitzt auszudrücken, 90% der Zeit befindet sich der Wagen in einer ausgedehnten Seitwärtsbewegung. Und weil dafür null Talent erforderlich ist, habe ich die Demo gleich beim ersten Versuch geschafft. Motivation, eine bessere Rundenzeit herauszuschliddern: null. Wahrscheinlichkeit, dass ich mir das Spiel zulege: ebenfalls null. Zumal die Demo ohne Musik und Kommentator kommt, weil das ja noch einen halben MB mehr Platz gebraucht hätte. Uuuh, schlimm.

Um es nochmal auf den Punkt zu bringen, YourPSP ist gruseliger als das Schreckenskabinett von Dr. Phibes, die Ridge Racers 2 Demo ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten und meine Stimmung, insbesondere was Videospiele angeht, ist auf einem Rekordtief. Was ein Glück, dass das genau die richtige Einstellung für einen echten Antigamer ist.

48 Kommentare Autor: Stefan
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“Bevölkerung zu fett”, sagt Fastfood-Produzent

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  • 2006 FIFA World Cup
  • Burnout: Legends
  • Def Jam Fight for NY: The Takeover
  • FIFA Soccer
  • FIFA Soccer 06
  • FIFA Street 2
  • Fight Night Round 3
  • From Russia with Love
  • Harry Potter and the Goblet of Fire
  • Madden NFL 06
  • Marvel Nemesis: Rise of the Imperfects
  • NBA Live 06
  • NBA Street Showdown
  • NCAA Football 07
  • Need for Speed Most Wanted 5-1-0
  • SSX On Tour
  • Superman Returns
  • The Lord of the Rings: Tactics
  • The Sims 2
  • Tiger Woods PGA Tour
  • Tiger Woods PGA Tour 06

Das sind die in Amerika veröffentlichten PSP-Spiele von Electronic Arts. Fortsetzungen: 16. Lizenzkram: 4. Multiplattform: 21. Neuentwicklungen: 0. Und das hat David Gardner, seines Zeichens executive VP und COO of worldwide studios bei EA, zur derzeitigen Situation auf dem Handheld-Markt zu sagen:

There’s no doubt that EA has historically bet more on PSP. I think we were excited by the technology, but the consumers have proven that actually what they want is fun. We must never forget that what we need to focus on is fun and so EA is putting more effort behind DS games – and creative ones that really take advantage of the hardware.

Das ist, um es mal mit den Worten von Alanis Morissette auszudrücken, wie ein akuter Messermangel in einer Löffelfabrik. Ich wünsche den DS-Besitzern noch viel Spass mit den originellen und innovativen Spielen von Electronic Arts.

39 Kommentare Autor: Stefan
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Leichen pflastern ihren Weg

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Und das ist auch gut so, schliesslich steht Ragnarök vor der Tür, und in Asgard herrscht gerade ein eklatanter Mangel an Kriegern. Also beschliesst ein etwas gelangweilt wirkender Odin, die Valkyre Lenneth nach Midgard zu schicken um geeignete Einherjar für den bevorstehenden Weltuntergang zu sammeln.

Ihr ahnt es wahrscheinlich, es geht um Valkyrie Profile: Lenneth, das wahrscheinlich teuerste Playstation-Spiel aller Zeiten. Besser gesagt, um dessen kürzlich erschienene PSP-Umsetzung. tri-Ace sind ja bekannt für ihre ungewöhnlichen Rollenspiele, und auch dieses Spiel macht da keine Ausnahme. Das fängt schon beim Szenario an; statt wie üblich die Vernichtung der Welt zu verhindern, kommt es hier nur darauf an den Æsir zum Sieg über die Eisriesen zu verhelfen. Folgerichtig müssen daher alle Charaktere die man so trifft erstmal sterben. In ausgedehnten Zwischensequenzen werden tapfere Krieger heimtückisch gemeuchelt, Prinzessinnen vergiftet und Ritter zu Tode gefoltert, nur um anschliessend als Einheri an Lenneths Seite zu kämpfen.

Ähnlich ungewohnt gibt sich die Spielstruktur. Es gibt keine durchgehende Story, vielmehr ist Valkyrie Profile in Zeiteinheiten bis zur Apokalypse eingeteilt, die sich wiederum über acht Kapitel erstrecken. Städte besuchen, die Seelen der Gefallenen einsammeln, Dungeons erforschen – alles kostet wertvolle Zeit, und am Ende jedes Abschnitts kommt Freya vorbei um über den Fortgang der Schlacht gegen die Vanir zu berichten. Je mehr und bessere Krieger man in der Zwischenzeit nach Asgard geschickt hat, desto wohlwollender gibt sich Odin und bedenkt Lenneth mit grosszügigen Geschenken. Das Problem ist nur, so ein hochgelevelter Kämpfer fehlt dann natürlich in der eigenen Party, was die folgenden Dungeons deutlich schwerer macht. Ein kniffliger Balanceakt.

Aber lassen wir den Testaspekt mal einen Moment beiseite, ausführliche Reviews gibt es schliesslich genug. Viel wichtiger ist Valkyrie Profile als Indikator für die Qualität der unlängst versprochenen emulierten PS1-Spiele. Und da habe ich gute Nachrichten für euch. Lenneth sieht auf der PSP hervorragend aus! Natürlich muss man berücksichtigen, dass das Spiel für 16:9-Darstellung angepasst wurde (was manchmal zu unschönen Blur-Effekten führt), aber die Sprite-basierte Grafik und die gezeichneten Hintergründe haben nichts von ihrer zeitlosen Eleganz verloren. Hinzu kommen ein bombastischer Soundtrack und glasklares Voice Acting, die über Kopfhörer so richtig gut zur Geltung kommen. Auch die Akkulaufzeit der Konsole ist kein grosses Problem. Erstens ist Valkyrie Profile durch seine episodische Struktur eh prima dafür geeignet, für (relativ) kürzere Zeiten am Stück gespielt zu werden, und zweitens geht die PSP bei Energiemangel in den Standby-Modus, so dass der aktuelle Fortschritt nicht verloren geht. Die Ladezeiten sind ebenfalls vernachlässigbar und sollten bei den tatsächlich emulierten Spielen noch weniger ins Gewicht fallen, da sie ja schliesslich vom Memory Stick gestartet werden.

Alles in allem bin ich daher sehr zufrieden mit Valkyrie Profile Lenneth, nicht nur weil es ein ausgezeichnetes Rollenspiel ist, sondern auch weil es meine Vorfreude auf demnächst tragbare Spiele wie Castlevania: Symphony of the Night, UmJammer Lammy oder Persona 2 enorm gesteigert hat. Apropos Castlevania: laut 1up.com erscheint Symphony of the Night in Kürze auf Xbox Live Arcade. Wer dann nicht zugreift ist selber Schuld.

14 Kommentare Autor: Stefan
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Vorwärts in die Vergangenheit

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Die Konsolenmacher scheinen eine neue Goldgrube gefunden zu haben: olle Kamellen. Klar, schon zur Regierungszeit der Pharaonen packten Publisher ein paar “Klassiker” mit fragwürdiger Spielbarkeit in einen schicken neuen Karton und verlangten königliche Unsummen für den Spass. Während das Geschäft mit den Antiquitäten der Softwaregeschichte bisher allerdings nur ein nettes Zubrot war, scheint es sich in der kommenden Konsolengeneration zum essentiellen Standbein zu mausern. Sowohl Microsoft als auch Sony und Nintendo versprechen exquisites Retro-Vergnügen für ihre Konsolen. Dabei gibt es die Spiele der jeweils letzten Generation dank Abwärts-Kompatibilität bei allen dreien umsonst. Microsoft versucht sich bereits mehr oder weniger erfolgreich an einer Softwarelösung (August 05: “Xbox 360 will be backward compatible with the top-selling games on Xbox“; Juni 06: “nobody is concerned anymore about backward compatibility“; ein paar Tage später “We’re going to get darn close to that stated goal of every title done“), Sony verspricht wie üblich das Blaue vom Himmel (“Sony is very concerned about quality and backward compatibility. They want to get this right“) und Nintendo hat ohne grosses Mediengetöse Anschlüsse für Cube-Zubehör in sein Wii eingebaut.

Diese positive Seite der Retromanie ist durchaus Applaus wert, schliesslich zwingt niemand die Konsolenmacher, kostenlos für ein grösseres Portfolio zu sorgen. Ausserdem sieht man ja am Beispiel der 360, dass man bei halbherziger Arbeit eher Undank als Lob erntet. Kritisch finde ich es allerdings, wenn gerade für die ganz alten Klamotten plötzlich Geld auf den Tisch gelegt werden soll. Man sehe sich zum Beispiel einmal das Xbox Live Arcade Aufgebot von Midway an: Gauntlet, Joust, Robotron und Smash TV bringen die 80er auch in dein Wohnzimmer, für geschmeidige 4,65€ pro Stück. Beziehungsweise 400 “Points”, diese gestaltlose neue Währung, die man nur in furchtbar ungeraden Blöcken kaufen kann. Was man mit den überzähligen Punkten anstellen soll? Blöde Frage, mehr kaufen natürlich bis es wieder passt. Nicht verwechseln sollte man die Punkte übrigens mit den Punkten, will sagen dem noch viel nutzloseren Gamer Score. Ernsthaft, ich dachte anfangs wirklich, man könnte mit Erfolgen in den Spielen anschliessend Sachen vom Xbox-Marktplatz kaufen. So ein bisschen wie die Nintendo STARS eben. Pustekuchen.

Aber genug des Microsoft-Gebashes; was macht derweil die Konkurrenz? Wenn man den Versprechungen von Sony glauben schenkt, dann kann ihr eigenes Live-Derivat Kaffee kochen, Krebs heilen und die nächste Bundestagswahl gewinnen. Sprich, was Genaues ist noch nicht bekannt. Da die Playstation-Macher allerdings Meister des Strg-C/Strg-V sind, rechne ich fest mit einem Multiplattform-Release von Frogger et al. Konkreteres weiss man dagegen zum Thema PSP trifft PSone. Nach Angaben eines britischen Magazins sollen bis Ende nächsten Jahres etwa 7.000 PS1-Spiele zum Download bereitstehen, was Sony bisher allerdings mit einem “na ja, schauen wir mal” kommentiert. Angeblich sollen die Oberkracher Final Fantasy VII und VIII, Silent Hill und Castlevania zu den ersten neuerdings portablen Spielen gehören. Das klingt doch fast schon zu schön, um wahr zu sein.

Ähnliches hört man von Nintendo. Dank Virtual Console sollen auf dem Wii tonnenweise alte Spiele laufen, von Miyamotos gesammelten Mariospielen seit den seligen 8-bit Zeiten über Mega Drive-Spiele bis hin zu PC-Engine Klassikern. Im Einzelnen wird es natürlich von den jeweiligen Rechteinhabern abhängen, was wir uns legal runterladen dürfen und was als lieblos aufgemotzte Neuauflage zum Vollpreis ins Regal gehängt wird. Auf den ersten Blick prima klingt das Angebot aber allemal.

Trotzdem bin ich neulich ins Grübeln geraten. Machen wir als Kunden bei der Sache wirklich so ein gutes Geschäft? Zwar kennt noch niemand die Preise für den PSP-Download-Service und die Virtual Console, aber wenn man Live Aracde als Massstab anlegt, dann wird die Vergangenheit so richtig teuer. Wenn ein Spiel aus der Zeit unserer Ahnen schon 4 1/2 Eypos kostet, was sollen wir dann für “neuere” Sache anlegen? 10€? 15€? Wer weiss, aber demnächst kommt ja Street Fighter 2 für Live raus, dann sehen wir weiter. Apropos SF2, fällt da jemandem was auf? Richtig, das Spiel gibt es schon für die alte Xbox. Als Hyper Version (quasi ein “Best of” Street Fighter 2), mit SFIII: 3rd Strike, Live-Unterstützung für beide Spiele und dem passenden Animé. Und das im Ausverkauf für ungefähr 600 Points. Problem nur, die Anniversary Collection gehörte bei weitem nicht zu den “top-selling games on the Xbox”, daher gibt es auch keinen Patch, damit es auch auf der 360 läuft. Lieber nehmen Microsoft und Capcom einen noch nicht genauer definierten Geldberg für den nicht mehr ganz frischen Urahn aller Prügelspiele, und hauen wie nichts Gutes auf die Hypepauke. Nicht dass ich den Leuten Absicht unterstellen würde, ich impliziere sie nur. Oh, ich vergass übrigens zu erwähnen, dass man mit seinen überzähligen Points auch klitzekleine Bilderchen kaufen kann, zum Preis von etwa 30 Cent pro 64×64-Jpeg. Okay!

Für die Publisher ist so ein Retro-Downloadservice jedenfalls eine Lizenz zum Geld drucken. Wenn die Emulation erstmal steht, braucht man nur noch einen Server mit fetter Bandbreite, der Rest passiert von alleine. Entwicklung und Vertrieb fallen raus, Überkapazitäten und Händlermargen sind Schnee von gestern. Kein Vergleich zu den von allen Seiten beklagten irrsinnigen Entwicklungskosten für die neuen Konsolen. Und das Beste daran, der Kunde zahlt freiwillig für Onlinegebühren und Speichermedien. Ein Schlaraffenland. Und was springt für uns dabei raus? Was unterscheidet so ein Stück runtergeladener Software von der bisher üblichen Emulation, wenn man die offensichtlichen rechtlichen Unterschiede mal für einen Moment beiseite lässt? Wohin mit den so erworbenen Spielen, wenn man die Konsolen irgendwann einmal auf dem Dachboden einlagert? Wieviel darf man für so alte Sachen denn heute noch verlangen? Fragen über Fragen. Gewöhnt euch aber schon mal dran, dass die Vergangenheit in Zukunft eine wichtigere Rolle spielen wird als bisher.

49 Kommentare Autor: Stefan
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Günstige PSP-Spiele – Missing in Action

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So, jetzt wo ich eine PSP habe und ja ich mag sie wirklich danke der Nachfrage brauche ich natürlich ein paar mehr Spiele. Daxter und Wipeout Pure sind zwar schon sehr gut, aber ein wenig Abwechslung wäre auf die Dauer schon nett und LocoRoco sowie Valkyrie Profile Lenneth lassen bekanntlich noch ein paar Tage auf sich warten. Kein Problem, dachte ich mir, schliesslich hast du während der E3 doch mal was über eine PSP Platinumserie gelesen, bei der analog zur gleichnamigen Reihe für die stationären Playstations ab Juni ältere Spiele für wenig Geld vertickt werden sollen. Nun haben wir Mitte Juni, und von günstigen Platinumspielen ist immer noch nichts zu sehen. Da sich Sony bisher noch nicht dazu geäussert hat, ist die Verwirrung bei den diversen Onlinehändlern natürlich ebenso gross wie bei mir. Ich habe dann mal ein wenig rumgeschmökert und bin dabei auf diesen Thread gestossen. Offenbar gibt’s die Billigspiele erst Ende Juli, so dass ich mit dem Hosentaschengolf noch ein wenig warten muss. Sehr ärgerlich.

Aber zum Glück gibt es ja noch Ubisoft! Die feiern dieses Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum und bringen aus gegebenem Anlass ab sofort einen Haufen Handheld-Spiele für sparsame 20€ unters Volk, darunter auch die Habenwollen!-Kandidaten Exit und Lumines. Gross Werbung machen sie für die Aktion allerdings nicht, wenn es Gamefront nicht gäbe, wäre ich wohl niemals über diese Seite gestolpert. Der Teil mit “Weitere Informationen gibt es bei dem Fachhändler deiner Wahl” scheint allerdings noch nicht bis zum Saturn vorgedrungen zu sein, zumindest wollten sie gestern noch erstaunlich unverschämte 50 Scheine für Exit. Aber na gut, dankenswerterweise gibt es ja noch andere Fachhändler meiner Wahl, die ihren Katalog etwas fixer auf den neusten Stand bringen. Lange Rede kurzer Sinn, Handheld-Besitzer sollten in nächster Zeit mal die Augen offen halten, es gibt da im Moment ein paar recht nette Schnäppchen. So man sie denn findet im Spieleparadies Deutschland.

44 Kommentare Autor: Stefan
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Sehr Loco und Roco!

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Entschuldigt bitte den grässlichen Titel, aber ich habe gerade zum dritten Mal die LocoRoco Demo gespielt und kriege nun die absolut schräge Musik nicht mehr aus dem Kopf. Um es kurz zu machen, das Spiel rockt. Es sieht gut aus, klingt gut, ist einfach zu bedienen und führt unweigerlich zu guter Laune. Worum geht es? Nun, man spielt einen Planeten und muss den namensgebenden gelben Blob zum Levelende lotsen. Dazu tiltet man die Spielwelt mit den Schultertasten nach links oder rechts und lässt ihn durch Drücken beider Tasten hüpfen. Ausserdem kann man den Grinseball auf Knopfdruck in mehrere kleinere Blobs aufteilen und wieder zusammenfügen. Das wär’s eigentlich.

Klingt unglaublich primitiv, und ist es auch in gewisser Weise. Mehr als durch die Gegend rollen, Monstern aufs Haupt hüpfen und Blumen für mehr kleine Blobs aufsammeln gibt es in der Demo eigentlich nicht zu tun. Wenn da nicht die Präsentation wäre. Die in Pastellfarben gehaltene Welt wimmelt nur so vor knuffigen Kreaturen, die allesamt zuckersüsse Geräusche von sich geben. Zudem singt der gelbe Lachsack die ganze Zeit über in einer Kauderwelsch-Sprache, was sehr zum psychodelischen Gesamteindruck des Spiels beiträgt. Und weil ich gerade feststelle, dass sich das Ganze nur furchtbar schwer beschreiben lässt, gibt es hier gleich mal ein Video und einen Testbericht von LocoRoco. So, jetzt muss ich erstmal die restlichen Muimuis finden.

56 Kommentare Autor: Stefan
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Stefan mit den Klauenhänden

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Toll! Die PSP ist schon eine fantastische kleine Maschine. Seit Freitag spiele ich mit nur kurzen Unterbrechungen Wipeout Pure und Daxter, und von der Qualität her brauchen sich die beiden Titel wirklich nicht hinter ihren stationären Kollegen zu verstecken. Sony hat es tatsächlich geschafft, zeitgemässe Technik in einer hosentaschengrossen Konsole unterzubringen.
Aber! Die PSP wurde offenbar nie an Menschen getestet. Die Bedienelemente sind so unglücklich platziert, dass ich jetzt verdammt grosse Schmerzen in der linken Hand habe. Ernsthaft, während des Lenkens die linke Schultertaste zu bedienen grenzt an Masochismus, insbesondere wenn man den fitzeligen Analogknubbel benutzt. PSP zu spielen ist also vergleichbar mit autoerotischer Asphyxie, es macht Spass, ist aber schlecht für die Gesundheit. Die eingebauten Lautsprecher sind zudem eine ziemliche Katastrophe, der Lautsprecherausgang ist dafür aber um so besser (und man braucht im Gegensatz zum GBA keinen “gebt uns all euer Gold” Adapter).

Toll! Eine genügend grosse Speicherkarte vorausgesetzt, kann man die PSP prima als portablen Videospieler benutzen. Dank eines hervorragenden Freeware-Tools ist die Konvertierung der Filmdateien wirklich ein Kinderspiel, und der Bildschirm der Konsole ist dermassen gut, dass man selbst grässlich zusammenkomprimierte Untertitel noch gut lesen kann. Der iPod Video stinkt im direkten Vergleich ziemlich ab.
Aber! Der Weg dahin ist lang und steinig. Bei der Installation hat PSP Video 9 erstmal ASP.net auf meine Platte gepackt, das prompt ein eigenes Benutzerkonto angelegt hat. Was zu grosser Verwirrung beim folgenden Neustart geführt hat. Nachdem ich das Konto gelöscht hatte, wollte das Tool meine PSP partout nicht mehr erkennen. Also PSP Video 9 nochmal de-/installiert und gut war’s. Ausserdem hat es eine Weile gedauert, bis ich ein passendes USB auf Mini-USB Kabel gefunden habe, um die Konsole an den PC anzuschliessen. Gut, wenn man einen Schrank voller Alles-an-alles Kabel hat. Ach ja, für die Konvertierung einer 200 MB Datei braucht das Programm eine lockere Viertelstunde, “mal eben schnell” einen Kinofilm auf die Konsole zu schaufeln ist also nicht drin.

Toll! Für Wipeout Pure gibt es tonnenweise downloadable content, und das im Gegensatz zu anderen aktuellen Spielen absolut kostenlos. Ich habe mir gestern mehr als 70 MB an neuen Strecken, neuer Musik, neuen Rennklassen und neuen Skins runtergeladen, direkt von Sonys Servern auf meine PSP.
Aber! Natürlich war auch das ein ziemlicher Akt. Theoretisch kann man die extra Inhalte direkt aus dem Spiel heraus runterladen. Allerdings unterstützt Wipeout nur ungesicherte oder WEP-geschützte WLAN-Verbindungen, im Gegensatz zur PSP selbst (eine aktuelle Firmware vorausgesetzt). Das Problem ist, die Software meines D-Link Routers wurde von Soziopathen entwickelt, die zudem weder vernünftig Deutsch noch Englisch sprechen. Von WPA auf eine niedrigere Sicherheitsstufe zu wechseln ist daher absolut unmöglich! Zum Glück gibt es aber noch die Option, die PSP am PC anzuschliessen und den Kram von da aus runterzuladen. Dazu braucht man allerdings erst ein Konto bei YourPSP, und die Seite verträgt sich offenbar nicht mit Firefox. *seufz* Nach dem Exploder-Intermezzo muss man dann allerdings nur noch die Wipeout Pure Seite ansteuern, der Rest ergibt sich von selbst. Bis auf die Tatsache, dass sich Firefox nach dem Download gerne mal aufhängt. Und dass drei der Bonuspakete aufgrund von “generischer Fehler #1″ nicht zu kriegen waren. Ansonsten war aber alles cremig. Warum Wipeout allerdings keine Custom Soundtracks unterstützt, ist mir ein Rätsel.

Toll! Die Ladezeiten sind bei weitem nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Das mag natürlich von Spiel zu Spiel verschieden sein, aber bei Wipeout sind sämtliche Ladepausen unter zehn Sekunden, und bei Daxter gibt es praktisch keine Unterbrechungen. Ausserdem hat die PSP einen Standby-Modus, so dass man die Spiele innerhalb einer Sekunde da fortsetzen kann, wo man vor ein paar Stunden aufgehört hat. Natürlich ist es nicht so komfortabel wie Spiele auf Modulen, aber dafür geht auf so eine UMD auch einiges mehr drauf. Das Intro von Wipeout Pure zum Beispiel ist absolut bombastisch (ja ja, ich mag das Spiel).
Aber! Die anderen Ladezeiten, die für den Akku nämlich, sind ziemlich nervig. Die Batterie ist erstaunlich schnell leergeschlürft, insbesondere wenn man WLAN aktiviert und mal kurz im Internet rumsurft. Dann jedesmal zwei Stunden warten zu müssen ist zwar gut für meine Handgelenke (siehe oben), aber schlecht für meinen Geduldsfaden. Länger als fünf Stunden am Stück kann man mit der PSP jedenfalls nicht spielen, da ist der GBA doch klar im Vorteil.

Toll! Wie gesagt kann man mit der PSP eine ganze Menge anstellen. Spiele spielen, Musik hören, Filme schauen, im Internet surfen und so weiter. Dank des neusten Firmware-Updates steht einem ausserdem die Welt des Flash offen; jetzt muss ich eigentlich nur noch eine Seite mit guten Flash-Spielen finden. Langweilig wird mir mit der Konsole jedenfalls nicht so schnell.
Aber! Die PSP ist dafür auch so intuitiv zu bedienen wie ein Atomkraftwerk. Trotz des durchaus gut designten Menüs sind manche Funktionen hinter absolut kryptischen Bezeichnungen verborgen. Ein Muster an Konnektivität ist die Konsole wie beschrieben ebenfalls nicht. Ich bin mir jedenfalls ziemlich sicher, dass Technik-Novizen mit der Konsole schlicht und einfach überfordert sein würden. Für Grobmotoriker mit Bratpfannenhänden ist die PSP ebenfalls nicht zu empfehlen. Der Hochglanzschirm zieht den Schmodder magisch an, und die vielen futzelig wutzeligen Knöpfchen und Schiebeschalter erfordern eine Hirn-zu-Finger Koordination auf Guitar Hero Niveau. In PSP-Land, the console uses you!

So, und jetzt muss ich mir erstmal ordentlich Franzbrandtwein auf die Gichtgriffel schmieren…

32 Kommentare Autor: Stefan
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