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Rückblick 2006 – Teil 2 (Tomb Raider: Legend, Defcon, Wii Sports)

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Schnell noch den Jahresrückblick durchprügeln, bevor 2007 anfängt interessante Spiele in die Läden zu bringen. Zack, zack!

Tomb Raider Legend

Die peinliche Hysterie, die Videospiele in gewissen Kreisen immer noch auslösen, sind ein klares Zeichen dafür, dass es sich bei ihnen noch um ein relativ junges Medium handelt. Sooo jung sind sie dann allerdings auch nicht mehr. Das merkt man schon daran, dass es inzwischen echte Comebacks gibt. Das Comeback des Jahres 2006 hat jedenfalls definitiv Lara Croft geschafft. Tomb Raider: Legend hat zwar nichts brilliant gemacht, aber fast alles mehr oder weniger richtig. Damit hat es Tomb Raider aus dem tiefen Loch herausgeholt in das Core Design es langsam aber sicher, ein Spiel nach dem anderen hineingeschaufelt hatte. Nachdem man lange Zeit über neue Tomb Raider Teile nur noch müde lächeln könnte, freue ich mich jetzt nicht nur auf den nächsten Teil, sondern auch auf Tomb Raider Anniversary, ein Remake von Teil eins. Denn das hat das einzige was Tomb Raider: Legend wirklich noch gefehlt hat: Dinosaurier!

Defcon

Defcon war das Indie-Spiel des Jahres 2006. Egal was man davon gehalten hat – ich habe viel davon gehalten, Hendrik weniger – allein deswegen hat es schon einen Platz auf dieser Liste verdient. Das Spiel mag durchaus mehr von seiner bedrückenden und spannenden Atmosphäre gezehrt haben, als von einem hochgradig ausgeglichenen Spielprinzip, wenn die Atmosphäre aber so dicht ist wie bei Defcon, dann bin ich persönlich gerne bereit solche Mängel zu verzeihen. Ich glaube heute Abend werde ich mal wieder eine Runde spielen.

Wii Sports

Wii Sports war der definierende Titel des Wii Launches und wird auch noch lange der definierende Titel der Konsole bleiben. Damit hat es sich seinen Platz auf der Liste redlich verdient. Es gibt nur ein Problem: Mein Vater hat mich in Golf geschlagen. Mein Vater! In Golf! Ich weiß immer noch nicht so recht, wie ich mit dieser Schande leben soll. Drogen, schätze ich. Oder ich schlage Marc nochmal vernichtend in Mario Kart DS. Das könnte mein fragiles Ego auch heilen.

15 Kommentare Autor: Richard
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Sportschau

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Wie rezensiert man eigentlich einen Titel wie Wii Sports? Ein kurzer Blick in die Runde zeigt, dass sich die meisten Leute darauf beschränken kurz was zu jeder Sportart zu sagen und dann ein Gesamtfazit zu ziehen.

Tennis rockt, Boxen steuert sich unpräzise, Baseball taugt nicht so viel und insgesamt ist es ziemlich toll. Vielleicht noch ein paar Takte zum netten Trainingsmodus und zum weniger netten Fitnessmodus gesagt, eine halbwegs hohe Zahl darunter geklatscht und die Sache hat sich erledigt.

Ich meine, was soll’s? Erstens stimmt das ja alles (das Spiel ist ziemlich gut, Boxen unpräzise und der Traingsmodus wirklich ganz gelungen), und zweitens kommt das Spiel sowieso umsonst mit, da braucht man sich echt keine große Mühe zu geben.

Aber ehrlich gesagt fangen die Probleme ja genau da an. Es ist umsonst. Na ja, vielleicht auch nicht, aber es ist halt nicht so als hätte man bezüglich des Kaufes eine Wahl. Es liegt der Konsole eben bei. Der übliche “8 von 10 Punkten, kauft es euch wenn ihr mit euren Freunden im Wohnzimmer Tennis spielen wollt”-Schmuh ist an dieser Stelle somit noch weniger angebracht als sonst.

Völlig befreit vom Zwang eine Kaufempfehlung schreiben zu müssen, schreiben die meisten Leute…eine Kaufempfehlung. Dabei verstehen sie anscheinend überhaupt nicht, was Wii Sports in Wirklichkeit ist.

Nämlich ein Trojanisches Pferd.

Es gibt schließlich einen Grund, warum die Wii-Fernbedienung Wii-Fernbedienung heisst und nebenbei auch noch aussieht wie eine. Denn auch sie ist ein Trojanisches Pferd. Oder von mir aus auch ein Missionierungswerkzeug.

Denn so wie ein Missionar seine Bibel in die Hand nimmt, liebe Antination, so müsst ihr euer Wii Sports ergreifen um damit aller Welt zu beweisen: Videospiele machen Spaß. Sie verwandeln einen nicht in Killer, sie machen nicht dumm, sie machen nicht faul und sie sind nicht mal sonderlich kompliziert.

Sie machen einfach Spaß.

Eure Eltern und Onkel und Schwestern und Tanten und Freunde und Brüder und Kollege werden diese kleinen coolen weißen Dinger in die Hand nehmen, sie werden Tennis mit euch spielen und dann wird etwas ganz Erstaunliches passieren. Nach ca. einem Satz werden sie Spaß haben.

Es wird ein ungewöhnliches Gefühl sein. Nicht der Spaß an sich, sondern die Art und Weise auf die er erzeugt wird. Sie werden sich vielleicht ein bisschen komisch vorkommen und sich möglicherweise Sorgen machen, wie sie aussehen, wenn sie da so mit den Armen fuchteln.

Aber wenn ihr fragt “Noch eine Runde?” werden sie nicht wie üblich antworten “Nee, lass mal.”, sie werden sagen “Okay.“. Vielleicht sogar “Okay!”. Mit Ausrufezeichen. Auf jeden Fall werden sie am nächsten Tag von einem komischen Ziepen im Arm daran erinnert werden, was sie gestern gemacht haben.

Vielleicht werden sie danach immer noch keine Videospieler sein. Einige werden aber fragen “Wie viel kostet das denn?”. Einige davon werden vielleicht sogar enttäuscht sein, wenn ihr ihnen erklären müsst, dass man im Moment keine Wiis mehr kriegen kann. Aber auch diejenigen, die sich nach zwei, drei Runden Tennis wieder abgewandt haben, hat Wii Sports ein bisschen verändert.

Schließlich haben sie gerade zum ersten Mal in ihrem Leben ein Videospiel gespielt. Nicht versucht es zu spielen, oder dabei zugeschaut. Nein, sie haben es selbst gespielt.

Das ist eine große Sache. Denn mit ein paar ermutigenden Worten von euch werden Sie dann verstehen, dass Videospiele nicht dazu gemacht werden, um Kinderseelen zu zerstören, sondern um Menschenherzen höher schlagen zu lassen.

Ja, der Fitness-Modus ist nicht sonderlich toll und Baseball ist auch eher schwach. Aber das macht überhaupt nichts, denn alles was man braucht ist Tennis mit zwei Wiimotes und plötzlich findet man findet das Kind im Menschen. Auch bei solchen die es schon verloren geglaubt haben.

So, und nun nehmt euer Wii Sports, geht hinaus in die Welt und verändert sie.

8/10? Wen interessiert das schon: Wii Sports ist das wichtigste Spiel des Jahres.

67 Kommentare Autor: Richard
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Olympwas?

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Ich habe heute morgen verschlafen. Nichts dramatisches, nur 15 Minuten oder so, aber lang genug um vor der Wahl zu stehen, ob ich mich duschen will oder den Zug noch bekommen möchte. Aus offensichtlichen Gründen habe ich mich fürs Duschen entschieden.

Der ICE nach Mannheim fährt übrigens nur jede Stunde einmal, was mir wiederum nicht nur Zeit zum Duschen, sondern auch für ein reichhaltiges Frühstück gelassen hat. Falls es euch interessiert: bei mir besteht ein reichhaltiges Frühstück aus einer Tasse Tee (Earl Grey, heiß!) und dem Tutorial zu Medieval 2.

Dazu (also zu Medieval 2, nicht dem Tee) gibt es erstmal zwei Dinge zu sagen: Erstens, wenn die Schrift im Spiel völlig kaputt aussieht und ihre eine ATI-Karte habt, dann solltet ihr die Catalyst AI ausschalten. Das wollte ich nur kurz erwähnen, um Antigames Ruf als Deutschlands bestes Verbrauchermagazin aufrecht zu erhalten.

Zweitens: Sega hat eine seltsame Vorstellung von Stoff und von “hochwertig”. Auf der Rückseite der Collector’s Edition steht, es läge eine “hochwertige auf Stoff gedruckte Landkarte der Medieval 2: Total War-Welt” bei. Das ist glatt gelogen. Außer natürlich man meint mit “Stoff” in Wirklichkeit “Altpapier” und mit “hochwertig” in Wirklichkeit “billig in schwarz-weiß gedruckt”.

Hier übrigens noch ein Tipp für den verantwortlichen Packungsrückseitentextschreiber: Es gibt noch einen anderen und viel kürzeren Namen für die “Medieval 2: Total War-Welt”. Für gewöhnlich nennen wir die nämlich einfach “Europa”.

Ich habe jedenfalls mal den Sega Support angeschrieben, um rauszufinden wie dort diese Begriffe definiert sind.

Aber zurück zum Thema. Der Tee zum Frühstück hat nämlich dazu geführt, dass ich auf dem Weg zur U-Bahn heute ausnahmsweise schon im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte war und somit Sachen wie Werbeplakate tatsächlich wahrnehmen und verarbeiten konnte. Das ist normalerweise nicht unbedingt ein Vorteil, aber heute bin ich an was Interessantem vorbei gekommen. An der Litfassäule hing nämlich ein Werbeplakat für Pro Evolution Soccer 6.

Oder zumindest dachte ich zuerst es wäre ein Poster für PES6. Ein paar vom Tee unterstützte Aktionspotentiale später fiel mir dann allerdings auf, dass es sich dabei gar nicht um Werbung für das Spiel handelte, sondern um Werbung für eine Veranstaltung namens Olymptronica.

Ich könnte jetzt diese Veranstaltung kommentieren, welche sich als “VideoGames Show” bezeichnet (InterCapping FTW!) und als “innovative Mischung aus Neuheiten-Schau und eSport-Meisterschaft” beschrieben wird, aber das einzige was mich daran wirklich interessiert ist der Name.

Olymptronica? Echt?

Wirklich?

Olymptronica?!?

For real, homies?

Olymptronica klingt vielleicht wie eine Schreibmaschinenmarke aus den 40er Jahren, oder wie ein in den 70ern gegründeter volkseigener Betrieb zum Nachbau westlicher Halbleitertechnik, aber ganz sicher nicht wie eine Videospielveranstaltung des Jahres 2006.

Meine Güte, ich hoffe die haben niemand Geld dafür bezahlt.

Für alle die über den Namen Namen hinweg schauen können: Die “Olymptronica” (kicher!) findet am 18. und 19. November in der Jahrhunderthalle in Frankfurt statt. Eintritt ist 8€. Ich werde nicht hingehen, obwohl man Wii spielen kann und es einen Guitar Hero 2 Wettbewerb gibt.

30 Kommentare Autor: Richard
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Der AntiGames™ AntiTipp™ des Tages, Folge 6

Heute: Golf

Konfuzius sagst: Wenn du auf der Driving Range stehst, dann lasse beim Schwung nicht den Schläger los. Sonst fliegt der zehn Meter weit und der Ball nur einen. Dann kommst du dir sehr doof vor.

20 Kommentare Autor: Richard
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Blau und Weiß, wie lieb ich Dich

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So. Das Bild musste einfach her. Nicht dass nachher noch jemand denkt, es gäbe hier bei Antigames irgendwelche BVB-Fans. Nachdem wir das geklärt haben, könnt ihr in aller Ruhe Stefans Fußball-Beitrag lesen.

15 Kommentare Autor: Richard
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