Archiv für Schlagwort: Strategie

Das Tiberium Wars. SCNR.

Es gibt Spiele, bei denen weiß ich im Voraus, dass sie mir nicht gefallen werden. Zum Beispiel STALKER. Sorry, “S.T.A.L.K.E.R.”. Dann gibt es Spiele, bei denen weiß ich im Voraus, dass ich mich an liebsten an ihrem Bein reiben würde, wäre ich ein Hund… und hätten sie Beine. Zum Beispiel Command & Conquer 3.

Ist eigentlich komisch, denn es ignoriert konsequent alle Neuerungen, die es in den letzten gefühlt 40 Jahren im Echtzeitstrategie-Genre gegeben hat. Aber vielleicht macht es das auch so cool: keine zehn Milliarden Einheiten wie in Supreme Annihilation Commander, keine Micromanagement-Grabenkämpfe wie in Company of Heroes, ein total banales User-Interface, alles ist schön bunt und, für ein pre-apokalyptisches Strategiespiel, sehr fröhlich. Und es hat alberne Videosequenzen. Genau wie das Original. Juhu! Jedes andere Spiel würde man wegen sowas einfach auslachen und sofort wieder vergessen. Aber in Command & Conquer 3 ist das einfach purer Style. Man kann nicht anders, als wohlig zu lächeln, sich an bessere Zeiten zu erinnern, und es dafür ganz doll lieb zu haben.

Zum Glück stimmt aber auch der Rest: Grafik und Sound sind super, es gibt eingebauten Voice-Chat, und der Multiplayer-Modus hat nette Features wie Clan-Unterstützung und detaillierte Statistiken über so ziemlich alles, was in dem Spiel passieren kann (Leute angezündet, Autos geworfen und so). Alles in allem also ein tolles Rundum-Wohlfühl-Paket, mit dem man nichts falsch machen kann.

(Es sei denn, man kauft die Nicht-Kane-Edition. Die gibt’s zwar schon ab 16, kommt aber nur auf Deutsch, ist angeblich ein wenig beschnitten und hat nicht Joe Kucans erotischen Bösewicht-Bart auf dem Cover. Wer schon arbeiten darf und nicht mehr bei den Eltern wohnt, sollte auf jeden Fall zur nicht jugendfreien Kane-Edition greifen. Und, vorsicht!, bei der Installation auf keinen Fall “vollständig” auswählen. “Vollständig” bedeutet bei Electronic Arts nämlich “nur das nötigste, und auf keinen Fall das englische Sprachpaket, kthx”. Hmpf.)

58 Kommentare Autor: Hendrik
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Rückblick 2006 – Teil 2 (Tomb Raider: Legend, Defcon, Wii Sports)

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Schnell noch den Jahresrückblick durchprügeln, bevor 2007 anfängt interessante Spiele in die Läden zu bringen. Zack, zack!

Tomb Raider Legend

Die peinliche Hysterie, die Videospiele in gewissen Kreisen immer noch auslösen, sind ein klares Zeichen dafür, dass es sich bei ihnen noch um ein relativ junges Medium handelt. Sooo jung sind sie dann allerdings auch nicht mehr. Das merkt man schon daran, dass es inzwischen echte Comebacks gibt. Das Comeback des Jahres 2006 hat jedenfalls definitiv Lara Croft geschafft. Tomb Raider: Legend hat zwar nichts brilliant gemacht, aber fast alles mehr oder weniger richtig. Damit hat es Tomb Raider aus dem tiefen Loch herausgeholt in das Core Design es langsam aber sicher, ein Spiel nach dem anderen hineingeschaufelt hatte. Nachdem man lange Zeit über neue Tomb Raider Teile nur noch müde lächeln könnte, freue ich mich jetzt nicht nur auf den nächsten Teil, sondern auch auf Tomb Raider Anniversary, ein Remake von Teil eins. Denn das hat das einzige was Tomb Raider: Legend wirklich noch gefehlt hat: Dinosaurier!

Defcon

Defcon war das Indie-Spiel des Jahres 2006. Egal was man davon gehalten hat – ich habe viel davon gehalten, Hendrik weniger – allein deswegen hat es schon einen Platz auf dieser Liste verdient. Das Spiel mag durchaus mehr von seiner bedrückenden und spannenden Atmosphäre gezehrt haben, als von einem hochgradig ausgeglichenen Spielprinzip, wenn die Atmosphäre aber so dicht ist wie bei Defcon, dann bin ich persönlich gerne bereit solche Mängel zu verzeihen. Ich glaube heute Abend werde ich mal wieder eine Runde spielen.

Wii Sports

Wii Sports war der definierende Titel des Wii Launches und wird auch noch lange der definierende Titel der Konsole bleiben. Damit hat es sich seinen Platz auf der Liste redlich verdient. Es gibt nur ein Problem: Mein Vater hat mich in Golf geschlagen. Mein Vater! In Golf! Ich weiß immer noch nicht so recht, wie ich mit dieser Schande leben soll. Drogen, schätze ich. Oder ich schlage Marc nochmal vernichtend in Mario Kart DS. Das könnte mein fragiles Ego auch heilen.

15 Kommentare Autor: Richard
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Sting erklärt Nintendo den Krieg

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Ganz Deutschland ist im Nintendo-Fieber. Ich auch. Denn letzte Woche ist die US-Version von Yggdra Union bei mir eingetrudelt und hat meinen Gameboy Advance nach langen Monaten des Staub sammelns zur derzeit meist gespielten Konsole befördert. Yggdra Union ist das zweite namhafte Spiel von Sting, und ähnlich wie schon sein Vorgänger Riviera: Promised Land stellt es einige lieb gewonnene Konventionen des Genres komplett auf den Kopf. Denn wie oft sieht man schon ein Strategiespiel, indem man nur eine Aktion pro Runde hat? Oder in dem alles, von der Zahl der Bewegungspunkte über die Angriffsstärke bis hin zum Spezialmanöver, allein von der Spielkarte abhängt, die man am Beginn der Runde wählt? Eben, nicht sehr oft.

Weil es pro Runde wie gesagt nur einen Angriff und einen Gegenangriff gibt, und so ein Kampf (bisher) maximal acht Runden dauert, muss man sich jede Aktion reiflich überlegen. Wenn ich mit meiner Kavallerie die feindlichen Bogenschützen niedermache, fallen mir im Gegenzug die Assassinen in den Rücken. Nicht gut. Lieber eine Karte mit starker Verteidigung spielen und mit den Briganden die Festung da oben besetzen. In der nächsten Runde könnte ich dann eine vernünftige Schlachtordnung einnehmen und zum Angriff übergehen. Oder sollte ich nicht doch lieber das Dorf dort im Wald ausspähen? Vielleicht gibt es da was interessantes zu holen. Allerdings habe ich dann nicht mehr genug Bewegungspunkte, um eine gute Verteidigungsposition einzunehmen.

Was auf den ersten Blick furchtbar simpel aussieht, entpuppt sich nach ein paar Missionen als beinhartes Knobelspiel. Insbesondere, wenn sich mal wieder von einem Zug zum nächsten das Missionsziel ändert und die eben noch gut befestigten Einheiten plötzlich auf dem Präsentierteller des Gegner liegen. Das ist unter Umständen ärgerlich, vor allem, wenn man wie so oft auf dem falschen Fuss erwischt wird, macht aber selbst aus einem totalen Strategieverweigerer wie mir einen begeisterten Mini-Napoleon. Eben weil es nur wenige Züge und wenige Einheiten gibt, wird einem jeder Fehler in der eigenen Taktik umgehend und zumeist schmerzhaft bewusst. Für Spannung während den ansonsten automatisch ablaufenden Kämpfen ist ebenfalls gesorgt. Durch planvolles Justieren einer Powerleiste kann man kurzzeitig die Angriffskraft erhöhen oder dem Gegner Spezialangriffe um die Ohren hauen, was manches Mal zwischen Sieg und Niederlage entscheidet.

Alles in allem ist Yggdra Union ein extrem bärtiges Strategierollenspiel in zuckersüsser Verpackung. Die riesigen Charakterportraits und der ständig mit allen möglichen Zahlen, Symbolen und Hinweisen übersähte Bildschirm mögen nicht jedermanns Sache sein, aber wer Advance Wars mochte, wird sicher auch mit diesem Spiel seinen Spass haben. Es ist ausserdem ziemlich umfangreich. Insgesamt gibt es wohl 48 Schlachtfelder, und abzüglich der Tutorialgefechte zu Beginn verbringt man durchaus eine halbe bis ganze Stunde auf einer Karte. Das richtige Mittel gegen lange Winterabende also.

16 Kommentare Autor: Stefan
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