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Die Menge Macht’s

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Wahrlich, ich sage euch: Borderlands wird der beste Shooter aller Zeiten. Moment, sagt ihr jetzt. Das Spiel ist doch noch lange nicht fertig, sagt ihr jetzt. So richtig viel weiß man darüber doch noch gar nicht, sagt ihr jetzt.

Ich kann eure Skepsis verstehen, aber hört mich an, gute Leute! Ich kann meine Aussage beweisen. Jawohl, beweisen. Passt auf.

Lemma: Die Qualität eines Shooters wird von der Anzahlder im Spiel vorhandenen Waffen bestimmt. 1.367 Rückseiten von Spielepackungen können nicht irren.

Beweis: Borderlands hat über 500.000 Waffen.

Q.E.D.

Also, freuet euch ihr Antigamer, denn der Heiland kommt und sein Name ist Borderlands!

44 Kommentare Autor: Richard
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Zahlenspiele

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Vor ein paar Tagen habe ich mich ja ausführlich darüber beschwert, dass wir zum Weihnachtsgeschäft mit Spielen nur so zugeworfen werden, während für einen Großteil des restlichen Jahres Flaute herrscht. Für uns Spieler bringt dieser Weihnachtswahnsinn eigentlich nur Nachteile. Ich habe mich zum Beispiel monatelang auf Mass Effect gefreut, aber jetzt wo es raus ist, habe ich es nicht gekauft. Zu wenig Geld, zu wenig Zeit und viel zu viele andere Spiele.

Klar, irgendwann habe ich wieder Geld, die anderen Spiele durchgespielt und dann werde ich mir Mass Effect trotzdem holen. Aber das gilt nicht für alle Spiele die ich im Moment links liegen lasse. Kane & Lynch zum Beispiel. Wäre das im März herausgekommen, hätten die Chancen auf einen Kauf nicht schlecht gestanden. Andererseits klingt es jetzt auch nicht so gut, dass ich nächsten März noch mal drüber nachdenken werde. Falls ich doch drüber nachdenken sollte, werde ich wahrscheinlich auf den Preis schauen und dann lieber warten bis es billiger geworden ist. Bis es dann nach einer halben Ewigkeit wirklich billig geworden ist, werde ich es komplett vergessen haben.

Wann ich mich also selbst als anekdotischen Beweis betrachte, macht es wenig Sinn so viele Spiele auf einmal auf den Markt zu werfen. Klar, der Gesamtabsatz ist zu Weihnachten natürlich größer als im Juli und von so einem großen Kuchen will natürlich jeder etwas abhaben. Trotzdem wundert es einen schon, wenn solide aber unspektakuläre Shooter wie Blacksite: Area 51 oder Timeshift in ein Becken voller Haifische wie Halo 3, Call of Duty 4 und der Orange Box geworfen werden. Wie viele Shooter kann ein Mensch gleichzeitig spielen?

Sind die Publisher einfach dumm? Oder lohnt es vielleicht doch? Ich war neugierig und habe mir mal ein paar Zahlen angeschaut. Wie hätten sich Blacksite: Area 51 und Timeshift wohl verkauft, wenn sie im Sommer auf den Markt gekommen wären?

Zuerst ein paar Annahmen. Ich betrachte im Folgenden nur die Verkaufszahlen aus den USA, falls nicht anders erwähnt. Das liegt primär daran, dass ich zu den USA präzise Verkaufszahlen habe und zu Europa nicht. In Japan sind viele der betrachteten Spiele zudem gar nicht erschienen. Außerdem betrachten wir nur die Zahlen für die Xbox 360 Versionen der Spiele. Zum einen ist die PS3 gerade mal ein Jahr auf dem Markt, was nicht unbedingt zu stabilen Zahlen führt und zum anderen erleichtert mir dieser Kniff die Rechnerei.

Betrachten wir als erstes die Zahlen von Blacksite und Timeshift. Blacksite ist erst seit einer Woche auf dem Markt und ist mit 65,544 verkauften Kopien auf Platz 19 der Charts eingestiegen. Nicht gerade ein riesiger Erfolg, wenn man bedenkt dass Call of Duty 4 in seiner zweiten Woche in etwa die vierfache Menge abgesetzt hat und dass im Vergleich zur ersten Woche schon ein deutlicher Rückgang ist.

Timeshift hat sich nicht wesentlich besser gemacht. Nach drei Wochen auf dem Markt sind 130.000 Stück abgesetzt worden, davon 78.195 in der ersten Woche. Das war immerhin noch für Platz 9 der Charts gut.

Im Vergleich zu über 750.000 verkauften Call of Dutys, knapp 500.000 Orange Boxen und lässigen 6 Millionen Halo 3s macht sich das jetzt nicht so richtig super, gerade wenn man bedenkt dass Timeshift ca. seit der Kreidezeit in Entwicklung war und somit nicht unbedingt das kleinste Budget gehabt haben dürfte.

Jetzt wissen wir, dass man bei Midway und Sierra den Champagner sicher im Kühlschrank gelassen hat. Kniffliger wird jetzt die Frage, ob man ihn im Sommer vielleicht hätte heraus holen können. Leider kann man die Spiele nicht mit sich selbst vergleichen. Wir brauchen also ähnliche Spiele, die außerhalb der Weihnachtszeit veröffentlicht wurden.

Um Vergleichbarkeit zu erreichen, bleiben wir im Shooter-Genre. Relevant könnte außerdem noch die Qualität der Spiele sein. Blacksite hat bei Metacritic 65 Punkte bekommen, während Timeshift immerhin 69 Punkt mit nach Hause nehmen durfte. Beide Spiele sind also für Shooter-Fans durchaus interessant, aber sicher keine hochgelobten Titel. Interessant wäre es zudem noch, die Marketingbudgets der Spiele zu vergleichen, aber leider habe ich dazu keine Zahlen. In dem Bereich könnte die Jahreszeit auch einen großen Einfluss haben. Ist es im Sommer vielleicht einfacher und billiger das Zielpublikum zu erreichen als im werbegesättigten Weihnachtsgeschäft? Gut möglich, aber auch hier fehlen mir die Zahlen. Wir müssen also leider erstmal von einem ähnlichen Budget ausgehen. Abschließend sollte man noch beachten, dass beide Titel nicht Teil eines existierenden Franchises sind und somit ohne eine eingebaute Zielgruppe kommen.

Bei einer kurzen Analyse der in diesem Jahr veröffentlichen Spiele, habe ich folgende Titel gefunden, die für einen Vergleich geeignet scheinen: The Darkness, Call of Juarez und Hour of Victory. Ein passender Titel aus dem letzten Jahr wäre Prey. Nimmt man noch ein Spiel aus einen etablierten Franchise dazu, so wäre auch Medal of Honor: Airborne ein denkbarer Kandidat.

Mit Ausnahme von Medal of Honor sind alle diese Titel im Juni oder Juli erschienen, was zeitlich eindeutig außerhalb des Weihnachtsgeschäftes liegt. Von den Metacritic-Wertungen liegen sie zwischen 82 (Darkness) und 38 (Hour of Victory). Am nächsten an unseren zwei Vergleichtstiteln liegt Call of Juarez mit 71 Punkten.

Ich will es nicht länger spannend machen und nehme gleich vorweg, dass keiner der Titel im Sommer eine nennenswert größere Anzahl von Kopien absetzen konnte. Am erfolgreichsten war noch The Darkness mit 118.000 Stück in der ersten Woche, eine Zahl die man in der folgenden Zeit knapp verdoppeln konnte. Weniger gut lief es für Call of Juarez, das in seiner ersten Woche gerade mal 45.000 Exemplare verkaufen konnte. Noch schlechter schnitt Hour of Victory ab. Das Spiel, welches wie Blacksite von Midway stammt, wurde von den Kritikern in der Luft zerrissen und hat bis heute gerade mal 60.000 Stück verkauft, davon jämmerliche 13.000 in der ersten Woche.

Letztes Jahr brachte es Prey in etwa auf die gleichen Zahlen wie unsere beiden Vergleichsspiele mit 72.000 verkauften Exemplaren in der ersten Woche. Dies gilt, obwohl es von den Kritikern deutlich wohlwollender empfangen wurde (79 Punkte auf Metacritic).

Ähnliches gilt für Medal of Honor: Airborne, dass nicht nur einen Metascore von 83 Punkten hatte, sondern auch Teil eines lange etablierten Franchises ist. Eine erste Woche mit 82.000 abgesetzten Spielen führte zu einer Gesamtverkaufszahl von knapp 270.000 Stück.

Der einzige Erfolg den man im Sommer verbuchen kann, sind höhere Chartpositionen. Der Kuchen ist einfach kleiner. The Darkness und Medal of Honor haben sich jeweils Platz 2 bzw. 3 der Charts erobern können und selbst Call of Juarez hat es noch knapp in die Top 10 geschafft. (Nur Superflop Hour of Victory musste sich mit Platz 36 begnügen.) Dummerweise kann man sich von einer tollen Chartspositionierung nichts kaufen, insofern sind solche Zahlen wenig aussagekräftig.

Zusammengefasst: Für uns Spieler mag es nervig sein, vor Weihnachten mit Spielen zugeworfen zu werden und im restlichen Jahr dann Dürrperioden ertragen zu müssen, aber für die Verkaufszahlen von „kleineren“ Spielen scheint es keinen großen Unterschied zu machen, wann sie veröffentlicht werden Der Weihnachtskuchen ist anscheinend groß genug, dass auch diese Spiele einen fairen Anteil abbekommen. Ob man sich bei Sierra oder Midway nicht vielleicht etwas mehr erhofft hat, sei mal dahingestellt.

Eine Veröffentlichung im Sommer hätte jedenfalls auch nicht mehr Erfolg versprochen.

53 Kommentare Autor: Richard
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Doof-us

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Als Blogbetreiber kriegt man man ja eine ganze Menge von E-Mails. Wir haben hier Anfragen für Interviews, Job-Offerten, Angebote für Fotoshoots(!) und natürlich jede Menge Werbemails von Firmen, die irgendwie hoffen, dass ihr Spiel vielleicht mal einen Beitrag wert sein könnte.

Die meisten davon sind recht harmlos, manche der Angebote nehmen wieder sogar an. (Ich war letztens im Radio und Hendrik weigert sich immer noch, mir die Fotos von sich zu zeigen.) Häufig sind die Werbe-Mails allerdings erschreckend dilletantisch formuliert. Heute ist wieder mal eine Mail von genau dieser Sorte in den Briefkasten geflattert und ich dachte mir, ich beantworte sie mal in aller Öffentlichkeit. Zu Erziehungszwecken quasi.

Hallo Richard,

Hallo drittklassige PR-Person!

Ich habe soeben Ihren Blog Antigames.de besucht.

Das ist super! Vielen Dank für dem Besuch von meines Blog Antigames.de! Anscheinend haben Sie auch babelfish.altavista.com besucht, eine Seite mit der man ja ebenfalls viel Spaß haben kann.

Die dort angesprochenen Themen stimmen gut mit unseren Schwerpunkten überein.

Es ist gut zu wissen, dass Sie auch bei sich viel Wert auf Dinosaurier und das Dissen der Gamestar legen. Auch schön, dass Sie – anders als so manche unserer Leser – keine panische Angst vor Plastikgitarren haben. Vielleicht können wir nach dem Release von Rock Band ja mal zusammen ein paar Songs spielen. Aber nur, wenn Sie singen. Gregor nimmt schon die Drums und ich spiele Gitarre.

Ich bin der Verantwortliche für Kommunikation bei Ankama Games, einer Firma, die ein kostenloses Online-Computerspiel (ou Online-Videospiel) betreibt.

Ou! Also haben Sie bei Babelfish anscheinend die Option “Französisch nach Deutsch” gewählt. Übrigens: Sehr nett, mich daran zu erinnern, dass “Computerspiel” ein Synonym für “Videospiel” ist. Das vergesse ich nämlich ständig. Man merkt echt, dass Ihre Firma für den Bereich “Kommunikation” nur Verantwortliche einstellt, die sich echt damit auskennen.

Dieses Spiel wurde ausschließlich in Flash programmiert und lässt sich problemlos unter Windows, Mac und Linux spielen. Derzeit spielen bereits mehr als Millionen Spieler weltweit dieses Spiel mit großer Begeisterung.

Ausschließlich in Flash! Respekt. Das gibt es ja eher selten. Da steigt mein Interesse gleich. Vor allem weil ja Sie offensichtlich schon mehr als Dreißig Trilliarden-Billionen Hits auf Ihrer Webseite begeisterte Spieler haben!

Wir möchten nun ebenfalls mit Bloggern aus diesem Bereich Kontakt aufnehmen, da wir der Ansicht sind, dass es wichtig ist auch Ihre Meinung und Ihre Kommentare über die Welt der Computerspiele zu hören.

Aus welchem Bereich? Flash? Mac? Linux? Das ist jetzt eher nicht unser Fachgebiet. Oder hat Ihr Spiel vielleicht Dinosaurier? Dann wäre meine Meinung nämlich, dass es total rockt! Meine Kommentare über die Welt der Computerspiele können Sie allerdings auch auf meiner Blog lesen, ohne mich anzuschreiben. Aber weil es Ihnen so wichtig ist, hier eine kurze Zusammenfassung meiner hochqualifizierten Meinung:

- Es gibt zu wenig Dinosaurier in Spielen.
- Es gibt zu viel Gewalt in Videospielen.
- Ich kann Innenminister nicht ausstehen.
- Es gibt zu viele Spiele von EA.
- Es gibt nicht genug Spiele von Tim Schafer.
- Ich will mehr Videos mit Jade Raymond drin.
- Die Gamestar hat doofe Ohren.
- Ich habe immer Recht.

Ich hoffe das hilft Ihnen.

Wenn Sie Interesse an weiteren Informationen über unser Spiel haben solltet, so schicken Sie uns einfach eine E-Mail (mit dem Betreff:

“Informationen für Blogs”) mit Ihrem Namen, Vornamen der URL Ihres Blogs und Ihrer Postadresse zu. Wir werden Ihnen dann so bald wie möglich unser Pressematerial, unsere Pressemitteilungen sowie einige Goodies für Ihren Blog zukommen lassen.

Goodies! Cool. Da werde ich sofort loslegen und (Ihnen eine Mail

schreiben. Wobei, da fällt) mir auf: Ich weiß den Vornamen der URL meines Blogs nicht! Was mache ich denn jetzt? Ich schätze da habe ich Pech gehabt. Och schade, ich hatte mich schon so sehr auf Ihre Pressemitteilungen gefreut.

Wir freuen uns über jede Form von Kommentar oder Verbesserungsvorschlägen und werden auf diese so schnell wie möglich eingehen.

Okay, dann habe ich hier den ersten Verbesserungsvorschlag: Wenn Sie schon unbedingt ihr dämliches Flashspielchen mit nervigen Spam-Mails ahnungslosen Blogbesitzern unterschieben wollen, dann wäre es super wenn sie irgendwo in Ihrer E-Mail DEN NAMEN DES SPIELS ERWÄHNEN WÜRDEN. Oh, und ich würde den Verantwortlichen für die Kommunikation feuern mal auf eine Schulung schicken. Könnte helfen.

Ich habe mit der Magie von Google übrigens nachgeschaut, wie ihr Spiel heisst. Ich muss sagen, der Name ist recht passend.

Mit freundlichen Grüßen,

Mit freundlichen Grüßen,

46 Kommentare Autor: Richard
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This is Werbung

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Kann mir mal jemand erklären, was Sony sich bei der europäischen Werbekampagne für die PS3 gedacht hat? Was in aller Welt hat der Spruch “This is living” mit Videospielen zu tun? Oder zumindest mit Unterhaltungselektronik? Und warum ist das irgendwie in einem Schriftsatz geschrieben, der so aussieht als wäre den 50er Jahren nur knapp entkommen? Meistens kann man bei völlig mißglückten Kampagnen immerhin noch nachvollziehen, was sie sich dabei gedacht haben, egal wie falsch gedacht es am Ende war. Aber “This is living”? Ganz ehrlich, ich weiß nicht was sie da von uns wollen.

Am besten sind aber die Werbespots der Kampagne, deren Hauptaufgabe darin zu bestehen scheint, uns so sehr zu verwirren, dass wir aus Versehen eine Playstation 3 kaufen, obwohl wir eigentlich nur einen neuen Toaster wollten.

Das Grundkonzept scheint so festgelegt worden zu sein:
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53 Kommentare Autor: Richard
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Erkenntnis des Tages

Liebe Spielemacher,

heute habe ich eine schlechte Nachricht für euch: Werbung in Spielen funktioniert doch nicht so gut wie erwartet. Das mag jetzt eine echte Enttäuschung für euch sein. Aber glaubt mir, Millionen Spieler fassen sich gerade an den Kopf: denn das wussten sie vorher ja auch schon. Hättet ihr uns einfach mal gefragt! Dann hättet ihr euch die Integration der Technologien von Firmen wie IGA Worldwide in Spiele wie Battlefield 2142 oder jetzt auch Counterstrike sparen und das Geld sowie Mühe in besseres Gameplay oder schickere Levels investieren können. Das sind nämlich — bitte glaubt mir! — die Dinge, wegen denen jemand in einen Laden rennt und €40 für eure Spiele ausgibt.

Kennt ihr Seth Godin? Der schreibt in seinem Buch Purple Cow über den immer ineffizienteren, langsam aussterbenden TV-Industrial Complex; genau jenen traditionellen, bei euch so unheimlich beliebten Weg, ein Produkt zu erschaffen und an den Mann zu bringen, mit klarer Trennung von Engineering, Produktion und Vermarktung. Seth schlägt vor, das Marketing direkt in das Produkt einzubauen. Was eigentlich eine uralte Idee ist: Produkte zu bauen, die so bemerkenswert sind, dass sie sich von alleine vermarkten. Ich weiß, die Idee mag euch radikal vorkommen. Ihr müsstet es doch auch an euren eigenen Produkten merken. Oder was meint ihr, wie viele Leute Need for Speed Carbon kaufen, weil sie in der U-Bahn-Station Rotkreuzplatz euer Werbeplakat dafür gesehen haben?

Leute: Werbung ist tot.

Toter als tot. Tot war sie schon vor langer Zeit, nur habt ihr es da noch nicht bemerkt, weil ihr den Erfolg nicht zuverlässig messen konntet. Jetzt habt ihr Werbung im Web und sogar in Spielen. Und wenn ihr auf eure Statistikauswertungen blickt, müsste euch die Erkenntnis doch geradezu ins Hirn hüpfen: die Schaltung von Werbung und die Generierung von Leads hängen eben nicht so eng zusammen, wie ihr euch das lange Zeit vorgestellt habt. Deswegen sind die Werbepreise im Web auch in kürzester Zeit von “obszön” hinunter zu “lächerlich” gepurzelt, vielen Dank. Und den Offline-Werbeformen geht es auch schlecht. Fällt euch nichts auf?

Wisst ihr, vor ein paar Jahrzehnten war Werbung noch etwas richtig Aufregendes. Da konnte man ein nicht aufregendes Produkt auf den Markt werfen und dieses Defizit durch tolle Werbung ausgleichen. Das funktioniert heute nicht mehr. Vor allem nicht in Computerspielen. Ein virtuelles Werbeplakat an der Straßenseite in einem Rennspiel oder an einer zerballerten Wand in einem Shooter ist nicht aufregend. Es ist peinlich.

Also lasst es einfach bleiben. Danke.

Mit freundlichen Grüßen,
ein treuer Kunde

52 Kommentare Autor: Hendrik
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/pizza 2142

Eigentlich wollte ich mir Battlefield 2142 kaufen. Als ich vor einer Weile zum ersten Mal davon hörte, fand ich das SciFi-Setting in Kombination mit dem Battlefield-Gameplay extrem cool. Als ich die ersten Gameplay-Videos sah, hätte ich die beinahe hier veröffentlicht, weil sie mich so heiß machten. Als ich feststellte, dass es sogar noch dieses Jahr erscheinen würde, stimmte mich das regelrecht ekstatisch. Das Teil war schon so gut wie in meiner Einkaufstüte! Juhu!

Leider habe ich in den letzten Wochen arg verpasst, die Neuigkeiten aus der Spielebranche zu verfolgen. Deswegen musste mich Richard eben auf etwas hinweisen, was wohl schon seit einem Monat bekannt ist und mir jetzt ordentlich den Spaß an dem Spiel verdorben hat: es wird von streamender Werbung durchsetzt sein. Jawohl, das Spiel holt sich bei einem zentralen Server aktuelle Werbung ab, die dann in das Spiel platziert wird. Und während man dann auf den gegnerischen Titan zustürmt, um ihn abzuknallen, wird man auf neben den Straßen stehenden Werbetafeln u.Ä. nebenher über die Vorzüge von Diet Pepsi und den Funk des neuen Kanye West-Albums informiert.

Und ich dummer Umfaller habe sogar kurz überlegt, ob ich es trotzdem kaufe. Vielleicht würde mich die Werbung ja gar nicht so sehr stören? Das änderte sich aber, als ich die Pressemitteilung zu der Chose las und dort folgendes vorfand:

“We are continually looking at how to bring more connected experiences and services to consumers, and working with a network like IGA is a start to building this dimension of our business,” he [Frank Sagnier, EA] added.

Customers? Kunden? Damit kann er ja nicht die Leute meinen, die Geld ausgeben, um sein tolles neues Spiel spielen zu können. Denn die sind garantiert nicht scharf auf seine Version von “more connected experiences and services”. Die wollen einfach nur gegnerische Titanen abknallen, ohne Pepsi und Kanye. Er muss die Werbekunden meinen, die offensichtlich nach wir vor auf jede Möglichkeit scharf sind, uns Konsumenten an möglichst unpassenden Stellen mit ihren Produktinformationen zu berieseln. Maximum Stickiness. Hey! Vielleicht sollten die dann auch das Spiel kaufen und spielen.

Ich werde es jedenfalls nicht tun.

50 Kommentare Autor: Hendrik
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Wohin mit dem Zaster?

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Sony ist immer wieder für Überraschungen gut. Nach dem peinlichen E3-Auftritt und dem Glänzen durch Abwesenheit vor ein paar Tagen in Leipzig gab der Unterhaltungsriese heute bekannt, dass die Playstation 3 in Europa erst im März nächsten Jahres erscheint. Auch in den USA und Japan sieht es wohl düster aus, vor Weihnachten sollen wohl nur ein paar Hunderttausend Konsolen zum Verkauf bereit stehen. Schuld sind wohl eine äusserst magere Ausbeute an blauen Lasern und Probleme mit dem europäischen Onlinenetzwerk. Wie dem auch sei, Fakt ist dass jetzt ein Haufen unverbesserlicher Konsumjunkies im November auf einem Sack voll Geld sitzt und wahrscheinlich vor lauter Entzugserscheinungen schon in kalten Schweiss ausbricht.

Leute, euch kann geholfen werden! Exklusiv für euch hat Antigames eine schöne Liste von Sachen aufgestellt, die man für 599€ kaufen kann. Wer noch weitere gute Ideen hat, möge die bitte in den Kommentaren mit uns teilen.

reise.jpgZwei Wochen Erholungsurlaub in Ägypten, davon eine Woche Luxuskreuzfahrt auf dem Nil, die andere in einem Vier Sterne All Inclusive Hotel in Hurghada. Besucht einzigartige Sehenswürdigkeiten, bratet bei garantierter Turbostrahlung unter der afrikanischen Sonne und lasst euch von exotischen Schönheiten in die Geheimnisse des Bauchtanzes einweihen. Die paar ebenso exotischen Reisekrankheiten und die mehr oder weniger berechtigte Sorge vor Terroranschlägen sollten einen echten Videospieler nicht von der Reise abhalten. Ab 598€.

ps3gorilla.jpgTut was Gutes und werdet Tierpate. Mal ehrlich, wolltet ihr nicht schon immer einen Gorilla zum Freund haben? Kein Thema, für 30€ im Monat kriegt ihr eine schicke Urkunde und das wohlige Gefühl, die Welt ein Stück weit gerettet zu haben. Statt allerdings fast zwei Jahre lang nur immer Zwischenberichte von ein und dem selben Affen zu bekommen, könnt ihr euer Geld auch aufteilen und für einen Monat einen kompletten Zoo inklusive passendem Regenwald anmieten mit eurer Patenschaft beglücken. Oder einen Panda gegen einen Sibirischen Tiger antreten lassen. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt.

ps3wein.jpgIhr wolltet vor euren Freunden schon immer mal die dekadente Sau raushängen lassen? Kein Problem! Wie wäre es zum Beispiel mit einem Armagnac, Baron de Lustrac, Hk aus dem Jahre 1906 für geschmeidige 605€? Bonuspunkte gibt es, wenn ihr nach dem ersten Schluck das Gesicht verzieht und verkündet, dass der Fusel höchstens zum Kochen taugt. Oder zum Weinbrand einfach Currywurst und Pommes rot-weiss serviert. Tja, wenn man reich ist gehört ein gewisser Spleen einfach dazu.

ps3ringe.jpgBastelt die grösste Kettenrüstung der Welt und werdet gleichzeitig persona non grata der Deutschen Post AG mit 60.000 Kettenringen. Da ich selbst schon mal so ein Tausender-Säckchen in der Hand hatte weiss ich, dass die Dinger verteufelt schwer sind. Aber was soll’s, sie werden ja schliesslich bis an die Haustür geliefert. Mit so vielen Ringen könnt ihr Kettenhemden für die ganze Familie häkeln, und habt noch welche über für den ultimativen DS-Protektor. Weihnachten ist gerettet!

152 Kommentare Autor: Stefan
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Meinen die mich?

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Sucht doch mal bei Google nach Wii Screenshots. Fällt euch was auf? Genau, ebenso häufig wie Bildschirmfotos findet man Bilder von hippen jungen Leuten, die sich mit einer Wiimote in der Hand zum Hampelmann machen und dabei offenbar grossen Spass haben. Ich bin mir nicht ganz sicher, ist das jetzt doof oder genial? Wenn man zynisch ist (und ich habe bei jedem Level Up immer fleissig Punkte in Zynismus gesteckt), dann will Nintendo mit solchen Fotos anscheinend von der Grafik ablenken. Denn mal ehrlich, das hier zum Beispiel sieht bei aller Grosszügigkeit doch einfach nur zum Gruseln aus. Aber dann packe ich einfach einen energisch dreinschauenden Typen dazu und -hoppla- auf einmal sieht das Spiel wesentlich interessanter aus.

Zudem sollte einem nach kurzem Nachgrübeln klar sein, dass es sich bei den Bildern um Bullshots handelt. Oder denkt ihr etwa, die Entwickler hätten sich ein paar modebewusste, politisch korrekte Models ins Studio geladen und die dann im Pausenraum an einem Wii-Prototypen spielen lassen? Eben. Im Gegensatz zu den so euphemistisch betitelten “target renders” für die Konsolen der Konkurrenz (“wir hoffen, das unser Spiel irgendwann mal so gut aussieht”) soll hier eben das tolle Spielgefühl mit Nintendos Ex-Revolution eingefangen werden. Was uns zu der ursprünglichen Frage bringt. Wer zum Henker soll mit diesen Bildern eigentlich erreicht werden? Abgebrühte Spieler wie ich jedenfalls nicht, denn ein Bild wie dieses hier entlockt mir nur ein müdes Grinsen. Wer Call of Duty so zu spielen versucht, kann sich die verwaschene Grastextur sehr bald von Nahem ansehen. Die Mütze ist allerdings ziemlich schräg. Ausserdem habe ich genug Fantasie und Spieleerfahrung um mir ziemlich gut vorstellen zu können, wozu so ein Fernbedienungs-Controller so alles gut sein kann.

Wen will Nintendo also sonst mit sowas zum Kauf animieren? Gelegenheitsspieler etwa? Also solche Leute, die sich selbst nie als Spieler bezeichnen würden, aber trotzdem eine PS2 für Singstar und Buzz neben dem Fernseher stehen haben. Mmm, eigentlich ganz clever… aber ich sehe da das Problem, dass dieser Typ von Konsument nicht im Internet nach Screenshots stöbert. Solange diese Art von Wii-Werbung nicht in Lifestyle-Magazinen abgedruckt wird, posen die schicken jungen Leute also für eine völlig falsche und noch dazu undankbare Zielgruppe. Na ja, schauen wir mal. Vielleicht legt Grafik des Wii ja vor dem Launch noch ein gutes Stück zu. Dann braucht man sie auch nicht mehr hinter hübschen bunten Bildern zu verstecken.

69 Kommentare Autor: Stefan
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E3 2006: Microsoft PR Event

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Das Event von Microsoft musste zwangsläufig etwas anders ablaufen, schließlich gab es keinen Bedarf Begeisterung für ein Produkt wecken, das es noch gar nicht gibt. Hier ging es eher darum zu zeigen, dass mit der 360 bisher alles gut läuft, und auch in Zukunft gut laufen wird.

Das die erste Xbox als Plattform ein Erfolg war, zeigte sich jedenfalls in der Anzahl von Sequels, die gezeigt wurden. Halo 3, Forza 2, Fable 2. Dabei sind Halo und Forza zwei sehr gesunde Franchises, aber ob Fable Microsofts Zelda werden kann, muss sich natürlich noch zeigen. Der erste Teil bot deutlich weniger als versprochen. Es war dabei immer noch ein gutes Spiel (anders als z.B. Black & White) und es hat sich auch super verkauft, aber die Frage ist ob nicht viele Leute am Ende enttäuscht waren, und sich den zweiten Teil verkneifen werden (so wie halt bei Black & White). Das wäre schlecht für Microsoft, haben sie doch Lionhead extra für Fable gekauft.

Sony hat jedenfalls auch den GTA4 Vorsprung verloren. Das Spiel kommt jetzt parallel für beide Konsolen.

Aus irgendwelchen Gründen hat Microsoft den japanischen Markt noch nicht aufgegeben. Ist wohl sinnlos, aber zumindest sind sie hartnäckig. Der Blue Dragon Trailer hat mich persönlich allerdings nicht überzeugt, und wird auch in Japan keine Begeisterungsstürme hervorrufen.

Ich finde es prima, dass Microsoft sich mit Vista auch wieder offiziell zu PC Spielen bekennt. Ich frage mich allerdings, ob es so clever ist mit Crysis ein PC Spiel zu zeigen, dass alle präsentierten Titel für die 360 grafisch lässig in die Tasche steckt.

Mit der Ankündigung von Shadowrun, ist jetzt auch klar, woran FASA arbeitet, seit sie keine BattleTech oder Crimson Skies Spiele mehr machen. Interessanterweise positioniert Microsoft das Spiel wohl als eine Art “Launch-Titel” für Vista. Zu schade, dass das Rendervideo absolut furchtbar aussah, denn für ein gut gemachtes Shadowrun Spiel könnte ich mich echt begeistern.

Das HD-DVD Add-on hat ein bißchen was von einem Buckel und die Ankündigung ist ohne Preis irgendwie ziemlich sinnfrei. Schließlich wussten wir schon, dass es kommt.

Ganz ehrlich, ich verstehe dieses Live Anywhere nicht so recht. Ich glaube es ist mir auch egal. Wie soll ich ein Spiel auf der 360 anfangen und auf dem Handy weiterspielen? Das müsste ja mal ein echtes Hammerhandy sein. Und mir ein Forza-Auto aufs Handy zu schicken ist einfach nur albern. Dass es Live bald für Windows geben wird, unterstreicht allerdings Microsofts Willen, sich wieder mehr um den PC als Spieleplattform zu kümmern. Gefällt mir. Jedenfalls ist Bill Gates wie immer eine echte Schlafpille gewesen. Allgemein scheint es aber klar, dass sich Sony mit seiner Live Kopie echt anstregen muss, um da mithalten zu können, denn Microsoft hört nicht auf an Live zu schrauben.

Insgesamt war das Event von Microsoft die professionellste der drei Veranstaltungen. Selbstbewußt und ohne den Angstschweiß von Sony, aber eben auch ohne die Begeisterung von Nintendo. Es wurde nichts wirklich Aufregendes präsentiert, aber man hat das Gefühl, dass Microsoft eine viel klarere Vision ihrer Plattform hat als Sony und ihren Vorsprung so gut nutzen wollen wie möglich.

Wenn man also alle drei Veranstaltungen zusammenfassen möchte, dann könnte man das so tun:

Nintendo > Microsoft > Sony

19 Kommentare Autor: Richard
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E3 2006: Sony PR Event

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Die E3 läuft und es wird Zeit mal eben die drei großen Presseshows zu rekapitulieren.

Fangen wir mit Sony an. Wenn man einen Eindruck aus der ganzen Veranstaltung mitgenommen hat, dann den dass Sony Videospiele hasst. Da wird nicht darüber geredet, was für coole Spiele die PS3 haben wird, sondern welche “revenue streams” sie haben wird. Die Spieler werden nicht Spieler genannt, sondern “consumers”. Die Spiele heißen nicht Spiele, sondern “entertainment content”. Begeisterung gab es nur für die Fähigkeit der PS3 “ip investments zu leveragen” oder für die tollen “distribution channels”, nicht für Spiele.

Generell umgab die ganze Show ein leichter Geruch der Verzweiflung. Es wurden große Sprüche geklopft, die völlig an der Realität vorbei gingen (“Die HD Generation fängt erst an, wenn wir sagen, dass sie anfängt.”) oder fröhlich die Konkurrenz gedissed haben (“Wir sind nicht an Gimmicks interessiert.”).

Wenn ihr die Wii Remote für ein “Gimmick” haltet, liebe Sonynauten, warum habt ihr dann noch schnell halbherzig ihren Controller kopiert?

Generell war die ganze Veranstaltung an Zynismus kaum zu überbieten. Sony hat doch tatsächlich ein Video mit Schauspielern produziert, die einem erzählen wie toll die PS2 waren und wie cool die PS3 wird und dann kommt Kaz Hirai mit einem aufgesetzten Lachen wieder auf die Bühne und sagt, wie toll der Enthusiasmus dieser Leute für die Playstation doch sei. Lieber Kaz, wenn du mich entsprechend bezahlst, heuchle ich auch gerne Begeisterung für die Kamera.

Zum Kotzen.

Die Leute im Saal waren auch nicht begeistert. Sowohl nach der Montage der 1st Party Spiele als auch nach der Montage für die 3rd Party Spiele herrschte eine ziemliche Stille im Saal und Hirai bzw. Harrison haben tatsächlich um Applaus bitten müssen.

Interessant auch, was Sony nicht gezeigt hat. MotorStorm zum Beispiel. Oder Killzone. Oder ihre Version von Live.

Es gab aber auch ein paar nette Sachen zu sehen. Heavenly Sword sieht nach einer coolen Mischung aus God of War und Soul Calibur aus. Flüssig und spektakulär. Das würde ich wohl nehmen.

Die PSP als Rückspiegel für Autorennen auf der PS3 zu verwenden ist zwar auch so ein Gimmick an dem Sony angeblich nicht interessiert ist, aber ich fand die Idee trotzdem witzig.

Das Eyetoy-Kartenspiel wirkte auch ganz cool. Klar, ich werde den Teufel tun und mir irgendwelche “Boosterpacks” mit Karten für mein Videospiel kaufen, aber vom Prinzip her gefällt es mir.

Was für ein Spiel soll Afrika eigentlich sein? Egal, ich bin erstmal für alles ohne Kopfschüsse oder Rennwagen dankbar.

Im großen und ganzen war die Veranstaltung aber ein ziemlicher Flop. Das scheint auch der allgemeine Konsens zu sein, wenn man sich die einschlägigen Foren durchliest. Die PS3 ist fies teuer (und zwar so teuer, dass Microsoft zum Weihnachtsgeschäft nicht mal eine Preissenkungen machen muss) und die günstigere Version ist allein schon durch den fehlenden HDMI Anschluss verkrüppelt und nutzlos.

Mir haben sie jedenfalls erstmal keine PS3 verkaufen können. Kommentare zu den Shows von Nintendo und Microsoft folgen im Laufe des Tages.

92 Kommentare Autor: Richard
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