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Wiimonster

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Als ich die Wiimote das erste Mal in der Hand hatte, war ich absolut beeindruckt. Irgendwie hatte Nintendo es geschafft einen Controller zu entwickeln, der nicht nur toll aussah, sondern auch super in der Hand lag. Das schlicht-elegante Design in Kombination mit den überraschend kleinen Dimensionen hatte mich einfach überzeugt.

Inzwischen ist aus der hübschen kleinen Wiimote, leider ein hässliches großes Wiimonster geworden.

Zuerst kam das Band fürs Handgelenk dazu. Gut, das kann ich noch verstehen. Mir persönlich ist die Wiimote noch nie aus der Hand geflogen, aber wenn ich anstatt eines Projektors einen 5.000€ teuren Plasmafernseher zum Spielen nutzen würde, dann wäre ich dafür auch dankbar.

Dann kam der Nunchuk. Zugeben, den braucht man für die meisten Spiele. So ein bisschen Analogstick muss eben doch sein, Wackeldetection hin oder her. Aber so richtig hübsch ist der nicht. Und jedes Mal wenn ich bei Red Steel eine bestimmte Combo ausgeführt habe, hat mir die Schnur auf die Nase gehauen. Aua. Insgesamt steht das Kabel einer entspannten Wedelei definitiv im Weg.

Dann kam das Gummikondom. Ich muss sagen, dass sich mir der Sinn und Zweck dieses Dings völlig entzieht. Nintendo findet die Dinger allerdings so wichtig, dass sie sogar umsonst verteilt werden. Ich persönlich habe mir trotzdem keine geholt. Warum auch? Wozu sind die gut? Wie gesagt, mir ist die Wiimote noch nie aus der Hand gerutscht. Sie ist also offensichtlich nicht flutschig, und selbst wenn sie flutschig wäre…ist dafür nicht das Band fürs Handgelenk da?

So, und jetzt gibt es noch das Megawiimoteactionmotionplus…ding. Das könnte eigentlich nicht schlecht sein, denn es sorgt wohl dafür, dass die Wiimote endlich so präzise wird, wie wir uns das ursprünglich vorgestellt hatten. Aber das ändert nichts daran, dass unserer einst schnuckelig-kleinen Wiimote bald noch ein Tumor am Hintern wachsen wird.

Außerdem kann man anscheinend nie genug Eingabegeräte haben, und so dürfen wir uns für Family Ski unsere kondomisierte Nunchuk-XXL-Wiimote ans Handgelenk schnallen und damit auf das Wackelbrett von Wii Fit steigen.

Sorry, aber irgendwie scheint mir da ein altmodischer Controller fast die einfachere Lösung zu sein. Einsteigerfreundlich ist das jedenfalls sicher nicht, zumal Nintendo die ganzen Add-on sehr konsequent in der Werbung zeigt.

Seit sie das Handgelenksband vorgestellt haben, sieht man kein offizielles Foto mehr ohne vorschriftsmäßig festgezurrte Wiimote. Seit sie das Kondom eingeführt haben, gibt es kein offizielles Video mehr in dem unsafe Wiimoting betrieben wird. Und seit heute wird es garantiert kein Bild mehr ohne Arschtumor geben.

Irgendwie scheint mir das alles etwas kontraproduktiv. Wenn man da so steht, nacktfüßig auf dem Balance Board (mit Socken oder Schuhen ist das ja laut Nintendo nicht zulässig!), rechts eine einen Controller mit Gummi, Sicherheitsband und „WiiMotion Plus, links einen Controller, in der Mitte die Schnur um den Hals geknotet, dann sagt es sich nicht mehr so leicht: „Guck mal Oma, das ist ganz einfach…“

46 Kommentare Autor: Richard
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Entzugserscheinungen

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So. Da bin ich wieder. Und was macht ein Antigamer nach vier Wochen Videospiel-Abstinenz? Er geht natürlich zu Saturn und wandelt ein Stück seiner frisch eingetroffenen Steuerrückzahlung in Videospiele um. Im Folgenden kurz meine Ersteindrücke dieser Spiele.

Jack Keane: Irgendwas ist da im Marketing schief gelaufen, denn bis gestern Abend hatte ich von dem Spiel noch nichts gehört. Zugegeben, ich war in der Mongolei und somit ziemlich von der Außenwelt abgeschnitten, aber trotzdem. Schließlich ist es ein Adventure, und als braver Adventure-Masochist, der sich solche Spiel immer wieder kauft, obwohl sie inzwischen fast alle Mist sind, bin ich doch eigentlich genau ein Teil der anzusprechenden Zielgruppe.

Immerhin ist Jack Keane von Deck 13, den Machern von Ankh, und das war eigentlich ganz putzig, wenn auch nicht putzig genug um mich zum Durchspielen zu motivieren. Dass ich Jack dann trotzdem eingesteckt habe, lag wohl an meinem akuten Videospieleentzug und, nun ja, an meinem chronischen Adventure-Masochismus. Ich weiß es besser, lerne aber aus meinen Fehlern trotzdem nicht.

Ob jetzt Jack Keane ein Fehler war, muss ich noch abwarten. Mein Ersteindruck ist allerdings nicht so cremig. Ist hübsch bunt und so, aber die Dialoge sind – wie bei deutschen Spielen üblich – furchtbar steif und ich stecke jetzt schon fest. Ich muss eine Krähe verscheuchen, habe dafür aber nur einen Sandsack zur Hand. Wenn ich ein paar Minuten Zeit investiere, finde ich dafür schon eine Lösung, aber bis zu dem Zeitpunkt war ich nicht so hingerissen von dem Spiel, dass ich bereit gewesen wäre, diese Zeit aufzuwenden.

The Darkness: Riddick war prima, insofern war ich gerne bereit Starbreezes neuestes Spiel auszuprobieren, insbesondere da es recht ordentliche Kritiken gesammelt hat. Auch hier war mein Ersteindruck allerdings nicht soooo erdbeerig. Zunächst mal hat sich grafisch seit Riddick nicht sonderlich viel getan. Da hätte ich mir etwas mehr erwartet.

Außerdem haut mich auch das Storytelling bisher nicht wirklich vom Hocker, obwohl alle das Spiel genau dafür loben. Ich weiß im Moment nicht mal mehr, wie mein Charakter überhaupt heißt und der Moment in denen er seine Darkness-Kräfte bekommt, ist nicht schlecht inszeniert, sondern gar nicht inszeniert. Im wachsen plötzlich einfach ein paar Tentakel und gut. Er scheint sich darüber nicht mal sonderlich zu wundern, was ich schon erstaunlich finde. Wenn mir plötzlich Fresstentakel wachsen würden, würde ich einen Arztbesuch erwägen, oder zumindest eine Paracetamol einwerfen. Billy (oder wie er auch immer er heißt) scheint so was entweder häufiger zu passieren, oder er ist tatsächlich so cool wie sein schwarzer Mantel andeutet, denn er zuckt nicht mal mit der Wimper.

Kurz nach diesem hochdramatischen Nicht-Ereignis ist mir dann erstmal die Lust am Weiterspielen ausgegangen. Das Kerngameplay ist nicht knackig genug, die Level zu korridorig und die deutsche Version mir dann doch einen Hauch zu zensiert, um richtiges Flair oder ordentlichen Spielfluss aufkommen zu lassen.

Trauma Center: Second Opinion: Trauma Center ist vielleicht immer noch mein Lieblingsspiel fürs DS. Es nutzt nicht nur den Touchscreen nahezu perfekt aus, es hat auch ein wenig abgenutztes Szenario. Seit Life & Death 2 vor immerhin 17(!) Jahren hat es so ein Spiel eigentlich nicht mehr gegeben. Trauma Center war natürlich nicht ohne seine Schwachstellen, wie zum Beispiel einem absolut brutalen Schwierigkeitsgrad und einer arg japanofizierte Geschichte mit den üblichen superdummen Dialogen, hat aber trotzdem einen Riesenspaß gemacht. Insofern habe ich mir nur zu gerne die Wii-Version gekauft.

Warum wir in Europa darauf jetzt weit über ein halbes Jahr warten mussten, ist mir zwar nicht wirklich klar, aber was soll’s. Ebenfalls nicht ganz klar ist mir, warum Second Opinion nur ein Remake von Under the Knife ist und nicht ein ordentliches Sequel, aber auch damit kann ich leben. Immerhin kriegt man einiges an Bonusmaterial. Ich habe noch nicht so ganz heraus wie viel genau, aber bisher bin ich auf eine OP gestoßen, die ich noch nicht kannte, habe Leute mit Elektroschocks wiederbelebt (was in der DS-Version nicht ging) und habe dazu eine komplette Seitenstory mit einer weiblichen Ärztin entdeckt, auf die sich wohl auch der Titel des Spiel bezieht.

Bonusmaterial hin und her, entscheidend ist Folgendes: Das Spiel ist immer noch super. Die Steuerung mit der Wiimote funktioniert fast noch besser als auf dem DS, hauptsächlich da die Reaktionszeit kürzer ist. Insbesondere das sehr unzuverlässige Hereinzoomen wurde verbessert. Obwohl ich das Spiel ja quasi schon einmal durch habe und ich gestern Abend dringend ins Bett musste, habe ich spontan noch ein halbes Dutzend OPs durchgeführt. Shiny!

Zusammengefasst kann man sagen: Morgen kommt Bioshock und dann werde ich wohl alle drei Spiele erstmal liegen lassen. Bei Trauma Center liegt das aber nur daran, dass ich es schon durch habe. Alle anderen sollten schleunigst zugreifen. Vielleicht findet ihr dann ja auch noch eine Heilung für meinen Adventure-Masochimus. So langsam geht der nämlich ins Geld.

31 Kommentare Autor: Richard
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Blowback

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Ich frage mich so langsam, ob nicht in näherer Zukunft der Zeipunkt kommt, an dem wir Videospielfans anfangen werden Nintendo nicht mehr zu mögen. Im Moment nehmen wir sie ja insgesamt noch sympathisch-japanisch wahr. Wii und DS sind irgendwie knuddelig und charmant und dazu noch schön günstig. Außerdem verkaufen sie sich wie geschnitten Brot und eröffnen den Videospielen eine ganz neue Zielgruppe.

Tatsächlich ist der Erfolg von Nintendo absolut überlebenswichtig für die ganze Branche. Machen wir uns nichts vor, ohne Nintendos “blue ocean” Strategie würden wir jetzt hier sitzen und uns fragen woher die große Videospielkrise von 2007 kam und was man dagegen machen kann.

Die 360 hat theoretisch alles was man für eine erfolgreiche Videospielkonsole braucht, war als erste auf dem Markt und hatte sehr lange überhaupt keine Konkurrenz. Trotzdem kann man die Verkaufszahlen auch mit viel Liebe nur als anämisch bezeichnen. Bei Sony sieht es quasi noch schlimmer aus. Die Verkaufszahlen der PS3 sind so gering, dass sie auch Messfehler sein könnten und selbst die aktuelle Preissenkungen wird nur dazu führen, dass Sony ein besserer letzter wird. Wohlgemerkt, ein besserer letzter, kein guter letzter.

Glücklicherweise hat Nintendo eine Lösung für die Krise gefunden, bevor sie überhaupt aufgetreten ist. Dafür sollten wir dankbar sein. Wir sollten auch dafür dankbar sein, dass ihr Hardware nicht auseinanderfällt, wenn man sie anschaut und dass sie sich nicht jedesmal blamieren, wenn sie den Mund aufmachen.

Trotzdem habe ich das Gefühl, dass sich der eine oder andere Videospieler so langsam etwas veräppelt vorkommt. Ein Dr. Kawashima oder zwei kann man ja verkraften, aber bei WiiFit hört es bei vielen auf. Ist das überhaupt noch ein Videospiel? Was ist, wenn das auch furchtbar erfolgreich wird? Was ist, wenn die meisten Leute eine Wii gar nicht mehr zum spielen kaufen, sondern als eine Art Wohnzimmercomputer für Fitness und was sich Nintendo sonst noch an Anwendungen ausdenkt, die sich auch mit rosa Brille nicht mehr so recht als Videospiel qualifizieren.

Es hilft dabei nicht, dass seit Anfang des Jahres kaum interessante Spiele für die Wii herausgekommen ist und man uns in Europa selbst diese Spiele noch verweigert.

Wie seht ihr das? Freut ihr euch noch über Nintendos Erfolg, oder fragt ihr euch langsam, ob uns dort nicht ein Kuckucksei ins Nest gelegt worden ist und hier irgendwie das Spiel aus dem Videospiel entfernt wird?

Ich glaube es ist eher andersrum. WiiFit hat genug Videospiel-Anteile, dass hier eher demjenigen, der die Wii als Fitnessmaschine kauft ein trojanisches Pferd untergeschoben wird. Auf jeden Fall bleibt diese Videospielgeneration unglaublich spannend.

66 Kommentare Autor: Richard
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E3: Enorm Extrem Egal

Eine vollständige Analyse der neuen E3 folgt, wenn ich Ende der Woche wieder Zuhause bin. Hier aber eine kurze Zusammenfassung für alle Ungeduldigen: Die neue E3 ist komplett irrelevant. Es ist absolut nichts angekündigt worden, was irgendwie wichtig oder interessant gewesen wäre. Das Ding ist so bedeutungslos geworden, dass es von mir nicht mal ein Header-Bild bekommt. Einzige Ausname: WiiFit. Ich prognostiziere 6 Millionenen verkaufte Kopien über das erste Jahr.

Wir sehen uns am Wochenende.

51 Kommentare Autor: Richard
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Wo Logo, Wii?

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Meine Wii ist mir immer noch sehr sympathisch. Im Moment bereitet sie mir z.B. mit ExciteTruck überraschend viel Freude. Aber auch jenseits davon habe ich sie einfach gerne. Unter anderem sieht sie einfach schick aus, besonders wenn das blaue Licht leuchtet (für das ich mir übrigens immer noch einen Anschaltknopf irgendwo in den Optionen wünsche). Mit der Wii und dem DS Lite sind Nintendo endlich mal Konsolen geglückt, die man nicht unbedingt vor seinen Besuchern verstecken möchte.

Klar, das Design ist mehr oder weniger von Apple abgeguckt, aber was soll’s. Besser von den Experten klauen, als es schlecht selber zu machen. Nach den diversen Designdesastern der jüngeren Vergangenheiten (Xbox 1, PS2, Original-DS) und auch der nicht so jungen Vergangenheit (PS3) ist es gut zu wissen, dass auch die Videospielbranche hin und wieder dazu in der Lage ist, gutes Industriedesign abzuliefern.

Das gilt im übrigen auch für das Hauptmenü der Wii. Ich finde die Channels zwar ein wenig albern, aber trotzdem. Die Wii Menüs sehen nicht nur schick aus, sie sie funktionieren auch prima und klingen sogar gut!

Eine ganz wichtige Sache fehlt der Wii aber. Nämlich ein vernünftiges Startup-Logo. Wenn ich eine Konsole anschalte, dann will ich gefälligst, dass das da eine schicke Animation mit ein bisschen Gebimmel abgespielt wird. Klar, gar keine Animation ist immer noch besser als das ensetzliche Video, mit dem Xbox immer startet und dessen Geräuschkulisse anscheinend aus diversen Darmgeräuschen zusammengesetzt wurde. Andererseits hat gerade Nintendo hat mit dem Cube doch vorgemacht, wie man eine coole und sympathische Start-Animation hinbekommt.

Warum sie darauf bei der Wii verzichtet haben, ist mir nicht ganz klar. Das DS (Lite) hat ja auch noch eine. Für mich gehört so was irgendwie zur Identität einer Konsole dazu. Noch wichtiger, es hat geradezu Tradition.

Das allerschlimmste ist aber, dass man beim Start der Wii nicht nur auf eine Animation verzichten muss, sondern dass diese mit einer blöden Gesundheitswarnung ersetzt wurde.

“Videospielen könnte ihren Kopf zum Explodieren bringen. Drücken Sie bitte A um dies zu bestätigen.”

Na vielen Dank, Nintendo. Anstatt uns mit einem schnuckeligen Logo aufzumuntern, kriegen wir erstmal so einen Downer präsentiert. Echt, eeines Tages werden wir morgens von unseren Betten informiert, dass das Leben voller Enttäuschungen ist, und gefragt ob wir nicht lieber liegen bleiben wollen. Wenn wir das verneinen, werden wir dann digital unterschreiben wir müssen, dass wir trotz ausführlicher Warnungen und sowohl völlig freiwillig als auch im Vollbesitze unserer geistigen Fähigkeiten trotzdem aufstehen wollen.

Diese Attitude ist nicht sehr…Nintendo, zumal andere Konsolen ja auch auf diesen Unsinn verzichten. Klar, bei der 360 ist die Wahrscheinlichkeit beim Tennisspielen von der deiner Freundin eine Wiimote ins Gesicht geknallt zu bekommen deutlich geringer als auf der Wii, aber andererseits hat ja auch das DS so eine Gesundheitswarnung. Wofür? Keine Ahnung. Ich habe die nie gelesen.

Immerhin hat das DS noch den Anstand uns mit einer Animation von der deprimierenden Warnung abzulenken. Ba-da-bing!

Also Nintendo, hier sind meine Forderungen für das nächste System-Update: Erstens, ein schickes Start-Logo. Zweitens, einen Knopf um die blaue Lampe permanent einzuschalten. Drittens, weniger Warnungen vor der großen bösen Welt. Wenn ihr gehorcht, dann verspreche ich auch mir das eine oder ander überteuerte VC-Spiel zu holen. Vielleicht Pilotwings 64?

Obwohl, ich schätze das wäre wiederum eine Forderung für sich.

54 Kommentare Autor: Richard
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Star-Allüren

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Gestern habe ich das neue Zelda durchgespielt. Ein hervorragendes Adventure, keine Frage. Aber eines wurde mir ständig wieder vor Augen geführt: Nintendo erlaubt sich Unverschämtheiten, die man kaum einem anderen Publisher durchgehen lassen würde. Das geht schon damit los, dass man als Gamecube-Besitzer mit einer kastrierten Version vorlieb nehmen muss. 16:9? Fehlanzeige. Dafür ist die Y-Achse beim Zielen invertiert, und es gibt keine Möglichkeit, dies zu korrigieren. Warum man auf diese Sparversion sogar noch eine Woche länger warten musste als auf die Wii-Fassung, ist wohl nur mit Marketinggründen zu erklären.

Aber auch als Besitzer von Nintendos neuer Wunderkonsole ist man nicht viel besser dran, denn die gröbsten Designschnitzer sind plattformunabhängig. Allein schon die Tatsache, dass man jedesmal beim Laden des Spielstandes einen Bildschirm zur Einstellung des Bildes präsentiert bekommt, macht mich ein wenig stutzig. Hallo? Spiele ich etwa ständig an den Settings meines Fernsehers rum? Ausserdem ist Zelda ja im Gegensatz zu anderen Spielen nun nicht gerade finster oder kontrastarm. Ein vermeidbares Ärgernis also, dass sich aber im Vergleich zu den gröberen Schnitzern wie eine Lappalie ausnimmt.

Im übertragenen Sinne ist The Legend of Zelda nämlich eine alternde Diva, die zwar immer noch ein Millionenpublikum verzaubern kann, aber doch schon deutliche Alterserscheinungen zeigt. Am deutlichsten zeigt sich das wie ich finde in der vollkommenen Entwertung von Geheimnissen. Früher, in den Anfangstagen der Serie, waren Rupien noch wertvoll. Man konnte damit Dinge kaufen, die einem das Heldenleben deutlich einfacher gemacht haben, mehr Pfeile etwa oder einen Heiltrank. Eine Truhe mit 20 Rupien zu finden war daher ein echtes Erlebnis, das durch das bekannte Kisten-Öffne-Jingle zusätzlich ein echtes “Gut gemacht!” Gefühl rüberbrachte. Und heute? Heute ist das Geldraffen zum reinen Selbstzweck verkommen, denn eine Herausforderung ist die Serie schon lange nicht mehr. Wozu sollte man noch Munition oder Bomben kaufen, wenn die aus jedem zweiten Gegner rausfallen und garantiert vor jedem Rätsel mit entfernten Zielen/Felsen/Fackeln ein Eimer mit Pfeilen/Bomben/Lampenöl rumsteht? Geradezu albern scheint es daher, dass Rupien in Twilight Princess ebenso selten sind wie Sand am Meer. In den Brieftaschen getöteter Feinde, im hohen Gras, unter Steinen, in der Erde, auf Bäumen, im Wasser, in Felsen – überall wimmelt es vor Edelsteinen. Es ist daher fast schon blanker Hohn, dass die Geldbörse des Helden zu Anfang gerade einmal 300 Rupien fasst, und auch im weiteren Verlauf des Spiels nicht viel weiter anschwillt. Schau her, scheint das Spiel zu sagen, all dieses wertvolle Geschmeide, und du Depp kannst es nicht mitnehmen.

Seinen Gipfel findet dieser inflationäre Umgang mit Geld in den Schatzkisten. Gerade bin ich mit Eisenstiefeln und Krallenhand eine schlüpfrige Rampe hochgeklettert, und musste mich unterwegs auch noch mit allerlei Getier anlegen. Zweimal bin ich komplett runtergerauscht, und erklimme nun mit grimmiger Miene und diversen Flüchen auf den Lippen erneut die Rutschbahn. Aber jetzt stehe ich an der Spitze, und hinter diesem Wasserfall wartet meine wohlverdiente Belohnung. “50 Rupien! Aber dein Beutel ist ja schon voll. Du ARSCH!” Das Problem ist, auf solche Beleidigungen reagiere ich wie eine Ratte im Versuchslabor. Wenn ich auf einen Knopf drücke und dafür eine gewatscht bekomme, dann werde ich das in Zukunft lassen. Nur leider lässt einen Zelda nicht so leicht davonkommen. Das gleiche Rätsel, für das man an der einen Stelle einen Sack voll Edelsteinen (also nichts) bekommt, könnte an einem anderen Ort einen Schlüssel als Belohnung bereithalten. Wie der letzte Volldepp löst man also eine Knobelei nach der nächsten, denn es könnte ja zum Weiterkommen wichtig sein. Es mag ja durchaus Spieler geben, die Rätseln um des Rätselns Willen, aber mir ist die klassische Aufwand-Belohnung-Struktur definitiv lieber.

Darüber hinaus halten einen die Entwickler für geistig zurückgeblieben. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass man die Funktion elementarster Dinge ständig wieder erklärt bekommt. Leute, ich habe über die Jahre schon hunderte von Bomben hochgehen lassen, ich weiss inzwischen wie das geht. Und die gelben Rupien sind zehn Rupien wert, das ist mir bekannt. Man kann es mit dem Händchen halten wirklich auch übertreiben, zumal sich an der grundlegenden Spielmechanik seit Jahren nichts gravierendes geändert hat.

Bei all dem Gemaule sollte man eines allerdings nicht vergessen: es macht trotzdem Spass, denn das Dungeondesign ist wie immer hervorragend. Schade nur, dass das trotzdem mit jedem neuen Zelda immer grösser wird.

56 Kommentare Autor: Stefan
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Amazon hat anscheinend wieder Wiis

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Nur so als Tipp. Keine Ahnung ob es stimmt, aber da steht “auf Lager”.

Viel Glück!

55 Kommentare Autor: Richard
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Mein eigener Wiimote-Kuchen!

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle etwas über das Wii schreiben, das seit Freitag Abend in meinem Wohnzimmer steht. Dafür ist es, glaube ich, jedoch zu früh — bin in den letzten Tagen leider nur sehr wenig zum Spielen gekommen.

Deswegen zeige ich euch lieber den Kuchen, den ich Freitag von Anna zur Feier des Tages bekommen habe. Der sieht nämlich aus wie ein Wiimote und ist nicht zuletzt deswegen total super. Guten Hunger! (Und Riesendank an Anna.)

44 Kommentare Autor: Hendrik
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Sportschau

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Wie rezensiert man eigentlich einen Titel wie Wii Sports? Ein kurzer Blick in die Runde zeigt, dass sich die meisten Leute darauf beschränken kurz was zu jeder Sportart zu sagen und dann ein Gesamtfazit zu ziehen.

Tennis rockt, Boxen steuert sich unpräzise, Baseball taugt nicht so viel und insgesamt ist es ziemlich toll. Vielleicht noch ein paar Takte zum netten Trainingsmodus und zum weniger netten Fitnessmodus gesagt, eine halbwegs hohe Zahl darunter geklatscht und die Sache hat sich erledigt.

Ich meine, was soll’s? Erstens stimmt das ja alles (das Spiel ist ziemlich gut, Boxen unpräzise und der Traingsmodus wirklich ganz gelungen), und zweitens kommt das Spiel sowieso umsonst mit, da braucht man sich echt keine große Mühe zu geben.

Aber ehrlich gesagt fangen die Probleme ja genau da an. Es ist umsonst. Na ja, vielleicht auch nicht, aber es ist halt nicht so als hätte man bezüglich des Kaufes eine Wahl. Es liegt der Konsole eben bei. Der übliche “8 von 10 Punkten, kauft es euch wenn ihr mit euren Freunden im Wohnzimmer Tennis spielen wollt”-Schmuh ist an dieser Stelle somit noch weniger angebracht als sonst.

Völlig befreit vom Zwang eine Kaufempfehlung schreiben zu müssen, schreiben die meisten Leute…eine Kaufempfehlung. Dabei verstehen sie anscheinend überhaupt nicht, was Wii Sports in Wirklichkeit ist.

Nämlich ein Trojanisches Pferd.

Es gibt schließlich einen Grund, warum die Wii-Fernbedienung Wii-Fernbedienung heisst und nebenbei auch noch aussieht wie eine. Denn auch sie ist ein Trojanisches Pferd. Oder von mir aus auch ein Missionierungswerkzeug.

Denn so wie ein Missionar seine Bibel in die Hand nimmt, liebe Antination, so müsst ihr euer Wii Sports ergreifen um damit aller Welt zu beweisen: Videospiele machen Spaß. Sie verwandeln einen nicht in Killer, sie machen nicht dumm, sie machen nicht faul und sie sind nicht mal sonderlich kompliziert.

Sie machen einfach Spaß.

Eure Eltern und Onkel und Schwestern und Tanten und Freunde und Brüder und Kollege werden diese kleinen coolen weißen Dinger in die Hand nehmen, sie werden Tennis mit euch spielen und dann wird etwas ganz Erstaunliches passieren. Nach ca. einem Satz werden sie Spaß haben.

Es wird ein ungewöhnliches Gefühl sein. Nicht der Spaß an sich, sondern die Art und Weise auf die er erzeugt wird. Sie werden sich vielleicht ein bisschen komisch vorkommen und sich möglicherweise Sorgen machen, wie sie aussehen, wenn sie da so mit den Armen fuchteln.

Aber wenn ihr fragt “Noch eine Runde?” werden sie nicht wie üblich antworten “Nee, lass mal.”, sie werden sagen “Okay.“. Vielleicht sogar “Okay!”. Mit Ausrufezeichen. Auf jeden Fall werden sie am nächsten Tag von einem komischen Ziepen im Arm daran erinnert werden, was sie gestern gemacht haben.

Vielleicht werden sie danach immer noch keine Videospieler sein. Einige werden aber fragen “Wie viel kostet das denn?”. Einige davon werden vielleicht sogar enttäuscht sein, wenn ihr ihnen erklären müsst, dass man im Moment keine Wiis mehr kriegen kann. Aber auch diejenigen, die sich nach zwei, drei Runden Tennis wieder abgewandt haben, hat Wii Sports ein bisschen verändert.

Schließlich haben sie gerade zum ersten Mal in ihrem Leben ein Videospiel gespielt. Nicht versucht es zu spielen, oder dabei zugeschaut. Nein, sie haben es selbst gespielt.

Das ist eine große Sache. Denn mit ein paar ermutigenden Worten von euch werden Sie dann verstehen, dass Videospiele nicht dazu gemacht werden, um Kinderseelen zu zerstören, sondern um Menschenherzen höher schlagen zu lassen.

Ja, der Fitness-Modus ist nicht sonderlich toll und Baseball ist auch eher schwach. Aber das macht überhaupt nichts, denn alles was man braucht ist Tennis mit zwei Wiimotes und plötzlich findet man findet das Kind im Menschen. Auch bei solchen die es schon verloren geglaubt haben.

So, und nun nehmt euer Wii Sports, geht hinaus in die Welt und verändert sie.

8/10? Wen interessiert das schon: Wii Sports ist das wichtigste Spiel des Jahres.

67 Kommentare Autor: Richard
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Wii-Day +2

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So, mein erstes Wochenende mit dem/der/das Wii (nein, ich werde er/sie/es nicht “Wii-Konsole” nennen, auch wenn Nintendo das vielleicht gerne hätte) ist vorbei und der ganze Vorbestellungsstress hat sich definitiv gelohnt.

Zunächst mal was zur Hardware. Die Wiimotes sind ohne Frage das coolste Stück Spielehardware, das ich je gesehen habe. Überraschend klein, unglaublich handlich und mit coolen blauen Blinkelichtern versehen. Man kann eigentlich gar nicht anders, als sie in die Hand zu nehmen.

Im Vergleich dazu sind die Nunchucks leider nicht so ganz so edel geraten. Sie wirken irgendwie plastikiger als die Wiimotes, obwohl sie aus dem gleichen Material sind. Außerdem sind sie zu leicht. Gerade wenn man Wiimote und Nunchuck gleichzeitig bewegen muss, wünscht man sich auch in der linken Hand eine Remote zu haben. Somit wäre es schön gewesen, wenn sie die Nunchucks ebenfalls wireless gemacht hätten. Durch die Batterien wäre das Gewichtsproblem korrigiert worden und man hätte sich auch das blöde Kabel erspart, was man leider ständig ein und ausstöpseln muss.

Das Gehäuse des Wiis selber sieht eher unspektakulär aus, fast wie ein externes DVD-Laufwerk für den Mac, wäre da nicht der graue Ständer mit dem das Gerät hochkant und leicht schräg aufgestellt wird. Der gibt dem ganzen Ensemble genau den richtig Schliff um es sehr lässig wirken zu lassen. Insgesamt ein sehr edles Stück Technik, das ich gerne offen neben dem Fernseher stehen lassen werde, während ich die 360 und die PS3 wohl eher im Schrank einschließen werden, um den Nerdfaktor meines Wohnzimmers unter der kritischen Grenze von 37,4 N/m² (Nerdids pro Quadratmeter)* zu halten.

Einen Kritikpunkt habe ich allerdings. Der Rand des Laufwerks, welches übrigens lobenswerterweise Slot-in ist, leuchtet beim Einschalten der Konsole kurz blau auf, bleibt dann aber dunkel. Ich will mehr blaues Leuchten!

Das erste was man beim Einschalten der Konsole übrigens bemerkt, ist wie erschreckend präzise der Pointer ist. Auf den diveren Videos erschien mir der Cursor immer sehr zitterig, was mir Sorgen gemacht hat. Anscheinend hat Nintendo aber für die Videoaufnahmen einfach Leute genommen, die entweder gerade zehn Dosen Red Bull getrunken oder zwei Tage vorher das Heroin abgesetzt hatten. In der geübt ruhigen Hand eines Herzchirurgen Videospielers ist das Ding absolut ruhig und immer genau da wo man es haben will. Zusätzlich hat Nintendo noch ein bisschen Rumble eingebaut, immer wenn man über ein Element des Interfaces gleitet. Das erinnert mich an eine Maus die ich mal hatte (deren Name sich mir gerade entzieht) und funktioniert fantastisch. Eine Einschränkung muss ich aber erwähnen. Wir hatten etwas Probleme das mit gleicher Präzision und Zuverlässigkeit auf einem Projektor zum Laufen zu kriegen. Das ist durchaus ein Problem, denn die Projektor/Leinwand-Kombi bringt bei Spielen mit vier Teilnehmern durchaus eine Menge.

Das erste was man mit der Konsole dann macht, ist natürlich einen Mii zu bauen. Und gleich danach baut man noch ein paar Miis fürs seine Freunde. Und dann für seine ganze Familie. Bester Launchtitel fürs Wii? Der Mii-Kanal. Na ja, nicht ganz. Aber sehr cool das Ding. Ich hoffe Nintendo macht viel Gebrauch von den Miis.

Wii Sports Tennis ist übrigens brilliant. Jeder den ich zum Spielen gezwungen habe, konnte nach einem Satz regelmäßig die Bälle treffen und hat auf die Frage “Noch ein Spiel?” mit “ja” geantwortet. Was auch alle gesagt haben war “Wieviel kostet das denn?” und (24 Stunden später) “Mann, ich habe Muskelkater im Arm.”. Noch eine interessante Beobachtung: Alle die das Hauptmenü gesehen haben, wollten sofort Boxen spielen, egal ob es mein 8-jähriger Cousin oder seine mittvierziger Mutter war. Ausführlicher Bericht zu Wii Sports folgt noch.

Aber kurz gesagt: Das Grundkonzept funktioniert. Jeder kapiert es in Minuten, wenn nicht weniger, und jeder hat irgendwie Spaß dabei. Eine interessante Beobachtung musste ich aber machen. Leute die deutlich vor der Erfindung des Videospiel geboren wurden, kamen überhaupt nicht damit klar, dass sie Spaß dabei hatten. Da war eine echte psychologische Barriere zu überwinden, so nach dem Motto “Ich bin erwachsen, ich darf dabei keinen Spaß dabei haben, sonst bringe ich Schande über meine Familie.”. Faszinierend, und ein Phänomen das ich weiter beobachten muss. Ist euch so was auch aufgefallen?

Leider konnte ich die Onlinefunktionalität der Konsole noch nicht ausführlich testen, weil ich zurzeit noch keinen Internetanschluss zuhause habe. Um so seltsamer kam ich mir mit meinem Classic-Controller vor. Warum habe ich den gleich gekauft? Vielleicht weil er so stylish aussieht. Wegen der Ergonomie wird es jedenfalls nicht gewesen sein, so richtig genial liegt der nämlich nicht in der Hand. Außerdem ist er nicht selber wireless, sondern kommt mit einem Kabel, was wiederum in eine Wiimote gesteckt wird. Keine optimale Lösung.

Das muss für’s erste als Ersteindruck reichen. Da ich das ganze Wochenende nicht viel mehr gemacht habe, als Wii zu spielen, werden in den nächsten Tagen ein riesiger Haufen Ersteindrücke aller von mir angespielten Spielen folgen. Und das sind eine ganze Menge. Haltet euch fest, der Antigames Wii-Wahnsinn geht weiter!

Und spart schon mal Geld. Denn ihr wollt ein Wii.

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* (Nerdids sind eine Einheit zum messen der Nerdstrahlung von Objekten. Eine PS3 strahlt 352 Nerdids ab, eine 360 273 und ein Wii immerhin noch 87 Nerdids. Zum Vergleich: Die gesammelten Bände eines Fantasyepos strahlen (je nach Autor und Anzahl der Bände) zwischen 200 und 700 Nerdids ab, ein Lichtschwert in einer Vitrine ca. 950, während ein pinkes Nintendo DS mit Nintendogs nur für einen Messwert von ca. 3,7 Nerdids sorgt. Das ist übrigens der niedrigste Nerdid-Wert für eine Spielkonsole aller Zeiten. Vorsicht ist dennoch geboten, da diese Kombination eine für ein Stück Technik bisher unerreichte Menge an Gayrays absondert.)

37,4 N/m² ist der allgemein anerkannte Grenzwert unter dem eine Frau nicht sofort die Flucht antritt, wenn sie das entsprechende Zimmer betritt.

77 Kommentare Autor: Richard
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