Wiimonster

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Als ich die Wiimote das erste Mal in der Hand hatte, war ich absolut beeindruckt. Irgendwie hatte Nintendo es geschafft einen Controller zu entwickeln, der nicht nur toll aussah, sondern auch super in der Hand lag. Das schlicht-elegante Design in Kombination mit den überraschend kleinen Dimensionen hatte mich einfach überzeugt.

Inzwischen ist aus der hübschen kleinen Wiimote, leider ein hässliches großes Wiimonster geworden.

Zuerst kam das Band fürs Handgelenk dazu. Gut, das kann ich noch verstehen. Mir persönlich ist die Wiimote noch nie aus der Hand geflogen, aber wenn ich anstatt eines Projektors einen 5.000€ teuren Plasmafernseher zum Spielen nutzen würde, dann wäre ich dafür auch dankbar.

Dann kam der Nunchuk. Zugeben, den braucht man für die meisten Spiele. So ein bisschen Analogstick muss eben doch sein, Wackeldetection hin oder her. Aber so richtig hübsch ist der nicht. Und jedes Mal wenn ich bei Red Steel eine bestimmte Combo ausgeführt habe, hat mir die Schnur auf die Nase gehauen. Aua. Insgesamt steht das Kabel einer entspannten Wedelei definitiv im Weg.

Dann kam das Gummikondom. Ich muss sagen, dass sich mir der Sinn und Zweck dieses Dings völlig entzieht. Nintendo findet die Dinger allerdings so wichtig, dass sie sogar umsonst verteilt werden. Ich persönlich habe mir trotzdem keine geholt. Warum auch? Wozu sind die gut? Wie gesagt, mir ist die Wiimote noch nie aus der Hand gerutscht. Sie ist also offensichtlich nicht flutschig, und selbst wenn sie flutschig wäre…ist dafür nicht das Band fürs Handgelenk da?

So, und jetzt gibt es noch das Megawiimoteactionmotionplus…ding. Das könnte eigentlich nicht schlecht sein, denn es sorgt wohl dafür, dass die Wiimote endlich so präzise wird, wie wir uns das ursprünglich vorgestellt hatten. Aber das ändert nichts daran, dass unserer einst schnuckelig-kleinen Wiimote bald noch ein Tumor am Hintern wachsen wird.

Außerdem kann man anscheinend nie genug Eingabegeräte haben, und so dürfen wir uns für Family Ski unsere kondomisierte Nunchuk-XXL-Wiimote ans Handgelenk schnallen und damit auf das Wackelbrett von Wii Fit steigen.

Sorry, aber irgendwie scheint mir da ein altmodischer Controller fast die einfachere Lösung zu sein. Einsteigerfreundlich ist das jedenfalls sicher nicht, zumal Nintendo die ganzen Add-on sehr konsequent in der Werbung zeigt.

Seit sie das Handgelenksband vorgestellt haben, sieht man kein offizielles Foto mehr ohne vorschriftsmäßig festgezurrte Wiimote. Seit sie das Kondom eingeführt haben, gibt es kein offizielles Video mehr in dem unsafe Wiimoting betrieben wird. Und seit heute wird es garantiert kein Bild mehr ohne Arschtumor geben.

Irgendwie scheint mir das alles etwas kontraproduktiv. Wenn man da so steht, nacktfüßig auf dem Balance Board (mit Socken oder Schuhen ist das ja laut Nintendo nicht zulässig!), rechts eine einen Controller mit Gummi, Sicherheitsband und „WiiMotion Plus, links einen Controller, in der Mitte die Schnur um den Hals geknotet, dann sagt es sich nicht mehr so leicht: „Guck mal Oma, das ist ganz einfach…“

Elektroschrott?

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Nachdem ich Anfang der Woche total viel über brandneue Hardware geredet habe, wird es jetzt mal Zeit über ganz alte Platinen zu reden. Ich bin nämlich dabei meinen Schrank auszumisten und es ist erstaunlich was ich darin alles finde. Neben einer Menge Kabel für Geräte die es gar nicht mehr gibt, habe ich unter anderem eine ganze Batterie von Grafikkarten entdeckt. Es gibt Speicherriegel für Boards die ich nicht mehr habe, Boards für die ich keine Speicherriegel mehr habe und manchmal sogar Boards mit Speicherriegeln drin. Jede Menge alte Soundkarten, Netzwerkkarten, Fritz! ISDN-Karten und Karten von denen wahrscheinlich nicht mal mehr der Hersteller weiß, was sie mal gemacht hat. Falls der Hersteller überhaupt noch existiert. Es gibt noch das RF-Anschlusskabel meines N64 (das habe ich dem Nachbesitzer wohl nicht beigelegt, sorry) diverse kaputte CPU-Lüfter und 80MB (ja, Megabyte) Festplatten. Glaubt mir, ihr wollt nicht wissen wie viele IDE-Kabel ich besitze. Von Brillenputztüchern aus dem Jahre 1992 ganz zu schweigen.

Es gab wohl mal Zeiten, wo ein einziger Anschluss für eine Maus (nix USB, nix PS/2, sondern wie auch immer der Anschluss hieß der davor kam) tatsächlich eine eigene Steckkarte gerechtfertigt hat. Warum habe ich eigentlich die Standfüße eines Gehäuses aufbewahrt, das ich schon lange nicht mehr habe? Und dann zwischen dem ganzen Technikschrott plötzlich etwas ganz Überraschendes. Ein großes blaues Tuch voller phosphoreszierender Leuchtsterne, das mir vor vielen, vielen Jahren mal meine damalige gebastelt hat. Das Tuch hing damals lange an der Decke über meinem Bett. Bis diese Freundin nicht mehr meine Freundin war. Da steht man dann irgendwie dreißig Sekunden lang mit diesem staubigen alten Tuch ganz still in der Ecke und das Gehirn spult im Schnellvorlauf plötzlich jede Menge Erinnerungen ab. Momente von denen nicht nur die Details verblasst waren, sondern die man komplett vergessen hatte.

Danach schaut man auch die Hardware irgendwie mit anderen Augen an. Meine Originalverpackte Adlib-Karte steht bei mir schon lange als Sammlerstück im Regal. Aber jetzt stehe ich hier vor jeder Menge alter Technik, die ich eben noch wegschmeißen wollte, mich inzwischen aber an die guten alten Zeiten erinnert. Mal abgesehen vom Gehäuse habe ich tatsächlich noch den vollständigen 386-SX16 Rechner von ca. 1990 rekonstruieren können. Selbst die Anleitung für den Koprozessor ist noch da. Oder das handgeschriebene Datenblatt für die Festplatte. Jetzt nimmt mein Vater das alles an sich. Ich weiß nicht genau was er damit vor hat (mal abgesehen davon dass es technisch gesehen immer noch ihm gehört), aber ich irgendwie total froh, dass es nicht weggeworfen wird.

Aber da ist noch mehr. Mein Soundblaster 16. Ein gemeinsames Geschenk meiner Eltern und meiner Oma zu Weihnachten. Meine erste 3D-Beschleunigerkarte (eine Diamond Monster 3D). Ihr Nachfolger eine Voodoo 2 Karte von Creative. Behalten oder wegwerfen? Die Festplatten kommen wohl alle in den Müll, aber ich frage mich schon, was für Datenjuwelen da noch magnetisch festgehalten sind, die jetzt nie wieder jemand anschauen wird.

Es gibt auch so harmlose Kleinigkeiten, wie das cool designte und batteriebetriebene Mikrofon einer alten Sun Workstation, aus Zeiten als eine Sun Workstation noch absolute Traumhardware war und mich mein Vater manchmal mit zur Uni genommen hat, damit ich dort auf genau solchen Maschinen ins Internet konnte. Damals hatten die meisten Leute noch nie vom Netz gehört und Mosaic war der Browser der Wahl.

Na ja, das meiste wird wohl im Müll landen. Aber eins behalte ich auf jeden Fall. Den 486-DX33 Prozessor aus meinem ersten komplett selbstgekauften Rechner. Quadratisch, praktisch, gut.

Britzel!

Wamm! Zisch! Ein unangenehm verbrannter Geruch und plötzlich konnte ich kein Fernsehen mehr gucken.

Das war nicht dramatisch, da läuft ja sowieso nichts. Die Ausgaben meines DVD-Spielers und meiner Konsolen hat er noch brav angezeigt, also kein Grund zu Sorge. Eher Grund zur Sorge war das Bild. Ohne eine Aufwärmphase von mindestens fünf Minuten hat der Fernseher das Bild so stark verzerrt, dass aus einem Cinemascope Film plötzlich 4:3 wurde.

Und seit Anfang der Woche geht gar nichts mehr. Diesmal war es unspektakulär. Kein Rauch, keine Blitze. Er geht halt einfach nicht mehr an.

Das ist schlecht. Was nun?

Irgendwie ist jetzt die denkbar schlechteste Zeit, um sich einen Fernseher zu kaufen. Und dazu ist mein Budget noch reichlich begrenzt. Bei Saturn und Konsorten stehen eigentlich nur noch sehr flache, sehr teure, meist sehr große LCD und Plasma-Fernseher herum, die ich mir erst nächstes Jahr leisten könnte. Und ob die wirklich so “HD ready” sind wie drauf steht, wage ich auch mal zu bezweifeln. Alternativ dazu gibt es eigentlich nur noch ziemlich kleine 4:3 Röhrengeräte, die zwar recht billig sind, deren Preis-/Leistungsverhältnis auf mich aber auch nicht sonderlich attraktiv wirkt.

Liebe Antileute, helft mir. Was soll ich tun? Ich kann schließlich nicht den gesamten Rest des Jahren nur noch WoW spielen und meine DVDs am Computer gucken.

Über Wackelbretter

Hori
Joysticks sind ja ganz nett, und Joypads haben durchaus auch ihre Daseinsberechtigung, aber das bevorzugte Mensch/Maschine-Interface von echten Männern und Frauen ist und bleibt der Arcade Stick. Nichts ist besser als mit der einen Hand an einem Metallstab mit Kunststoffbeschlag herumzureissen, während die zur Faust geballte Rechte auf grosszügig dimensionierte Knöpfe eindrischt. Und dank gekapselter Mikroschalter und grossem Klangkörper klingt so ein Ding nach Zahnrädern und Maschinenöl. Da aber Arcade Stick nicht gleich Arcade Stick ist, liste ich hier mal eben die wichtigsten Vertreter auf.

Ein guter Arcade Stick ist teuer. Die schmerzhafte Wahrheit gleich mal vorneweg, wer einen vernünftigen Controller will muss tief in die Tasche greifen. Natürlich gibt es beim Elektromarkt um die Ecke auch Sticks für 25€, aber die sind von Automatenqualität etwa so weit entfernt wie ich von der Seligsprechung (sprich: verdammt weit). Wenn man also auf schwammige Steuerung und klemmende Knöpfe verzichten möchte, sollte man lieber etwas mehr investieren. Gut und relativ preiswert sind beispielsweise der Sega Dreamcast Arcade Stick und der Namco PS1 Arcade Stick. Wobei der eine nur am Dreamcast funktioniert (das allerdings mit Prüglern und Shmups reich gesegnet ist) und der andere recht schwer zu finden ist. Beide gibt es am ehesten bei Ebay für circa 30-40€. Eine Klasse besser und entsprechend teurer sind der Pelican Real Arcade Joystick und der Street Fighter Anniversary Stick von NubyTech. Beides sind amerikanische Fabrikate, die im Vergleich zu japanischen Sticks generell grösser sind und Bedienelemente mit strafferem Widerstand aufweisen. Erfreulicherweise kommen beide mit Anschlüssen für PS2 und Xbox (plus Cube beim Pelican), so dass man auf teure Konverter verzichten kann. Ausserdem hat der NubyTech einen Anschluss fürs Xbox-Headset, was ihn zu einem der ganz wenigen komplett Live-tauglichen Controller macht.

Den Premium-Markt teilen Hori, Mas Systems und XGaming unter sich auf. Wir reden hier von unverwüstlichen Sticks mit echter Spielhallentechnik und Gehäusen, mit denen man Nägel in eine Stahlbetonwand kloppen kann. Besonders zu empfehlen sind der Real Arcade Pro Stick von Hori und der Super Pro Stick von Mas Systems, wobei der eine ein leichtgängiger japanischer Controller und der andere ein riesiges amerikanisches Modell ist. Egal wofür man sich aber entscheidet, die Versandkosten bringen einen auf jeden Fall um, denn die Dinger sind massiv! Obwohl, so richtig teuer sind die alle nicht. Wer wirklich viel Geld auf der hohen Kante hat sollte sich eigentlich gleich einen SlikStik holen. Mir persönlich hat es ja besonders dieses Teil angetan.

Echte Freaks lachen jedoch über solche Fertigprodukte und basteln ihren Stick selber. Ob nun einfach nur die Knöpfe ausgetauscht werden sollen oder gleich ein komplett eigenes Gehäuse gebaut wird - alles ist machbar. Da ich jedoch zwei linke Hände habe und das Löten lieber anderen überlasse, wird Soul Calibur auch weiterhin nur mit dem offiziellen Arcade Stick gespielt. Um Richard in Schach zu halten langt der allemal.